Rote Frangipani

Plumeria rubra

Gehölz
Wildform
lange Blühzeit
Rote Frangipani (Plumeria rubra) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Mittelamerika und im Norden Südamerika heimisches Hundsgiftgewächs
  • Läuft auch unter der Bezeichnung Tempelbaum, da im Hinduismus, Islam und Buddhismus häufig verwendet
  • Bei uns nur in warmen Gebieten fürs Freiland geeignet, ansonsten Kübelpflanze oder Zimmerpflanze
  • Wird im Freiland bis zu sieben Metern hoch, im Topf deutlich kleiner
  • Braucht einen windgeschützten und sonnigen Stand mit durchlässigem fruchtbarem Boden
  • Leichte Vermehrung mit Stecklingen möglich
  • Zahlreiche Sorten mit bunt gefärbten Blüten im Handel
  • Wildform mit propellerförmigen rosa Blüten in großen Rispen
  • Blüten intensiv duftend, bei uns keine Bestäuber
  • Giftpflanze, vielerorts auch als Heilpflanze verwendet wie in der TCM
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 4 - 7 m
Breite: 4 - 5 m
Zuwachs: 10 - 30 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
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a
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d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Enzianartige
Familie: Hundsgiftgewächse
Gattung: Plumeria
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Rote Frangipani?

Rote Frangipani, Rote Plumerie oder Roter Jasmin (Plumeria rubra) ist ein Zierstrauch aus Mittelamerika, der sich im Garten dank seiner ungewöhnlichen roten Blüten wachsender Beliebtheit erfreut. Sie gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocyanaceae) und damit in die Verwandtschaft des beliebten Immergrün Vinca. Beheimatet sind die Pflanzen in Mittel- und dem nördlichen Südamerika, vor allem in Mexiko, Kolumbien und Venezuela, wo sie in trocken-heißen und felsreichen Wäldern, auf Berghängen und Savannen wachsen. Inzwischen findet sie sich weltweit in Gärten und Parks, auf Friedhöfen und in Tempelbezirken.

Es handelt sich dabei um einen großen sommergrünen Strauch oder kleinen Baum von 4-7 Meter Höhe mit dicken Stämmen, wenigen brüchigen und beinahe wurstähnlichen grau berindeten Ästen und einer ausladenden rundlichen Krone. Die wechselständig angeordneten dunkelgrünen Blätter sind elliptisch oder verkehrt-lanzettlich, 20-50 Zentimeter lang mit einem 3-6 Zentimeter langen Blattstiel, einer blasser gefärbten Mittelrippe und einer kleinen Spitze. Vielfach ist die Unterseite dünn und kurz behaart. Bei Verletzungen wird ein klebriger Milchsaft freigesetzt, wie er für die meisten Hundsgiftgewächse typisch ist.

Die 7-10 Zentimeter breiten Blüten sind stieltellerförmig und meistens rosa, seltener dunkler rot oder gelb. Sie erscheinen von Sommer bis Herbst in endständigen, etwa 12 Zentimeter langen üppigen Rispen an bis zu zwei Zentimeter langen Blütenstielen. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig und duften intensiv; die Kelchblätter sind nur drei Millimeter lang und grün, die Kronblätter zur einer 1,5-2 Zentimeter langen Kronröhre mit windmühlenartig angeordneten Kronzipfeln verwachsen.

Bei den kahlen Früchten handelt es sich um hängende 15-25 Zentimeter lange, bis zu drei Zentimeter dicke zylindrisch-schotenförmige Balgfrüchte. Sie stehen zu zweit und haben eine hornartige Form; ihre Farbe wechselt von Gelbgrün zu Orange oder Braun. Im Inneren finden sich 20-60 geflügelte Samen. Die Schoten werden in Kultur nur sehr selten gebildet.

Rote Frangipani im Garten

Standort

Rote Frangipani braucht einen fruchtbaren und gut durchlässigen Boden. Dieser kann sauer bis alkalisch und sandig bis lehmig sein. Trockenheit ist weniger ein Problem als Staunässe, und am besten wächst Plumeria auf einem mittelfeucht gehaltenen Grund. Fürs Freiland ist sie bei uns nur bedingt geeignet.

Wer empfindlich auf Gerüche reagiert sollte Rote Frangipani außer Riechweite von Haus und Terrasse pflanzen, denn die Blüten riechen recht intensiv. In unseren Breiten ist ein warmer sonniger Standort mit etwas Windschutz, etwa in Form einer Mauer angebracht. Unter 10 °C werden sie die Blätter ab; heißt die Plumeria ist frostempfindlich. Im Winter muss man sie im Haus oder Wintergarten trocken halten. In Kübeln und Containern gepflanzt machst Du sie transportabel.

Schnitt

Vorsicht beim Hantieren mit der Plumeria, der Milchsaft ist giftig und kann schwere Hautreizungen hervorrufen. Daher sicherheitshalber Handschuhe tragen!

