Knolliger Hahnenfuß

Ranunculus bulbosus

Staude
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
giftig
wintergrün
lange Blühzeit
Knolliger Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Nicolas Weghaupt, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Hahnenfußgewächs
  • Typische aus den Stängeln gebildete unterirdische Knollen
  • Überlebt Winter und Trockenperioden mithilfe dieser Speicherorgane
  • Goldglänzende Blüten
  • Wichtiger Pollenlieferant für Wildbienen
  • Bestäubung durch Bienen und Fliegen
  • Alte Heilpflanze, heute wegen der Gifte nicht mehr verwendet
  • Saft kann Hahnenfuß-Dermatitis hervorrufen
  • In allen Teilen giftig
  • Unschädlich nach Trocknen
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 10 - 40 cm
Wurzelsystem: Sprossknolle
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Laub
Blatt wintergrün ja
Boden
Boden: lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Dachbegrünung geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Hahnenfußgewächse
Gattung: Hahnenfuß
ist giftig alle Teile
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Knolliger Hahnenfuß?

Knolliger Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Er ist recht häufig auf Kalk-Magerrasen, mageren Wiesen und Weiden und an Böschungen anzutreffen.

Es handelt sich dabei um eine ausdauernde krautige Pflanze, die 10-40 Zentimeter hoch wird. Namensgebend sind die unterirdischen Knollen, die aus den am Grunde verdickten Stängeln gebildet werden. Sie sind bis zu zwölf Millimeter breit und bis zu acht Millimeter lang. Die vergleichsweise dünnen, fleischigen Wurzeln sind zahlreich und reichen tief hinab. Die Stängel wachsen aufrecht und sind rund, außen gerillt und mit 1-2 Millimeter langen Haaren besetzt, die unten abstehen und weiter oben anliegen. Behaart sind auch die drei- bis fünfteilig gefiederten, im Umriss polygonalen Blätter, deren Fiedern unregelmäßig geteilt und gezähnt sind. Der Blattstiel ist am Grund auffällig verbreitert, ähnlich wie im unterirdischen knolligen Teil der Pflanze.

Die Blüten des Knolligen Hahnenfußes erscheinen einzeln oder zu wenigen endständig. Sie sind zwittrig, fünfzählig und radiärsymmetrisch und bilden leuchtend gelbe, 2-3 Zentimeter große glänzende Schüsselchen. Bei dieser Art sind die grünen breit-lanzettlichen Kelchblätter zurückgeschlagen und behaart. Bei den Früchten handelt es sich um kugelige Aggregate aus 2-4 Millimeter langen, abgeflachten braunen Nüsschen mit kurzem gebogenem Schnabel und jeweils einem Samen.

Knolliger Hahnenfuß im Garten

Standort

Der Knollige Hahnenfuß wächst vorzugsweise auf einem mäßig trockenen und mäßig nährstoff- und basenreichen, mild bis mäßig sauren und humosen lockeren Lehmboden mit Sonne oder Halbschatten. Längere sommerliche Trockenperioden überlebt er dank seiner Knollen selbst dann, wenn die oberirdischen Teile bereits vollständig vertrocknet sind.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Knolligen Hahnenfuß bestenfalls zur Entfernung abgestorbener Triebe erforderlich oder wenn man ihn seinem Ausbreitungsdrang beschränken möchte. Das gilt insbesondere für die sehr erfolgreiche Selbstaussaat. Beim Hantieren sollte man sicherheitshalber Handschuhe tragen, denn der frische Saft kann Hautreizungen hervorrufen, die sogenannte „Hahnenfuß-Dermatitis“.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt am besten mithilfe der reichlich gebildeten Samen.

Verwendung

Als Zierpflanze ist der Knollige Hahnenfuß eher selten in Gebrauch. Er ist aber eine dekorative Bepflanzung für Blumen- und Staudenbeete oder naturnahe Wiesen und wegen seines hohen ökologischen Wertes für Wildbienen nicht zu unterschätzen.

Schädlinge

Mit seinen Giftstoffen hält sich der Knollige Hahnenfuß viele Fressfeinde vom Leib, einschließlich Nutztieren wie Kühen. Weniger gut gefeit ist er gegen Rostflecken, Mehltau und andere Pilzerkrankungen.

Ökologie

Der Knollige Hahnenfuß ist eine Bienen- und Fliegenblume. Beachtenswerterweise meiden die Bienen den Nektar, der wie der Rest der Pflanze giftige Alkaloide enthält, und machen sich ebenso wie die Fliegen lieber über den Pollen her. Ähnliches gilt für Wildbienen – 17 Arten sammeln den nahrhaften Blütenstaub für ihre Larven, vor allem Sandbienen (Andrena spec.) sowie einige Lasioglossum- und Osmia-Arten, Chelostoma florisomne und Halictus maculatus. Unbeeindruckt von den Giften zeigt sich der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas), der hier Nektar saugt.

Wissenswertes

In der Botanik gilt der Knollige Hahnenfuß als Zeigerpflanze für lehmige Böden. Auf Viehweiden ist weniger gerne gesehen und gilt als Unkraut, um das die Kühe lieber einen großen Bogen machen. Das darin enthaltene Protoanemonin ist giftig; im Heu ist er zwar immer noch recht strohig, aber durch den Trocknungsprozess wird das Gift in das unbedenkliche Anemonin umgewandelt.

Er ist in allen Teilen giftig. Wegen der schwankenden Wirkstoffgehalte ist er als Heilpflanze heutzutage nicht mehr gebräuchlich.

Fotos

Gesamte Pflanze Knolliger Hahnenfuß
Quelle: Nicolas Weghaupt, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Knolliger Hahnenfuß
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
 Knolliger Hahnenfuß
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist Knolliger Hahnenfuß giftig?

Ja, er gilt als wenig giftig. Dafür verantwortlich ist vor allem das darin enthaltene Glykosid Ranunculin und sein Derivat Protoanemonin, das beim Kontakt mit der Haut eine „Hahnenfuß-Dermatitis“ mit Rötungen, Schwellungen, Bläschenbildung und Juckreiz verursachen kann. Innerlich genommen wirkt es neurotoxisch und führt zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Schwindel, Krämpfen und Lähmungen. Trocknen wandelt das giftige Protoanemonin in ungiftiges Anemonin um. Daher ist er im Heu für Rinder und anderes Nutzvieh unbedenklich.

Ökologischer Wert

Knolliger Hahnenfuß in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
17
Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Nektarwert:
1
Pollenwert:
1
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

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