Ideale Pflanzen für Wildhecken

Ideale Pflanzen für Wildhecken
Quelle: Martin Fowler/shutterstock.com

Du bist auf der Suche nach einer Hecke Marke Einfach und Pflegeleicht? Da sind Wildhecken genau das richtige für Dich! Damit kannst Du im Garten praktisch nichts falsch machen. Wir empfehlen Dir hier eine Reihe von besonders geeigneten Heckenpflanzen:

Was auf dem Acker bewährt hat kann im Garten nicht schlecht sein

Das Prinzip Wildhecke haben sich Gärtner von den Bauern abgeschaut. Vor der Einführung der lebensfeindlichen Monokulturen waren Grenzhecken zwischen Äckern und Feldern üblich, die nicht nur die Kühe auf der Weide hielten und die Eigentumsverhältnisse klarstellten, sondern auch für Schatten und hohe Luftfeuchtigkeit sorgten. Positiver Nebeneffekt: Die Bauern nutzten diese Wildhecken auch zum Sammeln von Brennholz und Früchten, und im Unterwuchs ließen sich zahlreiche essbare Kräuter ernten. So etwas geht auch im Garten!

Ideale Bepflanzung für den Klimawandel

In Anbetracht des Klimawandels mit abwechselnden Dürren und Unwettern wären solche Wildhecken nicht nur in der Landwirtschaft wieder wünschenswert. Sie schaffen ein günstiges Mikroklima: Mit ihrer Schattierung heizen die Flächen nicht so leicht auf, und zudem halten sie den Wind ab, sodass das Wasser den Pflanzen wesentlich länger zur Verfügung steht. Zudem hält der Unterwuchs den Boden offen, sodass viel Regenwasser in der Erde gespeichert bleibt, aber ein Überschuss schnell abfließen kann – ganz anders als auf versiegelten Flächen oder vertrocknetem Rasen. Hecken verhindern damit eine Erosion des Bodens, bei dem die wertvolle Humusschicht weggeschwemmt wird.

Wichtiger Lebensraum und Futterlieferant für Tiere

Nicht anders als auf dem Acker gliedern Wildhecken einen Garten und ziehen magisch viele Tiere an – deutlich mehr als eine formale Einheitshecke um einen kümmerlichen Rasen. Bienen und Schmetterlinge besuchen die Blüten, Vögel verstecken sich zwischen den Ästen, bauen ihre Nester und finden reichlich Winterfutter in Form von Früchten, ebenso wie viele Kleinsäuger. Schmetterlinge nutzen die Heckenpflanzen als Nektarquelle und Raupenfutter, Kleintiere als Zuflucht, und im Untergrund lebt eine Vielzahl von Würmern, Insekten und Mikroorganismen, die für die Humusbildung wichtig sind.

Wenig Pflege…

Idealerweise kannst Du eine Wildhecke einfach wachsen lassen und setzt sie alle paar Jahre auf den Stock, sobald sie zu groß zu werden droht; das ist oft effektiver und einfacher als jedes Jahr ein bisschen daran herumzuschneiden. Viele unserer Kandidaten vertragen so einen radikalen Rückschnitt ohne Probleme.

Du musst auch nicht jedesmal tabula rasa machen – viel besser ist es, das Schneiden über die Jahre zu verteilen. Mit immer schön der Reihe nach bleibt stets genug Sichtschutz sowie Nahrung und Unterschlupf für Tiere erhalten.

Herbstlaub und Schnittgut lassen sich in einem naturnahen Garten weiterverwenden; ersteres gibt wertvollen Kompost, letzteres kann man als weitere Attraktion für die Tierwelt zu Ast- und Reisighaufen aufschichten.

… aber viel Abwechslung!

Üblicherweise verwendet man nicht nur eine einzige Heckenpflanze, sondern mehrere verschiedene, um ein abwechslungsreicheres Bild zu erhalten. Apropos: Lieber auch nicht schnurgerade in Reih und Glied, sondern mit etwas seitlichem Versatz – das sieht wesentlich schöner aus, gerade wenn die Wildhecken blühen oder das Laub in bunten Herbstfarben leuchtet.

Unsere Empfehlungen an heimischen Heckenpflanzen für Wildhecken vertragen sich im Garten genauso gut miteinander wie in Feldhecken, am Waldrand oder an Wegen. Schau Dir unsere Auswahl mal an, Du wirst da sicher etwas Geeignetes finden!

