Aprikose (Prunus armeniaca)
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Aprikose,Marille

Prunus armeniaca

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Das Wichtigste auf einen Blick

Gehölz
eingebürgerte Wildform
winterhart
Bienenweide
bedingt essbar
Frühblüher
  • Beliebter Obstbaum oder -strauch aus der Familie der Rosengewächse
  • Rosafarbene, duftende Blüten erscheinen vor dem Laub
  • Winterhart
  • Im Herbst laubabwerfend
  • Pflegeleicht und robust
  • Schnittverträglich, auch für Anfänger geeignet
  • Benötigt Wärme, Sonne und vorwiegend trockenen Boden
  • Kugelige, gelb-orange Früchte mit samtiger Oberfläche
  • In der Küche frisch, als Trockenobst oder Marmelade zu verwenden
  • Kerne enthalten giftige Blausäureverbindungen
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: ja
🌱 Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 6 - 10 m
Breite: 6 - 8 m
Zuwachs: 30 - 50 cm/Jahr
schnittverträglich: ja
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
🌼 Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
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n
d
Blütenform: zwittrig, fünfzählig
🍊 Frucht
Fruchtreife:
j
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m
a
m
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j
a
s
o
n
d
🍃 Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform gestielt, herzförmig, zugespitzt, gesägt
🐝 Ökologie
Bienen: Bienenweide (3 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (2 Arten)
Raupenfutterpflanze: 2 Arten
Nektarwert: 2 von 4
Pollenwert: 2 von 4
ℹ️ Sonstiges
ist essbar Frucht
Verwendung: Steinobst
ist giftig Samen giftig
Pflanzen je ㎡: 1
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Prunus


Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe
Stand:
2021-11-10 16:00:35

Was ist Aprikose?

Aprikose (Prunus armeniaca), in Österreich Marille genannt, ist ein breiter, weit ausladender Baum oder Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der aus China und Indien stammt. Er wird sechs, selten über acht Metern hoch und breit, mit dichter Krone und hat eine glänzende und glatte braunrote bis dunkelbraune Rinde. Junge Triebe erscheinen zunächst grün oder rot, bevor sie die Altersfärbung annehmen. Die gestielten Blätter sind schmal-elliptisch bis breit herzförmig, bis zu 15 Zentimeter lang, glänzend und mittel- bis dunkelgrün mit einfach oder doppelt fein gesägtem Rand.

Die meist einzeln stehenden, zwei bis vier Zentimeter breiten Blüten erscheinen vor dem Laubaustrieb und duften angenehm. Sie sind fünfzählig, rosa oder rot, zwittrig mit weißen Staubfäden und gelben Pollenbeuteln. Sie reifen zu kugeligen, vier bis acht Zentimeter großen Steinfrüchten heran, die gelb und auf der Sonnenseite rot überlaufen erscheinen. Typisch ist die Fruchtnaht auf einer Seite und die samtige Behaarung der dünnen Haut. Das Fruchtfleisch ist ebenfalls gelb bis orange, aromatisch und wohlschmeckend. Der darin enthaltene, meist leicht entfernbare Stein ist platt, scharfkantig und braun und enthält in seinem Inneren einen mandelähnlichen Samen.

Aprikose im Garten

Standort

Der Aprikosenbaum mag es wie in seiner Heimat warm und trocken. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein. Frost verträgt er relativ gut. Wässern muss man ihn nur bei lange anhaltenden Trockenperioden.

Schnitt

Im Schnitt ist die Aprikose recht pflegeleicht und auch für Anfänger geeignet. Tote und abgestorbene Äste kann man jederzeit entfernen, ansonsten empfiehlt sich ab und zu ein Auslichtungsschnitt, damit die Äste nicht zu dicht werden und sich gegenseitig im Wachstum behindern. Das Schneiden erfolgt am besten unmittelbar nach der Ernte bis spätestens Mitte September.

