Mutterkraut,Falsche Kamille, Zierkamille, Fieberkraut

Tanacetum parthenium

Staude
Wildform
bedingt winterhart
Bienenweide
lange Blühzeit
Mutterkraut (Tanacetum parthenium) Alle 3 Fotos anzeigen
Blüte von Mutterkraut

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mehrjährige Staude aus der Familie der Korbblütler
  • Nahe mit Kamille verwandt und häufig als Römische Kamille bezeichnet
  • Selten aus Gärten ausgewildert
  • Buschige Pflanzen mit Kamille-ähnlichen Blüten und behaarten Fiederblättern
  • Robust und pflegeleicht
  • Wenig anfällig für Krankheiten oder Schädlinge
  • Für Bauerngärten und Einfassungen
  • Vermehrung mit Samen
  • Alte Heilpflanze gegen Frauenleiden, Fieber und Kopfschmerzen
  • In der Schwangerschaft streng kontraindiziert – früher als Abortivum verwendet
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 30 - 60 cm
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -12 °C (bis Klimazone 8)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Wucherblumen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Mutterkraut?

Mutterkraut, Zierkamille oder Römische Kamille (Tanacetum parthenium) ist eine ausdauernde aromatische Staude aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Als alte Heilpflanze trifft man die aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammende buschige Pflanze stellenweise verwildert an Wegen, Zäunen oder Schuttplätzen an. An ihrem Grund verholzt sie und erreicht insgesamt eine Höhe von 30-60 Zentimetern. Die in einer grundständigen Rosette stehenden Blätter sind hell- bis olivgrün, einfach oder doppelt fiederteilig, bis acht Zentimeter lang und behaart. Die an den gerippten aufrechten Trieben stehenden Stängelblätter sind weniger gefiedert und deutlich kleiner.

Die Blüten sind doldige Schirmrispen von 2,5 Zentimetern Breite, die mit ihren gelben Röhrenblüten in der Mitte und weißen Zungenblüten am Rand an zu groß geratene Gänseblümchen erinnern. Sie riechen beim Zerreiben ähnlich wie unsere offizinell genutzte Kamille.

Mutterkraut im Garten

Standort

Mutterkraut möchte einen sonnigen oder halbschattigen nährstoffreichen Standort mit feuchtem und lehmigem Boden. Staunässe verträgt sie überhaupt nicht.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Mutterkraut bestenfalls zur Ernte notwendig. Im Herbst kann man die alten abgeblühten Triebe kräftig zurückschneiden, damit die Pflanzen im darauffolgenden Jahr buschiger wachsen und umso reichhaltiger blühen.

Vermehrung

Eine Vermehrung der Römischen Kamille ist mit Samen einfach möglich. Man kann diese bereits im zeitigen Frühjahr als Vorkultur im Haus aussäen. Da es sich um Lichtkeimer handelt, darf man die Samen nur leicht auf den Boden andrücken. Im Beet sorgt das Mutterkraut auch persönlich für die Selbstaussaat, wenn man die abgeblühten Triebe nicht rechtzeitig entfernt.

Verwendung

Das Mutterkraut macht sich gut als Einfassung von Rabatten und Beeten, am Rand von Gehölz und ist traditioneller Bestandteil von Bauerngärten.

Schädlinge

Mutterkraut gilt als wenig anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Ökologie

Pollen und Nektar des Mutterkrautes verwenden die Wildbienen Gemeine Seidenbiene (Colletes daviesanus) und Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus) als Futter. Häufigere Besucher sind Fliegen und Honigbienen.

Wissenswertes

Vor allem unter dem Namen Römische Kamille firmiert das Mutterkraut als Heilpflanze. Den deutschen Namen hat die Pflanze von ihrer Wirkung als Mittel bei Frauenleiden und zur Erleichterung der Wehen bei der Geburt. In hohen Dosen eingesetzt kann es zum Abort führen. Seit dem Mittelalter verwendet man das Mutterkraut auch gegen Menstruationsbeschwerden und Fieber - daher die volkstümliche Bezeichnung Fieberkraut. Seine Sesquiterpenlactone, darunter Parthenolid, unterdrücken die Ausschüttung des Botenstoffes Serotonin. Das führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und erklärt die Wirkung bei Geburt und Migräne.

Die im Gartenfachhandel erhältlichen Zuchtsorten unterscheiden sich in Wuchshöhe und -form sowie Füllung und Farbe der Blüten.

Fotos

Blüte Mutterkraut
Quelle: NaturaDB
Blatt Mutterkraut
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Mutterkraut
Quelle: NaturaDB

Sorten Mutterkraut

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Mutterkraut (Wildform) weiß
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Mutterkraut 'Golden Moss' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist Mutterkraut giftig?

Mutterkraut ist keine ausgesprochene Giftpflanze, sondern wird in der Naturheilkunde vor allem gegen Fieber und Kopfschmerzen bis hin zur Migräne benutzt. Allerdings sollte man sich in der Schwangerschaft vor dem Genuss von Tee aus den Blüten des Mutterkrautes hüten, denn er löst die Menstruation aus und führt zum Schwangerschaftsabbruch – eine der früher nicht unüblichen Anwendungen. In kleinerer Dosierung hilft es bei der Einleitung der Geburt, was dem Mutterkraut zu seinem deutschen Namen verholfen hat

Darüber hinaus muss man berücksichtigen, dass Mutterkraut mit seinen Sesquiterpenlactonen wie Parthenolid bei empfindlichen Menschen bereits beim Hantieren im Garten Kontaktallergien auslösen kann. Zudem treten häufig Kreuzallergien mit anderen Korbblütlern auf.

Für was hilft Mutterkraut?

Mutterkraut ist eine seit der Antike bekannte Heilpflanze gegen Menstruationsbeschwerden, chronische Kopfschmerzen und Migräne. Äußerlich angewendet hilft es gegen entzündliche Hautausschläge und bei rheumatischen Beschwerden. Dafür verantwortlich sind vor allem die Sesquiterpenlactone wie Parthenolid, die gefäßerweiternd, antibakteriell, migränelindernd und entzündungshemmend wirken. Bei der Anwendung muss man beachten, dass Mutterkraut wegen seiner abortiven Wirkung in einer Schwangerschaft streng kontraindiziert ist und es zu Kreuzallergien mit anderen Korbblütlern kommen kann.

Wie lange darf man Mutterkraut einnehmen?

Man sollte einen Tee aus Römischer Kamille oder fertige Präparate aus der Apotheke nur so lange einnehmen wie die Beschwerden bestehen. Die häufigsten Anwendungen des Mutterkrautes in der Naturheilkunde sind die bei Migräne und Menstruationsbeschwerden. Bei zu langer Anwendung oder bei Überdosierung kommt es zu Schwindelgefühl und Übelkeit, seltener auch zu Hautirritationen. Letzteres ist vor allem bei Kreuzallergien mit anderen Korbblütlern nicht ungewöhnlich.

Wo finde ich Mutterkraut?

Mutterkraut wächst nur selten wild, da es sich um eine bei uns nicht einheimische Pflanze aus der östlichen Mittelmeerregion handelt. Daher wird man in der Regel Pflanze aus dem Garten verwenden oder auf Präparate aus der Apotheke zurückgreifen. Die einfachste Anwendung ist ein Tee, den man aus den getrockneten Blüten des auch als Römische Kamille bezeichneten Mutterkrautes herstellt. Achtung: In der Schwangerschaft darf man diesen nicht trinken, da er die Wehen auslöst und abortiv wirkt.

Ökologischer Wert

Mutterkraut in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2

Wildbienenpflanzen