Dekorative Heckenpflanzen: Auffällige Früchte und buntes Herbstlaub

Dekorative Heckenpflanzen: Auffällige Früchte und buntes Herbstlaub
Quelle: simona pavan/shutterstock.com

Von wegen Hecken sind langweilig! Da muss es nicht immer nur eintönig blättriges Grün sein, viele Heckenpflanzen warten mit dekorativen Blüten, bunter Herbstfärbung und auffälligen Früchten auf. Die imposanten Blühhecken haben wir bereits in einem anderen Ratgeber ausführlich behandelt, hier soll es um die mit herbstlich gefärbtem Blattwerk und weithin sichtbaren Beeren und Steinfrüchten gehen.

Warum färben sich im Herbst die Blätter bunt?

Spätestens im September merkt man, dass die Tage wieder deutlich kürzer werden und die Temperaturen langsam sinken. Pflanzen sehen das als Signal, dass es allmählich auf den Winter zugeht. Da gilt es Vorbereitungen zu treffen, um gut über den Winter zu kommen. Bei einer Laubhecke fallen bald die Blätter; da wäre es Verschwendung, wertvolle Substanzen einfach wegzuwerfen. Daher beginnen die Pflanzen Nährstoffe und Chlorophyll aus den Blättern abzutransportieren. Übrig bleiben die gelben Carotinoide und roten Anthocyane, deren Farbe vorher vom reichlich vorhandenen Blattgrün überdeckt wurde. Diese beiden Gruppen von Farbstoffen sind für die bunte Herbstfärbung verantwortlich. Umgekehrt werden unzuträgliche Stoffe in die Blätter gebracht, um sie loszuwerden – quasi eine Entschlackungskur für die Hecke. Sobald alles vorbereitet ist und es noch kälter und dunkler wird sterben Zellen zuunterst im Blattstiel ab und schaffen eine Sollbruchstelle, an der sich das Blatt ablösen kann. Verschwendet ist das Laub trotzdem nicht: Von Pilzen und Kleinstlebenwesen zersetzt liefert es wertvollen Kompost, der sich im Garten als Dünger einsetzen lässt.

Herbstliche Früchte locken Tiere an

Nach der Blüte im Frühjahr und Sommer produzieren Hecken wie viele andere Pflanzen ihre Früchte, um die Verbreitung der Samen sicherzustellen. Laubhecken verlassen sich da gerne auf zwei- und vierbeinige Hilfe: Fallen den Menschen die herbstlichen Früchte ins Auge, so gilt das auch für andere Säugetiere und für Vögel. Sie sind die Hauptadressaten für auffällige Beeren, Stein- und Apfelfrüchte: Süßes und nahrhaftes Fruchtfleisch ist für sie unwiderstehlich – nicht ganz ohne Hintergedanken: So werden die Samen von herumpickenden Vögeln in der Umgebung verteilt oder im Idealfall von Tieren gefressen und nach der Verdauung unbeschadet wieder ausgeschieden, sodass sie weit entfernt von der Mutterpflanze neue Lebensräume erschließen können.

Am besten heimische Heckenpflanzen verwenden

Im Zweifelsfalle solltest Du auf Heckenpflanzen zurückgreifen, die in Mitteleuropa heimisch sind. Das trifft auf die meisten aus unserer Auswahl zu; sie sind an unsere klimatischen Bedingungen und an Fauna und Flora am besten angepasst, sodass es keine Probleme mit der Winterhärte gibt und die Pflanzen der Tierwelt zugutekommen. Zudem lässt sich so vermeiden, dass sich exotische Heckenpflanzen, so dekorativ ihre Herbstfärbung und Früchte auch sein mögen, als invasive Neophyten breitmachen und die heimischen Ökosysteme stören.

Unsere Empfehlungen

Sorbus aucuparia

Vogelbeere

Sensationell für Vögel
heimisch
Bodenfestiger
rauchhart
Sichtschutz
Raupenfutter
Gesamte Pflanze Vogelbeere
Vogelbeere: Gesamte Pflanze

Die Bezeichnung Vogelbeere trägt die Eberesche vollkommen zu Recht, denn die Vogelwelt schätzt sie nicht nur als Vogelschutzgehölz, sondern macht sich auch mit Vorliebe über die schmackhaften und vor allem zahlreichen Beeren her. Im Herbst verbringen Scharen von Amseln, Drosseln und Rotkehlchen Stunden mit dem Herumzupfen an den Früchten. Sie sind auch für Kleinsäuger ein wichtiges Winterfutter, mit dem sich Schläfer und Haselmäuse einen Wintervorrat anlegen. Die Vogelbeeren kann man gekocht essen; roh wird man ohnehin auf sie verzichten, da sie recht bitter schmecken. Zusammen mit dem bunten Laub zieren sie den herbstlichen Garten und sind dabei als Heckenpflanzen robust, pflegeleicht und wenig anspruchsvoll. Zudem ist die Eberesche ein guter Bodenfestiger und kommt in der Stadt gut mit Abgasen und Feinstaub klar. Etliche Schmetterlinge nutzen sie als Nektarlieferanten und Raupenfutter, und Honigbienen, Fliegen und Käfer umschwärmen im Frühling die kleinen weißen Blüten.
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Euonymus europaeus

Pfaffenhütchen

Rotes Herbstlaub und leckeres Rotkehlchenbrot
giftig
heimisch
Windschutz
Bodenfestiger
pflegeleicht
Frucht Pfaffenhütchen
Pfaffenhütchen: Frucht

