Vielblütige Rose,Büschelrose, Polyantha-Rose

Rosa multiflora

Gehölz
Wildform
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Gesamte Pflanze von Vielblütige Rose

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Ostasien stammende Wildrose
  • 2-3 Meter hoher und breiter, dichter Strauch mit wenig Stacheln
  • Zweige braungrün bis rötlichbraun, überhängend und leicht kletternd
  • Rispen mit zahlreichen kleinen weißen oder zartrosa Blüten
  • Hagebutten orange bis dunkelrot und nur so groß wie eine Erbse
  • Kommt mit unterschiedlichem Angebot an Licht, Boden und Wasser klar
  • Nahrung für Bienen, Schwebfliegen und anderen Insekten
  • Vogelnährgehölz mit winterständigen Früchten
  • Vemehrung vor allem mit Ausläufern, aber auch mit Samen, Stecklingen oder Absenkern möglich
  • Gilt vielerorts als invasiver Neophyt
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 3 m
Breite: 2 - 3 m
Zuwachs: 25 - 75 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: sauer
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Rosen
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Vielblütige Rose?

Vielblütige Rose, Büschelrose oder Rispen-Rose (Rosa multiflora) wird als reichhaltig weiß blühender Zierstrauch gehalten. Sie stammt ursprünglich aus Japan, Korea, Taiwan und Ostchina und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). In ihrer Heimat wächst sie vor allem in Wäldern und an den Ufern von Flüssen, wobei sie vom Flachland bis in eine Höhe von 3.000 Metern emporsteigt.

Es handelt sich dabei um einen sommergrünen breitwüchsigen und dichten Strauch mit überhängenden Trieben, der eine Höhe von 2-3 Metern erreicht und als Stammart vieler reichblütiger Rosensorten eingekreuzt wurde. Stacheln sind an den dünnen rötlichbraunen oder braungrünen Zweigen nur wenige vorhanden; sie sind kräftig und gebogen.

Die gestielten 5-12 Zentimeter langen, unpaarig gefiederten Blätter bestehen aus 7-9 elliptischen Fiederblättchen, die jeweils 2-6 Zentimeter messen und oberseits glänzend grün, unterseits mattgrün und oft leicht behaart erscheinen. Am Grund der Blattstiele stehen fransig zerschlitzte Nebenblätter.

Den deutschen wie auch den botanischen Namen hat die Vielblütige Rose von ihren zahlreichen, in kegelförmigen Rispen stehenden Blüten, die an den Enden kurzer Vorjahrestriebe erscheinen. Sie blüht im Sommer etwa 30 Tage lang, und mehrere hundert Blüten sind nicht ungewöhnlich. Die strahlend weißen oder zartrosa Einzelblüten werden etwa zwei Zentimeter groß und duften. Sie sind einfach und schalenförmig, mit fünf grünen eiförmigen und gefiederten Kelchblättern und wenig überlappenden herzförmigen, am Ende ausgerandeten Kronblättern, aktinomorph und zwittrig. Die drüsenborstigen Kelchblätter sind nach der Blüte zurückgeschlagen und an den Früchten meist bereits abgefallen.

Die Sammelfrüchte der Vielblütigen Rose sind fünf Millimeter lange kugelige bis ovale und orange bis dunkelrot gefärbte Hagebutten, die ebenso wie die Blüten in großer Zahl in den Rispen erscheinen. Die Nüsschen sind hellbraun, unbehaart, dreieckig und auf einer Seite konvex.

Vielblütige Rose im Garten

Standort

Boden, Licht, Feuchtigkeit? Ziemlich egal. Ihre recht geringen Ansprüche an den Boden hat die anpassungsfähige Vielblütige Rose beliebt gemacht; sie kommt mit so ziemlich jeder fruchtbaren und gleichmäßig feuchten Gartenerde zurande und wächst sowohl im Schatten wie auch in praller Sonne. Sonne oder Halbschatten fördern allerdings das Wachstum und den Blütenreichtum. Sie kommt mit tonigen und lehmigen Böden gut zurecht. Die Rosen sind bis -30 °C frosthart und recht wüchsig. Das Einzige, was sie nicht mag, ist viel Kalk im Boden und Staunässe.

