Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)
Quelle: Daniel VILLAFRUELA, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wiesen-Schaumkraut

Cardamine pratensis

Staude
heimisch
Wildform
winterhart
Wichtige Bienenpflanze
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Weit verbreiteter Frühblüher aus der Familie der Kreuzblütler
  • Typische blasslila Kreuzblüten
  • Prägt das Erscheinungsbild feuchter Wiesen
  • Verbreitung der Samen über Schleudermechanismus
  • Vermehrung mit Samen oder Brutknospen
  • Mit reichhaltigem Angebot an Pollen und Nektar wichtige Futterpflanze für zahlreiche Insekten
  • Pflegeleicht und robust, mehrjährig
  • Winterhart
  • Für feuchte und sonnige bis halbschattige Standorte
  • Kommt in großen Gruppen am besten zur Geltung
Standort
Licht: Halbschatten
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht, horstig
Höhe: 10 - 40 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: lila
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: traubenförmig
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase wintergrün
Blattform gefiedert, oval, ganzrandig, glatt
Schneckenunempfindlich ja
Ökologie
Bienen: Bienenweide (19 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (6 Arten)
Raupenfutterpflanze: 1 Arten
Nektarwert: 2/4
Pollenwert: 2/4
Säugetiere: 3 fressende Arten
Sonstiges
ist essbar Gewürzblätter
Verwendung: Salat, Gemüse, Pesto, Deko
Klassifizierung
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Kreuzblütler
Gattung: Schaumkräuter

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

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Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Wiesen-Schaumkraut?

Das Wiesen-Schaumkraut prägt im Frühjahr mit seinen blassvioletten Blüten das Bild feuchter Wiesen. Auf der Nordhalbkugel ist der Vertreter aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) weit verbreitet. Sein botanischer Name bedeutet bezeichnenderweise sinngemäß Wiesenkresse.

Das Kraut entspringt einem langgestreckten Rhizom, mit dem es den Winter überdauert und mit dessen Hilfe es sich in seiner Umgebung ausbreitet. Unmittelbar über dem Boden bildet seine bis zu 30 Zentimeter langen einfach gefiederten Blätter eine Rosette, am Stängel stehen nur halb so große lanzettliche bis linealische Fiederblätter. Mit seinem Blütenstand wird der Frühblüher bis zu 40 Zentimetern hoch; dieser bildet eine endständige Traube aus blasslilafarbenen, vierzählig kreuzförmig stehenden Blütenblättern. Aus ihnen entwickeln sich aufrechtstehende gerade Schoten, die zahlreiche hellbraune Samen enthalten.

Wiesen-Schaumkraut im Garten

Standort

Wie an seinem natürlichen Standort bevorzugt das Wiesen-Schaumkraut einen feuchten, durchlässigen und nährstoffreichen Boden. Sonne oder Halbschatten wird dabei bevorzugt. Trockenheit verträgt es ebenso wenig wie Staunässe.

Schnitt

Ein Rückschnitt ist beim Wiesen-Schaumkraut nicht nötig. Nur wenn sein Wachstum ausufert muss man ihm mit dem Spaten zuleibe rücken.

Vermehrung

Neben seinen Samen hat das Wiesen-Schaumkraut eine bemerkenswerte Fortpflanzungsstrategie: Berühren die Rosettenblätter den Boden, bilden sich dort Brutknospen, die Wurzeln schlagen und für die Verbreitung sorgen. Diese kann man vorsichtig ausgraben und an anderer Stelle einpflanzen. Davon abgesehen ist eine Vermehrung über Ableger oder Samen problemlos möglich. Letztere darf man nur locker auf das Substrat andrücken, da sie Lichtkeimer sind.

Verwendung

Das Wiesen-Schaumkraut eignet sich vor allem für feuchte Wiesenabschnitte oder die Ränder von Gartenteichen, Beete und Kräutergärten sowie für die Unterpflanzung von Gehölzen. Am besten kommt es zur Geltung, wenn man es in großen Gruppen anpflanzt.

Schädlinge

Schaumzikaden mit ihren typischen Nestern sind beim Wiesen-Schaumkraut häufig anzutreffen, schaden den Pflanzen aber nicht wesentlich. Ebenso werden insbesondere die jungen Triebe von Blattläusen heimgesucht.

