Garten-Erdbeere,Ananas-Erdbeere

Fragaria x ananassa

Staude
Wildform
Schmetterlingspflanze
essbar
lange Blühzeit
Garten-Erdbeere (Fragaria x ananassa) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: 4028mdk09, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Garten und Handel beliebteste Hybride aus amerikanischen Vorläufern
  • Viele Sorten im Handel mit unterschiedlichen Reifezeiten und Früchten
  • Anspruchslos beim Boden, sollte feucht und windgeschützt sein
  • Überwintert mit Herzknospen und bildet zahlreiche Ausläufer
  • Ausläuferreiche Sorten auch für Ampeln oder Kästen für Balkon und Terrasse geeignet
  • Leichte vegetative Vermehrung
  • Blüten und Früchte bei zahlreichen Tieren äußerst beliebt
  • Mehrjährig und winterhart, gegebenenfalls Winterschutz empfehlenswert
  • Braucht im Sommer viel Wasser und Bodenpflege
  • Delikate Früchte nur kurze Zeit haltbar
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 10 - 20 cm
Breite: 20 - 30 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Erdbeeren
ist essbar Frucht

Was ist Garten-Erdbeere?

Garten-Erdbeere (Fragaria x ananassa) nimmt beim Beerenobst eine Sonderstellung ein: Die Rosengewächse (Rosaceae) wachsen nicht an Sträuchern, sondern an kleinen Stauden mit nicht verholzenden Sprossen. Während sich die Gattung Fragaria mit mehreren Arten in weiten Teilen Europas, Asiens und Amerikas wohlfühlen ist die Garten-Erdbeere eine Zuchtsorte, die bereits vor langer Zeit entstand und die mit der gewöhnlichen Wald-Erdbeere nichts zu tun hat. Die großfrüchtige Spezialität bietet inzwischen ein reichhaltiges Sortiment mit verschiedenen Eigenschaften. In allen Fällen handelt es sich um mehrjährige krautige Pflanzen mit in einer Rosette stehenden drei-bis fünfzähligen Blättern an langen Stielen. Diese Rosetten verschwinden im zweiten Jahr und machen neuen Platz, die über Sommer in den Achseln der Triebe entstanden sind. Oberirdische Ausläufer kriechen nah am Boden dahin und wurzeln in kurzen Abständen und bilden jede Menge Tochterpflanzen. Die Trugdolden mit wenigen weißen Blüten erscheinen je nach Sorte unterhalb bis oberhalb der Blattkrone und reifen zu Früchten aus. Die Blüten der Garten-Erdbeeren sind (meist) zwittrig, fünfzählig und sternförmig, mit grünem Kelch und kleinem Außenkelch sowie runden weißen Kronblättern. Dazwischen stehen zahlreiche Staubblätter und getrennte Fruchtblätter. Die Hauptblütezeit liegt im Mai und Juni, und je nach Sorte gibt es darüber hinaus Früchte bis in den Oktober hinein. Die Erdbeeren sind streng genommen keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte. Die Nüsschen sitzen hier außen – das sind die kleinen Kerne, die die gelben Punkte auf der Oberfläche bilden. Das Fruchtfleisch bildet sich aus dem sich rapide vergrößernden Blütenboden, der von den fünf Kelchblättern umschlossen bleibt und von Grün über Weiß oder Gelb zu Rot ausreift.

Garten-Erdbeere im Garten

Standort

Die Garten-Erdbeere ist, was den Boden angeht, denkbar anspruchslos und wächst in so ziemlich jeder halbwegs manierlichen Gartenerde. Sie wurzeln in die Tiefe und in die Breite, sodass sie sich auf einem tiefgründigen und gut durchlässigen, humosen und nährstoffreichen Untergrund am wohlsten fühlen. Der Boden sollte nach Möglichkeit schwach sauer mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,5 sein. Besonders schwere Ton- und Lehmböden sollte man mit etwas Sand und Kompost auflockern, und reine Sandböden profitieren von einer Humusgabe. Man muss auf gleichmäßige Feuchtigkeit achten – gut drainierte Böden werden schnell trocken, wohingegen auf einem dichten Boden oft zu lange das Wasser stehenbleibt. Staunässe muss man unbedingt verhindern, zumal sie den Früchten ausgesprochen abträglich ist. Worauf man achten sollte ist etwas Windschutz: Erdbeeren mögen es überhaupt nicht, wenn ständig ein scharfer Wind bläst. Daher sollte man für sie eine geschützte Ecke vorsehen. Schutz vor der prallen Sonne ist hingegen nicht notwendig, die Garten-Erdbeere ist ein wahrer Sonnenanbeter und gedeiht mit viel Licht und Wärme am besten. Unter extrem rauen Bedingungen ist es empfehlenswert, die Erdbeerpflanzen über Winter mit Laub oder Kompost abzudecken.

