Echte Walnuss

Juglans regia

Gehölz
Wildform
winterhart
Bienenweide
essbar
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Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Vertreter der Walnussgewächse
  • Seit der Römerzeit häufig als Nusslieferant angepflanzt
  • Stattliche breitkronige Bäume mit bis zu 30 Metern Höhe
  • Derbe unpaarig gefiederte Blätter
  • Männliche und weibliche Blüten eher unscheinbar
  • Typische Nussfrucht mit grüner Hülle und Walnuss darin
  • Wärmeliebend, verträgt keine strengen Winter
  • Wichtige Futterpflanze für große Vögel und kleine Säuger
  • Alte Heilpflanze und zum Färben benutzt
  • Walnüsse in der Küche vor allem zum Backen beliebt
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 15 - 30 m
Breite: 8 - 10 m
Zuwachs: 50 - 100 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
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j
j
a
s
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n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Buchenartige
Familie: Walnussgewächse
Gattung: Walnüsse
ist essbar Baumsaft
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Echte Walnuss?

Die Echte Walnuss (Juglans regia) ist ein sommergrüner Baum und hat der gleichnamigen Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) ihren Namen beschert. Man findet sie zusammen mit Eichen, Ulmen, Ahorn und Linde in sommerwarmen Laubwäldern. Es handelt sich dabei um stattliche Bäume mit breiter Krone, die eine Höhe von 30 Metern erreichen und bis zu 600 Jahre alt werden, in der Regel nur etwa 150 Jahre. Besonders alte Exemplare haben einen bis zu zwei Meter dicken Stamm. Ihre Borke ist längsrissig und graubraun bis schwarzgrau. Junge Zweige sind gerieft und wenig biegsam, olivgrün bis braun mit hellen Korkwarzen, später werden sie kahl und glänzend. Die Winterknospen sind rundlich mit behaarten braunen Schuppen.

Die Blätter werden 20-50 Zentimeter lang; sie sind unpaarig gefiedert mit 3-9 Fiederblättern. Diese sind breit-elliptisch, 5-15 Zentimeter lang derb, auf der Oberseite dunkelgrün glänzend und auf der Unterseite etwas heller mit braunen Achselbärten an den Blattnerven. Beim Zerreiben riechen sie intensiv und aromatisch – und verfärben die Finger nach kurzer Zeit braun.

Walnussbäume sind einhäusig und ihre Blütenstände eingeschlechtlich. Die männlichen Kätzchen werden bereits im Spätsommer als Achselknospen angelegt und überwintern; beim Erblühen strecken sie sich auf 15 Zentimeter Länge und hängen schlaff herab. Die weiblichen Blüten stehen mit bis zu fünf Exemplaren am Ende der beblätterten Jungtriebe. Ihre Blütenhülle ist mit dem Fruchtknoten verwachsen und bildet eine steinfruchtähnliche Nussfrucht, bei der die typische hartschalige Walnuss in einer grünen, bei der Reife aufplatzenden Hülle steckt. Der braune, fettreiche Samen ist hirnartig gefurcht und durch vier unvollständige Scheidewände in zweimal zwei symmetrische Teile gegliedert.

Echte Walnuss im Garten

Standort

Die Echte Walnuss bevorzugt einen warmen und wechselfeuchten, nährstoff- und kalkreichen mild humosen Lehm- und Tonboden, der wegen des weitläufigen Wurzelwerks sehr tiefgründig sein sollte. Allzu strenge Winter verträgt sie nicht, sodass man sie vor allem in den wärmeren Gegenden wie den traditionellen Weinanbaugebieten vorfindet. Beim Pflanzen sollte man beachten, dass unterhalb der Krone nie wieder etwas wachsen wird – jeder Unterwuchs kann sich nur kurze Zeit halten, da die Walnuss hier keine Nachbarn duldet.

Schnitt

Beim Schnitt der Walnussbäume muss man die Maßnahmen unbedingt in den Spätsommer verschieben, denn früh im Jahr strotzen die Bäume nur so von Saft und verbluten regelrecht.

Vermehrung

Die Vermehrung eines Walnussbaumes aus einem Samen ist ausgesprochen langwierig, und es dauert mindestens 10 Jahre, bis überhaupt die ersten Früchte erscheinen. Wesentlich schneller kommt man mit jungen Bäumchen aus der Baumschule voran.

Verwendung

Die Walnuss ist ein schöner Solitär, der allerdings viel Platz im Garten beansprucht. Früher sagte man ihm nach, dass er Fliegen vertreibt, sodass man die Bäume gerne neben Misthaufen pflanzte. Vielleicht hilft das auch das lästige Ungeziefer vom Haus fernzuhalten.

Schädlinge

Filzige Blattgallen sind auf die Tätigkeit der Walnuss-Filzgallmilbe zurückzuführen. Zudem werden die Blätter häufig von Rostflecken heimgesucht. Die aus Nordamerika eingeschleppte Walnuss-Fruchtfliege (Rhagoletis completa) legt ihre Eier auf die unreifen Früchte, und die Larven lassen diese schwarz verfaulen und vertrocknen.

