Japanischer Blauregen

Wisteria floribunda

Gehölz
Wildform

  • Japanische Zierpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler
  • Rechtswindende Liane mit dicken Stämmen und gefiederten Blättern
  • Extrem lange Trauben mit Schmetterlingsblüten in diversen Blautönen
  • Intensiv duftend und nach und nach erblühend
  • Schoten öffnen sich mit lautem Knall
  • Für sonnige und feuchte Standorte, vorzugsweise windgeschützt
  • Benötigt eine Rankhilfe
  • Für die Fassadenbegrünung, Pergolen und Lauben gut geeignet
  • Winterhart, aber frühe Knospen frostgefährdet
  • In allen Teilen giftig, vor allem die Samen
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: kletternd
Höhe: 5 - 12 m
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht

Sonne bis Halbschatten

Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nächstoffreich
Sonstiges
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Blauregen
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Japanischer Blauregen?

Japanischer Blauregen (Wisteria floribunda) ist die japanische Verwandte der Chinesischen Wisteria und gehört wie diese zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie bildet kräftige Lianen und kann bis zu zwölf Metern an umliegenden Gewächsen, Mauern und Sträuchern emporwachsen.

Die wüchsige Kletterpflanze ist rechtwindend und bildet dicke verholzte Stämme. Ihre 10-30 Zentimeter langen glänzend dunkelgrünen Blätter sind gestielt und unpaarig gefiedert mit 11-19 Fiederblättchen. Die einzelnen Fiederblättchen sind eiförmig bis lanzettlich und glatt gerandet.

Im Frühsommer erscheinen die teils über 30 Zentimeter langen, oft fast einen Meter erreichenden Trauben mit traubenartig duftenden blauen, violetten, rosa oder weißen Blüten. Bei den typischen zwei Zentimeter langen Schmetterlingsblüten sind die Fahnen oft weiß oder gelb gefleckt, die Kelchblätter glockig verwachsen. Während bei der Chinesischen Wisteria die Blüten einer Traube mehr oder weniger gleichzeitig aufgehen, öffnen sie sich hier der Reihe nach von der Basis bis zur Spitze.

Aus den Fruchtknoten bilden sich bohnenartige, bis zu 15 Zentimeter lange Schoten, die anfangs grün und behaart und später braun aussehen. Sie werden erst im darauffolgenden Frühjahr endgültig reif und öffnen sich beim Eintrocknen mit einem lauten Knall, um die flachen braunen Samen davonzuschleudern.

Japanischer Blauregen im Garten

Standort

Japanischer Blauregen benötigt einen fruchbaren und feuchten, wasserdurchlässigen Boden und volle Sonne oder Halbschatten. Sie benötigen eine Rankhilfe, wenn sie an Mauern emporklettern sollten, Spaliere oder ähnliches. Insbesondere jung ist er noch etwas frostempfindlich und muss geschützt werden. Minusgrade spielen bei der ausgesprochen früh blühenden Art oftmals den Knospen übel mit, wenn sie durch steigende Außentemperaturen hervorgelockt nachfolgenden Nachtfrösten zum Opfer fallen. Später ist er vollkommen winterhart.

Im Garten muss man darauf achten, dass die Pflanzen giftig sind – nichts für Kinder und Haustiere.

Schnitt

Wenn man den Japanischen Blauregen streng in Form halten will muss man ihn regelmäßig in seiner Wuchsrichtung korrigieren, indem man die Triebe in die vorgesehenen Bahnen bindet. Zudem muss man ihn dann regelmäßig beschneiden, sodass die Haupttriebe in die richtige Richtung gehen und die kräftigsten Seitentriebe bis auf zwei oder drei Knospen zurückschneiden. Beim Hantieren sollte man unbedingt Handschuhe anziehen, da auch der Saft giftig ist.

