Was ist Flatter-Binse?
Die Flatter-Binse oder Flatter-Simse (Juncus effusus) ist ein Gras aus der Familie der Binsengewächse (Juncaceae) und weltweit verbreitet. Man findet sie häufig und bestandsbildend auf nassen Wiesen und Weiden, Quellmooren und Moorwiesen sowie an feuchten Wegrändern und Waldschlägen.
Es handelt sich dabei um eine ausdauernde, lebhaft grüne, große Horste ausbildende typische Binse mit kurzer kriechender Grundachse und 30-80 Zentimeter hohen steif aufrechten gelblichgrünen Stängeln. Außen sind sie glatt und riefenlos, bestenfalls farbig gestreift, innen durchgehend mit weißen Mark gefüllt. Die grundständigen Blattscheiden sind rotbraun, die obersten davon habe eine nur kurze Spreite. Das unterste Tragblatt des Blütenstandes setzt scheinbar den Stängel fort, drängt das Blütenbüschel auf die Seite und läuft in einer Spitze aus.
Der Blütenstand ist eine lockere Spirre mit verlängerten Ästen. Die Blütenhüllblätter sind grünlich, mit einem breiten häutigen Rand und spitz zulaufend. Zwischen drei Staubblättern steht ein kurzer Griffel, und die Frucht ist eine verkehrt-eiförmige bis kugelige Kapsel mit winzigen hellbraunen Samen.
Flatter-Binse im Garten

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Standort
Die Flatter-Binse will es vor allem schön feucht haben. Der Boden sollte nährstoffreich, möglichst kalkarm, aber mäßig sauer und mit hohem Lehm- oder Torfanteil sein. Sie braucht viel Licht und steht am liebsten in der vollen Sonne oder wenigstens im Halbschatten, im Schatten verkümmert sie.
Schnitt
Ein Schneiden ist bei der Flatter-Binse nur notwendig, wenn man sie in ihrem Wachstum beschränken oder verwelkte Teile entfernen möchte.
Vermehrung
Die Vermehrung der Flatter-Binse erfolgt vor allem vegetativ mithilfe ihrer kriechenden Rhizome, von denen man ein Stück ausgraben und an anderer Stelle einpflanzen kann. Ebenfalls möglich ist eine Aussaat; die Samen sind Lichtkeimer, die man daher nur locker auf das Substrat andrücken darf.
Verwendung
Paradebeispiel für die Verwendung der Flatter-Binse ist die Uferbepflanzung von Gartenteichen, wo sie schnell große Bestände und mit den zahlreichen zur Verfügung stehenden Zuchtsorten ein buntes Bild abgibt.
Schädlinge
Schädlinge spielen bei der äußerst robusten Flatter-Binse ebenso wenig eine Rolle wie Krankheiten.
Ökologie
Die Bestäubung der Flatter-Binse übernimmt der Wind. Für die Verbreitung der Samen sorgt ebenfalls der Wind, der sie aus den Kapseln herausschüttelt, sowie Tiere, in deren Fell oder Federn sie insbesondere bei Feuchtigkeit festkleben.
Als Nektarpflanze und Raupenfutter wird sie von 10 Schmetterlingen verwendet, etwa von der Bocksbart-Eule (Amphipyra tragopoginis) oder der Gammaeule (Autographa gamma).
Wissenswertes
Auf Viehweiden verbreitet sich die Flatter-Binse rasch und gilt oftmals als Unkraut. Den Kühen sind die Halme zu sauer, sodass sie sie stehenlassen. Daher sieht man häufig große Büschel der Binse inmitten abgegraster Flächen. Sie ist so konkurrenzstark, dass die durch den Verbiss kurz gehaltenen Nachbargräser schnell überwuchert.
Neben der Wildform gibt es im Gartenfachhandel eine Vielzahl von Zuchtsorten, unter anderem mit korkenzieherartig verdrehten und farbig gestreiften Stängeln.