Mittlerer Wegerich

Plantago media

Staude
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
wintergrün
lange Blühzeit
Mittlerer Wegerich (Plantago media) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches und weit verbreitetes Wegerichgewächs
  • Blätter in Form und Größe zwischen Breit- und Spitzwegerich
  • Wie diese offizinell als Heilpflanze verwendet
  • Vor allem mit dem Pollen wichtige Insektennahrung
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Vermehrung mit Samen, auch Selbstaussaat
  • Tiefreichende Wurzeln
  • Mehrjährig und winterhart, pflegeleicht
  • Geringe Bodenansprüche, ausgesprochen trittfest
  • Verbreitung der Samen durch Anhaften an Schuhen und Reifen
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 15 - 50 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Laub
Blatt wintergrün ja
Boden
Boden: humos bis lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Wegerichgewächse
Gattung: Wegeriche
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Mittlerer Wegerich?

Mittlerer Wegerich (Plantago media) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und ist eine 15-50 Zentimeter hohe mehrjährige Pflanze. Man findet sie verbreitet in Halbtrockenrasen und auf nährstoffarmen Wiesen und Weiden.

Einer tiefreichenden Wurzel entspringt eine Rosette bodenständiger Blätter, die elliptisch bis breit-eiförmig sind und sich beiderseits in eine Spitze und in den Blattstiel verschmälern. Sie sind dunkelgrün, derb, behaart und unterseits deutlich genervt, mit einem ganzen oder seltener unregelmäßig gebuchteten Rand. Aus dieser Rosette entspringen wenige aufrechte Blütenstängel mit endständigen kolbenförmigen Blütenständen. In den länglichen Ähren gehen die Blüten von unten nach oben auf, gut sichtbar an den weißen Kronblättern und lilafarbenen Staubblättern, die weit aus den Blüten herausragen und mit ihrem frei präsentierten Pollen Insekten anlocken. Die Kapselfrüchte enthalten jeweils zwei bis vier schwarze Samen.

Mittlerer Wegerich im Garten

Standort

Der Mittlere Wegerich ist ein Überlebenskünstler und entsprechend anspruchslos, sodass er auf jeder durchschnittlichen Gartenerde gedeiht. Am liebsten ist ihm ein mäßig frischer und mäßig nährstoffreicher, humoser und tiefgründiger, sandiger oder reiner Lehmboden. Trockenheit verträgt er dank seiner langen Wurzeln besser als stehende Nässe, die ihn zuverlässig umbringt.

Schnitt

Ein Schnitt ist nur erforderlich, wenn man ihn ernten oder loswerden möchte. In letzterem Falle heißt es tief graben – oder mit einem Wurzelbohrer nachhelfen.

Vermehrung

Die Vermehrung des Mittleren Wegerichs erfolgt am besten mit Samen. Er sorgt auch fleißig für Selbstaussaat.

Verwendung

Manchen Gärtnern ist der Mittlere Wegerich eher als Unkraut im gepflegten Rasen verhasst. Man sollte ihn aber schonen, nicht zuletzt wegen seines ökologischen Wertes für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

Schädlinge

Schädlinge sind bei der robusten Pflanze kaum zu erwarten.

Ökologie

Der Mittlere Wegerich unterliegt der Insekten- oder Selbstbestäubung. Den Pollen sammeln sechs Wildbienen, zwei Lasioglossum-Arten, drei Megachile spec. und die Mauerbiene Osmia aurulenta. Bei sechs Schmetterlingen ist er vor allem als Futterpflanze beliebt, auch bei gefährdeten Arten wie verschiedenen Scheckenfaltern (Melitaea spec.) sowie dem Hellgrauen Fleckleibbär (Diaphora mendica).

Die Trittfestigkeit, die der Pflanze und ihrer nahen Verwandtschaft zu eigen ist, soll vor allem der Verbreitung der mit einem zähen Schleim aufquellenden Samen dienen. Sie bleiben leicht an Schuhsohlen, Pfoten und Hufen wie auch Rädern hängen, sodass sie sich vor allem entlang von Verkehrswegen schnell verbreiten.

Wissenswertes

Der Mittlere Wegerich Plantago media stellt mit seinem Namen klar, dass er mit der Größe seiner Blätter irgendwo zwischen dem Breitwegerich Plantago media und dem Spitzwegerich Plantago lanceolata rangiert. In ihrer Heilwirkung tun sie sich nicht viel, und in den mittelalterlichen Kräuterbüchern werden sie zumeist in ähnlicher Weise verwendet – vor allem gegen Erkältungskrankheiten wegen ihrer reizlindernden und schleimlösenden Eigenschaften.

Fotos

Gesamte Pflanze Mittlerer Wegerich
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Mittlerer Wegerich
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Mittlerer Wegerich
Quelle: Adrian198cm, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Mittlerer Wegerich
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wofür ist der Mittlere Wegerich gut?

Meistens verwendet man den Mittleren Wegerich in der Naturheilkunde ebenso wie den Spitzwegerich oder den Breitwegerich. Er enthält genau wie diese Aucubin, Saponine, Tannine und Schleimstoffe, die man vor allem bei Erkältungskrankheiten einsetzt.

Ökologischer Wert

Mittlerer Wegerich in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
6
Anzahl Schmetterlingsarten:
6
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
9

Themen

Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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