Sauerkirsche,Weichsel

Prunus cerasus

Gehölz
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
essbar
Sauerkirsche (Prunus cerasus) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
  • Obstbaum aus der Familie der Rosengewächse
  • Typische glatte, rotbraune Rinde
  • Saftige, säuerlich schmeckende Früchte mit Steinkern
  • Für sonnige Standorte mit nährstoffreichen Böden
  • Geringer Wasserbedarf
  • Frostsicher
  • Relativ anfällig für Schädlinge und Krankheiten
  • Früchte in der Küche vielfältig verwendbar
  • Zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Größen und Früchten
  • Gute Bienenweide
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 1 - 10 m
Breite: 4 - 6 m
Zuwachs: 40 - 50 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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n
d
Selbstbefruchter ja
Licht
Sonne
Frucht
Fruchtreife:
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Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Prunus
ist essbar Frucht,Blatt
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Sauerkirsche?

Sauerkirsche (Prunus cerasus) oder Weichsel ist ein bis zu zehn Metern hoher Baum oder Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der wegen seiner begehrten Steinfrüchte auf der gesamten nördlichen Hemisphäre angebaut wird und selten verwildert auftritt. Bäume haben eine runde Krone und überhängende Äste. Die glatte, rötlich-braune Rinde glänzt und ist in der Jugend mit Lentizellen übersät. Ihre gestielten Blätter sind elliptisch-eiförmig, 6-12 Zentimeter lang, mit fein doppelt gesägtem Rand und einer Spitze am Ende. Die Oberseite ist dunkler und glänzend im Gegensatz zur helleren und matten Unterseite.

Die für Rosengewächse typischen fünfzähligen, symmetrischen Blüten stehen in sitzenden Dolden und haben breit glockenförmige Kronblätter mit bräunlichen, schwach gesägten Kelchblättern. Die Steinfrüchte erreichen einen Durchmesser von 15-20 Zentimetern, sind anfangs grün, später kirschrot und glänzend. Im Inneren des ebenfalls roten und süßen Fruchtfleisches sitzt ein kugeliger bis eiförmiger glatter brauner Kern.

Sauerkirsche im Garten

Standort

Die Sauerkirsche liebt lockere nährstoffreiche, tiefgründige und sandige Lehmböden. Für einen reichlichen Fruchtansatz und aromatische Früchte ist ein Stand in voller Sonne notwendig. Je nach Größe der verwendeten Sorte sollte man genügend Platz im Garten einkalkulieren – informieren Sie sich am besten vorher bei Ihrem Gärtner, wie groß die gekauften Exemplare später werden.

Schnitt

Sauerkirschen tragen nur an einjährigem Holz, sodass man die bereits abgeblühten Triebe bis auf die Leittriebe zurückschneiden kann. Der Schnitt erfolgt am besten unmittelbar nach der Ernte, damit der Baum oder Strauch noch genügend Zeit hat, um bis zum Herbst neue Triebe und Knospen auszubilden. Je nach Wuchsform sollte man einen entsprechenden Erziehungsschnitt vornehmen. Wegen der Empfindlichkeit gegenüber Pilzen sollte man sicherheitshalber ein desinfizierendes Wundverschlussmittel auf die Schnittstellen auftragen.

Vermehrung

Die meisten Zuchtsorten sind veredelt, wobei das gewünschte Edelreis auf eine wüchsige Unterlage gepfropft wurde. Stecklinge haben daher nie die gleichen Eigenschaften wie die okulierten Stämme aus dem Gartenfachhandel.

Verwendung

Die Sauerkirsche macht sich gut im Obstgarten oder Bauerngarten und ist eine ausgezeichnete Bienenweide.

Schädlinge

Sauerkirschen gelten als recht anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Dazu gehören neben Blattläusen die Monilia-Spitzendürre, die Kirschblattwespe (Caliora cerasi) und der Kleine Frostspanner (Operophthera brumata).

Ökologie

Die meisten Sauerkirschen sind Selbstbefruchter, aber ein weiterer Baum im Garten und fleißige Bestäuber in Form von Honig- und Wildbienen erhöhen den Ertrag deutlich. Von den Wildbienen findet sich die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) auf den Blüten der Sauerkirsche ein.

