Blauschwingel (Festuca cinerea)
Quelle: Irina Borsuchenko/shutterstock.com

Blauschwingel

Festuca cinerea

Gras
heimisch
Wildform
bedingt winterhart
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Im Süden Mitteleuropas heimisches Rispengras
  • Typische halbkugelförmige blaugrüne Horste, wintergrün
  • Schmal-linealische Blätter und unverzweigte Stängel mit endständigen Rispen, bis 80 Zentimeter hoch
  • Für eher trockene und nährstoffarme Standorte mit reichlich Sonne und Wärme
  • Bevorzugt einen durchlässigen und kalkhaltigen Boden
  • Für Steppengarten, Heidegarten, Rabatten, auch als Kübelpflanze oder zur Dachbegrünung
  • Gut mit anderen Gräsern, rotblühenden Hecken und kontrastierenden Stauden zu kombinieren
  • Robust, winterhart und pflegeleicht
  • Leichte Vermehrung durch Teilung, auch Aussaat möglich
  • Zahlreiche Sorten mit unterschiedlicher Färbung und Wuchshöhe im Handel erhältlich

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Standort
Licht: Sonne
Kübel/Balkon geeignet: ja
Wuchs
Pflanzenart: Gras
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -17 °C (bis Klimazone 7)
Klassifizierung
Ordnung: Süßgrasartige
Familie: Süßgräser
Gattung: Schwingel

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Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Blauschwingel?

Blauschwingel, botanisch korrekt geschrieben Blau-Schwingel (Festuca cinerea, syn. Festuca glauca) wächst im südlichen Mitteleuropa auf Trockenrasen sowie grasbestandenen und felsigen Hängen und wird als eine der häufigsten Schwingel-Arten in Gärten gehalten. Das Süßgras (Poaceae) erreicht dabei mit seinen Stängeln eine Höhe von 20-30 Zentimetern und bildet kräftige und dichte halbkugelige Horste mit zahlreichen langen und dünnen, recht straffen und unverzweigten Halmen und Blättern. Sie stehen igelartig nach allen Seiten ab und hängen an ihrer Spitze etwas über. Kennzeichnend ist die intensiv blaugrüne Farbe, die bei den Sorten unterschiedliche Nuancen zeigt. Die linealischen Blätter sind 0,5-1,5 Millimeter breit und weisen 7-9 Blattadern auf. Bei dieser Art sind die Blattscheiden am Grund der Blätter nicht pergamentartig hart, und abgestorbene Spreiten bleiben lange Zeit erhalten.

Vor allem im Juni und Juli zeigen sich die schlanken Blütenrispen, die sich mit 30-80 Zentimetern weit über die Blätter erheben und bis zu zehn Zentimeter lang werden. Sie bestehen aus kurz begrannten blaugrünen, oft rötlich-violett getönten Ährchen von 6-10 Millimeter Länge, mit 3-6 Millimeter langen Deckspelzen und drei Staubblättern. Als Früchte werden die bei Süßgräsern üblichen Karyopsen gebildet.

Blauschwingel im Garten

Standort

Idealerweise bekommt der Blauschwingel einen warmen und sonnigen, am besten etwas vor allzu starken Niederschlägen geschützten Platz im Garten. Der Boden sollte frisch bis mäßig trocken, mäßig nährstoffreich bis mager, vorzugsweise etwas Kalk enthalten und vor allem gut durchlässig sein. Auch sandige oder flachgründige Erde ist für die Pflanze kein Problem. Viel Sonne und eher trockener Untergrund wirken sich positiv auf die schöne Blattfärbung und den Blütenreichtum aus, im Schatten und mit zu viel Nährstoffen und Feuchtigkeit fällt diese eher spärlich aus. Staunässe ist unmittelbar tödlich, wohingegen sich der Blauschwingel mit vorübergehenden Trockenphasen am wohlsten fühlt. Im Sommer ist ein Gießen daher eigentlich nur bei in Kübel und Topf gehaltenen Exemplaren erforderlich. Die Pflanzen sind im Freiland winterhart, nur bei Kübelpflanzen muss man auf etwas Frostschutz achten, da die Wurzeln hier der Kälte exponiert sind.

