Aprikose,Marille

Prunus armeniaca

Gehölz
Wildform
winterhart
Bienenweide
essbar
Frühblüher

  • Beliebter Obstbaum oder -strauch aus der Familie der Rosengewächse
  • Rosafarbene, duftende Blüten erscheinen vor dem Laub
  • Winterhart
  • Im Herbst laubabwerfend
  • Pflegeleicht und robust
  • Schnittverträglich, auch für Anfänger geeignet
  • Benötigt Wärme, Sonne und vorwiegend trockenen Boden
  • Kugelige, gelb-orange Früchte mit samtiger Oberfläche
  • In der Küche frisch, als Trockenobst oder Marmelade zu verwenden
  • Kerne enthalten giftige Blausäureverbindungen
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 6 - 10 m
Breite: 6 - 8 m
Zuwachs: 30 - 50 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: von -28,8 bis -23,4 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
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n
d
Licht

Sonne bis Halbschatten

Frucht
Fruchtreife:
j
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m
j
j
a
s
o
n
d
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: fisch bis trocken
Nährstoffe: nächstoffreich
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Prunus
ist essbar Frucht

Was ist Aprikose?

Aprikose (Prunus armeniaca), in Österreich Marille genannt, ist ein breiter, weit ausladender Baum oder Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der aus China und Indien stammt. Er wird sechs, selten über acht Metern hoch und breit, mit dichter Krone und hat eine glänzende und glatte braunrote bis dunkelbraune Rinde. Junge Triebe erscheinen zunächst grün oder rot, bevor sie die Altersfärbung annehmen. Die gestielten Blätter sind schmal-elliptisch bis breit herzförmig, bis zu 15 Zentimeter lang, glänzend und mittel- bis dunkelgrün mit einfach oder doppelt fein gesägtem Rand.

Die meist einzeln stehenden, zwei bis vier Zentimeter breiten Blüten erscheinen vor dem Laubaustrieb und duften angenehm. Sie sind fünfzählig, rosa oder rot, zwittrig mit weißen Staubfäden und gelben Pollenbeuteln. Sie reifen zu kugeligen, vier bis acht Zentimeter großen Steinfrüchten heran, die gelb und auf der Sonnenseite rot überlaufen erscheinen. Typisch ist die Fruchtnaht auf einer Seite und die samtige Behaarung der dünnen Haut. Das Fruchtfleisch ist ebenfalls gelb bis orange, aromatisch und wohlschmeckend. Der darin enthaltene, meist leicht entfernbare Stein ist platt, scharfkantig und braun und enthält in seinem Inneren einen mandelähnlichen Samen.

Aprikose im Garten

Standort

Der Aprikosenbaum mag es wie in seiner Heimat warm und trocken. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein. Frost verträgt er relativ gut. Wässern muss man ihn nur bei lange anhaltenden Trockenperioden.

Schnitt

Im Schnitt ist die Aprikose recht pflegeleicht und auch für Anfänger geeignet. Tote und abgestorbene Äste kann man jederzeit entfernen, ansonsten empfiehlt sich ab und zu ein Auslichtungsschnitt, damit die Äste nicht zu dicht werden und sich gegenseitig im Wachstum behindern. Das Schneiden erfolgt am besten unmittelbar nach der Ernte bis spätestens Mitte September.

Vermehrung

Einen Aprikosenkern zu einem Baum heranwachsen zu lassen ist ein langwieriges Projekt. Daher greift man lieber auf kleine Bäumchen oder Sträucher aus dem Gartenfachhandel zurück. Stecklinge bewurzeln oft nur schlecht, und viele Aprikosenbäume sind veredelt, heißt man hat ein Edelreis auf eine robuste und gut wüchsige Unterlage gepfropft.

Verwendung

Aprikosen sind ein hübsches Ziergehölz und brauchen im Garten nicht allzu viel Platz. Kleinere Zuchtsorten lassen sich auch in Kübeln und Container auf Terrassen und Balkonen unterbringen.

Schädlinge

Aprikosenbäume leiden relativ häufig an Gummifluss, Mehltau, der Kräuselkrankheit durch den Pilz Taphrina deformans, der zu krausen und von roten Bläschen übersäten Blättern führt, oder die Verticillium-Welke, bei der Pilze die Leitungsbahnen verstopfen und den Baum langsam verhungern lassen.