Schnitt

Wildrose bleibt Wildrose, auch wenn die Büschelrose ein Exot aus Asien ist. Man braucht sie eigentlich nicht großartig zu schneiden. Wenn sie zu groß zu werden droht kannst Du ihr aber ohne Probleme einen ordentlichen Formschnitt verpassen. Auch alte und abgestorbene Triebe lassen sich jederzeit entfernen.

Vermehrung

Sich selbst vermehrt die Büschelrose vor allem durch Ausläufer, aber auch mittels ihrer Samen. Am einfachsten ist es, Stecklinge abzunehmen – diese bewurzeln ungewöhnlich leicht für eine Rose. Oder Du trennst etwas von den Ausläufern ab: Triebe bis auf etwa 20 Zentimeter herunterschneiden und mit dem Spaten abstechen. Von bogig überhängenden Zweigen lassen sich auch Absenker gewinnen.

Verwendung

Der Vielblütigen Rose begegnet man häufig in Parks und Grünanlagen, wo sie im Sommer mit ihren zahlreichen weißen Blüten hervorsticht. Auch zur Straßenbegrenzung ist sie beliebt, und im heimischen Garten zieht man daraus dichte Hecken, die als Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz einen besonderen ökologischen Stellenwert haben. Zudem ist die pflegeleichte und resistente Art eine robuste Unterlage für viele Rosensorten, die selber wesentlich empfindlicher sind. In der Blumenbinderei wird sie als Schnittblume verwendet. Im Winter bleibt sie trotz des abgefallenen Laubes durch die zahlreichen kleinen und knalligen Hagebutten dekorativ.

Schädlinge

Ähnlich wie bei den einheimischen Wildrosen findet man auch bei der aus Ostasien stammenden Büschelrose nur selten Schädlinge und Krankheiten. Blattläuse, Mehltau und Rostflecken kommen hier deutlich seltener vor als bei den Zuchtrosen. Das erklärt mit die Beliebtheit als Unterlage zur Veredelung.

Ökologie

An dem Pollen und Nektar der Büschel-Rose erfreuen sich zahlreiche Insekten, vor allem Honigbienen, Schwebfliegen und Käfer. Im Herbst verbleiben die Hagebutten lange am Strauch und sind ein gutes Vogelnährgehölz. Aber auch bereits im Frühjahr und Sommer wissen Vögel die dichten Sträucher als Vogelschutzgehölz zu nutzen und bauen ihre Nester darin. Auch andere Tiere finden in den breiten Büschen Unterschlupf. Die Hagebutten werden auch von anderen Tieren wie Kleinsäugern verzehrt, die zusammen mit den Vögeln für die Verbreitung der Samen sorgen.

Dennoch wird die Vielblütige Rose von Naturschützern kritisch gesehen: Sie neigt zu aggressivem Wachstum und kann zum invasiven Neophyten werden. Mittlerweile findet sie sich verbreitet in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel und sogar in Südafrika, Argentinien und Neuseeland. In Nordamerika gilt sie als invasive Art, nachdem sie dort eigentlich als Bodenfestiger und Habitat und Nahrung für Wildtiere eingeführt wurde. Ihre reichlich produzierten Ausläufer und die weite Verbreitung durch hagebuttenfressende Vögel machen sie zu einem ernsthaften ökologischen Problem. Hat sie sich erst einmal festgesetzt, so bildet sie undurchdringliche Gebüsche, in denen andere Pflanzen kaum eine Chance haben. Sie drängt damit nicht nur einheimische Arten zurück, sondern steigert die in vielen nordamerikanischen Gegenden nicht zu vernachlässigende Waldbrandgefahr durch ihre bei Trockenheit wie Zunder brennenden vertrockneten Sprosse.

