Was ist Sand-Strohblume?
Sand-Strohblume (Helichrysum arenaria) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Als Zierpflanze äußerst beliebt findet man sie wild nur selten, aber gesellig auf Sandrasen, Dünen, an Böschungen, trockenen Wegrändern und in lichten Kiefernwäldern mit warmen sandigen Böden.
Es handelt sich dabei um eine ausdauernde krautige, dicht silbrig wollig behaarte Pflanze, deren Wurzeln bis zu 70 Zentimeter hinabreichen und deren aufsteigenden oder aufrechten Stängel 20-40 Zentimeter hoch werden. Ihre glattrandigen Blätter stehen wechselständig, sie werden im unteren Teil der Pflanze bis zu 25 Millimeter lang und 10 Millimeter breit und sind länglich-eiförmig mit stumpfer Spitze. Weiter oben am Stängel werden sie deutlich kleiner, bekommen eine schmal-lanzettliche Form und sind zugespitzt.
Die typischen Blütenkörbchen sind kugelig, 6-7 Millimeter breit und stehen zu 10-30, selten bis zu 100 Exemplaren in dichten endständigen Schirmtrauben. Ihre bis zu 30 häutigen Hüllblätter sind zitronengelb bis orangefarben, bei den eigentlichen Blüten in der Mitte handelt es sich allesamt um fünfzählige Röhrenblüten. Als Früchte bilden sie millimetergroße hell- bis dunkelbraune und längliche Achänen mit einem einfachen Pappus aus weichen gelblichen Haaren.
Sand-Strohblume im Garten

Quelle: Hvarts/shutterstock.com
Standort
Die Sand-Strohblume verrät es bereits in ihrem Namen, dass sie es gerne sandig hat. Der Sandboden sollte warm und trocken, mager und basenreich, gerne mit viel Kalk, humos und feinerdearm sein. Sie braucht viel Licht und steht am liebsten im Halbschatten, gerne auch in der Sonne.
Schnitt
Ein Schnitt ist bestenfalls zur Ernte erforderlich. Die abgeschnittenen Pflanzen sollte man zusammenbinden und kopfüber aufgehängt trocknen lassen. Regelmäßiges Stutzen nach der Blüte fördert das buschige Wachstum und den Blütenansatz.
Vermehrung
Die Sand-Strohblume lässt sich vegetativ durch Teilung der Horste oder mithilfe von Samen vermehren.
Verwendung
Mit ihrer Vorliebe für sandige, trockene und warme Standorte ist die Sand-Strohblume ideal für Steingärten und sandige Blumenbeete.
Schädlinge
Die Sand-Strohblume wird als Sämling öfters das Opfer von Schnecken, später ist sie recht robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Bisweilen finden sich Thripse und Miniermotten an den Blättern.
Ökologie
Bei den kleinen Blüten der Sand-Strohblume sind Nektar und Pollen leicht zugänglich, und dementsprechend finden sich hier zahlreiche Insekten zur Bestäubung ein. Unter den Wildbienen sammeln vor allem die Seidenbienen Colletes daviesanus und Colletes fodiens Pollen für den Bau ihrer Brutnester. Auch für sieben Schmetterlinge ist sie von Nutzen; Karden-Sonneneule (Heliothis viriplaca) und Seideneulchen (Rivula sericealis) nutzen sie als Nektarpflanze, Sandstrohblumeneulchen (Eublemma minuata), Geröllsteppen-Zwergeulchen (Eublemma parca) und Distelfalter (Vanessa cardui) als Raupenfutter.
Die Verbreitung der Achänen erfolgt mit dem Wind oder durch Tiere, an deren Fell sie mit ihrem kleinen Pappus hängenbleiben.
Wissenswertes
Sandige und trockene Böden verschwinden zusehends aus unserer Umgebung, und die Sand-Strohblume ist vielerorts bereits verschwunden; sie gilt als gefährdete Art. Sie gilt als Sandzeiger und Lichtpflanze. Die dichte Behaarung dient als Schutz vor UV-Strahlen und vermindert die Wasserabgabe bei geöffneten Spaltöffnungen.
Die Hüllblätter werden beim Trocknen glänzend und verlieren lange Zeit ihre Farbe nicht, was sie zu idealen Trockenblumen macht. Das liegt vor allem an dem besonderen Umstand, dass bei dieser Gattung die färbenden gelben Flavone nicht im Zellinneren lokalisiert sind, sondern in der Zellulose-haltigen Zellwand. Im Gegensatz zum Zellplasma vertrocknen diese nicht, sodass die Farben lange bewahrt bleibt.
Früher war die Sand-Strohblume eine beliebte Heilpflanze. Auch als Mottenmittel im Kleiderschrank und als Färbepflanze zum Gelbfärben von Stoffen hat sie viel von ihrer Bedeutung verloren.
Was sind mehrjährige Stauden?
Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.
Markus Wichert
Naturgärtner