Pflanzen im Überblick

Unsere Empfehlungen

Sambucus nigra

Schwarzer Holunder

Für frische und nährstoffreiche Böden
heimisch
Vogelschutzgehölz
Vogelnährgehölz
schmetterlingsfreundlich
schnellwachsend
Gesamte Pflanze Schwarzer Holunder
Schwarzer Holunder: Gesamte Pflanze

Schwarzer Holunder braucht eine nährstoffreiche und feuchte Erde mit Sonne oder Halbschatten. Dort gedeiht er prächtig – insbesondere die langen geraden Wasserschosse können in einem Jahr bis zu drei Meter lang werden. Die normalen Triebe sind deutlich stabiler und verzweigt. Im Sommer bilden die großen gefiederten Blätter die ideale Kulisse für zahlreiche schirmförmige Rispen aus moschusartig duftenden weißen Blüten, die außer von Honigbienen vor allem von Fliegen und Käfern bestäubt werden. Schmetterlinge nutzen die Wildhecke als Nektarpflanze und/oder Raupenfutter, und die schwarzen Beeren sind bei Vögeln und Kleinsäugern beliebt. Für den Menschen sind rohe Holunderbeeren leicht giftig, im Gegensatz zu den Blütenständen, die man gerne in Ausbackteig frittiert. Im Gartenhandel bekommst Du neben der Wildform auch diverse Zuchtsorten mit unterschiedlichem Wuchs, Blattfarben und teils mit rosafarbenen statt weißen Blüten.
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Prunus spinosa

Schlehe

Robuste und wehrhafte Schmetterlingspflanze
Frühblüher
Raupenfutter
Vogelfreundlich
heimisch
essbare Früchte
Gesamte Pflanze Schlehe
Quelle: A. Barra, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Wildhecke aus Schlehdorn ist dank der widerborstigen Stacheln undurchdringlich. Vögeln ist das nur recht, denn sie bauen hier mit Vorliebe ihre Nester oder verstecken sich in dem dichten Gehölz. Im Winter kommen sie gerne auf die leckeren Schlehen zurück, die dem Menschen erst nach dem ersten Frost schmecken. Auch viele Kleinsäuger und Insekten bedienen sich daran. Zudem ist die Schlehe eine der wichtigsten Nahrungspflanzen für Schmetterlinge; hier finden nicht nur erwachsene Falter Nektar, sondern auch die Larven vieler Arten reichlich Raupenfutter. Dabei verträgt die Wildhecke auch ein paar trockene Tage ohne Probleme, und viel geschnitten werden muss sie nicht. Auch bei der Erde ist sie wenig wählerisch, auch wenn sie einen leichten Kalkanteil zu schätzen weiß. Trotz der sommergrünen Blätter bleibt sie auch im Winter relativ blickdicht.
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Weitere Pflanzen

Rosa rubiginosa

Wein-Rose

Hagebutten wichtig für Vögel und Kleinsäuger
Vogelschutzgehölz
Vogelnährgehölz
heimisch
schnellwachsend
essbare Früchte
Blüte Wein-Rose
Wein-Rose: Blüte

Typisch für die bis zu drei Meter hohe Wein-Rose ist der leicht apfelartige Geruch ihrer Blätter. Als stachelig-borstige Wildhecke bietet sie Vögeln und anderen Kleintieren willkommene Zufluchtsmöglichkeiten, und die Piepmätze bauen hier auch ihre Nester. Im Herbst holen sich viele Tiere die orange bis scharlachrot gefärbten Hagebutten, die eine wichtige Winternahrung darstellen und die auch vom Menschen für Hagebuttenmarmelade, Kompott und Früchtetee genutzt werden. Ähnliche Eigenschaften haben auch die anderen Wildrosen, mit denen man ähnliche Wildhecken anlegen kann. Kombinationen aus mehreren Arten und Sorten mit unterschiedlichem Laub und verschiedenartigen Blüten sehen im Garten mit ihren malerisch überhängenden Zweigen besonders reizvoll aus. Gute Kombinationspartner sind beispielsweise Wein-Rose, Hundsrose, Bibernellrose und Feldrose.
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Ligustrum vulgare

Gemeiner Liguster

In beliebiger Form und Größe schneidbar
beliebig schneidbar
Bienenweide
Raupenfutter
heimisch
schnellwachsend
Hecke Gemeiner Liguster
Gemeiner Liguster: Hecke

