Gewöhnliche Kiefer,Waldkiefer, Rotföhre, Weißkiefer, Forche

Pinus sylvestris

Gehölz
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
Gewöhnliche Kiefer (Pinus sylvestris) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Agnieszka Kwiecien, Nova, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Kiefernart
  • Bis zu 35 Meter hoch, mit geradem Stamm und unregelmäßiger Krone
  • Plattenförmige, tief rissige Borke
  • Männliche und weibliche Blüten auf dem gleichen Baum
  • Männliche Blüten gelb und walzenförmig
  • Weibliche Blüten zapfenartig und rötlich
  • Bestäubung und Verbreitung der Samen durch den Wind
  • Pflegeleicht, winterhart und robust
  • Geringe Bodenansprüche, kommt auch mit Trockenheit zurecht
  • Wenig konkurrenzstark
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 10 - 30 m
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
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n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
PH-Wert: sauer
Sonstiges
Ordnung: Koniferen
Familie: Kieferngewächse
Gattung: Kiefern
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Gewöhnliche Kiefer?

Gewöhnliche Kiefer, Weißkiefer, Waldföhre oder Waldkiefer (Pinus sylvestris) ist ein 20-35, selten über 40 Meter hoher Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Der bei uns einheimische und weit verbreitete Baum wächst in ganz Europa und im nördlichen Asien bis nach Sibirien hinein. Die Bäume sind immergrün und erreichen im Alter einen Stammdurchmesser bis zu einem Meter, selten mehr; sie können bis zu 600 Jahre alt werden, erreichen meist aber nur ein Alter von 200-300 Jahren.

Der Stamm ist langschäftig und gerade. Ihre Krone ist je nach Standort sehr variabel; in der Jugend bleibt sie meist kegelförmig, später wird sie oft unregelmäßig breit und fast schirmförmig. Jung ist die Rinde glatt und graugelb, mit zunehmendem Alter wird sie zu einer rotbraunen und tief rissigen Schuppen- oder Plattenborke. Stamm und Äste im Kronenbereich weisen eine rötliche, fuchsbraune oder gelbliche Spiegelrinde auf, die papierartig dünn abblättert. Jung stehen die reich verzweigten Äste in beinahe wirteligen Etagen und sind bogig aufsteigend, später werden sie unregelmäßig aufsteigend oder hängend. Frische Triebe sind kahl und gelblich-grün und dicht mit Schuppenblättern besetzt.

Die Winterknospen sind eiförmig oder walzenförmig und mehr oder weniger harzig; die Knospenschuppen braun mit einem helleren häutigen Rand und Fransen, die die Knospen oft spinnwebig bedecken. Die steifen blaugrünen Nadelblätter stehen paarweise in einer kurzen Blattscheide an den Kurztrieben; sie werden 4-7 Zentimeter lang und sind in sich leicht gedreht, mit einem halbrunden Querschnitt, fein gesägtem Rand und einer schuppigen Blattscheide.

Männliche und weibliche Blüten bilden sich an der gleichen Pflanze; erstere erscheinen zahlreich an der Basis der vorjährigen Langtriebe anstelle beblätterter Kurztriebe. Sie sind 6-7 Millimeter lang, grüngelb und eiförmig, beim Aufgehen walzenförmig und durch den reichlich gebildeten Pollen gelb gefärbt. Dagegen entstehen die weiblichen Blüten einzeln oder zu zweit beinahe endständig an den Kurztrieben; sie sind 5-6 Millimeter lang, rötlich-gelblich und sehen bereits aus wie kleine Zapfen. Die Zapfen sind kurz gestielt und rückwärts gebogen, 3-8 Zentimeter lang, mit flachen Schuppenschilden, kleinem Nabel und kurzem Höcker. Sobald sie sich nach 2-4 Jahren Reifezeit öffnen, geben sie je zwei 3-5 Millimeter lange geflügelte Samen frei.

Gewöhnliche Kiefer im Garten

Standort

An ihren natürlichen Standorten bevorzugt die Gewöhnliche Kiefer einen mäßig trockenen bis frischen, basenreichen und kalkhaltigen sauer-humosen Lehm-, Sand-, Kies- oder Torfboden. Sie gilt als wenig konkurrenzstark und wird schnell von wüchsigeren Bäumen verdrängt.

Schnitt

Ein Schneiden ist bei der Gewöhnlichen Kiefer in der Regel nicht erforderlich.

