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Borretsch (Borago officinalis)
Borretsch: Blüte

Borretsch

Borago officinalis

Das Wichtigste auf einen Blick

nicht heimische Wildform (Neophyt) Einjährige Pflanze bedingt winterhart essbar lange Blühzeit
  • Beliebtes Küchenkraut aus der Familie der Raublattgewächse
  • Anspruchslos und pflegeleicht
  • Einjährig; sät sich selbst aus, Vermehrung mit Samen leicht möglich
  • Für sonnige bis halbschattige Kräuterbeete
  • Auch für Kästen und Blumentöpfe geeignet
  • Kraut und Blüten essbar, charakteristischer Gurkengeschmack: Gurkenkraut
  • Blüten beliebte Bienenweide, Nektar- und Pollenlieferant für Schmetterlinge
  • Alte Heilpflanze
  • Borretschöl aus Samen für die Hautpflege und als Naturheilmittel
  • In Schwangerschaft und Stillzeit wegen Pyrrolizidinalkaloiden vermeiden
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: sauer
Kübel/Balkon geeignet: ja

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Wuchs: aufrecht
Höhe: 50 - 70 cm
frostverträglich: bis -17 °C (bis Klimazone 7)
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
🌼 Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
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Blütenform: sternförmig, kronröhrig
🍃 Laub
Blattfarbe: grün
Blattphase: sommergrün
Blattform: lanzettlich
Schneckenunempfindlich: ja
🐝 Ökologie
Wildbienen: 10 (Nektar und/oder Pollen, davon 2 spezialisiert)
Raupen: 4 (davon keine spezialisiert)
Nektarwert: 4/4 - sehr viel
Pollenwert: 2/4 - mäßig

Thematisch passende Pflanzen:

ℹ️ Sonstiges
ist essbar Blätter, Blüten
Verwendung: Suppe, Bohnen
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
Pflanzen je ㎡: 9
Gründünger: Als Gründünger verwendbar
Eignung im Hortus:
Was bedeutet Hortus?
gut geeignet für Hotspot-Zone
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Raublattartige
Familie: Raublattgewächse
Gattung: Borretsch

Was ist Borretsch?

Borretsch (Borago officinalis) ist eine alte Gewürzpflanze aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), der sie ihren Namen gegeben hat. Ursprünglich ist er im Mittelmeerraum beheimatet und wurde bereits von den Römern nach Deutschland gebracht. Er ist einjährig und wird meist etwa einen halben Meter. Seine dunkelgrünen, lanzettlichen Blätter werden bis zu 15 Zentimeter lang und sind ebenso wie der Stängel und die Blütenkelche dicht behaart. Charakteristisch ist der ausgeprägte Duft beim Zerreiben. Die auffälligen nickenden Blüten sind fünfzählig, sternförmig, blau bis violett. In den Klausenfrüchten reifen die sechs Millimeter großen schwarzen Samen.

Borretsch im Garten

Quelle: Kabar/shutterstock.com

Standort

Borretsch gilt als robust, anspruchslos und pflegeleicht. Er hat es gerne sonnig bis halbschattig, feucht und windgeschützt. Im Sommer muss man regelmäßig gießen, damit er nicht alle Viere von sich streckt.

Schnitt

Am besten schneidet man im heimischen Kräutergarten so viel ab, wie man in der Küche gerade benötigt. Was stehenbleibt bildet Samen, der sich im Folgejahr aussäen lässt.

Vermehrung

Die Vermehrung mit Sämlingen ist leicht. Man zieht sie im zeitigen Frühjahr an und kann sie im Garten auspflanzen, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Lässt man die Pflanzen ausreifen, verbreiten sie sich selbstständig mit ihren Samen. Darüber hinaus ist eine ganzjährige Aussaat möglich – die Keimlinge erscheinen erst nach rund zwei Wochen, wachsen dann aber schnell zu stattlichen Exemplaren heran. Borretsch ist ein Dunkelkeimer, sodass man die Samen zwei bis drei Zentimeter tief in der Erde eingraben sollte.

Verwendung

Borretsch ist in jedem Kräutergarten und Bauerngarten zu finden, wo seine weithin sichtbaren Blüten zahlreiche Insekten anlocken und einen hübschen Farbtupfer geben. Er lässt sich gut mit anderen bunt blühenden Kräutern und Stauden kombinieren. Auch auf Terrasse und Balkon kann man ihn in Kästen oder Blumentöpfen anpflanzen.

Schädlinge

Die schlimmsten Plagegeister des Borretschs sind Blattläuse. Bei feuchtem Standort macht ihm Mehltau zu schaffen.