Schnitt

Wichtiger als ein Schnitt ist eine gute Bodenpflege – man muss die Erde regelmäßig lockern und Unkraut entfernen. Mulchen mit Stroh oder Rinde erleichtert die Sache, indem es das Unkraut fernhält und für einen lockere Bodenstruktur sorgt, auf dem die Früchte nicht so schnell faulen. Nach der Ernte kann man dann die alten Blätter und Ausläufer entfernen, indem man alles etwa eine Handbreit über dem Boden radikal kappt, ohne das Herz der Pflänzchen zu beschädigen. So wachsen die Erdbeerpflanzen im nächsten Jahr schön reichhaltig und auch die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen lässt sich gering halten. Viele Erdbeeren im Garten? Notfalls lässt sich die Angelegenheit mit einem hoch eingestellten Rasenmäher in kürzester Zeit erledigen.

Vermehrung

Eine Aussaat ist durchaus möglich, aber die vegetative Vermehrung mithilfe von Tochterpflanzen ist dermaßen einfach, dass man fast ausschließlich einfach Ableger nimmt und pflanzt. So bleiben die typischen Eigenschaften der angepflanzten Sorte auch sicher erhalten, wie es bei einer generativen Vermehrung nicht möglich wäre.

Verwendung

So dekorativ die kleinen Blüten auch sein mögen, außerhalb des Nutzgartens wird man die Garten-Erdbeere wohl eher selten antreffen. Eine Ausnahme machen Balkone und Terrassen; entsprechende Sorten sind auch für die Bepflanzung von Ampeln, Kübeln und Containern geeignet und liefern auch in urbaner Umgebung leckere Früchte.

Schädlinge

Leider ist die Garten-Erdbeere recht empfindlich gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Milben, Blattläuse und nicht zuletzt Schnecken und Vögel sind am Kraut oder den reifenden Früchten interessiert. Viruserkrankungen sind wegen der vergleichsweise kurzen Vegetationsperiode selten, aber bei älteren Pflanzen treten gehäuft Grauschimmel, Mehltau und Verticillium-Welke auf.

Ökologie

Die zahlreichen Staubblätter und ergiebigen Nektardrüsen liefern reichlich Futter für viele Insekten, sodass die Blüten der Garten-Erdbeere im Sommer von Honigbienen, Wildbienen, Käfern, Fliegen und Schmetterlingen ausgiebig frequentiert werden. Sogar die Ameisen bedienen sich am süßen Saft; sie sind auch an den Früchten interessiert und verschleppen so die Samen. Ansonsten erfolgt die Ausbreitung vor allem mithilfe von interessierten Vögeln, Kleinsäugern und Insekten, die die Früchte fressen und die Samen unbeschadet ausscheiden.

Wissenswertes

Erdbeeren sind nicht nur extrem aromatisch, sondern auch gesund. Sie enthalten viel Vitamin C, Mangan, Kalium und andere Mineralstoffe und haben trotz ihres Zuckeranteils kaum Kalorien. Mit ihrer Süße durch Fruchtzucker sind sie auch für Diabetiker unbedenklich. Die leuchtend rote Farbe kommt durch Anthocyane zustande. Wer es mal ausprobieren möchte: Die getrockneten Erdbeerblätter lassen sich zu einem leckeren Tee aufbrühen. Man findet sie oft auch unbemerkt in zahlreichen Kräuter- und Früchtetees.

Fotos

Gesamte Pflanze Garten-Erdbeere
Quelle: 4028mdk09, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Garten-Erdbeere
Quelle: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Garten-Erdbeere
Quelle: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Garten-Erdbeere
Quelle: Alpsdake, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Garten-Erdbeere

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Garten-Erdbeere (Wildform) weiß
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Zier-Erdbeere 'Lipstick' rot
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Erdbeere 'Mieze Schindler' weiß
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Erdbeere 'Weiße Frucht' weiß
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Erdbeere 'Pink Panda' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Woher kommt die Garten-Erdbeere?

