Woll-Ziest,Wolliger Ziest

Stachys byzantina

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
wintergrün
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Blüte von Woll-Ziest

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ausdauernde Staude aus der Familie der Lippenblütler
  • Robust, pflegeleicht und winterhart
  • Dekorativ durch die dichte weiße Behaarung der Blätter und Stängel
  • Blüten klein und unauffällig
  • Guter Bodendecker an trockenen und sonnigen Standorten
  • Selten von Krankheiten und Schädlingen bedroht
  • Bienenweide
  • Alte Heilpflanze
  • Gut als Beetumfassung und mit Rosen oder Lavendel zu kombinieren
  • Vermehrung durch Teilung oder mit Stecklingen und Samen
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 10 - 40 cm
Breite: 25 - 60 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: violett
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Laub
Blatt wintergrün ja
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Lippenblütler
Gattung: Zieste
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Wollziest?

Wollziest oder Byzantinischer Ziest (Stachys byzantina) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist in Vorderasien und dem Kaukasus beheimatet; in der freien Natur findet man ihn selten verwildert. Die kriechende wintergrüne Staude erreicht eine Höhe von 60-80 Zentimetern und bildet dichte Horste, aus denen sich die vierkantigen Stängel erheben. Sie sind ebenso wie die gegenständigen breitlanzettlichen und kurz gestielten, bis zu 50 Zentimeter langen Blätter von einem dichten weißen Filz bedeckt, der dem Wollziest die volkstümliche Bezeichnung Hasenohr oder Eselsohr eingebracht hat. Ebenso behaart sind die Blütenknospen, die endständig ährenförmig in den Blattachseln stehen und vergleichsweise unauffällige rosa Lippenblüten tragen. Die Früchte sind längliche braune Nüsschen.

 Wollziest im Garten

Standort

Wollziest benötigt einen durchlässigen sandigen, eher kargen Boden, der vorwiegend trocken bleiben sollte. Staunässe ist für ihn absolut tödlich. Er steht am liebsten in voller Sonne und verkümmert im Schatten. Die Stauden sind winterhart und benötigen keinen speziellen Schutz.

Schnitt

Ein Schnitt ist bestenfalls im Frühjahr fällig, wenn die überwinterten Triebe absterben und dem frischen Grün Platz machen sollen. Die ausgereiften Samenkapseln kann man für die Aussaat im nächsten Frühjahr verwenden.

Vermehrung

Die Vermehrung des Wollziests erfolgt am einfachsten durch Teilung der Horste. Ebenso lassen sich Stecklinge bewurzeln. Auch eine Vermehrung durch Samen ist möglich; diese sollte man nur leicht auf die Erde andrücken, da es sich um einen Lichtkeimer handelt.

Verwendung

Allein die filzig behaarten Blätter machen den Wollziest zu einer Zierde für trockene und sonnige Stellen im Garten, etwa in Steingärten, Beetumfassungen, an Böschungen und Mauern oder im Bauergarten. Auf Balkon und Terrasse lässt er sich gut in Blumenkästen, Kübeln oder Containern anpflanzen. Bei einer Dachbegrünung ist er ein idealer und dekorativer Bodendecker.

Schädlinge

Der Wollziest gilt als ausgesprochen robust und wird nur selten von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht.

Ökologie

Neben Honigbienen interessieren sich die einheimischen Wildbienen Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata) und Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) für den Pollen des Wollziests. Ebenso finden sich Schmetterlinge an den unauffälligen, aber wohlriechenden Blütenähren ein.

Wissenswertes

Wollziest fand bereits im Mittelalter Eingang in die europäischen Klostergärten und wurde häufig als Heilpflanze empfohlen. Dagegen ist er heutzutage in Vergessenheit geraten und wird erst langsam wieder beliebter.

Neben der Wildform gibt es im Gartenfachhandel eine Vielzahl von Zuchtsorten mit unterschiedlichem Wuchs, Blättern und Blütenfarben.

Fotos

Blüte Woll-Ziest
Quelle: NaturaDB
Blatt Woll-Ziest
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Woll-Ziest
Quelle: NaturaDB
Blüte Woll-Ziest
Quelle: Quartl, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Woll-Ziest
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Woll-Ziest
Quelle: Salicyna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Woll-Ziest
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Woll-Ziest
Quelle: NaturaDB
Blatt Woll-Ziest
Quelle: NaturaDB
Blatt Woll-Ziest
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Woll-Ziest
Quelle: NaturaDB

Sorten Woll-Ziest

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Woll-Ziest (Wildform) violett
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Woll-Ziest 'Cotton Boll'
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Woll-Ziest 'Silky Fleece'
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Woll-Ziest 'Silver Carpet'
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Was ist Wollziest?

Wollziest oder Byzantinischer Ziest (Stachys byzantina) stammt aus Kleinasien und der Kaukasusregion und wurde bereits im Mittelalter in Klostergärten gehalten. Die dicht weiß behaarten oberirdischen Pflanzenteile haben ihm dem volkstümlichen Namen Hasenohr eingebracht. Im Vergleich dazu sind die kleinen rosafarbenen Blüten recht unauffällig. Er mag trockene und sonnige Standorte im Garten und ist mit seinem dekorativen Blattwerk ein guter Bodendecker in Dachgärten oder zur Umfassung von Rosen- und Lavendelbeeten.

Ist Wollziest giftig?

Wollziest ist eine alte Heilpflanze, die man bereits im Mittelalter in den Klostergärten angebaut hat. Man sagt ihm eine entzündungshemmende und blutungsstillende Wirkung zu und verwendete die filzig behaarten Blätter als Wundauflage. In Brasilien frittiert man die Blätter in Ausbackteig, ähnlich wie bei uns die des Salbeis.

Was passt zu Wollziest?

Wollziest macht sich als Bodendecker an trockenen und sonnigen Standorten auch im Alleingang gut, etwa zur Dachbegrünung oder im Steingarten. In Blumen- oder Staudenbeeten lässt sich damit eine hübsche Umrandung anlegen, etwa um Lavendel oder Rosenstöcke.

Ökologischer Wert

Woll-Ziest nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2

Themen