Gemeine Pfingstrose

Paeonia officinalis

Staude
Wildform
Bienenweide
Gemeine Pfingstrose (Paeonia officinalis) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Franz Xaver, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Süd- und Mitteleuropa beheimatete beliebte Zierpflanze
  • Gehört zur Familie der Pfingstrosengewächse
  • Rhizom mit vielen Wurzelknollen und dicken Stängeln
  • Doppelt gefiederte, saftig grüne Blätter
  • Auffallende große rote Blüten
  • Zahlreiche Zuchtsorten mit gefüllten Blüten
  • Vermehrung mit Samen
  • Verträgt Schneiden besser als Eingriffe am Wurzelwerk
  • Absolut pflegeleicht und dankbar, sehr langlebig
  • Einer der besten Pollenlieferanten für Insekten
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 30 - 50 cm
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Steinbrechartige
Familie: Pfingstrosengewächse
Gattung: Pfingstrosen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Gemeine Pfingstrose?

Gemeine Pfingstrose, Garten-Pfingstrose oder Stauden-Pfingstrose (Paeonia officinalis) ist das namensgebende Mitglied der Familie der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae). Ursprünglich in den Flaumeichen- und Hopfenbuchenwäldern der Alpen beheimatet findet man sie heutzutage häufig als Zierpflanze in deutschen Gärten.

Das 30-50 Zentimeter hohe ausdauernde Kraut bildet ein fleischiges Rhizom mit zahlreichen Wurzelknollen. Ihm entspringen dicke aufrechte oder wenig aufsteigende gerade und unverzweigte, grüne runde Stängel, an denen die bis zu 30 Zentimeter langen gestielten Blätter sitzen. Früh im Jahr bilden sie in Bodennähe eine Rosette, die jedoch zur Blütezeit bereits vollständig verwelkt ist. Die wechselständigen Stängelblätter sind doppelt gefiedert mit drei Abschnitten, die jeweils meist fünf Fiederblätter aufweisen. Diese sind lanzettlich bis breit-lanzettlich, mit kahler dunkelgrüner Oberseite und einer grau behaarten helleren Unterseite.

Die Blüten der Gemeinen Pfingstrose sind zwittrig, radiärsymmetrisch und fünfzählig. Auffällig sind die unterschiedlich geformten grünen Kelchblätter, die bereits vor der Fruchtbildung abfallen. Kronblätter sind zehn vorhanden, sie bilden eine rote Schüssel und sind 4-8 Zentimeter lang und oval. Im Inneren der Blüten stehen zahlreiche gelbe Staubblätter und zumeist drei rote Fruchtblätter. Als Früchte werden pro Blüte zwei oder drei braune derbe, auf der Außenseite dicht filzigen Balgfrüchte gebildet, die auf der Oberseite aufspringen und die zahlreichen schwarzglänzenden eiförmigen Samen freigeben. Einige wenige rote Samen sollen potentielle Verbreiter auf die Früchte aufmerksam machen.

Gemeine Pfingstrose im Garten

Standort

Pfingstrosen sind wenig wählerisch und gedeihen auch auf schweren Lehmböden, wie sie sie aus ihrer alpinen Heimat kennt. Der Boden sollte gleichmäßig feucht, mineralisch und wenig humos, gerne auch kalk- und basenreich sein. Sie bevorzugt volle Sonne oder zumindest Halbschatten.

Schnitt

Pfingstrosen sind ausgesprochen pflegeleicht und benötigen keinen besonderen Schnitt. Im Gegenteil, wenn man sie ihrem Schicksal überlässt werden sie von Jahr zu Jahr prächtiger. Sie verkahlen auch nicht oder überaltern. Lediglich die alten vertrockneten Triebe kann man im Winter oder zeitigen Frühjahr entfernen. Einen Schnitt im Gesträuch vertragen sie wesentlich besser als in den Wurzeln.

Vermehrung

Eingriffe an ihrem Wurzelsystem mag die Gemeine Pfingstrose wenig. Daher sollte man sie nach dem Einpflanzen in Ruhe lassen und möglich auch nur selten teilen. Das nimmt sie eine ganze Weile übel und wächst und blüht erstmal zögerlicher als man es von ihr gewohnt ist.