Die in unseren Gärten beliebte Erdbeeren haben mit der kleinen einheimischen Wald-Erdbeere Fragaria vesca wenig zu schaffen – es handelt sich dabei um die Hybride amerikanischer Arten, die wesentlich größere Früchte tragen. Ausgangspflanzen sind die in Nordamerika beheimatete Scharlach- oder Himbeer-Erdbeere (Fragaria virginiana) und die aus Chile stammende Riesen-Erdbeere (Fragaria chiloensis). Botanisch gekennzeichnet wird das durch das x im Namen Fragaria x ananassa; daher auch der Name Ananas-Erdbeere. Andere Bezeichnungen sind Fragaria x magna (Riesen-Erdbeere) und Fragaria grandiflora (Großblütige Erdbeere). Die züchterische Arbeit ist noch lange nicht beendet – unter anderem gibt es mittlerweile auch Kreuzungen mit der Monatserdbeere (Fragaria vesca var. semperflorens), die unter dem Namen Fragaria x vescana im Gartenfachhandel erhältlich sind.

Was ist die Senga Sengana Erdbeere?

Der Markt mit Erdbeerpflanzen ist sehr veränderlich, und praktisch jedes Jahr kommen neue Sorten heraus. Lange Jahre spielte die mittelfrüh blühende Erdbeersorte Fragaria x ananassa ‚Senga Sengana‘ im Garten und im Handel eine herausragende Rolle. Ihr Vorteil: Im Vergleich zu den alten druckempfindlichen Beeren waren diese so stabil, dass man sie gut transportieren, als Konserve verwenden oder als Tiefkühlware verkaufen konnte – perfekt für den Handel. Der ungewöhnliche Name geht auf ihren „Erfinder“, den Hamburger Züchter Reinhold von Sengbusch zurück, der sie 1952 entwickelte und dem wir noch viele weitere züchterische Glanzleistungen verdanken. 

Senga Sengana‘ ist noch heute beliebt, da sie stark wächst, selbstbefruchtend ist und vor allem zu Beginn der Saison hohe Erträge liefert. Zudem sind die kegelförmigen Früchte relativ groß, dekorativ purpurfarben und glänzend und lässt sich nur mit anhaftenden Kelchblättern abzupfen – das verbessert die Haltbarkeit. Sie ist ausgesprochen robust und lediglich gegen Fruchtfäule empfindlich – bei ihr hat man sozusagen das Unterfüttern der Früchte mit Stroh zum Trockenhalten etabliert. Bis heute ist sie im Garten beliebt, und die vielerorts angelegten Erdbeerplantagen zum Selberpflücken sind immer noch mit ‚Senga Sengana‘ bestückt. Mit fortschreitender Saison werden die Früchte zusehends kleiner. Im Geschmack sind sie betont säuerlich. Problematisch ist bei dieser Sorte lediglich ihre hohe Anfälligkeit für Grauschimmel.

Was für Sorten gibt es bei der Garten-Erdbeere?

Die größten Unterschiede bei den verschiedenen Erdbeersorten liegen bei Reifezeit, Form, Größe und Qualität der Beeren. So unterscheidet man frühreife Erdbeere, spätreife Erdbeeren und zweimaltragende Erdbeeren. Letzteres bedeutet, dass die Pflanzen nach einer ersten eher spärlichen Ernte im Juni nochmals Früchte liefern, und das oft bis spät in den Herbst hinein.

Einige dieser mehrfachtragenden Erdbeersorten haben besonders lange Ausläufer, die sie für besondere Wuchsformen prädestinieren. So bekommt man Ampelerdbeeren, Hängeerdbeeren, Klettererdbeeren und noch etliche andere zu kaufen, die man nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon oder auf der Terrasse platzieren kann. Gerade Kinder sind hocherfreut, auf diese Weise regelmäßig süße Naschereien pflücken zu können. Einige kann man auch in großzügigem Abstand im Garten auspflanzen, sie bilden dann innerhalb kurzer Zeit eine regelrechte Erdbeerwiese.