Vermehrung

Einen Aprikosenkern zu einem Baum heranwachsen zu lassen ist ein langwieriges Projekt. Daher greift man lieber auf kleine Bäumchen oder Sträucher aus dem Gartenfachhandel zurück. Stecklinge bewurzeln oft nur schlecht, und viele Aprikosenbäume sind veredelt, heißt man hat ein Edelreis auf eine robuste und gut wüchsige Unterlage gepfropft.

Verwendung

Aprikosen sind ein hübsches Ziergehölz und brauchen im Garten nicht allzu viel Platz. Kleinere Zuchtsorten lassen sich auch in Kübeln und Container auf Terrassen und Balkonen unterbringen.

Schädlinge

Aprikosenbäume leiden relativ häufig an Gummifluss, Mehltau, der Kräuselkrankheit durch den Pilz Taphrina deformans, der zu krausen und von roten Bläschen übersäten Blättern führt, oder die Verticillium-Welke, bei der Pilze die Leitungsbahnen verstopfen und den Baum langsam verhungern lassen.

Ökologie

Die Aprikosenblüten sind selbstbefruchtend, werden aber häufig von Honigbienen und drei Arten von Wildbienen bestäubt: Dicke Sandbiene (Andrena gravida), Sechsstreifige Schmalbiene (Lasioglossum sexstrigatum) und Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Die Fremdbestäubung verbessert den Ertrag erheblich.

Das Blattwerk nutzen die Larven von Rheintal-Zwergwidderchen (Aglaope infausta) und Blaukopf oder Brillenvogel (Diloba caerulocephala) als Raupenfutter.

Wissenswertes

Aprikose leitet sich vom lateinischen praecox, frühzeitig ab. Er ist darauf zurückzuführen, dass der Baum wesentlich früher als seine anderen Steinobst-Verwandten blüht. Der botanische Artname armeniaca deutet darauf hin, dass man seine Herkunft in Armenien vermutete – heute geht man von China und Indien aus. Die ersten Berichte stammen aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend. Von China aus gelangte sie über die Handelswege der Seidenstraße über Armenien, Kleinasien und Griechenland nach Rom. Die Römer brauchten sie nach Mitteleuropa, wo sie bis heute ein beliebter Obstbaum geblieben ist.

Vermutlich begann die Aprikose als zufällige Mutation, die man seinerzeit gezielt weiter vermehrte. Bis heute ist die Anzahl der Sorten überschaubar und die Übergänge ausgesprochen fließend, sodass eine tiefergehende Gliederung wenig sinnvoll erscheint.

Die größten Anbaugebiete der beliebten Steinfrucht sind die Türkei, Usbekistan und Italien. Neben dem frischen Obst lassen sich auch die entsteinten und getrockneten Früchte in der Küche vielfältig verwenden. Marillenknödel gelten als österreichische Nationalspeise. Aprikosenmarmelade dient in der Konditorei zum Aprikotieren vor einer Glasur und schmeckt auch auf dem morgendlichen Frühstückbrötchen.

Die Samen in den Aprikosenkernen sind genau wie bei der Mandel teils bitter. Sie enthalten bis zu acht Prozent des nach Marzipan riechenden Glykosides Amygdalin, das unter enzymatischer Einwirkung hochgiftige Blausäure freisetzt. In großen Mengen genossen führt es zu Krämpfen, Erbrechen und Atemnot, im Extremfall zu Tod durch Atemlähmung. Für die Wirkung von Aprikosenkernen gegen Krebs gibt es keine wissenschaftlich haltbaren Belege, und man sollte grundsätzlich nie mehr als ein oder zwei bittere Kerne zu sich nehmen.

Nicht bittere Aprikosenkerne werden ebenso wie Pfirsichkerne zum Marzipan-Ersatz Persipan oder dem beliebten Likör Amaretto verarbeitet. Aus ihnen lässt sich auch das gut haltbare Aprikosenöl gewinnen, das man in vielen Kosmetikprodukten zur Hautpflege verwendet.