Bei uns gilt sie inzwischen in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Hamburg als eingebürgert. Eine bewährte biologische Schädlingsbekämpfung ist mit Ziegen möglich – sie fressen den Exoten ungeachtet seiner wenigen aber kräftigen Stacheln.

Wissenswertes

Beliebt wegen der zahlreichen Blüten

Ein gleichlautendes Synonym in griechisch für die Rosa multiflora ist Rosa polyantha – beides bedeutet vielblütig. In der Rosenzüchtung ist die Vielblütige Rose seit jeher wegen ihrer reichhaltigen Blüte begehrt und elterlicher Bestandteil der meisten Multiflora- und Polyantha-Rosen. Ebenso gehört sie zu den am meisten verwendeten Unterlagen zum Pfropfen von Zuchtrosen wie Rambler- und Floribunda-Rosen.

Die Rosenzücher Johann Christoph Schmidt und Rudolf Geschwind

Viele der Sorten und Hybriden der Vielblütigen Rose wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von den bekannten deutschen Rosenzüchtern Johann Christoph Schmidt (1803-1868) in Erfurt und Rudolf Geschwind (1829-1910) in Karpfen (heute Krupina) geschaffen. Geschwinds 1886 erschienenes preisgekröntes Buch Die Hybridisation und Sämlingszucht der Rosen gilt trotz seines Alters bis heute als eines der wichtigsten Standardwerke der Rosenzucht.

Von Japan auf die Autobahn

In Japan ist die no-ibara die häufigste einheimische Wildrose. Die ersten dort von einem Europäer vorgefundenen Exemplare wurden 1784 vom schwedischen Naturforscher Carl Peter von Thunberg (1743-1828) beschrieben. Thomas Evans brachte sie 1804 nach England, in Deutschland tauchte sie 1808 in Weimar und 1812 im Botanischen Garten von Berlin auf. Heute ist sie weit verbreitet – viele Exemplare säumen Autobahnen und Bahnstrecken.

Unrentable Hagebutten

In der Küche verwendet man die geradezu winzigen Hagebutten so gut wie überhaupt nicht – sie sind schlicht zu klein, sodass sich das mühsame Sammeln und Aufbereiten von Hand nicht wirklich rentiert.

Fotos

Gesamte Pflanze Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Frucht Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Frucht Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Blatt Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
 Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Blatt Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Blatt Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Blatt Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Vielblütige Rose
Quelle: NaturaDB

Häufige Fragen

Wie schnell wächst Rosa multiflora?

Je nach Standort schafft die Büschelrose einen halben Meter pro Jahr – bei guter Pflege, reichlich Dünger und viel Sonne oft auch etwas mehr. Üblicherweise wird sie 2-3 Meter hoch und ebenso breit, kann aber auch bis zu fünf Meter erreichen.

Ist die Büschelrose giftig?

, genauso wenig wie anderen Wildrosen. Im Prinzip kann man die gerade mal erbsgroßen Hagebutten auch essen – Vögel und Kleinsäuger machen es vor. Aber sie sind so winzig, dass der Mensch selten auf dieses Angebot zurückkommt. Andere Wildrosen sind da mit ihren Butten wesentlich ergiebiger.

Wann blüht die Büschelrose?

Die Vielblütige Rose blüht im Juni und Juli, insgesamt etwa einen Monat lang mit vereinzelten Nachblüten. Dabei fällt sie mit ihrem Blütenreichtum auf – eine einzelne Hecke kann ohne weiteres 500 Blüten und mehr produzieren. Die nur zwei Zentimeter großen, in Rispen stehenden Blüten selbst sind reinweiß oder haben mitunter einen leichten Stich ins Rosafarbene.

Ökologischer Wert

Vielblütige Rose nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.