Elsbeere,Atlasbeere, Elzeberere

Sorbus torminalis

Gehölz
Wildform
winterhart
Gute Bienenweide
Vogelschutznährgehölz
essbar
Elsbeere (Sorbus torminalis) Alle 5 Fotos anzeigen
Quelle: Andrew Dunn, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer bis zu 25 Metern hoher Baum
  • Grau berindete Stämme und drei- bis fünffach gelappte Blätter
  • Attraktives Herbstlaub
  • Robust und pflegeleicht, frosthart
  • Weiße, in dichten Schirmrispen stehende Blüten
  • Elsbeeren roh gerbstoffreich und kaum genießbar
  • Nach den ersten Frösten aromatischer und für Kompott, Marmelade oder Schnaps verwendbar
  • Beliebtes Winterfutter für Vögel
  • Raupenfutter für diverse Schmetterlinge
  • Extrem hartes Holz, für Furniere und Blasinstrumente
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 5 - 15 m
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -23 °C (bis Klimazone 6)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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Selbstbefruchter ja
Licht
Sonne
Frucht
Fruchtreife:
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Boden
Boden: normal bis humos
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Mehlbeeren
ist essbar Frucht
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Elsbeere?

Elsbeere (Sorbus torminalis) ist ein sommergrüner einheimischer Baum, den man recht selten wild in mittel- und südeuropäischen Wäldern antrifft. Der Vertreter der Rosengewächse (Rosaceae) wird 15-25 Meter hoch, hat eine kugelig gewölbte Krone und graue, klein geschuppte Rinde ähnlich wie Eiche oder Birne. Die Stämme können bei 200-300-jährigen Exemplaren bis zu einem Meter Durchmesser erreichen. Sie werden allerdings selten über hundert Jahre alt und bleiben meist deutlich kleiner.

Die lang gestielten Blätter sind etwa zehn Zentimeter lang, eiförmig oder verkehrt eiförmig, Ahorn-ähnlich drei- bis fünffach spitz gelappt, mit ungleichmäßig gesägtem Rand. Ihre Oberseite ist glänzend dunkelgrün und kahl, die Unterseite heller und leicht behaart. Im Herbst verfärbt sich das Laub in verschiedenen Gelb- und Orangetönen. Die zwittrigen weißen Blüten der Elsbeere stehen in dichten aufrechten Schirmrispen und riechen intensiv. Daraus entstehen ein bis zwei Zentimeter große birnenähnliche Scheinfrüchte mit langen Stielen und den vertrockneten Kelchblättern am entgegengesetzten Ende, die Elsbeeren. Sie sind rundlich bis verkehrt eiförmig, glänzen anfangs grün, später rot und letztlich braun mit hellen Punkten und enthalten die bis zu acht Millimeter langen rotbraunen Samen.

Elsbeere im Garten

Standort

Elsbeeren sind frosthart und gedeihen am besten in mäßig fruchtbaren, humosen und durchlässigen Böden mit voller Sonne oder Halbschatten. Bei der Pflanzung sollte man daran denken, dass die Kronen der Bäume über zehn Meter breit und bis zu 25 Metern hoch werden können und das Wurzelwerk sehr in die Breite geht – direkt am Haus kann das fatal fürs Mauerwerk werden.

Schnitt

Die Elsbeere gilt als gut schnittverträglich. Altes und abgestorbenes Holz kann man jederzeit entfernen, ansonsten gilt es nur die Form der Krone vorsichtig vorzugeben und allzu dicht stehende Triebe auszulichten.

Vermehrung

Eine vegetative Vermehrung der Elsbeere ist mithilfe von Wurzelsprossen möglich. Stecklinge vom noch grünen Holz wachsen nicht immer zuverlässig an. Einige Zuchtsorten sind veredelt und auf einer wüchsigen Unterlagen aufgebracht. Am besten kauft man fertige kleine Exemplare aus der Baumschule.

Verwendung

Die Elsbeere gibt im Garten einen schönen Solitär und ist im Winter mit ihren kleinen Apfelfrüchten ein wichtiges Vogelnährgehölz.