Ökologie

Die kleinen Blüten des Wiesen-Schaumkrautes bilden eine Menge Pollen und Nektar, wobei der Letztere tief unten verborgen nur Insekten mit langem Rüssel wie Schmetterlingen, Hummeln und Wildbienen zugänglich ist. An den Pollen bedienen sich neben den wilden Bienen wie der seltenen Sandbiene auch Schwebfliegen, für die sie im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle darstellen. Das Kraut selbst gehört zu den wenigen Futterpflanzen des seltenen Aurorafalters (Anthocharis cardamines). In den Blattachseln findet man häufig „Kuckucksspucke“. Dabei handelt es sich um die Schaumnester der Wiesenschaumzikade, die hier ihre Larven ablegt. Diese haben dem Kraut die deutsche Bezeichnung Schaumkraut eingebracht.

Wissenswertes

Die Verbreitung der Samen ist beim Wiesen-Schaumkraut ungewöhnlich: Reifen die Schoten heran, baut sich in den Zellwänden ein hoher osmotischer Druck auf. Platzen sie an einer Stelle auf, schleudert das die Samen bei freier Flugbahn bis zu zwei Meter von der Pflanze weg. Botanisch bezeichnet man diese Form der Ballistochorie als Saftdruckschleuder.

2006 wählte man das Wiesen-Schaumkraut zur Blume des Jahres. Neben der Wildform gibt es Züchtungen mit gefüllten Blüten.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

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Fotos (3)

Gesamte Pflanze Wiesen-Schaumkraut
Quelle: Daniel VILLAFRUELA, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wiesen-Schaumkraut
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Wiesen-Schaumkraut
Quelle: Kenraiz - Krzysztof Ziarnek, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wo findet man das Wiesen-Schaumkraut?

In der freien Natur findet man das Wiesen-Schaumkraut im Frühjahr auf fast allen Wiesen und Waldrändern mit ausreichend Feuchtigkeit. Dort bildet es große Teppiche und prägt das Erscheinungsbild mit seinen blasslila Blüten.

Ist Wiesen-Schaumkraut giftig?

Wiesen-Schaumkraut ist nicht nur ungiftig, sondern ein recht beliebtes Wildkraut für die Küche. Sein Geschmack erinnert an Kresse – daher auch die botanische Bezeichnung, die übersetzt Wiesenkresse bedeutet. Am besten schmecken die jungen Blätter vor der Blüte, später werden sie mit zunehmendem Gehalt an Senfölglykosiden scharf und leicht bitter. Man kann sie für Salate, Kräuterquark und als Garnitur für Brotaufstriche verwenden.

In der Naturheilkunde verwendet man das Wiesen-Schaumkraut erst seit der Neuzeit. Mit seinen Senfölglykosiden, Vitaminen und Bitterstoffen wirkt es harntreibend und steigert die Sekretion von Galle.

Wie lange blüht Wiesen-Schaumkraut?

Die Blütenpracht des Wiesen-Schaumkrautes ist nur von kurzer Dauer und reicht von März bis Mai. Danach bildet es seine Samen und überwintert mit seinem unterirdischen Rhizom. Als Schnittblume ist es hübsch anzusehen, wirft aber bereits nach wenigen Tagen seine pastellfarbenen Blütenblätter ab.

Wert für Insekten und Vögel

Wiesen-Schaumkraut ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
19
Anzahl Schmetterlingsarten:
6
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
1
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
5

Schmetterlingsarten

Foto Aurorafalter
Quelle: Gecko1968/shutterstock.com
Anthocharis cardamines
Aurorafalter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Grüner Zipfelfalter
Quelle: Marek Mierzejewski/shutterstock.com
Callophrys rubi
Grüner Zipfelfalter
  • Nektarpflanze
  • Vorwarnliste
Foto Blauschillernder Feuerfalter
Quelle: SanderMeertinsPhotography/shutterstock.com
Lycaena helle
Blauschillernder Feuerfalter
  • Nektarpflanze
  • stark gefährdet
Foto Trauermantel
Quelle: Massimiliano Paolino/shutterstock.com
Nymphalis antiopa
Trauermantel
  • Nektarpflanze
  • Vorwarnliste
Panemeria tenebrata
Hornkraut-Tageulchen
  • Nektarpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Raps-Weißling
Quelle: Ivan Marjanovic/shutterstock.com
Pieris napi
Raps-Weißling
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet

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