Gundermann,Efeugundelrebe

Glechoma hederacea

Staude
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Gundermann (Glechoma hederacea) Alle 6 Fotos anzeigen
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Europa weit verbreiteter Lippenblütler
  • Typischer Bestandteil von Wegrändern, Wiesen und Ruderalstellen
  • Wintergrüner Bodendecker mit weitreichenden Ausläufern
  • Gut geeignet zur Bodenbefestigung und als Unterwuchs von Hecken und Sträuchern
  • Gut zu kombinieren mit anderen farbenfrohen Frühblühern
  • Charakteristische blaue Blütenstände und nierenförmige Blätter
  • Anspruchslos und pflegeleicht
  • Ausgezeichnete Insektenweide, vor allem für Schmetterlinge und Wildbienen
  • Alte Heil- und Gewürzpflanze
  • Für Pferde und viele Nutztiere hochgiftig!
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: Ritzenkriecher, wuchsstark
Wuchs Konkurrenz: mittel
Höhe: 15 - 30 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: Ausläufer
Blüte
Blütenfarbe: lila
Blühzeit:
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f
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n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Lippenblütler
Gattung: Gundermann
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Gundermann?

Gundermann oder Gundelrebe gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae). In Mitteleuropa ist er mit Ausnahme der Türkei, Balearen und Kreta weit verbreitet und typischer Bestandteil von Saumgesellschaften, etwa an Wald- und Wegrändern, Gebüschen und Bachläufen. Darüber hinaus findet man ihn in Wiesen, Weiden und Wäldern. Dabei wächst er von Meeresniveau bis auf etwa 1000 Meter Höhe und prägt mit seinen kleinen blauen Blüten viele Pflanzengemeinschaften.

Die krautigen, typisch vierkantigen Stängel des Gundermanns kriechen weithin über den Boden und bilden neue Wurzeln – daher auch die Bezeichnung Erdefeu. Seine wintergrünen Blätter stehen kreuzgegenständig und sind meist nur etwa drei Zentimeter lang und breit, rundlich-herzförmig bis nierenförmig und am Rand eingekerbt. An der Oberfläche tragen sie nur wenige borstige Haare, die in seltenen Fällen einen dichten weichen Pelz bilden.

Darüber erheben sich von Mai bis in den Juli hinein die bis zu 15 Zentimeter hohen zwei- bis fünfblütigen Blütenstände, in denen die für die Familie typischen zygomorphen Lippenblüten in den Blattachseln stehen. Über einem kurzen röhrenförmigen Kelch erheben sich die blauvioletten, oft rotgefleckten Kronblätter. Albinos mit reinweißen Blüten sind eine Rarität. Sie sind zwittrig oder männlich-steril und bilden kleine Klausenfrüchte. Kleine Anhängsel der Nüsschen, die Elaiosomen, sind klebrig und nahrhaft, sodass sie an vorbeistreifenden Tieren hängenbleiben und bei Ameisen heiß begehrt sind.

Gundermann im Garten

Standort

Feuchte und nährstoffreiche Böden sind die bevorzugten natürlichen Habitate des Gundermanns. Auch im Garten gedeiht er auf humusreichem und kalkhaltigem Untergrund am besten. Leicht sauren Boden toleriert er problemlos, und Sonne oder Halbschatten sind für ihn optimal.

Schnitt

Ein Schnitt ist nur nötig, wenn sich der Gundermann über Gebühr ausbreitet. Dann kann man seine Ausläufer problemlos kappen. Alternativ lässt sich das Stück ausgraben und an anderer Stelle zur Vermehrung einpflanzen.

Vermehrung

Gundermann verbreitet sich mit seinen Rhizomen schnell von selbst. Ableger wurzeln ohne Probleme an. Eine Vermehrung über Samen sollte im Spätsommer erfolgen.

Verwendung

In der Landwirtschaft gilt Gundermann als Unkraut – das lässt erkennen, dass er im Garten recht genügsam und pflegeleicht ist. Er lässt sich als Bodendecker unter Hecken und Gehölzen oder an Hängen als Bodenfestiger einsetzen. In Beeten bildet er hübsche Gruppen, wo sich seine charakteristischen Blüten gut mit anderen kräftigen Farben kombinieren lassen.

Schädlinge

Gundermann wird relativ häufig von Rostpilzen und Mehltau heimgesucht. Im heimischen Garten fallen die braunen Flecken oder weißen Beläge auf den kleinen Blättchen allerdings erst bei massivem Befall auf. Trotzdem sollte man die befallenen Exemplare zeitig beseitigen, damit sich die Schädlinge nicht weiter ausbreiten.

Ökologie

In Europa ist Gundermann so weit verbreitet, dass seine Bedeutung als Nektarpflanze kaum verwundert. Die kleinen Frühblüher sind vor allem bei Schmetterlingen wie Aurora- und Zitronenfaltern heißbegehrt, aber auch Schwebfliegen, Käfer, Honig- und Wildbienen sammeln fleißig Nektar und Pollen. Seine Bestände liefern daher einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Nutzwert eines Gartens. Auf Balkon und Terrasse sind Blumentöpfe mit Gundermann ein Anziehungspunkt für zahlreiche Insekten. Darüber hinaus sind die Samenanhängsel ein wichtiges Ameisenfutter.

Wissenswertes

Gundermann ist eine alte Heilpflanze, die man schon die alten Germanen gegen bakterielle Infektionen und Entzündungen einsetzten. Darauf verweist sein Name – das althochdeutsche gunder bezeichnet ein eitriges Geschwür. Hildegard von Bingen empfahl ihn als Tee bei Erkältungen, Nieren- und Blasenentzündungen sowie Magen-Darm-Beschwerden.

Mit seinen etherischen Ölen diente er auch als aromatisches Gewürz im Salat – daher der Spitzname Soldatenpetersilie. Zudem nutzte man ihn zur Herstellung von Hartkäse zur Gerinnung von Milch anstelle von Labkraut oder Kälberlab.

Dabei sind seine Inhaltsstoffe nicht vollkommen unbedenklich – insbesondere für Pferde und viele andere Nutztiere sind Glechomin und andere sekundäre Pflanzenstoffe hochgiftig. Das ist auch der Grund, warum Gundermann auf jeder Weide weithin sichtbar stehenbleibt und die Tiere einen großen Bogen um ihn machen. Beim Menschen gilt er als schwach giftig, Vergiftungen sind keine bekannt.

Salz mag Gundermann überhaupt nicht – das ist meistens der Grund, warum vorher prächtige Bestände im Vorgarten nach dem Einsatz von Streusalz plötzlich verschwinden.

Fotos

Gesamte Pflanze Gundermann
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Gundermann
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Gundermann
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gundermann
Quelle: NaturaDB
Blüte Gundermann
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gundermann
Quelle: NaturaDB
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wie sieht der Gundermann aus?

Kann man Gundermann verwechseln?

Wo findet man Gundermann in der Natur?

 

Ökologischer Wert

Gundermann in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
10
Anzahl Schmetterlingsarten:
3
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
4

Themen