Das Laub von Aprikose ist schnell kompostierbar

Das Herbstlaub von Prunus armeniaca wird innerhalb von etwa einem Jahr zu wertvollem Laubkompost, den du zum Düngen deines Nutzgartens verwenden kannst. Nutze das Laub auch als Mulch, um den Boden vor Erosionen und Frost zu schützen. Ob als Kompost oder als Mulch – so förderst Du die Humusbildung.

Fotos (4)

Gesamte Pflanze Aprikose
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Aprikose
Quelle: Lemon tart, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Aprikose
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Aprikose
Quelle: Daderot, CC0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Prunus armeniaca
Quelle:AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
PflanzeWuchsStandortFrucht & ErnteKaufen
Aprikose 'Säulenaprikose'schlanker, säulenartiger Wuchs

säulenförmig
1,5 - 2,5 m
40 - 60 cm


Kübel geeignet

süßsäuerlich, mittelgroß, gelb
Juni - August

ab 53,20 €
AprikoseWildform

6 - 10 m
6 - 8 m


Kübel geeignet


Juli - August

Aprikose 'Bergeron'saftige Früchte, selbstfruchtbar

aufrecht, mittelstark
4 - 5 m
3 - 5 m

süß, groß, orangegelb
August

ab 68,20 €
Orangenaprikose 'Bhart'gut frosthart

aufrecht, buschig
3 - 4 m
2 - 3 m

süß, mittelgroß, orange-rot
Juni - Juli

Aprikose 'Early Orange'hohe Erträge, kaum frostempfindlich

aufrecht, kompakt, stark
3 - 4,5 m
2 - 3,5 m

süß, klein bis mittelgroß, orangegelb
Juli

Aprikose 'Goldrich'selbstfruchtbar

aufrecht, kompakt, stark
3 - 5 m
2 - 3,5 m

süß, groß, gelb-orange
Juli

ab 62,90 €
Aprikose 'Harcot'hellrosa Blüten

aufrecht, kompakt
6 - 10 m
6 - 8 m

süß, mittelgroß, orange
Juli

Säulenaprikose 'Hargrand'Selbstbefruchtender Säulenobstbaum, widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Blütenfrost

stark, säulenförmig, kompakt
2 - 2,5 m
60 - 80 cm


Kübel geeignet

süß, aromatisch, mittelgroß, gelb
Juli - August

ab 64,10 €
Aprikose 'Harlayne'pflegeleicht und winterhart

aufrecht, breit
2 - 4 m
2 - 3 m

süß, mittelgroß, orange-gelb
August

ab 64,10 €
Aprikose 'Harogem'widerstandsfähig gegen Spätfröste

aufrecht, mittelstark, wenig verzweigt
3 - 4 m
3 - 4 m

süß, aromatisch, klein bis mittelgroß, gelborange
August

ab 72,30 €
Heidesheimer Frühaprikoserobuste Sorte, pflegeleicht

aufrecht, buschig
3 - 5 m
3 - 5 m

süß, aromatisch, mittelgroß, gelb bis karminrot

Zwergaprikose 'Kaluna'Obstgehölz in Zwergform

runde Krone
1,2 - 1,5 m
1 - 1,25 m


Kübel geeignet

süß, saftig, aromatisch, mittelgroß, gelb
Juli

Aprikose 'Kuresia'Tolerant gegen gefürchtete Viruserkrankung „Scharka“; kein Befruchter erforderlich