Vermehrung

Eine Aussaat kann zum Geduldspiel werden, denn es kann schon mal zehn Jahre dauern, bis sich die Samen zur Keimung bequemen. Bleistiftdicke, etwa 20 Zentimeter lange Stecklinge führen schneller zum Ziel. Am einfachsten fährt man, wenn man gleich fertige kleine Blauregen in der Baumschule oder im Gartenmarkt kauft.

Verwendung

Mit seinem rankenden Wuchs ist der Japanische Blauregen eine ideale Mauerbegrünung für sonnige Südmauern, für Pergolen, Zäune, Lauben und ähnlich Bekletterbares. Man muss daran denken, dass er mit der Zeit sehr schwer wird – daher sollten die Stützen recht stabil sein. An Mauern muss man bedenken, dass sie mit dem Verputz nicht allzu zimperlich umgehen und sich auch schon mal in die Ritzen zwischen den Steinen quetschen.

Schädlinge

Bisweilen treten am Japanischen Blauregen Blattflecken, Schorf und Blattläuse auf. Sind die Exemplare durch ungünstige Standortbedingungen oder Krankheiten geschwächt, siedelt sich Hallimasch an.

Ökologie

Bei uns gehen die Schmetterlinge beim Japanischen Blauregen leer aus, obwohl sie in seiner asiatischen Heimat die Hauptbestäuber sind. Trotzdem sind die duftenden Blüten auch bei uns im Sommer von hungrigen Insekten umlagert. Bienen und Hummeln machen meist kurzen Prozess und bedienen sich am reichlich gebildeten und verführerisch duftenden Nektar, indem sie die Blüten an den Seiten aufbeißen. So gesehen ist es bei dieser Pflanze recht gleichgültig, ob man gefüllte oder ungefüllte Sorten anpflanzt – die Räuber finden so oder so einen Ausweg.

Die Verbreitung der Samen ist erstaunlich effizient – es gibt wenige Pflanzen, die ihre Nachkommenschaft selbst so weit von der Mutterpflanze wegschleudern können. Das Öffnen der bei uns nur selten gebildeten Schoten ist geradezu spektakulär laut.

Wissenswertes

Der Japanische Blauregen kam 1860 nach Europa, etwas später als der Chinesische, von dem sich die ersten Exemplare bereits 1816 nachweisen lassen. Was bei uns nur als Zierpflanze zum Einsatz kommt, wird in Japan auch zu Seilen verarbeitet. Man verwendet sie zum Binden und konstruierte damit sogar ganze Hängebrücken.

Im Handel bekommt man eine Vielzahl von repräsentativen Sorten, wie

  • Alba‘ oder ‚Shiro Noda’ mit weißen Blüten und bis zu 60 Zentimeter langen Trauben
  • Burford‘, hellviolette Blüten mit violettem Schiffchen
  • Black Dragon‘ oder ‚Kokoryu‘ mit purpurnen Blüten und bis zu 50 Zentimeter langen Blütenständen
  • ‚‚Carnea‘ oder ‚Kuchibeni‘ mit rosa Blüten
  • Domino‘ oder ‚Praecox‘, blasslila Blüten, insgesamt eher kleinbleibend
  • Hon-beni‘, ‚Rosea‘ oder ‚Honko‘ mit rosa Blüten und bis zu 45 Zentimeter langen Trauben
  • Issai Perfect‘ mit weißen, früh erscheinenden Blüten
  • Ivory Tower‘ aka ‚Elfenbeinturm‘ mit zahlreichen weißen, intensiv duftenden Blüten
  • Lawrence‘ mit hellvioletter Fahne und dunkelvioletten Flügeln und Schiffchen
  • Longissima alba‘ mit weißen Blüten und 50 Zentimeter langen Trauben
  • Longissima Kyushaku‘ mit lila Blüten und 1,8-2,1 Meter langen Blütenständen
  • Macrobotrys‘, ‚Multijuga‘, ‚Naga Noda‘ oder ‚Kyushaku‘ mit fliederfarbenen Blüten in bis zu 1,20 Meter langen Trauben
  • Nana Richinis Purple‘, lila Blüten
  • Nishiki’ mit bunt panaschiertem Laub
  • Plena‘ mit gefüllten blauen Blüten in dichten Trauben
  • Royal Purple‘ mit lila Blüten
  • Rubra’ mit dunkelrosa bis roten Blüten
  • Shiro-noda‘ mit weißen Blüten
  • Sekines Blue‘ mit besonders intensiv duftenden Blüten
  • Snow Showers‘ (Schneeschauer) mit weiß und lila Blüten
  • Texas Purple‘ mit besonders früh erscheinenden lila Blüten
  • Violacea Plena‘, ‚Double Black Dragon’ oder ‘Yae Kokyuryu’ mit gefüllten blauvioletten Blüten.