Die Blätter nutzen sechs Schmetterlinge als Raupenfutter, darunter der Blaukopf (Diloba caeruleocephala) und das Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata).

Wissenswertes

Die Ernte der Sauerkirschen erfolgt meist im Juni oder Juli. Da die Früchte nur begrenzt haltbar sind, sollte man sie möglichst frisch verzehren, zu Obstkuchen verarbeiten oder in irgendeiner Weise konservieren. Ähnlich wie bei den Konserven aus dem Supermarkt in Gläser eingekocht sind sie ideale Begleiter zu Waffeln, Pfannkuchen und Obstquark. Mit Zucker lassen sie sich zu Marmelade, Gelee oder Kompott verarbeiten. Darüber hinaus lassen sie sich gut einfrieren.

Fotos

Gesamte Pflanze Sauerkirsche
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Sauerkirsche
Quelle: I, Jörg Hempel, CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia Commons
Frucht Sauerkirsche
Quelle: Alina Zienowicz Ala z, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Sauerkirsche
Quelle: Alina Zienowicz Ala z, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Sauerkirsche

Sorte Höhe Breite Fruchtreife
Sauerkirsche (Wildform) 1 - 10 m 4 - 6 m Jul - Aug
Sauerkirsche 'Rhexii' 2.5 - 4 m 1 - 2 m

Häufige Fragen

Wie groß wird eine Sauerkirsche?

Das kommt vor allem auf die Sorte an. Zudem unterscheidet man zwischen Baum-Sauerkirschen und Strauch-Sauerkirschen. Die ursprüngliche Art wird als Baum bis zu zehn Metern hoch, die meisten anderen sind deutlich kleiner.

Was ist der Unterschied zwischen Sauerkirschen und Schattenmorellen?

Eigentlich sind Schattenmorellen auch Sauerkirschen, aber botanisch korrekt unterscheidet man die baumförmig wachsenden Sauerkirschen von den strauchartigen Schattenmorellen. Die Baum-Sauerkirsche hat hellere Früchte und der Saft färbt nicht, wohingegen die Schattenmorelle dunkelrote Früchte mit stark färbendem Saft ausbildet.

Warum heißen Sauerkirschen auch Schattenmorelle?

Der ungewöhnliche Name hat übrigens nichts mit Schatten zu tun, sondern leitet sich von der französischen Bezeichnung Chatel Morel ab. Mit dem Schloss Château de Moreille im Westen Frankreichs haben sie nichts zu tun.

Wofür sind Sauerkirschen gut?

Außer in der Küche entdeckt man zusehends die medizinische Wirkung der Sauerkirsche. Sauerkirschsaft ist reich an Antioxidanzien, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen und hilft bei Entzündungen. Klinische Studien belegen eine Wirkung bei Arthritis und Arthrose, Rheuma und Gicht. Das natürlich enthaltene Melatonin wirkt ebenso wie das vom Körper selbst gebildete als Schlafhormon und hilft bei Schlafstörungen.

Welche Sauerkirschen gibt es?

Botaniker unterscheiden nach dem Wuchs zwei Unterarten:

  • Strauch-Sauerkirsche, Strauch-Weichsel oder Schattenmorelle (Prunus cerasus ssp. acida), die eher strauchartig wächst, Ausläufer bildet, dunkelgrüne längliche Blätter und dunkelrot gefärbte saure Früchte mit färbendem Saft und eiförmigen Steinkernen aufweist.
  • Baum-Sauerkirsche oder Baum-Weichsel (Prunus cerasus ssp. cerasus) mit baumartigem Wuchs und aufrechten Zweigen, ovalen mittelgrünen Blättern, hellroten oder roten Früchten mit nicht färbendem Saft und runden Steinkernen. Diese werden weiter unterteilt in die Varietäten
    • Glas-Kirsche oder Amarelle (Prunus cerasus var. cerasus) mit hellroten sauren Früchten und fest am Stiel verankertem Steinkern.
    • Süßweichsel oder Morelle (Prunus cerasus var austera) roten süßsauren Früchten und sich leicht vom Stiel ablösenden Steinkernen.

Ökologischer Wert

Sauerkirsche ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
5
Nektarwert:
4
Pollenwert:
4
Dient als Futterplanze für Raupen:
6

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