Schnitt und Pflege

Aus besagten Gründen sollte man den Blauschwingel bestenfalls sehr sparsam düngen. Pflege ist eigentlich kaum erforderlich; wenn die abgeblühten Halme stören kannst Du sie nach der Blüte einfach abschneiden. Übrigens gibt es im Gartenfachhandel auch einige Sorten, die vergleichsweise wenig blühen, sodass sich dieses Problem erst gar nicht ergibt. Die Blätter bleiben hingegen den Winter über grün.

Vermehrung

Der Blauschwingel lässt sich durch Teilen der Horste am einfachsten vermehren. Das sollte man am besten ohnehin alle paar Jahre tun, denn die Horste neigen mit der Zeit dazu von innen her zu verkahlen.

Auch eine Aussaat aus Grassamen ist unproblematisch. Die Eigenschaften der Sorten lassen sich nur durch vegetative Vermehrung erhalten, sodass man für die Erstbepflanzung in Töpfen vorgezogene junge Blauschwingel kaufen muss.

Verwendung

Mit der halbkugeligen Form seiner Horste und der aparten blaugrünen Farbe macht sich der Blauschwingel als Einzelpflanze ebenso gut wie in kleinen Gruppen und lässt sich auch wunderbar mit anderen Gräsern kombinieren. Man pflanzt ihn vor allem in Steppengarten, Stein- und Heidegarten, sonnigen Freiflächen und naturnahen, eher trockenen Rasen. Auch für die Dachbegrünung oder Pflanzgefäße, beispielsweise als Kübelpflanze, ist das trockenheitsverträgliche Rispengras gut geeignet.

Schädlinge

Der Blauschwingel ist ausgesprochen robust, und Krankheiten und Schädlinge können den widerstandsfähigen Pflanzen kaum etwas anhaben. Wenn der Blauschwingel braun wird hat das meistens eher etwas mit Pflegefehlern oder ungünstigem, vor allem zu nassem und zu nährstoffreichem Standort zu tun.

Ökologie

Für die Bestäubung sorgt bei diesem Rispengras gräserüblich der Wind, der zugleich auch die Verbreitung der Samen übernimmt.

Wissenswertes

Von Festuca cinerea gibt es im Gartenfachhandel eine Vielzahl von Sorten, die sich in der Nuancierung ihrer blaugrünen Blattfärbung und in ihrer Wuchshöhe unterscheiden. Manche werden auch fälschlich als Zuchtformen anderer Schwingelarten, allen voran Schaf-Schwingel (Festuca ovina) und Walliser Schwingel (Festuca valesiaca) angeboten.

Ohnehin macht das höchst variable blaue Süßgras die Bestimmung nicht gerade einfach, und selbst erfahrene Botaniker sind sich in der Abgrenzung der Arten, Unterarten und Hybriden nicht einig. Dem Gärtner ist das meist einerlei – während die Wildform in Gärten eher selten angepflanzt wird laufen die ganzen Zuchtsorten meist einfach unter Blauschwingel aka Festuca cinerea oder unter dem alten Synonym Festuca glauca.

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Fotos (3)

Gesamte Pflanze Blauschwingel
Quelle: Irina Borsuchenko/shutterstock.com
Blüte Blauschwingel
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Blauschwingel
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Festuca cinerea
Quelle:Irina Borsuchenko/shutterstock.com
Festuca cinerea 'Blaufuchs'
Blau-Schwingel 'Blaufuchs'
Festuca cinerea 'Elijah Blue'
Quelle:Stickpen, Public domain, via Wikimedia Commons
Blauschwingel 'Elijah Blue'
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
BlauschwingelWildform


Kübel geeignet

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Blauschwingel 'Auslese'

ab 14,10 €
Blauschwingel 'Azurit'

10 - 25 cm
10 - 30 cm

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ab 3,50 €
Blauschwingel 'Bergsilber'

ab 5,20 €
Blau-Schwingel 'Blaufuchs'

poslterbildend
10 - 50 cm
10 - 50 cm

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Blauschwingel 'Blauglut'

ab 6,90 €
Blauschwingel 'Elijah Blue'

10 - 25 cm
20 - 30 cm

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ab 4,80 €
Blauschwingel 'Festina'

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Blauschwingel 'Frühlingsblau'

