Wildbirne

Pyrus pyraster

Gehölz
Wildform
Schmetterlingspflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
Wildbirne (Pyrus pyraster) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Koreller, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer, seltener Wildbaum
  • Gehört zur Familie der Rosengewächse
  • Bis zu 15 Meter hoch und 150 Jahre alt
  • Fein gesägte rund-elliptische Blätter mit glänzender Oberseite
  • Zahlreiche kleine weiße Blüten
  • Birnen nur wenige Zentimeter groß und holzig
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Bestäubung vor allem durch Honigbienen
  • Birnen essbar
  • Begehrtes zähes Holz für den Möbelbau
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 5 - 15 m
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Birnen
ist essbar Früchte kaum essbar
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Wildbirne?

Die Wildbirne oder Holzbirne (Pyrus pyraster) ist die Wildform unserer Gartenbirne und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Es handelt sich dabei um einen 5-15 Meter hohen Baum, seltener Strauch mit schuppiger grauer Rinde und dornig bewehrten Ästen, die eine breite Krone bilden. Sie wird 100-150 Jahre alt mit einem meterdicken Stamm und tritt bei uns nur selten in Eichen- und Ulmen-Auwäldern, Eichen-Trockenwäldern und Felsgebüschen auf sommerwarmen Böden auf.

Ihre lang gestielten rundlich-elliptischen und wechselständigen Blätter sind fünf Zentimeter lang, ledrig, oberseits glänzend und am Rand fein gezähnt und vorne gespitzt. Die fünfzähligen zwittrigen Blüten sind weiß bis hellrosa und erscheinen vor dem Laub. Die Früchte der Wildbirne werden nur 2-3 Zentimeter groß und sind vergleichsweise holzig.

Wildbirne im Garten

Standort

Die Wildbirne bevorzugt wie an ihren natürlichen Standorten einen sommerwarmen sickerfrischen bis mäßig trockenen, nährstoff- und basenreichen kalkhaltigen und mild humosen Ton-, Lehm- oder Felsboden. Saure und übernässte Böden verträgt sie nicht, der Stand sollte sonnig sein.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Wildbirne seltener erforderlich als bei der Gartenbirne. Totes und abgestorbenes Holz sollte man regelmäßig entfernen.

Vermehrung

Die Vermehrung der Wildbirne erfolgt mit Samen oder Stecklingen.

Verwendung

Ein Wildbirnenbaum macht sich im Garten am besten als Solitär oder in kleinen Gruppen.

Schädlinge

Die Schädlinge sind bei der Wildbirne die gleichen wie bei der Gartenbirne, auch wenn sie deutlich robuster gegenüber Krankheiten und Schädlingen ist. Man findet hier beispielsweise Rostflecken oder Mehltau.

Ökologie

Die Blüten der Wildbirne bestäuben vor allem Honigbienen. Drei Schmetterlinge nutzen die Blätter der Wildbirne als Raupenfutter, die Birnbaumeule (Atethmia ambusta), der Birken-Zackenrandspanner (Ennomos erosaria) und der Segelfalter (Iphiclides podalirius).

Die kleinen holzigen Birnen sind wichtige Nahrung für Vögel und Kleinsäuger wie Siebenschläfer, Marder, Dachs und Igel.

Wissenswertes

Aus der Wildbirne wurde bereits in der Antike die Gartenbirne (Pyrus communis) in zahlreichen Spielarten gezüchtet. Charakteristisch sind die Dornen der Wildart, die bei der Gartenbirne vollständig fehlen. Das harte und dauerhafte Holz der Wildbirne ist in der Möbelschreinerei sehr begehrt und teuer und wird vor allem für Furniere und Intarsien verwendet. Die selten gewordenen knorrigen Bäume stehen bei uns unter Naturschutz.

Wildbirnen sind selbststeril, sodass man für den Obstansatz mindestens einen zweiten Baum in Reichweite benötigt.

Fotos

Gesamte Pflanze Wildbirne
Quelle: Koreller, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Wildbirne
Quelle: Assianir, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wildbirne
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Wildbirne
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wofür ist Wildbirne gut?

Die Wildbirne ist als Wildform der Gartenbirne eine wichtige Futterpflanze für Vögel und Kleinsäuger wie Marder und Igel. Auch der Mensch kann die Früchte essen, auch wenn sie wesentlich kleiner und holziger sind als die der Gartenbirne. Zudem sind sie erst genießbar, wenn sie bereits mehlig werden. Selbst dann haben sie noch viele große Steinkerne. Aus den Samen lässt sich Birnöl gewinnen, aber der Gehalt an öligen Substanzen ist relativ 

Ökologischer Wert

Wildbirne in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
3

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Anzahl fressende Vogelarten:
24
Anzahl fressende Säugetierarten:
29

Themen

Quelle: Foto von daniyal ghanavati von Pexels
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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