Imposante, heimische Blühhecken, die garantiert auffallen

Imposante, heimische Blühhecken, die garantiert auffallen
Quelle: Marinodenisenko/shutterstock.com

Hecken gibt es solche und solche: Die einen fallen durch ihre dekorativen Blätter und eine leuchtend bunte Herbstfärbung auf, die anderen durch ihren immensen Blütenreichtum. Wenn Du was fürs Auge suchst bist Du hier richtig: Nachfolgend wollen wir Dir einige der imposantesten Blühhecken für den Garten vorstellen. Sie sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern haben auch viele weitere Vorteile, insbesondere unter ökologischen Aspekten.

Blüten gleich Futter für Insekten

Blüten heißt auch meistens Insektenfutter – den süßen Nektar holen sich Bienen und Schmetterlinge als Flugbenzin mit schnell verfügbaren Kohlenhydraten, der nahrhafte Pollen dient Honigbienen als Mehl für ihr täglich Bienenbrot und Hummeln und anderen Wildbienen als Proviant für ihre Brut. Ebenso ist der Blütenstaub wichtig für Insekten mit kurzen Rüsseln, die nicht an den Nektar in den Kronröhren gelangen, wie Käfer, Fliegen und Schwebfliegen.

Früchte für Mensch und Tier

Meistens bleibt es bei einer Blühhecke nicht beim Insektenfutter – aus den bestäubten Blüten entwickeln sich Früchte, die teils auch für den Menschen essbar sind, zumeist aber für Vögel und Säugetiere, die damit den Pflanzen fleißig beim Verbreiten der Samen helfen. Was davon lange an der Hecke bleibt wird zum wichtigen Winterfutter, das auch bei Eis und Schnee Nahrung liefert und den Tieren über die kalte Jahreszeit hinweghilft. Ebenso profitieren viele Insekten– nicht nur Bienen, sondern auch Wespen und andere Kerbtiere holen sich gerne einen Schwips von den überreifen Früchten, und was letztendlich übrig bleibt wird von Würmern, Pilzen und Kleinstlebewesen zu wertvollem Humus verarbeitet.

Raupenfutter und Wurzelbiotop

Davon abgesehen finden auch andere Pflanzenteile ihre Abnehmer, nicht anders als bei den Blatthecken. Das Grün dient vielfach den Larven von Schmetterlingen als Raupenfutter, die als erwachsene Falter hier, in der Rinde oder nah am Erdboden ihre Eier ablegen, sich entwickeln und verpuppen. Auch das Wurzelwerk ist ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Würmer und andere Kleintiere; vielfach werden die Heckenpflanzen von symbiontisch lebenden Pilzen unterstützt, die Nährstoffe aus dem Boden gegen Zucker aus der Photosynthese eintauschen. Was an Schnittgut von den Blühhecken übrig bleibt lässt sich zu Kompost verarbeiten oder wird als Ast- und Reisighaufen zum Biotop für Kleintiere. Sogar als Totholz liefern die Blühhecken wertvolle Lebensräume.

Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz

Gehölze sind insbesondere für Vögel wichtig; sie finden hier nicht nur Nahrung und Winterfutter, in vielen bauen sie ihre Nester oder nutzen das dichte Geäst, um sich darin zu verstecken. Bodennah gilt ähnliches für Igel und andere Kleinsäuger, ebenso wie für Insekten, die sich hier verbergen und vor der Sonne Schutz suchen.

Wichtige Biotope gegen die Folgen des Klimawandels

Wie andere Hecken hilft auch eine Blühhecke beim Gliedern des Gartens und trägt zu Artenvielfalt und Trockenheitsresistenz bei. Gerade bei heißem und trockenem Wetter helfen der Schatten und die an die Luft abgegebene Feuchtigkeit ein geeignetes Mikroklima aufrechtzuerhalten, während sich Rasenflächen und Schottergärten in der Sonne bis zur Gluthitze aufheizen. Regenfälle gelangen nicht sofort auf die Erde, sondern fließen langsam über Blätter und Zweige ab, sodass das Wasser deutlich mehr Zeit zum Versickern hat. Eine umfangreiche Bodenfauna und -flora sorgt zudem für lockere Erde, die das Wasser wesentlich besser hält als ein knochenhart vertrockneter Rasen. Mit anderen Worten: Eine win-win-Situation, egal ob es wie derzeit üblich gerade tagelang trocken bleibt oder in Strömen gießt.

Unsere Auswahl an heimischen Blühhecken

Falls Du Dich wunderst, dass in unserer Liste so beliebte Blühhecken wie Forsythie, Kolkwitzie, Flieder und Sommerflieder nicht auftauchen: Wir beschränken uns hier auf in Mitteleuropa heimische Arten. Sie sind nicht nur am besten an unsere klimatischen Verhältnisse angepasst und damit auf jeden Fall winterhart, sondern auch an unsere Flora und Fauna. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht – ein Schmetterling schon gar nicht. So bekommt man auch garantiert keine Probleme mit invasiven Neophyten, die hiesige Arten bedrohen und die Ökosysteme durcheinanderbringen.

