Geißraute,Bockskraut, Fleckenkraut, Geißklee, Pockenraute, Suchtkraut, Ziegenraute

Galega officinalis

Staude
Wildform
Bienenweide
giftig
Geißraute (Galega officinalis) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Osteuropa und Asien importierte Heil- und Zierpflanze
  • Rübenwurzel mit bis zu 120 Zentimeter hohem Kraut
  • Hohle, geriefte Stängel und unpaarig gefiederte Blätter
  • Trauben mit bis zu 50 rosa bis blauen Einzelblüten
  • Frostempfindlich und wärmeliebend
  • Braucht viel Feuchtigkeit
  • Gute Bienenweide
  • Vermehrung mit Samen
  • Einjährig, pflegeleicht
  • Giftig
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 10 - 700 cm
Breite: 20 - 300 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: lehmig
Wasser: feucht
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Galega
ist giftig
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Geißraute?

Geißraute (Galega officinalis) ist eine Zier- und Heilpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), die ursprünglich in Osteuropa bis nach Vorderasien beheimatet ist. Sie wird nur selten angebaut und findet sich bisweilen verwildert auf wechselfeuchten und sommerwarmen Standorten.

Aus einer rübenartigen Wurzel entspringen die bis 1,20 Meter hohen aufrechten, innen hohlen und außen gerieften Stängel. Sie sind hellgrün und recht zerbrechlich. Die wechselständigen Blätter sind unpaarig gefiedert mit 9-17 elliptischen bis schmal-lanzettlichen Fiederblättchen. Am Blattgrund stehen pfeilförmige Nebenblätter.

Bis zu 50 Blüten stehen in dichten, blattachselständigen Trauben. Sie sind rosarot bis bläulich, zygomorph und typische Schmetterlingsblüten. Die Kronblätter sind zart geädert. Als Früchte werden bis zu drei Zentimeter lange Schoten gebildet, die eiförmige braune und abgeflachte Samen enthalten.

Geißraute im Garten

Standort

Die Geißraute ist frostempfindlich und wärmeliebend. Sie bevorzugt einen feuchten, nährstoffreichen Lehm- und Tonboden mit viel Sonne und Wärme

Schnitt

Schneiden ist nur zum Entfernen verwelkter oder verblühter Triebe notwendig.

Vermehrung

Die Vermehrung der Geißraute erfolgt mit Samen.

Verwendung

Mit ihren hübschen Blüten macht sich die alte Heilpflanze gut im Apothekergarten, aber auch in Blumenbeet und Rabatten ist sie eine dekorative Bereicherung. Zudem gilt sie als gute Bienenweide.

Schädlinge

Mit ihren Giftstoffen hält sich die Geißraute die meisten Fressfeinde vom Leib.

Ökologie

Für die Bestäubung der Geißraute sind vor allem Bienen zuständig. Für ihren Nestbau sammelt hier die Wildbiene Anthidium manicatum Pollen.

Wissenswertes

Für Mensch und Vieh ist die Geißraute giftig. Auf Weiden kann es bei Rindern zu Vergiftungen kommen, und die Toxine bleiben auch nach dem Trocknen im Heu erhalten. Trotdem wurde sie früher recht häufig gezielt verfüttert, um bei Kühen die Milchleistung und bei Hühnern die Legekapazität zu steigern.

Neben der Wildform bekommt man im Gartenfachhandel diverse Zuchtsorten und Hybriden.

Fotos

Gesamte Pflanze Geißraute
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Geißraute
Quelle: English: Shot by Nicola Cocchia, uploaded by Aelwyn with the permission of the Author Italiano: Scattata da Nicola Cocchia, caricata da Aelwyn con il permesso dell' Autore, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Geißraute
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wofür ist Geißraute gut?

Als Heilpflanze kam die Geißraute erst in der Renaissance in Gebrauch und wurde danach häufig offizinell genutzt. Man verwendete sie als harn- und schweißtreibendes Mittel, gegen Würmer und Verdauungsbeschwerden oder äußerlich bei entzündlichen Hauterkrankungen. Gehalten hat sich die Anwendung in der Homöopathie, wo man Galegae herba-Globuli zur Steigerung der Milchproduktion bei stillenden Müttern verwendet. Von der milchfördernden Wirkung hat das Kraut auch seinen Namen: gála bedeutet griechisch Milch.

Ökologischer Wert

Geißraute in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1

Wildbienenpflanzen