Vermehrung

Eine Vermehrung von Frangipani mit Stecklingen ist leicht möglich. Diese sollten ein paar Tage trocknen, bevor man sie in die Erde steckt, damit die Schnittstelle nicht fault. Ansonsten kann man auch die Samen aussäen, sie brauchen mindestens 18 °C zum Keimen. Und es dauert ein paar Jahre, bis daraus ein stattlicher Busch wird. Mit einer kleinen Plumeria-Pflanze aus dem Gartenfachmarkt fährst Du deutlich schneller.

Verwendung

Die Rote Plumeria ist ein beliebter Zierstrauch für Parks, Gärten, Friedhöfe, Straßenränder, in Asien auch in Tempelanlagen. Bei uns besticht die Pflanze mit ihren prächtigen duftenden Blüten und macht sich am besten als freistehender Solitär oder vor höherem Gehölz. Das funktioniert im Freiland aber nur in den wärmeren Regionen wie den klassischen Weinbaugebieten.

Hervorzuheben ist die hohe Salztoleranz, dank derer Frangipani auch in Vorgärten gedeiht, die an im Winter gestreuten Straßen liegen. In ihrer Heimat vertragen die Bäume sogar den salzhaltigen Wind an der Küste problemlos.

Ansonsten kannst Du die Rote Frangipani auch im Kübel auf Balkon und Terrasse oder im Wintergarten halten. Dann musst Du sie aber im Herbst vor den ersten kalten Nächten ins Haus holen und überwintern. Auch als Zimmerpflanze für große Räume sind die Sträucher geeignet.

Schädlinge

Schädlinge sind weniger das Problem als falsche Haltungsbedingungen; vor allem zu viel Feuchtigkeit erweist sich schnell als tödlich. Dagegen ist der Rote Frangipani recht widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Parasiten. In seiner Heimat wird er von den Raupen des Nachtfalters Pseudosphinx tetrio heimgesucht, den es bei uns allerdings nicht gibt, ebenso wie den Plumeria-Rost Coleosporium plumeriae – bisher jedenfalls. Vor allem unter Glas und im Wintergarten treten Spinnmilben auf.

Ökologie

In unseren Breiten fehlt es der Plumeria an Bestäubern, die mit ihren Mundwerkzeugen tief genug in die lange Kronröhre hineingelangen. Der Geruch nach Rosen, Zitronen und Zimt, der morgens und in den Abendstunden besonders intensiv hervorsticht, ist bei uns also vergebliche Liebesmüh und erfreut bestenfalls menschliche Nasen.

Für die Verbreitung der geflügelten Samen ist der Wind zuständig.

Wissenswertes

Verwendung von Frangipani

Auf Hawaii landen die Blüten der Frangipani in den typischen Halsgirlanden. In Asien ist sie nicht nur als Baum für Tempelanlagen beliebt, sondern auch in vielfältiger Form im Buddhismus, Hinduismus und im Islam, wo die Blüten als Symbol der Unsterblichkeit gelten. In Kambodscha fertigt man aus den Blüten Halsketten als Opfergaben für die Götter und dekoriert damit Särge und Gräber. Blumenteppiche aus Frangipani, dem „Tempelbaum“, zieren die Wege zu heiligen Stätten.

Frangipani in der Medizin

Frangipani wird in der Volksmedizin vieler Länder eingesetzt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin gelten die Blüten und die Rinde als Mittel zur Behandlung von Fieber, Keuchhusten und bakteriellen Durchfallerkrankungen. Blüten dienen zur Behandlung von Asthma, der Saft als Abführmittel und Medikament gegen Blähungen und Bauchschmerzen. Die Rinde wirkt abführend, und aus den Blüten wird ein Tee bereitet, der verdauungsfördernd und harntreibend wirkt.

Giftige Alkaloide

Der Milchsaft von Frangipani ist giftig; allerdings wird es kaum zu Vergiftungen bei Mensch und Tier kommen, denn er schmeckt ausgesprochen unangenehm bitter.

Im Handel erhältliche Sorten: Hauptsache bunt

Die Varietät Plumeria rubra var. acutifolia, auch als Plumeria acutifolia oder Plumeria acuminata bezeichnet, hat länglich-elliptische, bis 10 Zentimeter lange Blätter. Hier sind die Blüten 8-9 Zentimeter breit, weiß und in der Mitte mit einem gelblichen Farbverlauf. Diese Form stammt ebenfalls aus Mexiko, Panama, der Karibik und dem nördlichen Südamerika. Bei der Form Plumeria rubra f. tricolor sind die Blüten mehrfarbig mit rosa, gelb, weiß, orange und rot.

Plumeria rubra hat sogar den prestigeträchtigen Garden Merit Award der Royal Horticultural Society gewonnen.

Fotos

Gesamte Pflanze Rote Frangipani
Quelle: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Rote Frangipani
Quelle: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Rote Frangipani
Quelle: Photo by David J. Stang, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Was heißt Frangipani?