Ökologie

Quelle: Bildagentur Zoonar GmbH/shutterstock.com

Die großen blauen Blüten des Borretschs sind im Kräutergarten eine der beliebtesten Nektarquellen für viele Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Wissenswertes

In den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird Borretsch als Heilpflanze ausgiebig beschrieben. Man verwendete ihn zur Blutreinigung, als beruhigendes, harntreibendes und schleimlösendes Mittel oder bei hohem Fieber. In der Küche ist er ein beliebtes Würzkraut mit gurkenähnlichem Geschmack (Gurkenkraut), das als fester Bestandteil zur Frankfurter Grünen Sauce gehört. Die blauen Blüten sind eine beliebte Dekoration für Kräuterquark, Brotaufstriche oder Käseplatten.

Mit Ausnahme der Samen enthalten alle Teile der Pflanze Pyrrolizidinalkaloide. Sie beeinträchtigen den Leberstoffwechsel und haben sich im Tierversuch als krebserregend erwiesen. Daher sollte man Borretsch nur in kleinen Mengen zu sich nehmen.

Die Samen sind fettreich, sodass sich daraus ein hochwertiges Öl pressen lässt. Borretschöl enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linolensäure und gilt daher als besonders gesund. Man findet es in zahlreichen Hautpflegeprodukten und Arzneisalben gegen Neurodermitis, Cellulitis und Juckreiz. In Schwangerschaft und Stillzeit, bei kleinen Kindern oder bei Blutgerinnungsstörungen sollte man Borretschöl innerlich nicht anwenden.

Was sind einjährige Pflanzen?
Markus Wichert

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Markus Wichert Naturgärtner
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Fotos (16)

Blüte Borretsch
Borretsch: Blüte
Blüte Borretsch
Quelle: Neelix, Public domain, via Wikimedia Commons
Blatt Borretsch
Quelle: Lies Van Rompaey, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Borretsch
Quelle: Rainer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Borretsch
Borretsch: Blüte
Gesamte Pflanze Borretsch
Borretsch: Gesamte Pflanze
Blüte Borretsch
Borretsch: Blüte
Blüte Borretsch
Borretsch: Blüte
Blatt Borretsch
Borretsch: Blatt
Blatt Borretsch
Borretsch: Blatt
Blatt Borretsch
Borretsch: Blatt
Gesamte Pflanze Borretsch
Borretsch: Gesamte Pflanze
Gesamte Pflanze Borretsch
Borretsch: Gesamte Pflanze
Gesamte Pflanze Borretsch
Borretsch: Gesamte Pflanze
Gesamte Pflanze Borretsch
Quelle: Kabar/shutterstock.com
Blüte Borretsch
Quelle: Bildagentur Zoonar GmbH/shutterstock.com

Häufige Fragen

Sind die Blätter von Borretsch giftig?

Früher war Borretsch in der Küche weit verbreitet. Inzwischen sieht man seine Verwendung kritisch, denn er enthält Pyrrolizidinalkaloide, die als leberschädigend und krebserregend gelten. Ähnlich wie beim Greiskraut (Senecio spec.) und vielen anderen Pflanzen dienen sie als Schutz vor Fressfeinden. Daher empfiehlt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) Borretsch nur sparsam zu verwenden. Insbesondere Kinder und Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit sollten ganz darauf verzichten.

Wie gesund ist Borretsch

Borretsch ist eine alte Heilpflanze, die man in der Naturheilkunde zur Blutreinigung, Fiebersenkung, bei rheumatischen Erkrankungen, Bronchitis, Wechseljahresbeschwerden und anderen Krankheiten verwendet. Er enthält neben Allantoin Gerbstoffe, Schleimstoffe und etherische Öle. Die Samen verwendet man für Borretschöl, das in Hautpflegeprodukten eingesetzt wird.

Wie verwende ich Borretsch

Borretsch ist ein beliebtes Würzkraut, das wegen seines Geschmacks auch als Gurkenkraut bezeichnet wird. In einem Gurkensalat, aber auch in anderen Salaten, Remoulade oder Dips geben seine Blätter einen frischen, leicht säuerlich-aromatischen Geschmack. Beim Erwärmen verliert er viel von seinem charakteristischen Aroma, sodass man ihn vorzugsweise roh verwendet. Trocknen nimmt er übel – im Gegensatz zu vielen anderen Kräuter ist er danach nicht mehr zu gebrauchen.

Wert für Insekten und Vögel

Borretsch ist nicht heimisch, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlingsraupen

spezialisierte Wildbienen:
0
Auf Pollen spezialisiert
Wildbienen insgesamt:
0
Nektar und/oder Pollen
Raupenarten:
0

Wildbienenarten

Schmetterlingsarten

Gründüngung

Themen

Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkongärtner
Stand:
22.09.2023