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Moor-Glockenheide (Erica tetralix)
Quelle: Bildagentur Zoonar GmbH/shutterstock.com
Wichtige Insekten-pflanze

Moor-Glockenheide

Erica tetralix

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Gehölz Wichtige Bienenpflanze essbar lange Blühzeit
  • Einheimisches, selten gewordenes Erikagewächs
  • Vorwiegend in Mooren vorkommend
  • Verträgt keinen Kalk, bevorzugt saure torfige Böden
  • Bedingt winterhart, immergrün
  • Nadelförmig eingerollte Blätter
  • Pflegeleicht und robust
  • Vermehrung mit Stecklingen oder Ablegern
  • Bestäubung vor allem durch Thripse
  • Pollenquelle für Wildbienen
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: humos
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
PH-Wert: sauer bis kalkhaltig
Kübel/Balkon geeignet: ja
🌱 Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: bodendeckend
Höhe: 15 - 20 cm
Breite: 10 - 50 cm
Zuwachs: 5 - 10 cm/Jahr
schnittverträglich: ja
Wurzelsystem: Flachwurzler

Thematisch passende Pflanzen:

🌼 Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: kopfig-doldenförmig
🍃 Laub
Blattfarbe: grau-grün
Blattphase: wintergrün
Blattform: nadelförmig, quirlständig
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): mäßig häufig
Gefährdung (Rote Liste): Vorwarnliste
Wildbienen: 9 (Nektar und/oder Pollen, davon 2 spezialisiert)
Schmetterlinge: 1
Raupen: 13 (davon 6 spezialisiert)
Schwebfliegen: 2
Käfer: 3
Nektarwert: 3/4 - viel
Pollenwert: 1/4 - gering

Thematisch passende Pflanzen:

🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
kollin (100m-300m1 / 300m-800m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
ist essbar Verwendung: Kräuteröl, -essig, Aroma für Gelee, Sirup, Zucker, Wein, Spirituosen, Bier, Gewürz, Streckmehl
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Heidekrautartige
Familie: Heidekrautgewächse
Gattung: Heidekräuter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Glockenheide?

Glockenheide, genauer Moor-Glockenheide oder kurz Moorheide (Erica tetralyx) ist ein einheimischer Vertreter der Erikagewächse (Ericaceae), der in Deutschland seinen Verbreitungsschwerpunkt in der norddeutschen Tiefebene hat. Sie ist eher selten, zum Teil eingeschleppt und eingewandert und findet sich in Heidemooren auf nassen sauer-humosen Sand- oder Torfböden.

Es handelt sich dabei um einen ausdauernden und immergrünen 15-20 Zentimeter hohen Zwergstrauch, der im unteren Teil verholzt. Die stumpflichen nadelförmigen Blätter sind mit drüsigen Haaren steif bewimpert, am Rand nach unten eingerollt und werden bis zu sechs Millimeter lang. Sie stehen quirlständig und abstehend am Stängel.

Blütenstände sind kleine kopfige Dolden mit 5-15 einzelnen Blüten. Diese sind zwittrig, fünfzählig, ohne Kelch, mit 6-9 Millimeter langen verwachsenen Kronblättern, die eine rosa Farbe haben und ein eiförmiges, vorne fast geschlossenes Glöckchen bilden. Sie vertrocknen nach der Bestäubung, fallen aber nicht ab und verbleiben an der Pflanze. Im Inneren beherbergen sie dann die kleinen kugeligen Kapselfrüchte mit zahlreichen winzigen Samen.

Glockenheide im Garten

Quelle: Marion Timmerman/shutterstock.com

Standort

Die Moor-Glockenheide wächst bevorzugt auf einem nassen, nähstoff- und basenarmen sauren Torfboden oder sauer-humosen Sandboden in voller Sonne oder mit leichtem Halbschatten. Kalk verträgt sie nicht, wohl aber vorübergehendes Austrocknen.