Ökologie

Bei der Bestäubung verlässt sich die Echte Walnuss auf den Wind. Den Pollen sammelt vor allem die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) und verbaut ihn als Proviant in ihren Brutzellen. Für die Blätter als Raupenfutter finden sich an der Walnuss der Asselspinner (Apida limacodes) und der Weidenbohrer (Cossus cossus) ein.

Die Verbreitung der nahrhaften Nüsse erfolgt durch Eichhörnchen, Mäuse, Siebenschläfer und große Vögel wie Krähen und Eichelhäher.

Unter Walnussbäumen wächst noch nicht einmal mehr Gras, denn die Blätter bilden wachstumshemmende Zimtsäure, die vom Regen ins Erdreich gespült wird und andere Pflanzen unterdrückt. Gleichermaßen wirkt das Naphthochinin Juglon, das die Walnussblätter beim Verrotten freisetzen und das für die färbenden Eigenschaften verantwortlich ist.

Wissenswertes

Der Name Walnuss ist eine Verkürzung der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Bezeichnung Welschnuss, als man mit welsch alles Fremdländische bezeichnete. Dagegen leitet sich der botanische Name Juglans vom lateinischen iovis glans ab, sinngemäß Jupitereichel.

Ihre Verwendung durch den Menschen reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, wie Funde belegen. Die Römer brachten sie nach Mittel- und Westeuropa. Botanisch korrekt handelt es sich bei der Frucht tatsächlich um eine Nuss und nicht wie früher angenommen um eine Steinfrucht, da sich die grüne Hülle in ihrer Entwicklung von Blättern und nicht vom Perikarp ableitet.

Das Walnussholz ist in der Schreinerei äußert beliebt, denn es hat einen schmalen hellen Splint und einen warmen braunen, schön gemaserten Kern. Es ist biegsam, äußert widerstandsfähig, lässt sich gut polieren und hat nur einen geringen Schwund beim Trocknen.

Fotos

Gesamte Pflanze Echte Walnuss
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Echte Walnuss
Quelle: NaturaDB
Rinde Echte Walnuss
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Echte Walnuss
Quelle: NaturaDB
Blüte Echte Walnuss
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Echte Walnuss
Quelle: Böhringer Friedrich, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Rinde Echte Walnuss
Quelle: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Echte Walnuss
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Sorten Echte Walnuss

Sorte Höhe Breite
Echte Walnuss (Wildform) 15 - 30 m 8 - 10 m
Echte Walnuss 'Westhof's Dwarf' 3 - 4 m
Walnuss 'Seifersdorfer Runde' 4 - 8 m
Walnuss 'Dwarf Karlik 3' 3 - 5 m
Walnuss 'Dwarf Karlik 5'

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Walnuss Früchte trägt?

Bei der Echten Walnuss dauert es 10-20 Jahre, bis überhaupt die ersten Früchte erscheinen. Richtig ertragreich werden sie nach 30-40 Jahren, und nach 60 Jahren geht die Ernte langsam wieder zurück. Meistens werden die Bäume 120-150 Jahre alt, nur in Ausnahmefällen mit optimalen Wachstumsbedingungen bis zu 600 Jahre. In diesem Alter weisen sie einen Stammdurchmesser von gut zwei Metern auf. Wie viele Walnüsse sich ernten lassen hängt auch stark vom Standort und dem aktuellen Wetter ab; Spitzenerträge wechseln sich oft mit wenig ergiebigen Jahren ab.

Wofür sind Walnüsse gut?

Die grünen Schalen der Walnüsse sind reich an Vitamin C und werden wegen ihrer färbenden Eigenschaften in der Kosmetik für Selbstbräuner verwendet. Für die Tuchfärberei kocht man die Schalen, Rinde und/oder Blätter in Alaun. In den Nüssen sind bis zu 60 Prozent fette Öle enthalten, die man als Walnussöl in der Küche oder in der Malerei für Ölfarben und Firniss nutzt; Walnussöl trocknet nicht ein und wird nur langsam ranzig.

Walnüsse sind beliebtes Naschwerk und werden zu Backwaren verarbeitet. Sie enthalten große Mengen Linolensäure, die zu den Omega-3-Fettsäuren gehört, Vitamin E und andere Vitamine sowie Mineralstoffe und Spurenelemente. Allerdings haben sie dank ihres Fettanteils auch einen hohen kalorischen Brennwert – 100 Gramm kommen nahe an 3000 Kalorien.

In der Naturheilkunde verwendet man die getrockneten Blätter und grünen Schalen mit ihren reichhaltigen Gerbstoffen für Bäder und Umschläge gegen entzündliche Hauterkrankungen wie Akne und Ekzeme. Sie gelten zudem als zuverlässiges Wurmmittel und Mittel gegen Blutarmut, Diabetes und Durchfälle.

Ökologischer Wert

Echte Walnuss in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
2

Themen

Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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