Häufige Fragen

Kann man Blauregen essen?

Das sollte man besser bleiben lassen -alles an der Pflanze ist giftig. Besonders toxisch sind die Samen, von denen reichen bereits zwei oder drei Exemplare für Vergiftungserscheinungen – wohlgemerkt bei Erwachsenen, bei Kindern reichen bereits ein oder zwei davon. Sie führen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen, schlimmstenfalls tritt der Tod durch Lähmung der Atemmuskulatur und Kreislaufstillstand ein. In Japan werden die Samen bisweilen geröstet gegessen, da das Wisterin nicht sehr hitzestabil ist. Auf derartige Experimente sollte man aber in der Küche lieber verzichten.

Kann man Blauregen klein halten?

Will man die Wuchsform beibehalten, so kürzt man im Spätsommer alle Zweige, sodass an jedem 4-6 Blätter stehenbleiben. Im Winter schneidet man schneidet man sie wieder so zurück, dass jeweils nur 2-3 Knospen übrigbleiben.

Wann verliert der Blauregen seine Blätter?

Der Blauregen ist sommergrün und verliert im Winter seine Blätter. Wann das der Fall ist hängt vor allem von den Außentemperaturen ab und wird auch durch den Standort und die dort vorhandene Feuchtigkeit und Wärme beeinflusst.

Wie viel Wasser braucht der Blauregen?

Blauregen hat es am liebsten immer ein bisschen feucht, aber eine kurze Trockenperiode macht ihm nichts aus. Nur ersäufen darf man ihn auf gar keinen Fall – das ist eine der wenigen zuverlässigen Methoden, mit denen man die recht robusten Pflanzen zuverlässig umbringt. Vor allem frisch angepflanzte Wisterien sollte man vorsichtig behandeln und immer ein wenig feucht halten, bis sie gut angewachsen sind. Hier ist es auch hilfreich, die Pflanzen erst einmal vor allzu praller Sonne zu schützen, die ihre Blätter verbrennen könnte. Später lieben sie den vollsonnigen Stand.

Sind die Blätter von Blauregen giftig?

Der Blauregen ist in allen Teilen giftig, das gilt auch für die Blätter. Sie gefährden vor allem Haustiere, die sie am ehesten zu sich nehmen. Für Kaninchen und Meerschweinchen kann das fatal enden. Bei Pferden hat man beobachtet, dass sie nach dem Verzehr weniger Blätter tagelang nicht saufen und fressen. Das liegt daran, dass die Giftstoffe ein fürchterliches Brennen in Mund und Speiseröhre verursachen und die Tiere lieber auf Nahrung verzichten.

Wie kann man Blauregen schneiden?

Hat man den Blauregen erst gepflanzt, so gibt man den Seitentrieben durch Anbinden die grobe Richtung vor; diejenigen zweiter und dritter Ordnung kürzt man auf zwei oder drei Knospen zurück. Danach schneidet man Haupttrieb und Seitentriebe jeden Winter so zurück, dass die Triebe die gewünschte Richtung einschlagen.

Ökologischer Wert

Japanischer Blauregen ist nicht heimisch

Insekten

Nektarwert: 2

Pollenwert: 1

Kletterpflanzen zur Begrünung von Fassaden und Zäunen