Chinesische Wisteria

Wisteria sinensis

Gehölz
Wildform
giftig
lange Blühzeit

  • Aus China stammender Hülsenfrüchtler
  • Bildet robuste dicke Lianen, bis zu 20 Metern hoch kletternd
  • Gefiederte glänzendgrüne Blätter
  • Im Sommer regelrechte Wasserfälle aus blauen Blütentrauben
  • Früchte nur selten gebildet
  • Vermehrung mit Samen und Stecklingen möglich, Jungpflanzen einfacher in der Handhabung
  • Für warme und feuchte, windgeschützte Standorte mit Klettermöglichkeit wie Fassaden oder Pergolen
  • Bei uns nur von der Großen Holzbiene bestäubt, ansonsten Hummeln und Bienen als Nektarräuber
  • In allen Teilen giftig, vor allem die Samen
  • Sollte regelmäßig geleitet und geschnitten werden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: kletternd
Höhe: 10 - 20 m
Breite: 5 - 8 m
schnittverträglich ja
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Blüte
Blütenfarbe: lila
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja
Licht

Sonne bis Halbschatten

Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: normal
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Blauregen
ist giftig
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Chinesische Wisteria?

Chinesische Wisteria, Chinesische Glyzine oder Chinesischer Blauregen (Wisteria sinensis) ist eine holzige Zierliane, die recht häufig in Gärten angepflanzt wird und die selten auch verwildert auftritt. Sie gehört, wie ihre Schmetterlingsblüten verraten, zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und ist ursprünglich in den Bergwäldern Chinas beheimatet.

Diese Lianen bilden dicke unterirdische Rhizome und armdicke Stämme mit dünnen, suchenden Trieben, die sich linkswindend um umstehende Strukturen wie Rankhilfen oder andere Gewächse schlingen. Dabei können sie die stattliche Höhe von 20 Metern erreichen. Die wechselständigen glänzend grünen Blätter sind unpaarig gefiedert und 10-30 Zentimeter lang, mit 7-13 eiförmig-lanzettlichen und 2-3 Zentimeter langen Fiederblättchen. Ihre Endfiedern sind geringfügig größer als die anderen und anfangs dünn behaart. Der Blattstiel ist 10 Zentimeter lang und an der Basis geschwollen.

Die nach Weintrauben duftenden 2-3 Zentimeter langen Blüten erscheinen im Frühling in dichten, 15-20 Zentimeter langen hängenden Trauben noch vor den Blättern. Sie sind typische Schmetterlingsblüten mit fünf ungleichen glockig verwachsenen Kelchblättern und zygomorphen Kronblättern, die eine aufrechte Fahne, zwei sichelförmige Flügel und ein leicht nach oben gebogenes Schiffchen bilden. Die Kronblätter sind oft bunt gemustert mit verschiedenen Blau-, Violett- und Weißtönen. Innerhalb eines Blütenstandes öffnen sich die Blüten relativ zeitgleich. Neben der Hauptblüte im Sommer kommt es im Herbst nochmals zu einer schwächeren Nachblüte.

Aus den Fruchtknoten bilden sich 5-10 Zentimeter lange hängende grüne, grau samtig behaarte Schoten, die an den Samen leicht eingeschnürt erscheinen; sie erinnern an Bohnen, die am unteren Ende etwas zu breit geraten sind. Sie reifen über Winter, werden dabei braun und geben erst im darauffolgenden Frühjahr die 1-3 linsenförmigen glatten braunen, etwa zentimetergroßen Samen frei; dabei öffnen sie sich mit einem deutlich hörbaren Knall. In unserem Klima kommt man allerdings nur selten in den Genuss dieses Spektakels, denn hier werden nur sehr selten Früchte gebildet.

Chinesische Wisteria im Garten

Standort

Die Chinesische Wisteria braucht einen geschützten Standort mit möglichst viel Sonne oder Halbschatten, denn bei rein schattigem Stand wird man sie kaum blühen sehen. Der Boden sollte feucht, gut drainiert, locker-humos und nährstoffreich sein.

Beim Anpflanzen machen sie oft zunächst Probleme und wollen nicht so recht wachsen; daher sollte man die Jungpflanzen vorzugsweise vorsichtig schattieren und gleichmäßig feucht halten. Auch ist es hilfreich, ihnen von vornherein ihre Wachstumsrichtung zu zeigen und sie entsprechend zu binden. Auch ältere Semester benötigen bei sommerlicher Trockenheit ausgiebiges Wässern, nur Staunässe muss man dringend vermeiden; damit bringt man die Pflanzen eher um als mit vorübergehend trockenem Stand.

