Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Gewöhnliche Rosskastanie

Aesculus hippocastanum

Gehölz
eingebürgert
Wildform
Gute Bienenweide
essbar
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Nordgriechenland und Bulgarien stammender Baum
  • Gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse
  • Bis zu 30 Meter hohe Bäume mit bis zu einem Meter dicken Stamm
  • Wird bis zu 300 Jahre alt
  • Vermehrung mit Samen
  • Typische fingerförmig geteilte Blätter
  • Aufrechte kegelförmige Blütenstände mit weißen Blüten
  • Stachelige Früchte mit glänzend braunen Kastanien
  • Alte Heilpflanze
  • Kastanien begehrtes Kraftfutter für Pferde und Schweine
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: normal bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 25 - 30 m
Breite: 12 - 20 m
Zuwachs: 40 - 50 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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Blütenform: rispenförmig
Laub
Blattfarbe dunkelgrün
Blattphase sommergrün
Blattform handförmig gefiedert, gesägter Blattrand
Ökologie
Bienen: Bienenweide (4 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (2 Arten)
Raupenfutterpflanze: 2 Arten
Nektarwert: 3/4
Pollenwert: 3/4
Sonstiges
ist essbar Verwendung: Mus, Gewürz, aber gekocht
Klassifizierung
Ordnung: Doldenblüterartige
Familie: Doldenblütler
Gattung: Rosskastanie

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Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Gewöhnliche Rosskastanie?

Gewöhnliche Rosskastanie oder Gemeine Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist ein bis zu 30 Meter hoher Baum aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Man findet sie wild in Berg- und Schluchtwäldern. Sie wird bis zu 300 Jahre alt, bei einem Stammdurchmesser von bis zu einem Meter, und bildet eine asymmetrische breite Krone mit kurzem Stamm. Die Borke ist graubraun und schuppig, die Blätter stehen gegenständig und sind fingerförmig gefiedert mit 5-7 länglich-verkehrt-eiförmigen, in den Blattstiel verschmälerten Fiederblättern. Diese werden bis zu 20 Zentimeter lang und haben einen doppelt gezähnten Rand, sie sind oberseits dunkelgrün und kahl und auf der Unterseite heller und an den Nerven behaart. Im Herbst färben sie sich gelb.

Die Blütenstände sind endständige, aufrechte und kegelförmige, 20-30 Zentimeter lange Scheinrispen. In ihnen stehen die männlichen oder zwittrigen, 20 Millimeter großen weißen Blüten mit glockigem Kelch und eiförmigen, lange genagelten und am Rand gewellten Kronblättern. Die beiden oberen Blütenblätter weisen Saftmale auf. Die oberständigen Fruchtknoten wachsen zu einer 5-6 Zentimeter großen bestachelten grünen Frucht aus, in denen 1-3 runde bis abgeflachte, braun glänzende Samen mit großem weißem Nabel sitzen.

Gewöhnliche Rosskastanie im Garten

Standort

Die Gewöhnliche Rosskastanie benötigt einen nährstoffreichen und tiefgründigen Sand- und Lehmboden mit viel Sonne.

Schnitt

Üblicherweise wächst die Rosskastanie ohne viel gärtnerische Eingriffe. Lediglich abgestorbenes Holz sollte man entfernen.

Vermehrung

Die Vermehrung ist mithilfe der Kastanien möglich.

Verwendung

Die Gemeine Rosskastanie ist ein beliebter Park- und Alleebaum und gibt im heimischen Garten einen schönen Solitär, der mit bis zu 30 Metern Endhöhe viel Platz in Anspruch nimmt.

Schädlinge

Neben Rostflecken treten an den Blättern bisweilen Minierfliegen und Miniermotten auf. Dramatischer ist das Auftreten des Bakteriums Pseudomonas syringae ssp. aesculi, welches die Rinde absterben lässt und Pilzerkrankungen Tür und Tor öffnet. Oft sind vom Kastaniensterben betroffene Bäume nicht zu retten.

Ökologie

Die Blüten der Rosskastanie werden von Hummeln und Bienen bestäubt. Bei großen Beständen reicht der reichlich gebildete Nektar für die Gewinnung eines sortenreinen Rosskastanienhonigs, für den die Honigbienen auch Honigtau verwenden. Er ist flüssig, hell bis dunkel rötlich und hat einen charakteristischen leicht bitteren Geschmack.

Den Pollen sammeln die vier Wildbienen Andrena nitida, Anthophora plumipes, Lasioglossum calceatum und Osmia bicornis. Für die Blätter als Raupenfutter interessieren sich die Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris) und das Blausieb (Zeuzera pyrina).