Pflanzen im Überblick

Unsere Empfehlungen

Sambucus nigra

Schwarzer Holunder

Fliederbeersuppe und Vogelfutter
robust und pflegeleicht
heimisch
schnellwüchsig
Bienenweide
Vogelnährgehölz
Blüte Schwarzer Holunder
Schwarzer Holunder: Blüte

Schwarzer Holunder ist von Mai bis Juli von zahlreichen großen Rispen aus weißen Blüten überzogen, deren Geruch nicht jedermanns Sache ist. Umso mehr werden sie von Honigbienen, Fliegen und Käfern geschützt. Ebenso finden sich hier Schmetterlinge ein, um den Nektar der Blüten zu saugen oder ihre Eier auf die Raupenfutterpflanze abzulegen. Über 60 Vogelarten und viele Kleinsäuger holen sich die schwarzen Beeren, die im rohen Zustand für den Menschen schwach giftig sind. Zu Marmelade, Kompott oder der legendären norddeutschen Fliederbeersuppe gekocht sind sie ebenso unschädlich wie die Blüten in Ausbackteig frittiert. Die im Handel erhältlichen Zuchtsorten unterscheiden sich in Laubfarbe, Ertrag, Wuchsform und Höhe; bei einigen sind die Früchte weiß statt schwarz. Sie alle lieben eine feuchte und fruchtbare, vorzugsweise leicht kalkhaltige Erde und einen sonnigen bis halbschattigen Stand. Eine ähnlich schöne Blühhecke gibt auch der ebenfalls heimische Rote Holunder oder Traubenholunder (Sambucus racemosa) ab.
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Laburnum anagyroides

Gemeiner Goldregen

Schön, aber giftig!
heimisch
Bodenverbesserer
Bienenweide
wenig schnittverträglich
Blüte Gemeiner Goldregen
Quelle: Jebulon, CC0, via Wikimedia Commons

Gemeiner Goldregen besticht im Sommer als Blühhecke mit zahlreichen hängenden gelben Trauben. Er ist robust und pflegeleicht, sollte aber möglichst wenig geschnitten werden. Dabei solltest Du Handschuhe tragen - als Giftpflanze sollte man den Goldregen niemals unterschätzen. Die toxischen Alkaloide finden sich ausgerechnet in den attraktiven Blüten und vor allem in den Samen, von denen bereits einige wenige für einen Erwachsenen tödlich sind. Dagegen zeigen sich die Raupen von Postillon und Winkelbinden-Wellenriemenspanner von den Giftstoffen wenig beeindruckt. Für die Bestäubung sorgen vor allem Honigbienen, Fliegen und Käfer. Auf kargen Böden ist Goldregen interessant, da seine Mykorrhiza Stickstoff aus der Luft bindet. Die zahlreichen im Handel erhältlichen Sorten unterscheiden sich in Blüten, Belaubung und Wuchshöhe.
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Weitere Pflanzen

Prunus spinosa

Schlehe

Wichtiger Frühblüher für Insekten
heimisch
wichtig für Schmetterlinge
Vogelschutzgehölz
Vogelnährgehölz
ausläuferbildend
Blüte Schlehe
Schlehe: Blüte

Der Schlehdorn ist vielerorts aus dem Landschaftsbild kaum wegzudenken. Auffällig wird das pflegeleichte und ausgesprochen robuste Rosengewächs im zeitigen Frühjahr, wenn die Sträucher von einem dichten weißen Blütenflor bedeckt sind - lange bevor das erste Laub erscheint. Der zarte Mandelduft lockt neben Bienen vor allem Schmetterlinge an: Über hundert Arten holen sich hier Nektar oder nutzen die Schlehe als Raupenfutter. Ähnlich beliebt sind die kugeligen blauen Steinfrüchte bei Vögeln und Kleinsäugern: Sie sind ein wichtiges Winterfutter. Zudem verstecken sie sich gerne zwischen den dornig bewehrten Ästen, und Vögel bauen hier mit Vorliebe ihre Nester. Schlehenhecken stehen gerne in der Sonne und kommen im Sommer auch mit längeren Trockenphasen zurecht. Gegebenenfalls musst Du der Blühhecke mit einer Rhizomsperre zu Leibe rücken, damit sie sich nicht über Gebühr ausbreitet; wegen des langsamen Wachstums ist das oft eher nötig als das sporadische Schneiden. Die Ausläufer sorgen aber für eine gute Bodenfestigung.
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Crataegus laevigata