Die Pflanzen sind winterhart, sobald sie sich ausreichend etabliert haben; vorher brauchen sie bei strengen Frösten etwas Schutz.

Beim Pflanzen sollte man sie von empfindlichen Strukturen wie Regenrinnen und Wasserrohren fernhalten: mit zunehmender Größe werden sie von den kräftigen Pflanzen zerquetscht. Sie machen auch vor Putz, dünnen Mauern und Brettern nicht Halt und wachsen bisweilen einfach hindurch. Die Stützen sollten auch stabil sein, denn die Pflanzen werden mit den Jahren ganz schön schwer.

Zudem muss man bei Kindern im Haus daran denken, dass die Wisterie hochgiftig ist und insbesondere neugierigen Kleinkindern gefährlich werden kann.

Schnitt

Ein Schneiden ist bei der Chinesischen Glyzinie nur zeitweise notwendig – wenn die Triebe stören bringt man sie in eine andere Position, kann sie aber auch problemlos abschneiden. Regelmäßige Kontrolle der Führung ist angesagt, bevor man bei alten Exemplaren ein unentwirrbares Durcheinander von kleinen und großen Lianen zu bezähmen versucht. In den Folgejahren schneidet man den Haupttriebe und die Seitentriebe so, dass sie die gewünschte Form ergeben.

Am besten führt man solche Schnittaktionen unmittelbar nach der Blüte aus. Meistens bekommt man gepfropfte Exemplare zu kaufen; wenn das Wildreis hier zu wuchern beginn sollte man die entsprechenden Triebe regelmäßig entfernen, damit sie das Edelreis nicht mit der Zeit überwachsen. Das gilt vor allem für die immer häufiger angebotenen Hochstämmchen. Auch beim Schneiden sollte man an die Gifte denken und vorsorglich Handschuhe anziehen!

Vermehrung

Selbst sorgt die Chinesische Wisteria mit oberirdischen Ausläufern für ihre Ausbreitung. Die meisten im Handel erhältlichen Exemplare wurden wie gesagt veredelt – daher kann man weder mit Samen noch mit Stecklingen die Eigenschaften erfolgreich weitergeben. Dementsprechend verwendet man fast ausschließlich die jungen Exemplare, wie man sie im Gartenfachhandel käuflich erwerben kann. Wer es ausprobieren möchte: Stecklinge und Absenker sind unter den angegebenen Limitierungen möglich. Stecklinge sollten etwa 20 Zentimeter lang und bleistiftstark sein. Man schneidet sie im Sommer und bewurzelt sie am besten mit Bodenheizung. Mit einer Aussaat macht sich der Gärtner unglücklich, denn die Samen keimen oft erst nach Jahren und blühen nur spärlich.

Verwendung

Mit ihrem rankenden Wuchs ist die Chinesische Wisterie wie geschaffen für alles, wo es etwas zu klettern gibt: Pergolen, Gitter, Zäune, Mauern mit Rankhilfen und andere Gerüste. Er ist eine ideale Wandbegrünung für südwärts gerichtete Mauern.

Schädlinge

Mit ihren Giftstoffen hält sich die Chinesische Wisteria die meisten Fressfeine vom Leib. Eine Ausnahme machen Blattläuse an den Blüten und jungen Trieben, Spinnmilben und Blattflecken und Schorf sind selten. Eher machen Wühlmäuse den Wurzeln zu schaffen, und bei geschwächten Exemplaren kann sich Hallimasch einnisten.

Ökologie

Wie die meisten Schmetterlingsblütler bildet auch die Chinesische Wisteria Wurzelknöllchen, wo sie mit Hilfe von Bakterien Luftstickstoff binden kann.

In ihrer asiatischen Heimat wird sie von zahlreichen Schmetterlingen bestäubt, wohingegen unsere einheimischen Arten mit dem Blütenreichtum nichts anzufangen wissen. Als einziger dauerhafter Bestäubung findet sich hier die imposante Große Holzbiene (Xylocarpa violacea), die an den gut versteckten Nektar gelangen kann. Andere Bienen und Hummeln machen es sich einfach und knabbern die Blüten an der Seite auf, um den süßen Inhalt zu räubern – ohne etwas zur Bestäubung mit beizutragen.