Wissenswertes

2005 wurde die Rosskastanie zum Baum des Jahres gewählt, 2008 zur Arzneipflanze des Jahres. So lange wächst sie noch nicht in Mitteleuropa – sie wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts ebenso wie Tulpe und Flieder von Gesandten des Hofes von Konstantinopel eingeführt. Heimisch ist sie ursprünglich in Nordgriechenland und Bulgarien.

Die Kastanien enthalten bis zu 30 Prozent Stärke und 3-5 Prozent Saponine. Letztere machen sie für den menschlichen Verzehr ungenießbar, aber für Pferde und Schweine sind die Rosskastanien eine Leckerei. Dank der Saponine kann man die Kastaniensamen auch zum Waschen verwenden.

Das helle Rosskastanienholz hat einen starken Schwund und ist wenig widerstandsfähig, lässt sich aber gut polieren. In der Naturheilkunde verwendet man Kastanien, Blüten, Rinde und Blätter gegen Geschwüre und Hämorrhoiden und zur Stärkung der Gefäße.

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Fotos (10)

Gesamte Pflanze Gewöhnliche Rosskastanie
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Gewöhnliche Rosskastanie
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Rinde Gewöhnliche Rosskastanie
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Rosskastanie
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Gewöhnliche Rosskastanie
Quelle: Salicyna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Rosskastanie
Herbst | Gewöhnliche Rosskastanie: Gesamte Pflanze
Blatt Gewöhnliche Rosskastanie
Quelle: Salicyna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Rosskastanie
Herbst | Gewöhnliche Rosskastanie: Gesamte Pflanze
Gesamte Pflanze Gewöhnliche Rosskastanie
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Gewöhnliche Rosskastanie
Gewöhnliche Rosskastanie: Blüte

Sortentabelle

Aesculus hippocastanum
Quelle:AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Aesculus hippocastanum 'Laciniata'
Quelle:Wiert nieuman/shutterstock.com
Rosskastanie 'Laciniata'
Aesculus hippocastanum 'Monstrosa'
Quelle:NasserHalaweh, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Rosskastanie 'Monstrosa'
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
Gewöhnliche Rosskastanieauffällige große Blütenkerzen, glänzend braune Früchte, Bienennährpflanze

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1,8 - 2,5 m
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Rosskastanie 'Monstrosa'zwergiger, knorriger Wuchs, bizarre Wuchsform, verdrehte Triebe

1,5 - 2 m
1,5 - 2 m


Kübel geeignet

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Häufige Fragen

Wie hoch wird eine Gewöhnliche Rosskastanie?

Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein sommergrüner, breitkroniger Baum, der bis zu 30 Metern hoch wird. Bei alten Bäumen ist der kurze Stamm bis zu einem Meter dick; sie wird bis zu 300 Jahren alt.

Zu welcher Familie gehört die Gewöhnliche Rosskastanie?

Die Gewöhnliche Rosskastanie hat der Familie der Rosskastaniengewächse oder Hippocastanaceae zu ihrem Namen verholfen. Botaniker zählen sie inzwischen zu den Seifenbaumgewächsen (Sapindaceae), in denen die Rosskastaniengewächse nur noch die Unterfamilie Hippocastanoideae bilden.

Wann blüht die Gewöhnliche Rosskastanie?

Die Gewöhnliche Rosskastanie blüht im April und Juni.

Wie alt kann eine Rosskastanie werden?

Die Rosskastanie wird nicht nur ziemlich groß, sondern auch relativ alt: Bei einer Höhe von 30 Metern kann sie schon mal um die 200-300 Jahre alt sein und einen Stammdurchmesser von rund einem Meter haben. Schnell wachsen wird sie nur in ihrer Jugend, mit zunehmendem Alter ist der jährliche Zuwachs der Rosskastanie zusehends übersichtlicher. Übrigens bemerkenswert: Auch die schon etwas älteren Bäume lassen sich immer noch problemlos verpflanzen – sofern man ausreichend schweres Gerät zur Verfügung hat.

Woher hat die Rosskastanie ihren Namen?

Die Rosskastanie hat ihren Namen bekommen, weil man die stärkereichen Samen, die Kastanien früher als Kraftfutter an die Pferde verfüttert hat. Darauf deutet auch der lateinische Name hippocastanum, das die griechischen Worte für Pferd und Kastanie enthält. Mit dem Gattungsnamen aesculus bezeichneten die Römer Eichen mit essbaren Früchten.

Wert für Insekten und Vögel

Gewöhnliche Rosskastanie ist in Mitteleuropa eingebürgert, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
4
Anzahl Schmetterlingsarten:
2
Nektarwert:
3
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
2

Schmetterlingsarten

Foto Ahorn-Rindeneule
Quelle: Eileen Kumpf/shutterstock.com
Acronicta aceris
Ahorn-Rindeneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Zeuzera pyrina
Blausieb
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag

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