Acker-Senf,Falscher Hederich, Wilder Senf

Sinapis arvensis

Einjährige
Wildform
Super Insektenpflanze
lange Blühzeit
Acker-Senf (Sinapis arvensis) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Phil Sellens from East Sussex, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Senfart aus der Familie der Kreuzblütler
  • Sommergrün, mit langer Pfahlwurzel und bis zu 60 Zentimeter hohem Kraut
  • In allen Teilen scharf aromatisch nach Senfölen riechend
  • Gelbe Blüten in langen Ähren
  • Kleine Hülsenfrüchte mit schwarzen kugeligen Samen
  • Wichtiges Insektenfutter und Bienenweide für zahlreiche Wildbienen und Schmetterlinge
  • Pflegeleicht und anspruchslos
  • Winterhart, selbstaussäend
  • Kaum von Schädlingen und Krankheiten betroffen
  • Samenkörner wie beim Gelben Senf zur Senfherstellung verwendbar
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Höhe: 20 - 60 cm
Breite: 10 - 50 cm
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Kreuzblütler
Gattung: Senfe

Was ist Acker-Senf?

Acker-Senf oder Wilder Senf (Sinapis arvensis) ist ein häufiges Ackerunkraut, das erst die moderne Landwirtschaft aus unseren Äckern und Feldern vertrieben hat. Heute findet man das Mitglied der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) vor allem an Wegrändern, auf Brachflächen und Ruderalstellen, wo er oft große Gruppen bildet. Das sommergrüne Kraut entspringt einer bis zu einem Meter langen Pfahlwurzel und wird 20-60 Zentimeter hoch. Die Stängel stehen aufrecht und sind vor allem im oberen Teil reich verzweigt. An ihnen stehen die gestielten unvollständig gefiederten Blätter unterschiedlicher Größe, denen ein prominenter Endabschnitt gemein ist. Sie werden unten bis zu 20 Zentimeter lang und sind oft leierförmig.

Wie alle Kreuzblütler hat der Acker-Senf vierzählige Blüten, hier mit waagrecht abstehenden Kelchblättern und schwefelgelben Kronblättern, die in langgezogenen, der Länge nach aufblühenden Ähren stehen. Aus ihnen entwickeln sich die kahlen runden Schoten, die an den Samen leicht eingeschnürt erscheinen. Diese sind rundlich und schwarz und werden beim Aufplatzen der reifen Hülsen freigesetzt.

Acker-Senf im Garten

Standort

Acker-Senf bevorzugt einen nährstoff- und basenreichen, lehmigen Boden mit Sonne oder Halbschatten.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Acker-Senf nicht notwendig.

Vermehrung

Die Vermehrung von Acker-Senf erfolgt mit den kleinen schwarzen Samen, die man im Herbst von den reifen Schoten sammeln kann.

Verwendung

Acker-Senf ist keine geläufige Gartenpflanze und gilt Vielen eher als Unkraut. Wegen seiner wichtigen Rolle als Futterpflanze sollte man ihn aber im Naturgarten stehenlassen oder kann ihn gegebenenfalls auch gezielt in einer Wildblumenwiese aussäen. Bienen und Schmetterlinge werden es danken.

Schädlinge

Die stechend riechenden Senföle halten die meisten Schädlinge und Pilzerkrankungen fern – mit Ausnahme einiger Schmetterlinge, die den Acker-Senf gerne als Raupenfutter verwenden.

Ökologie

Pollen und Nektar des als früher als Ackerunkraut noch wesentlich häufigeren Acker-Senfs sind eine wichtige Bienenweide für unsere Honigbienen und 65 Wildbienenarten, vor allem Sandbienen (Andrena spec.) und Furchenbienen (Halictus spec. und Lasioglossum spec.). Damit zählt er zu einer der wichtigsten Nahrungspflanzen für Wildbienen. Der in den Blüten offen dargebotene Nektar ist auch ohne besonders langes Saugorgan zugänglich und wird bei einer Vielzahl weiterer Insekten genutzt, darunter auch Käfer, Fliegen und Schmetterlinge.

Die Blätter des Acker-Senfs nutzen die Schmetterlinge Gammaeule (Autographa gamma), Mehlfarbener Raukenspanner (Lithostega farinata) und die Weißlinge Raps-Weißling (Pieris napi) und Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae) als Raupenfutter. Sie scheuen sich nicht vor den streng riechenden Senfölen, sondern setzen diese wie der Acker-Senf selbst gezielt zur Abwehr von Fressfeinden ein.

Wissenswertes

Wegen der schwarzen Samen nennt man den Acker-Senf auch Schwarzen Senf und unterscheidet ihn damit vom nahe verwandten Weißen oder Gelben Senf. Er gilt bei der Herstellung von Senf wegen seines geringeren Gehaltes an aromatischen Senfölen als weniger hochwertig und wird bisweilen zum Strecken der teureren gelben Senfsaat eingesetzt.

Fotos

Blüte Acker-Senf
Quelle: Phil Sellens from East Sussex, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Blüte Acker-Senf
Quelle: ?.?., Attribution, via Wikimedia Commons
Blatt Acker-Senf
Quelle: Pancrat, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Acker-Senf
Quelle: Lehava Activity 2012 Pikiwiki Israel, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons
Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Häufige Fragen

Dürfen Kaninchen Acker-Senf fressen?

Acker-Senf ist für Kaninchen unproblematisch. Ob sie allerdings die recht scharf schmeckenden Blätter gerne mümmeln hängt vor allem vom Standort und dem damit einhergehenden Gehalt an Senfölen ab. Die Menge macht’s, ähnlich wie beim Senf auf dem Wurstbrot.

Wie verwendet man Acker-Senf in der Landwirtschaft?

Acker-Senf war früher ein weit verbreitetes Ackerunkraut, und heute nutzt man ihn in der nachhaltigen Landwirtschaft als Zwischenfrucht ein. Er verbessert ähnlich wie die stickstoffbindenden Hülsenfrüchte den Boden und schützt vor der Auswaschung von Nährstoffen während der Brache. Zudem ist er eine wichtige Bienenweide, sodass man mit dem Anbau von Acker-Senf als Zwischenfrucht die lokalen Wildbienen- und Insektenbestände fördert.

Ökologischer Wert

Acker-Senf ist in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
65
Anzahl Schmetterlingsarten:
4
Dient als Futterplanze für Raupen:
5

Wildbienenpflanzen

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