In ihrer Heimat Mexiko heißt die Frangipani sozusagen im Original zungenbrecherisch cacaloxúchitl. Der Nahuatl-Name bedeutet sinngemäß Krähenblume. Den Namen hat die Plumeria rubra vom französischen Botaniker Charles Plumier (1646-1704), und rubra heißt auf lateinisch rot. Dem Dominikanermönch haben wir auch die Fuchsie und die Begonie zu verdanken, die er von seinen Expeditionen in die Karibik mitbrachte.

Der Name Frangipani geht auf den italienischen Adligen Marquis Muzio Frangipani zurück, der im Paris des 16. Jahrhunderts ein auf Bittermandelöl basierendes Parfüm erfand. Es wurde vor allem zum Beduften von Handschuhen verwendet, und die feine Pariser Gesellschaft war verrückt danach. In der französischen Patisserie kennt man frangipane entsprechend noch heute als eine aromatische Mandelcreme mit Butter, Zucker und Eiern, mit der man Kuchen und Desserts herstellt. Mit unserer Gartenblume hat das aber nur den Namen gemein.

Wann blühen Plumeria?

Plumeria blüht von Juni bis September.

Wie sehen Frangipani-Blüten aus?

Zunächst erscheinen die langen spitzen, in sich gedrehten Knospen, die sich später zu fünfzähligen Blüten öffnen. Diese sind 7-10 Zentimeter breit, in der Grundform rosa, seltener rot oder gelb und bei den Sorten oft auch mehrfarbig. Sie bestehen aus einem kleinen grünen Kelch und einer stieltellerartigen Krone, bei der die Basis der Kronblätter zu einer 1,5-2 Zentimeter langen Röhre verwachsen ist. Darüber stehen die ausgebreiteten Kronzipfel, die ganz charakteristisch auf einer Seite überlappen. Sie sehen daher etwas propellerförmig oder windmühlenartig aus.

Wie pflege ich eine Plumeria?

In unseren Breiten eignet sich die Plumeria nur in ausgesprochen warmen Regionen fürs Freiland – etwa dort, wo auch Feigenbäume im Freien gedeihen wie den klassischen Weinbauregionen am Kaiserstuhl oder an der Mosel. Ansonsten sollte man sie wegen ihrer Frostempfindlichkeit als Kübelpflanze oder im Container halten, sodass man sie im Herbst problemlos ins Haus transportieren und überwintern kann. Ab zehn Grad abwärts fühlt sie sich bereits unwohl und beginnt die Blätter abzuwerfen. Oft ist das bereits im August oder September der Fall – ein untrügliches Zeichen, dass die Winterruhe beginnt. Der Vorteil bei einem kühlen Stand: Blattlos braucht sie auch kein Licht. Ansonsten kannst Du sie auch ganzjährig als Zimmerpflanze oder im Gewächshaus halten.

Die Plumeria braucht einen nährstoffreichen und eher trockenen denn zu feuchten Boden. Sie steht am liebsten etwas windgeschützt in der prallen Sonne und kann im Wachstum jede Woche eine Portion Volldünger bekommen. Im Winter kann man sowohl auf den Dünger als auch aufs Gießen verzichten, ab und zu ein paar Tropfen Wasser reichen da vollkommen aus. Gegebenenfalls musst Du gerade im Winterstand auf Spinnmilben achten, die sich besonders bei trockener Heizungsluft in Windeseile ausbreiten.

Wann Frangipani düngen?

Solange die Frangipani im Sommer fleißig wächst, kannst Du sie wöchentlich mit kleinen Düngergaben bedenken. Sie verträgt Trockenheit besser als zu viel Wasser, also eher vorsichtig gießen. Im Winterstand braucht sie kaum Wasser und naturgemäß auch keinen Dünger.

Ist Frangipani giftig?

Ja, allerdings. Sie gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocyanaceae) und enthält einen giftigen, Alkaloid-reichen Milchsaft. Hunde brauchen allerdings keine Angst zu haben, sie dürften diesen Vertreter der Böses ahnen lassenden Familie kaum freiwillig fressen – die Blätter schmecken reichlich unangenehm. Das gilt glücklicherweise auch für den Menschen, sodass auch Kinder eher wenig bedroht sind. Trotzdem solltest Du immer darauf achten, dass es sich um eine Giftpflanze handelt, die bei Verzehr Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle verursachen kann.

Vor allem muss man beim Schneiden und Hantieren auf den giftigen Milchsaft achten, der hier am ehesten zum Problem wird. Er kann heftige Hautrötungen und Entzündungen hervorrufen, wie bei so vielen Hundsgiftgewächsen. Daher solltest Du unbedingt Handschuhe anziehen, bevor Du Dich mit der Plumeria beschäftigst.

Ökologischer Wert

Rote Frangipani nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.