Schädlinge

Die frischen jungen Triebe und Blüten sind bei Blattläusen sehr begehrt. Ansonsten gilt die Elsbeere als ausgesprochen robust und wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Über Schmetterlingsraupen sollte man sich freuen, denn zu einer nachhaltigen Schädigung der Bäume führen sie nicht.

Ökologie

Mit ihren wohlduftenden weißen Blüten zieht die Elsbeere vor allem Honigbienen an und gilt als gute Bienenweide. Wildbienen interessieren sich hingegen nicht für die Bäume.

Die Blätter der Elsbeere nutzen die Raupen von vier Schmetterlingen als Futter. Dabei handelt es sich um die Pfeileule (Acronicta psi), Trapezeule (Cosmia trapezina), den Rotbuchen-Gürtelspanner (Cyclophora linearia) und den Gelben Weißdornspanner (Opisthographis luteolata).

Mit zunehmender Reife verlieren die Elsbeeren ihre Gerbstoffe und werden bei Vögeln umso beliebter. Sie sind im Winter ein wichtiges Vogelfutter, denn die Beeren verbleiben am Baum und fallen erst sehr spät herunter.

Wissenswertes

Die Elsbeere wurde zum Baum des Jahres 2011 gekürt.

Eine alte Bezeichnung der Elsbeere lautet Ruhrbirne, weil man die kleinen Apfelfrüchte früher als Heilmittel gegen die bakterielle Durchfallerkrankung Ruhr benutzt wurden. Der Artname torminalis, lateinisch für Ruhr oder Dysenterie deutet auf ebendiesen Gebrauch hin. Sorbus kommt vom keltischen sorb für herb oder sauer.

Fotos

Gesamte Pflanze Elsbeere
Quelle: Andrew Dunn, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Frucht Elsbeere
Quelle: Amada44, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Elsbeere
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Elsbeere
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Rinde Elsbeere
Quelle: Kenraiz, Public domain, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Ist die Elsbeere winterhart?

Die einheimische Elsbeere übersteht im Winter selbst tiefe Minusgrade. Nur die Fröste im Frühjahr können zum Problem werden, wenn der Baum bereits mit dem Austrieb begonnen hat und es plötzlich über Nacht noch einmal richtig kalt wird.

Kann man Elsbeere essen?

Elsbeeren sind roh außerordentlich gerbstoffreich, kaum genießbar und können leichte Übelkeit auslösen. Das ändert sich mit zunehmendem Reifegrad und vor allem nach den ersten Frösten. Dabei werden sie allerdings teigig und bleiben nach wie vor sauer. Mit anderen Worten: Elsbeeren muss man mögen.

Gut gereift, aber nicht überreif oder einmal im Tiefkühlfach durchgefrostet kann man sie zu Kompott oder Marmelade verarbeiten. Vergoren gewinnt man daraus Elsbeerenbrand, den man im Spirituosenhandel nur selten und zu märchenhaften Preisen begegnet. Wesentlich häufiger werden die sauren Beeren süßen Obstweinen zur Geschmackskorrektur beigefügt.

Was ist Elsbeere für ein Holz?

Das zerstreut-feinporige, sehr feinfaserige und extrem harte Holz der Elsbeere ist selten und ausgesprochen teuer. Kern- und Splintholz sind kaum zu unterscheiden und im unbearbeiteten Zustand hell gelblich bis leicht rötlich. Gedämpft bekommt es einen warmen Rotton und eine dezente Maserung. Es ähnelt dem der Birne und ist unter der Bezeichnung Schweizer Birnbaum in der Möbelschreinerei als Furnier und bei Instrumentenbauern für Flöten, Klarinetten und Oboen beliebt, für Spindeln und Schiffchen beim Weben, für Billardstöcke und in der Wagnerei.

Ist die Elsbeere giftig?

Elsbeeren sind nicht giftig, aber extrem sauer. Das gilt vor allem für die jungen Früchte. Nach dem ersten Frost oder mit zunehmender Reife werden die Gerbstoffe abgebaut und die Beeren werden deutlich genießbarer.

Ökologischer Wert

Elsbeere in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
4
Nektarwert:
3
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
4

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird sehr häufig aufgesucht

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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