Vermehrung

Die Vermehrung der Wald-Kiefer erfolgt mit Samen. Die Lichtkeimer bleiben 4-5 Jahre keimfähig und bilden als einzelstehende Bäume nach 15, in dichteren Beständen häufig erst nach 30-40 Jahren die ersten Blüten. Deutlich schneller fährt man mit jungen Bäumchen aus der Baumschule oder dem Gartenfachhandel.

Verwendung

Im heimischen Garten pflanzt man die Gewöhnliche Kiefer meist einzeln als Solitär oder in kleinen Gruppen.

Schädlinge

Zu den wichtigsten Schädlingen im Ertragsanbau zählt die vom Pilz Lophodermum pinastri hervorgerufene Nadelschütte. Ebenso führen Käfer wie Waldgärtner (Tomicus spec.) und der Blaue Kiefernprachtkäfer (Phaenops cyanea) zu erheblichen Schäden.

Ökologie

Bestäubt werden die Blüten der Gewöhnlichen Kiefer durch den Wind. Bis es zur Befruchtung der Samenanlagen kommt kann es nochmal ein Jahr dauern. Erst dann beginnen die Zapfen zu wachsen und im Herbst auszureifen. Im folgenden Frühjahr öffnen sich die Schuppen und entlassen die geflügelten Samen, für deren Verbreitung ebenfalls der Wind sorgt.

Die Raupen des Kiefern-Spanners (Buphalus piniarius) und Kiefern-Spinners (Dendrolimus pini) nutzen die Blätter als Raupenfutter und können in dichten Kiefernbeständen erhebliche Fraßschäden anrichten.

Wissenswertes

Mit ihren geringen Ansprüchen an Boden und Feuchtigkeit gedeiht die Gewöhnliche Kiefer auch an Standorten, die anderen Baumarten wenig zusagen. Bei höherem Angebot an Wasser und Nährstoffen wird sie schnell von der Konkurrenz verdrängt.

Die Waldkiefer ist Namensgeber der Familie der Kieferngewächse. Der Name Föhre kommt vom althochdeutschen foraha, Kiefer leitet sich von kinfohren ab, einer Föhre mit kien, also harzreichem Holz. Dagegen ist Pinus der lateinische Name verschiedener Kiefernarten, den bereits die alten Römer verwendeten. Der Artname sylvestris bedeutet aus dem Wald stammend.

Das harzreiche Kiefernholz hat einen mäßigen Schwund, trocknet langsam und ist relativ weich aber beständig, sodass es vor allem als Bauholz und im Möbelbau zum Einsatz kommt.

Fotos

Gesamte Pflanze Gewöhnliche Kiefer
Quelle: Agnieszka Kwiecien, Nova, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Gewöhnliche Kiefer
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Gewöhnliche Kiefer
Quelle: USDA-NRCS PLANTS Database / Herman, D.E. et al. 1996. North Dakota tree handbook. USDA NRCS ND State Soil Conservation Committee; NDSU Extension and Western Area Power Admin., Bismarck, ND., Public domain, via Wikimedia Commons

Sorten Gewöhnliche Kiefer

Sorte Höhe
Gewöhnliche Kiefer (Wildform) 10 - 30 m
Säulenkiefer 'Fastigiata'
Strauch-Wald-Kiefer

Häufige Fragen

Wie alt wird Kiefer?

In der Forstwirtschaft wird eine Kiefer höchstens 200-300 Jahre alt, in Ausnahmefällen auch bis zu 600 Jahre. Bei besonders alten Exemplaren kann der Stammdurchmesser eineinhalb Meter erreichen.

Wie groß wird Kiefer?

Die Waldkiefer wird in der Regel 25-30, selten sogar über 40 Meter hoch. Sie kann dabei bis zu 600 Jahre alt werden – üblicherweise sind es aber nur 200-300 Jahre.

Wie sieht die Kiefer aus?

Kiefern haben einen langen und geraden Stamm, an dessen Ende die anfangs kegelförmige Krone sitzt. Sie wird im Alter unregelmäßig und häufig schirmförmig. Die Äste sind reichlich verzweigt; anfangs stehen sie in lockeren Etagen beinahe wirtelig und steigen auf, später werden sie deutlich unregelmäßiger und hängen oft herab. Die rotbraune Rinde ist unten am Stamm mit der Zeit tief längsrissig und bildet große borkige Schuppen und Platten. Dagegen ist die Rinde in der Krone dünn, bräunlich-rötlich bis gelb und blättert papierartig ab.

Ökologischer Wert

Gewöhnliche Kiefer in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
19
Dient als Futterplanze für Raupen:
19

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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