Blauschwingel 'Silberreiher'

10 - 25 cm
20 - 30 cm

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Blauschwingel 'Silbersee'

10 - 25 cm
20 - 30 cm

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Blauschwingel 'Uchte'

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Häufige Fragen

Wo kann man Blauschwingel kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Blauschwingel kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Wie groß wird Blauschwingel

Beim Blauschwingel bilden die blaugrünen Blätter 20-30 Zentimeter hohe halbkugelige Horste, aus denen im Sommer die 30-80 Zentimeter hohen Blütenrispen mit kleinen begrannten Ährchen herausragen. Bei der Breite sollte man aufpassen und das Rispengras alle paar Jahre teilen, denn ansonsten werden die Horste in der Mitte zusehends kahl. Klein gehalten kommen die blauen Igel wesentlich besser zur Geltung.

Wie pflege ich Blauschwingel?

Blauschwingel ist robust und pflegeleicht. Man sollte ihn in eine eher magere und eher trockene und vor allem gut durchlässige Erde mit etwas Kalk pflanzen. Am besten steht er in der prallen Sonne, dann ist die blaue Färbung besonders intensiv und es werden reichlich blühende Rispen gebildet. Die größten Feinde sind Staunässe, Überdüngung und Schatten, ansonsten gilt das blaue Rispengras als unkaputtbar. Ein Schnitt ist eigentlich nicht erforderlich, nur wenn die abgeblühten Rispen stören kann man diese nach der Blütezeit im Sommer abschneiden. Die Pflanzen selbst bleiben wintergrün. Da sie mit der Zeit zum Verkahlen in der Mitte der Horste neigen sollte man sie alle paar Jahre teilen und versetzen, dann bleiben die hübschen blauen Halbkugeln schön kompakt.

Ist Blauschwingel winterhart?

Ja, zumindest im Freiland. Im Topf, Balkonkasten oder als Kübelpflanze gehalten muss man sie etwas vor den ärgsten Minusgraden schützen. Bei starkem Frost machen ihnen dann vor allem scharfe und austrocknende Winde zu schaffen.

Was passt zu Blauschwingel?

Eine gute Kombination sind Erica-Arten, Bergkamille, Kugeldistel, Eryngium, Beifuß und Glockenblumen oder Fetthenne. Passende andere Gräser sind Federgras, Zittergras und Perlgras. Im Vordergrund machen sie gut vor Rosen, Perückenstrauch und Kiefern.

Warum wird der Blauschwingel braun?

Meistens steht das Gras zu feucht, wenn es braune Blätter zeigt. Auch zu schattiger Stand und zu reichhaltige Versorgung mit Nährstoffen schadet dem Blauschwingel. Er hat es lieber mager, trocken und sonnig. Oft ist ihm damit geholfen, wenn man die Erde mit Sand durchlässiger macht; ein Gießen ist im Freiland normalerweise nicht erforderlich, er kommt mit dem vorhandenen Regen gut aus.

Ist Blauschwingel giftig?

Nein, überhaupt nicht. Allerdings lädt das Rispengras nicht unbedingt zum Verzehr ein, zumindest beim Menschen. Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen können also durchaus an ihm herumknabbern, ohne gleich tot umzufallen. PS: Katzengras schmeckt den Samtpfoten garantiert besser als der eher trockene und strohige Blauschwingel.

Wie sieht Blauschwingelgras aus?

Blauschwingel fällt vor allem durch seine ungewöhnliche blaugrüne Farbe auf, die ihn von den meisten anderen Gräsern deutlich unterscheidet. Die schmalen linealischen Blätter bilden bis zu 30 Zentimeter große blaue und geradezu igelig aussehende Horste. Im Sommer erheben sich daraus bis zu 80 Zentimeter hohe Stängel mit einer bis zu 10 Zentimeter langen Rispe. Diese besteht aus blaugrünen und oftmals rötlich-violett überlaufenen Ährchen. Die dekorativen Horste machen sich im Steppen- und Heidegarten einzeln oder in Gruppen gepflanzt ebenso gut wie in Beeten und Rabatten, als Dachbegrünung oder in Töpfen und Kästen auf dem Balkon oder auf der Terrasse.

Wert für Insekten und Vögel

Blauschwingel ist in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.

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