Mit seinem knallig roten Herbstlaub und den unverwechselbaren Früchten ist der Spindelbaum eine ungewöhnliche Zierde für den Garten. Im Herbst erscheinen die purpurroten Kapseln, die bei der Reife aufspringen und den von einem orangefarbenen Arillus umgebenen Samen an einem kleinen Stiel heraushängen lassen. Vögel lieben dieses für Menschen giftige Zubrot – vor allem Amseln und Rotkehlchen, was dem ausgezeichneten Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz den Namen Rotkehlchenbrot eingebracht hat. Auch Kleinsäuger haben es auf die Deko abgesehen. Im Frühsommer bestäuben Fliegen und Bienen die unscheinbaren Blüten des Pfaffenhütchens. Die bis zu fünf Meter hohen Hecken stehen gerne warm und sonnig und brauchen einen nährstoffreichen Boden; sie sind gut schnittverträglich, müssen aber nur selten geschnitten werden. Bei einigen Zuchtsorten sind die Früchtchen noch auffälliger gestaltet als bei der Wildart und für Vögel mindestens ebenso köstlich.
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Sorbus domestica

Speierling

Beliebt als Äppelwoi und Winterfutter
langsam wachsend
heimisch
Bienenweide
essbare Früchte
trockenheitsresistent
Gesamte Pflanze Speierling
Quelle: Octopus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Speierling ist eine uralte Obstsorte, deren Früchte man früher gerne dem Apfelwein beigemischt hat, die heutzutage aber aus der Mode gekommen ist. Inzwischen gilt er bei uns als eine der seltensten Obstbaumarten. Schon die alten Römer haben ihn nach Deutschland gebracht. Die Bäume oder Hecken brauchen viel Wärme und Licht und fühlen sich auf einem frischen bis trockenem Boden am wohlsten; viel Sonne sorgt nicht nur für reichlich Blüten und Früchte, sondern auch für eine besonders intensive Herbstfärbung. Im Mai erscheinen die duftenden weißen Blüten, die von Bienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen bestäubt werden. Die im Vergleich dazu wenigen apfel- oder birnförmigen Früchte schmecken nach den ersten Frösten besonders gut. Das wissen auch die Vögel, die als Winterfutter nutzen, ebenso wie kleine Säugetiere; besonders der selten gewordene Dachs weiß sie zu schätzen. Vor allem im Alter ist der Speierling extrem trockenverträglich; zudem braucht man die nur langsam wachsenden Hecken so gut wie nicht zu schneiden.
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Weitere Pflanzen

Prunus padus

Gemeine Traubenkirsche

Für frische Standorte mit Sonne oder Halbschatten
essbare Beeren
regelmäßiger Schnitt
heimisch
robust
Bodenfestiger
Gesamte Pflanze Gemeine Traubenkirsche
Gemeine Traubenkirsche: Gesamte Pflanze

Die Gewöhnliche Traubenkirsche findet man wild häufig in feuchten Wäldern und Flussauen; als Baum oder Strauch fallen sie durch ihre breit ausladende, meist in geringer Höhe beginnende Krone auf. Die ovalen Blätter sind im frühjährlichen Austrieb bronzefarben und verfärben sich im Herbst kräftig in verschiedenen Rot- und Orangetönen. Sie erscheinen erst nach den Blüten, die im April und Mai mit ihrem angenehm honigartigen Duft Bienen und Schmetterlinge herbeilocken. Schmetterlinge nutzen die Traubenkirsche als Raupenfutter, und Vögel machen sich mit Vorliebe über die erbsengroßen Früchte her, die sich von grün über rot nach tiefschwarz verfärben. Willst Du die Hecke in Form halten, ist ein regelmäßiges Schneiden angesagt; davon abgesehen ist die Traubenkirsche pflegeleicht und robust. Mit ihrem dichten Wurzelwerk gibt sie einen guten Bodenfestiger. Die Beeren sind grundsätzlich essbar, aber ausgesprochen herb und sauer, sodass man sie in Marmelade und Likör mit anderen Früchten mischt.
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Lycium barbarum

Gewöhnlicher Bocksdorn

Superfood mit Ausbreitungsdrang
ausläuferbildend
essbare Früchte
nicht heimisch
Bodenfestiger
Sichtschutz
Windschutz
Frucht Gewöhnlicher Bocksdorn
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Gemeiner Bocksdorn ist ein Nachtschattengewächs, das ursprünglich in Asien beheimatet ist. Als Hecke steht er gerne sonnig, trocken und warm und kommt auch längere Zeit mit wenig Wasser zurecht. In den letzten Jahren erfreuen sich seine länglichen roten Früchte unter der Bezeichnung Goji-Beeren als Superfood wachsender Beliebtheit. Auch Vögel wissen sie als Winternahrung zu schätzen, auch wenn es sich nicht um eine heimische Art handelt. Hecken schneidet man vorzugsweise im Frühjahr; ebenso gilt es die schnell ausufernden Ausläufer mit einer Rhizomsperre in Zaum zu halten, damit er sich nicht explosionsartig breitmacht. Andererseits sorgen sie für einen ausgezeichnete Bodenfestigung, die dichten Äste für Windschutz und Sichtschutz. Bisweilen findet man an seinem Grün einen auffälligen Gast: Der Totenkopfschwärmer nutzt ihn als Raupenfutter.
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