Autoabgase können ihnen wenig anhaben, sodass sie sich auch für Standorte in der Nähe vielbefahrener Straßen eigenen – und sind ein idealer Bewuchs für die Mauern von Parkhäusern und städtischen Anlagen, wo man sie häufig antrifft.

Wissenswertes

Die deutsche Bezeichnung Blauregen ist durchaus bezeichnend, denn die prachtvollen langgestreckten blauen oder violetten Trauben hängen kaskadenartig herunter. Die Pflanzen wurden Anfang des 18. Jahrhunderts nach Europa eingeführt. Im Gartenfachhandel bekommt man mittlerweile eine ganze Reihe von Hybriden und Sorten wie

  • Prolific‘ mit fliederfarbenen bis blassvioletten Blüten,
  • Alba‘ und ‚Jaki‘ mit weißen Blüten
  • Plena‘ mit gefüllten lila Blüten
  • Schwarzer Drache‘ mit gefüllten dunkelvioletten Blüten
  • Sierra Madre‘ mit besonders geruchsintensiven lavendelfarbenen Blüten mit weiß überlaufenen Fahnen.

Die Chinesische Wisteria ist wie alle Glyzinien giftig – sie enthält in allen Teilen Chinolizin-Alkaloide, die denen des nicht minder giftigen Goldregens (Laburnum spec.) ähneln.

Sorten Chinesische Wisteria

Sorte Höhe Breite
Chinesische Wisteria (Wildform) 10 - 20 m 5 - 8 m
Weißer Chinesischer Blauregen 'Alba' 6 - 10 m 5 - 8 m

Häufige Fragen

Wie giftig ist Wisteria?

Das Ganze noch mal in Blau statt Gelb: Wisteria enthält ähnliche Giftstoffe wie Goldregen. Wistarin führt bereits in kleinen Mengen zu Übelkeit und Erbrechen, krampfartigen Bauchschmerzen und Durchfall. Kreislaufstörungen und Atemlähmungen verlaufen schlimmstenfalls tödlich. Bei Kindern sollen bereits ein oder zwei, bei Erwachsenen drei der einen Zentimeter großen platten Samen zu erheblichen Vergiftungserscheinungen führen. Die Blätter sind aber auch hochgiftig für frei herumlaufende Haustiere, insbesondere Meerschweinchen und Kaninchen. Bei Pferden führt das Fressen des Laubes zu einem heftigen Brennen in Schlund und Speiseröhre, sodass die Tiere mehrere Tage lang das Saufen und die Nahrungsaufnahme verweigern.

Wo pflanzt man Blauregen?

Ideal für Blauregen: Sonnig, warm, windgeschützt und immer schön feucht. Auf einer Südmauer, sonnenbeschienenen Pergolen und Zäunen fühlt er sich am wohlsten und bildet im Frühjahr und Sommer regelrechte Wasserfälle aus blauen Blüten.

Ist der Blauregen winterhart?

Blauregen ist vollkommen frosthart, wenn er erst einmal gut angewachsen ist. Jung gepflanzte sollte man hegen und pflegen und sie nicht nur ausreichend gießen und vor der ärgsten Sonne schützen, sondern auch vor strengen Minusgraden. Bei den älteren Pflanzen kann der Frost den Blütenansatz schädigen.

Wie alt wird Blauregen?

Wisteria sinensis kann ein durchaus biblisches Alter erreichen – das älteste in Europa bekannte Exemplar ziert die Fassade der Griffin Brewery in Chiswick, London und hat stattliche Ausmaße. Den Aufzeichnungen zufolge ist sie über 200 Jahre alt und wurde im Jahr 1816 an der Hauswand des Gebäudes gepflanzt – direkt aus China kommend und ein Jahr nach der Schlacht von Waterloo. Die oft angegebenen 50 Jahre sind also nur sehr vorsichtig geschätzt.

Wie lange dauert es bis Blauregen blüht?

Bei aus Samen gezogenen Exemplaren kann sich das ähnlich lange hinziehen wie die Keimung – die kann schon mal irgendwas zwischen zwei Wochen und mehreren Jahren dauern. Die ersten Blüten erscheinen Berichten zufolge oft erst nach 7-15 Jahren. Die gute Nachricht: Bei den gepfropften Exemplaren, die man im Handel kaufen kann, geht das wesentlich schneller.

Ökologischer Wert

Chinesische Wisteria ist nicht heimisch

Insekten

Nektarwert: 2

Pollenwert: 1

Kletterpflanzen zur Begrünung von Fassaden und Zäunen