Schnitt

Schneidet man die Glockenheide regelmäßig nach der Blüte zurück, wächst sie buschiger, vergreist nicht so schnell und blüht weiterhin reichhaltig.

Vermehrung

Die Vermehrung der Glockenheide erfolgt am einfachsten mit Ablegern oder Stecklingen. Eine Anzucht aus Samen ist sehr langwierig, sodass man mit jungen Pflanzen aus dem Gartencenter deutlich besser fährt.

Verwendung

Mit ihrem niedrigen Wuchs und hübschen Blüten ist die Moor-Glockenheide ein idealer Bodendecker für feuchte Stellen im Garten, etwa im sumpfigen Einzugsbereich eines Gartenteiches.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten spielen bei der recht robusten Glockenheide kaum eine Rolle. Mitunter finden sich Pilzerkrankungen wie der Mehltau oder Rostflecken. Für Schneckensind sie uninteressant, und Blattläuse sieht man eher selten.

Ökologie

Quelle: Rudmer Zwerver/shutterstock.com

Die Glockenheide ist eine wichtige Raupen-Futterpflanze für Schmetterlinge – insgesamt 14 Arten legen hier ihre Eier ab, darunter auch vom Aussterben bedrohte Arten wie der Heidekraut-Fleckenspanner (Dyscia fagaria) und der Heide-Bürstenspinner (Orgyia antiquoides).

Hauptbestäuber der Glockenheide sind Blasenfüße, vor allem die nur einen Millimeter großen Gewitterwürmchen (Taenothrips ericae), deren Larven im Inneren der Blüten heranwachsen. Als Adulte kommen sie erst für die Paarung und Eiablage heraus.

Für den Pollen als Proviant für den Nestbau interessieren sich drei Wildbienen, die beiden Schmalbienen Lasioglossum calceatum und Lasioglossum prasinum sowie die Mörtelbiene Megachile analis. Honigbienen gehen auf der Suche nach Nektar mit ihren kurzen Zungen an den großen Glöckchen leer aus und behelfen sich bestenfalls mit den Löchern, den Erdhummeln bisweilen hineinbeißen, um an die Beute heranzukommen.

Wissenswertes

Die Trockenlegung, landwirtschaftliche Nutzung wie auch die Bepflanzung der Moore mit Bäumen und Sträuchern hat die Moor-Glockenheide inzwischen fast an den Rand der Ausrottung gebracht. Man findet die früher recht häufige Pflanze inzwischen häufiger in Gärten als in freier Wildbahn.

Neben der Wildform gibt es im Gartenfachhandel Zuchtsorten mit weißen und hellrosa Blüten.

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Fotos (5)

Gesamte Pflanze Moor-Glockenheide
Quelle: Bildagentur Zoonar GmbH/shutterstock.com
Blüte Moor-Glockenheide
Quelle: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Moor-Glockenheide
Quelle: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Moor-Glockenheide
Quelle: Rudmer Zwerver/shutterstock.com
Blüte Moor-Glockenheide
Quelle: Marion Timmerman/shutterstock.com

Häufige Fragen

Ist die Glockenheide winterhart?

Im Gegensatz zur unverwüstlichen Besenheide ist die Glockenheide nur bedingt winterhart und überlebt strenge Fröste in den seltensten Fällen. Leichten Frost übersteht sie.

Wann blüht die Glockenheide

Die Glockenheide blüht von Ende Juni bis September und oft auch bis in den Oktober hinein mit ihren zahlreichen rosafarbenen oder selten weißen Blüten.

Wert für Insekten und Vögel

Moor-Glockenheide ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Schmetterlingsraupen

spezialisierte Wildbienen:
0
Auf Pollen spezialisiert
Wildbienen insgesamt:
0
Nektar und/oder Pollen
Schmetterlinge:
0
Raupen spezialisiert:
0
Raupenarten:
0
Schwebfliegenarten:
0
Käfer:
0

Wildbienenarten

Schmetterlingsarten

Schwebfliegen

Käfer

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Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
11.12.2023