Einmaltragende Erdbeeren blühen nur dann, wenn sie unter Kurztagsbedingungen die passenden Lichtverhältnisse bekommen; das heißt die Blüten kommen nur dann zum Vorschein, wenn ihre Bildung durch die nicht besonders langen Tage im Frühjahr induziert werden. Die meisten aktuellen Sorten sind selbstbefruchtend; allerdings ist der Ertrag bei Fremdbefruchtung mit Unterstützung von Bienen und anderen Insekten deutlich höher. Hat man eine Sorte mit rein oder vorwiegend männlichen und weiblichen Blüten (auch das gibt es) sollte man eine weitere, vorzugsweise zwittrige Sorte daneben pflanzen, die etwa zur gleichen Zeit blüht.

Was ist Erdbeeraroma?

Gibt es etwas Leckereres als das Aroma frischer Erdbeeren? Was heute im Fruchtjoghurt oft bestenfalls als künstliche Aromazutat mit Spuren echter Erdbeeren firmiert, besteht im beerigen Original aus über 200 teils flüchtigen Substanzen, vor allem Estern, Nerodiol und anderen. Besonders prägnant ist der Geruch von HDMF – zu deutsch 4-Hydroxy-2,5-Dimethyl-3-Furanon. Das Zuckerderivat bilden die Früchte mittels eines speziellen Enzyms aus Fruchtzucker. HDMF hat ein leicht karamellartiges Aroma, das wir auch von anderen Früchten gut kennen, insbesondere von Himbeeren, Mango, Tomate und vor allem Ananas. Letzteres hat der Garten-Erdbeere auch ihren Sortennamen eingebracht, Ananas-Erdbeere oder Fragaria x ananassa

Weniger lecker klingt die Herstellung von Erdbeeraroma, das in der Lebensmittelindustrie immer noch eine große Rolle spielt. Vor allem deswegen, weil es geradezu unschlagbar billig ist: Man stellt es aus Sägespänen her, die von speziellen Schimmelpilzen aufgeschlossen werden. Es ist so intensiv, dass es Erdbeerjoghurt ohne eine einzige Erdbeere gibt. Die höchste Qualitätsstufe enthält gerade mal sechs Prozent Früchte, ein üblicher Joghurtbecher also eine halbe Erdbeere. Für die Farbe sorgt Rote Bete-Saft, und die Bröckchen sind auch nicht immer alle echt; einige davon sind Fruchtimitate aus Algen.

Sind im Erdbeerjoghurt Holzspäne?

Wenigstens das ist ein dummes Gerücht. Trotzdem gibt es nichts Besseres als selbstgemachte Erdbeermarmelade und Erdbeerjoghurt aus Naturjoghurt mit frisch gepflückten Früchten aus dem eigenen Garten. So ist man wenigstens von Zusatzstoffen wie Süßstoff, Zuckeraustauschstoffen, Stabilisatoren, Aromastoffen und Farbstoffen sicher. Kinder denken bisweilen anders – wenn sie erst einmal den penetranten Geschmack und Geruch von künstlichem Erdbeeraroma zusammen mit knalliger roter Farbe und reichlich Zucker gewöhnt sind, beschweren sie sich über den scheinbar laschen Geschmack der eindeutig gesünderen Variante von Erdbeerjoghurt. Dabei ist er in jedem Fall eine gute Alternative – er enthält eine ernährungsphysiologisch wertvolle ausgewogene Kombination aus Fruchtzucker, Eiweißen und Fetten anstelle von Aromastoffen und künstlicher Süße.

Wann sind Erdbeeren reif?

Das hängt vor allem von der Sorte ab – es gibt sowohl frühreifende als auch spätreifende Erdbeeren. Die Hauptblütezeit liegt irgendwo zwischen Mai und Juni, und die Plantagen mit Erdbeeren zum Selberpflücken locken von Juni bis Juli. Danach kommen unter Umständen noch Beeren bist in den Oktober nach. Als reif gelten sie, wenn sie zu mindestens zwei Dritteln rot geworden sind – besser noch etwas mehr. Dann kann man sie vorsichtig mitsamt den Kelchblättern und einem kleinen Stückchen Stiel abkneifen.

Ökologischer Wert

Garten-Erdbeere nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Themen

Quelle: Foto von Laura MacNeil auf Unsplash
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere
Balkon und Terrasse