Verwendung

Die Echte Pfingstrose ist der Klassiker der mittelalterlichen Klostergärten und macht sich heute auch im Bauerngarten oder Apothekergarten gut. Nur in der Nähe von starken Wurzlern muss man aufpassen, denn sie ist Wurzelkonkurrenz von ihren natürlichen Standorten nicht gewohnt und leidet bei allzu ausbreitungsfreudiger Nachbarschaft. Ansonsten kann sie hundert Jahre alt und von Jahr zu Jahr prächtiger werden.

Schädlinge

Ameisen finden sich bereits auf den Zuckersaft ausscheidenden Blüten und halten die meisten tierischen Schädlinge fern. Weniger gut gefeit ist die Pfingstrose gegen Nematoden und Pilzerkrankungen wie Mehltau und Grauschimmel.

Ökologie

Die Gemeine Pfingstrose gehört zu den Rekordhaltern, was die Menge des pro Blüten produzierten Pollens angeht: Wissenschaftler haben um die 3,6 Millionen Pollenkörner gezählt. Kaum verwunderlich, dass die reichhaltige Pollenquelle bei Insekten äußerst beliebt ist. Nicht minder interessant ist für sie der reichlich gebildete Nektar, der am Grund der zu einer Röhre verwachsenen Staubblätter zur Verfügung gestellt wird.

Hauptbestäuber sind Honigbienen. Ebenso finden sich zahlreiche andere Insekten ein, vor allem Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und Fliegen. Pollen für ihre Brut sammeln die Wildbienen Andrena fulva, Lasioglossum laevigatum und Megachile nigriventris. An die Wurzeln legt der Heidekraut-Wurzelbohrer (Phymatopus hecta) seine Eier ab; die Raupen ernähren sich von den Wurzeln der Pfingstrose.

Außer in den Nektarien am Grund der Staubblätter bildet die Pflanze bereits an den vergänglichen Kelchblättern Zuckersaft, bevor sich die Blüten öffnen. Sie locken neben anderen Insekten auch Ameisen herbei; man geht davon aus, dass sie die Knospen vor Fressfeinden schützen sollen. Insbesondere bei Zuchtsorten bilden sie oft so viel davon, dass sie verkleben und sich die Blüten nicht mehr öffnen können, insbesondere wenn kein Regen den Zuckerpanzer abwäscht.

Fotos

Gesamte Pflanze Gemeine Pfingstrose
Quelle: Franz Xaver, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Gemeine Pfingstrose
Quelle: Quartl, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Gemeine Pfingstrose
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gemeine Pfingstrose
Quelle: Pancrat, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Gemeine Pfingstrose

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Gemeine Pfingstrose (Wildform) rosa
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Bauerngarten-Pfingstrose 'Alba Plena' weiß
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Bauerngarten-Pfingstrose 'Rosea Plena' rosa
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Bauerngarten-Pfingstrose 'Rubra Plena' pink
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Pfingstrose 'Red Charme' rot
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist Pfingstrose giftig?

Die Echte Pfingstrose gilt in allen Teilen als wenig giftig und enthält Diterpenoide wie Peregrinin. Der Verzehr von Blättern und Blüten ruft Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervor.

Woher kommt der Name der Pfingstrose?

Den deutschen Namen hat die Pflanze ihrer Blütezeit und den großen roten Blüten zu verdanken. Sie galt im christlichen Glauben als „Rose ohne Dornen“. Ihren botanischen Namen hat die Gattung Paeonia von Paieon, einem Beinamen des griechischen Gottes Apollon in seiner Funktion als Heilgott. Mit dieser Pflanze soll er laut Homer die Wunde des Hades geheilt haben, die ihm der Halbgott Herakles in der Schlacht um Troja mit einem Pfeil an der Schulter zugefügt hat.

Wofür ist Pfingstrose gut?

Bereits der griechische Arzt Dioskurides verwendete die Gemeine Pfingstrose als Heilpflanze. Im Mittelalter war sie in jedem Klostergarten zu finden. Die Mönche und andere Heilkundige verwendeten die Wurzel sowie die Blütenblätter unter anderem gegen Epilepsie, Gicht und rheumatische Erkrankungen. Sie enthalten Glykoside, Gerbstoffe und Flavonoide wie Paeniflorin und Paenol, die schmerzlindernd, krampflösend und entzündungshemmend wirken. Die „Benediktinerrose“ ist heutzutage wegen ihrer schwachen Giftigkeit und der medizinisch nicht belegten Wirksamkeit heute in der Heilkunde nicht mehr gebräuchlich.

Ökologischer Wert

Gemeine Pfingstrose in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
3
Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Themen

Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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