leicht breitkronig
3 - 4 m
2 - 3 m

süßsäuerlich, mittelgroß, orangegelb
Juli - August

ab 68,10 €
Aprikose 'Little Lena'selbstfruchtbar

aufrecht, kompakt
1,2 - 1,5 m
50 - 100 cm


Kübel geeignet

süßsäuerlich, klein bis mittelgroß, gelborange
August

ab 63,10 €
Aprikose 'Luizet'selbstfruchtbar, robust

aufrecht, mittelstark
2 - 4 m
2 - 4 m

süß, mittelgroß bis groß, rot, orange
Juli - August

Aprikose 'Mombacher Frühaprikose'selbstfruchtbar, robuste und alte Sorte

aufrecht, breitbuschig
3 - 4,5 m
3 - 5 m

süß, aromatisch, mittelgroß, gelb, rötlich gepunktet
Juli - August

ab 68,70 €
Aprikose 'Nancy'

aufrecht, mittelstark
4 - 5 m
4 - 5 m

süß , mittelgroß, gelb
August

Aprikose 'Orange Beauty'Zwergstämmchen

aufrecht, kleinwüchsig
1,5 - 2 m
80 - 100 cm


Kübel geeignet

süß, sehr würzig, mittelgroß, gelb-orange
Juli - August

Aprikose 'Orangenaprikose'große, saftige, feste Früchte

aufrecht
2,5 - 3,5 m
2 - 3,5 m


Kübel geeignet

süß, mittelgroß, gelb-rot
Juni - Juli

ab 64,30 €
Aprikose 'Orangered'ausgezeichnete Essqualität, sehr große Früchte

aufrecht, gut verzweigt
3 - 3,5 m
2 - 3,5 m

süß, aromatisch, mittelgroß bis groß, orange-rot
Juli

ab 39,90 €
Aprikose 'Temporao de Villa Franca'selbstfruchtbar

aufrecht, stark
3 - 4,5 m
2,5 - 3,5 m

süß, mittelgroß, orangegelb
Juli

ab 44,50 €
Aprikose 'Ungarische Beste'

aufrecht
3 - 5 m
2 - 3 m

süßsäuerlich, mittelgroß bis groß, goldgelb
Juli - August

ab 44,50 €

Häufige Fragen

Sind Aprikosen Selbstbefruchter?

Aprikosen sind Selbstbefruchter, nehmen aber gerne die Hilfe von Honigbienen und Wildbienen in Anspruch. Zu Letzteren gehören Sandbienen, Mauerbienen und Schmalbienen. Eine solche Fremdbestäubung führt zu einem deutlich höheren Ertrag.

Wie alt kann ein Aprikosenbaum werden?

Im heimischen Garten trägt die Aprikose bei guter Pflege viele Jahre lang Früchte. Im Erwerbsgartenbau rangiert man die Pflanzen häufig bereits nach 10 bis 15 Jahren aus, da dann der Ertrag langsam sinkt.

Was ist der Unterschied zwischen Aprikosen und Marillen?

Beides sind die gleichen Bäume beziehungsweise Früchte. Der Name Aprikose ist in Deutschland üblich, wohingegen man das Steinobst in Österreich Marille nennt.

Wie groß wird ein Aprikosenbaum?

Aprikosenbäume sind im Vergleich zu anderen Obstbäumen eher zierlich – meist erreichen sie eine Höhe von sechs, selten über acht Metern. Dafür benötigen sie einen sonnigen, warmen und überwiegend trockenen Standort.

Sind Aprikosen winterhart?

Minusgrade verträgt der Aprikosenbaum gut. Problematisch sind allerdings die Blüten, die wesentlich früher erscheinen als die von anderen Obstbäumen. Bei Spätfrösten kann es daher zu massiven Ernteausfällen kommen.

Wert für Insekten und Vögel

Aprikose ist in Mitteleuropa eingebürgert, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
3
Anzahl Schmetterlingsarten:
2
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
2

Schmetterlingsarten

Foto Trauerwidderchen
Quelle: klaus Keller nature photo/shutterstock.com
Aglaope infausta
Trauerwidderchen
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Blaukopf
Quelle: HWall/shutterstock.com
Diloba caeruleocephala
Blaukopf
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet

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Aprikosenbäume

Themen

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Obstgehölze und Beerensträucher