Gemeiner Liguster kann als malerische Wildhecke ebenso gut wie als formelle Hecke gezogen werden. Letzteres bedeutet mehr Arbeit beim Schneiden, aber auch ungeschnitten machen die Pflanzen was her. Praktischerweise kann man ihn in so ziemlich jede Form und auch in beliebige Höhe bringen. Die sommergrünen Sträucher bieten einen guten Sichtschutz; die Blätter sind ein wichtiges Raupenfutter für viele Nachtfalter, und an den zahlreichen kleinen Blüten bedienen sich Bienen, Fliegen und Schmetterlinge. Die kugeligen schwarzen Beeren sind bei Vögeln als Winterfutter beliebt; zudem nutzen sie die Ligusterhecke zum Verstecken und Nestbau. Im Handel bekommst Du neben der Wildart auch jede Menge Zuchtsorten mit bunten oder besonders dunklen Blättern, und einige sind sogar wintergrün und ganzjährig blickdicht. Beim Schneiden solltest Du Handschuhe tragen – der reizende Saft kann ein „Ligusterekzem“ hervorrufen.
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Taxus baccata

Europäische Eibe

Immergrüner Nadelbaumhecke
heimisch
vogelfreundlich
trockenheitsverträglich
rauchhart
robust und anspruchslos
Hecke Europäische Eibe
Europäische Eibe: Hecke

Eine Wildhecke mit Eiben ist wintergrün und bietet somit ganzjährigen Sichtschutz. Die Nadelbäume sind ausgesprochen robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten und haben keine großen Ansprüche an den Boden; sie wachsen selbst im Halbschatten und haben keine Probleme mit sommerlicher Trockenheit oder den Autoabgasen am Straßenrand. Eibenhecken wachsen vergleichsweise langsam, sodass Du Dich gerade bei einer Wildhecke kaum um den Schnitt kümmern musst. Die ersten Blüten und Früchte gibt es erst nach 15-30 Jahren. Insekten gehen bei dem Windbestäuber leer aus, aber umso wichtiger sind die kleinen roten Früchte als Winternahrung für Vögel wie Spechte, Eichelhäher und viele Singvögel sowie für Säugetiere wie Wildschweine, Fuchs und Wiesel. Der fleischige Samenmantel ist der
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Sorbus aucuparia

Vogelbeere

Wichtige Futterpflanze für viele Tiere
robust und pflegeleicht
heimisch
Raupenfutter
Vogelnährgehölz
Vogelschutzgehölz
Gesamte Pflanze Vogelbeere
Vogelbeere: Gesamte Pflanze

Die Beliebtheit der Früchte der Eberesche haben ihr den zusätzlichen Namen Vogelbeere eingebracht. Tatsächlich sind die kleinen roten Früchte eine wichtige Winternahrung, zumal sie lange an den Sträuchern bleiben und selbst bei Eis und Schnee weiter zur Verfügung stehen. Mit viel Sonne blüht und fruchtet die Vogelbeerhecke umso reichhaltiger. Fliegen, Käfer und Bienen bedienen sich an den zahlreichen Blüten der großen Schirmrispen, und die Blätter dienen Säugern, Schmetterlingsraupen und Insekten als Nahrung. Die Wildhecken festigen den Boden so gut, dass man sie in den Alpen als Lawinenschutz einsetzt. In der Stadt erweisen sie sich als rauchhart und unempfindlich gegenüber Rauchgasen und Feinstaub. Im Gartenhandel bekommst Du neben der Wildart auch verschiedene Zuchtsorten mit besonders schöner Herbstfärbung oder andersartig gefärbten Früchten. Letztere sind entgegen allen Gerüchten zumindest gekocht nicht giftig, sondern lassen sich zu Kompott, Marmelade oder Gelee verarbeiten.
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Philadelphus coronarius

Europäischer Pfeifenstrauch

Das Blütenwunder
robust
pflegeleicht
winterhart
bühfreudig
Sichtschutzhecke
Gesamte Pflanze Europäischer Pfeifenstrauch
Quelle: I.Sá?ek, senior, CC0, via Wikimedia Commons

Europäischer Pfeifenstrauch heißt nicht von ungefähr vielerorts Bauernjasmin – tatsächlich sondern seine zahlreichen weißen Blüten einen Geruch ab, der deutlich an Jasmin erinnert. Das Hortensiengewächs lässt sich auf praktisch allen durchlässigen und nährstoffreichen Böden als Wildhecke ziehen. Vor allem braucht er viel Licht und gleichmäßige Feuchtigkeit. Ungewöhnlicherweise duften seine Blüten sowohl am Tag als auch in der Nacht; damit ziehen sie zahlreiche Bestäuber wie Nachtfalter, Honigbienen, Fliegen und Käfer an. Heimisch ist er eigentlich in Südosteuropa; auch immer wieder Exemplare aus den Gärten ausbüchsen konnte sich nach wie vor nicht bei uns einbürgern, obwohl der Pfeifenstrauch vollkommen winterhart ist. Die blickdichten sommergrünen Hecken sind rauchhart. Ähnlich gut für Wildhecken geeignet sind auch andere Philadelphus-Arten, die vorwiegend aus Nordamerika und Ostasien stammen.
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