Ökologie

Die Aprikosenblüten sind selbstbefruchtend, werden aber häufig von Honigbienen und drei Arten von Wildbienen bestäubt: Dicke Sandbiene (Andrena gravida), Sechsstreifige Schmalbiene (Lasioglossum sexstrigatum) und Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Die Fremdbestäubung verbessert den Ertrag erheblich.

Das Blattwerk nutzen die Larven von Rheintal-Zwergwidderchen (Aglaope infausta) und Blaukopf oder Brillenvogel (Diloba caerulocephala) als Raupenfutter.

Wissenswertes

Aprikose leitet sich vom lateinischen praecox, frühzeitig ab. Er ist darauf zurückzuführen, dass der Baum wesentlich früher als seine anderen Steinobst-Verwandten blüht. Der botanische Artname armeniaca deutet darauf hin, dass man seine Herkunft in Armenien vermutete – heute geht man von China und Indien aus.

Die größten Anbaugebiete der beliebten Steinfrucht sind die Türkei, Usbekistan und Italien. Neben dem frischen Obst lassen sich auch die entsteinten und getrockneten Früchte in der Küche vielfältig verwenden. Marillenknödel gelten als österreichische Nationalspeise. Aprikosenmarmelade dient in der Konditorei zum Aprikotieren vor einer Glasur und schmeckt auch auf dem morgendlichen Frühstückbrötchen.

Die Samen in den Aprikosenkernen sind genau wie bei der Mandel teils bitter. Sie enthalten bis zu acht Prozent des nach Marzipan riechenden Glykosides Amygdalin, das unter enzymatischer Einwirkung hochgiftige Blausäure freisetzt. In großen Mengen genossen führt es zu Krämpfen, Erbrechen und Atemnot, im Extremfall zu Tod durch Atemlähmung. Für die Wirkung von Aprikosenkernen gegen Krebs gibt es keine wissenschaftlich haltbaren Belege, und man sollte grundsätzlich nie mehr als ein oder zwei bittere Kerne zu sich nehmen.

Nicht bittere Aprikosenkerne werden ebenso wie Pfirsichkerne zum Marzipan-Ersatz Persipan oder dem beliebten Likör Amaretto verarbeitet. Aus ihnen lässt sich auch das gut haltbare Aprikosenöl gewinnen, das man in vielen Kosmetikprodukten zur Hautpflege verwendet.

Häufige Fragen

Sind Aprikosen Selbstbefruchter?

Aprikosen sind Selbstbefruchter, nehmen aber gerne die Hilfe von Honigbienen und Wildbienen in Anspruch. Zu Letzteren gehören Sandbienen, Mauerbienen und Schmalbienen. Eine solche Fremdbestäubung führt zu einem deutlich höheren Ertrag.

Wie alt kann ein Aprikosenbaum werden?

Im heimischen Garten trägt die Aprikose bei guter Pflege viele Jahre lang Früchte. Im Erwerbsgartenbau rangiert man die Pflanzen häufig bereits nach 10 bis 15 Jahren aus, da dann der Ertrag langsam sinkt.

Was ist der Unterschied zwischen Aprikosen und Marillen?

Beides sind die gleichen Bäume beziehungsweise Früchte. Der Name Aprikose ist in Deutschland üblich, wohingegen man das Steinobst in Österreich Marille nennt.

Wie groß wird ein Aprikosenbaum?

Aprikosenbäume sind im Vergleich zu anderen Obstbäumen eher zierlich – meist erreichen sie eine Höhe von sechs, selten über acht Metern. Dafür benötigen sie einen sonnigen, warmen und überwiegend trockenen Standort.

Sind Aprikosen winterhart?

Minusgrade verträgt der Aprikosenbaum gut. Problematisch sind allerdings die Blüten, die wesentlich früher erscheinen als die von anderen Obstbäumen. Bei Spätfrösten kann es daher zu massiven Ernteausfällen kommen.

Ökologischer Wert

Aprikose ist in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterling

Insekten

Anzahl Wildbienenarten: 3

Anzahl Schmetterlingsarten: 2

Nektarwert: 2

Pollenwert: 2

Obstgehölze und Beerensträucher

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