Zweigriffeliger Weißdorn

Wichtig als Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz
heimisch
langlebig
robust und pflegeleicht
vogelfreundlich
insektenfreundlich
Blüte Zweigriffeliger Weißdorn
Quelle: Petr Filippov, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zweigriffeliger und Eingriffeliger Weißdorn sind die beiden wichtigsten heimischen Vertreter der Gattung Crataegus, neben denen es im Gartenhandel noch jede Menge anderer beliebter Blühhecken gibt. In ihrem Blütenreichtum unterscheiden sie sich ebenso wenig wie in ihren Ansprüchen, und neben den Wildarten gibt es unzählige natürliche und gärtnerische Hybriden. Der für menschliches Empfinden unangenehm fischige Geruch der Blüten lockt neben Bienen und Schmetterlingen auch Fliegen und Käfer an. Den Pollen holen sich Wildbienen, und die Blätter dienen zahlreichen Schmetterlingen als Raupenfutter. Nicht minder wichtig ist der Zweigriffelige Weißdorn für Vögel: Seine sparrigen, dornig bewehrten Äste bieten Unterschlupf und Möglichkeiten zum Nestbau, und die im Herbst erscheinenden leuchtend roten Apfelfrüchte bieten ihnen ebenso wie Kleinsäugern ein bewährtes Winterfutter. Im Garten gibt er sich mit so ziemlich jeder Erde zufrieden; auch mit Halbschatten kommt eine Weißdornhecke klar, allerdings blüht sie dort nicht ganz so reichhaltig wie in der Sonne.
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Prunus cerasifera

Wildpflaume

Wildobst: Weder Kirsche noch Pflaume
heimisch
essbare Früchte
Vogelnährgehölz
Frühblüher
Bienenweide
Blüte Wildpflaume
Quelle: David Rasp, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

In unsere Reihe von heimischen Blühhecken ist die Wildpflaume mal gerade so reingerutscht – eigentlich ist sie bei uns lediglich eingebürgert, aber das schon seit geraumer Zeit. Als Zierpflanze ist sie nicht nur als Blühhecke beliebt, sondern auch wegen ihrer wohlschmeckenden Früchte. Ungeachtet des Namens ist die Kirschpflaume keine Kreuzung, obgleich die an Mirabellen erinnernden Früchte wie zu groß geratene Kirschen mit einem pflaumenartigen Steinkern aussehen. Ohne Früchte kann man die Wilde Mirabelle leicht mit der Schlehe verwechseln, sie wächst jedoch deutlich ausladender und weniger buschig, die Äste sind weniger dornig und hängen oftmals über, die Blüten erscheinen etwas früher und unter den Obstbäumen als mit die Ersten. Das macht die Wildpflaume zu einer wichtigen Futterpflanze für Honig- und Wildbienen. Ihre Blätter dienen Schmetterlingen als Raupenfutter, und auf die Früchte haben es nicht nur die Gärtner, sondern auch Vögel und kleine Säugetiere abgesehen. Neben der Wildform bekommt man im Gartenhandel eine ganze Palette von Zuchtsorten, die sich vor allem in Fruchtgröße, Blattfärbung und Wuchs unterscheiden.
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Philadelphus coronarius

Europäischer Pfeifenstrauch

Riecht angenehm nach Jasmin
heimisch
schnellwüchsig
gut kombinierbar
viele Sorten und Hybriden
Blüte Europäischer Pfeifenstrauch
Europäischer Pfeifenstrauch: Blüte

Der Europäische Pfeifenstrauch besticht als Blühhecke mit seiner überbordenden Blütenfülle. Zahlreiche cremeweiße Blüten sitzen in Trauben an den Enden der Zweige und verströmen einen angenehmen Duft, der ihm auch die Bezeichnung Bauernjasmin eingebracht hat. Besonders viele davon gibt es, wenn er in der prallen Sonne steht. Dabei braucht er einen möglichst kalkhaltigen, frischen bis trockenen Stein- oder Lehmboden. Er wächst recht flott und legt jedes Jahr bis zu einem halben Meter zu. Der intensive Geruch der Blüten zieht Bienen, Fliegen und Käfer an – auch in der Nacht, denn Pfeifenstrauch duftet praktisch ununterbrochen. Im Garten lässt er sich bestens mit Rosen, Weigelien und Flieder kombinieren. Während die Wildform zwei bis drei Meter Höhe erreicht bleiben viele der im Handel erhältlichen Sorten und Hybriden mit asiatischen und amerikanischen Philadelphus-Arten deutlich kleiner und lassen sich auch für eine kleinere Blühhecke verwenden. Einfache Blüten bieten Insekten mehr Nahrung als gefüllte, bei denen Staubblätter in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt sind.
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