Sanddorn

Hippophae rhamnoides

Gehölz
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
Frühblüher

  • Dornenbewehrter Strauch für trockene und sonnige Standorte
  • Weibliche Exemplare bilden reichlich orangefarbene Früchte
  • Frucht mit hohem Vitamingehalt, für Marmeladen und Getränke verwendet
  • Dekorative Früchte bleiben im Winter am Strauch
  • Winterhart, windfest
  • Pflegeleicht und anspruchslos
  • Verbreitung über Wurzelausläufer
  • Wichtiges Vogelschutzgehölz und Vogelfutter im Winter
  • Tiefwurzler, guter Bodenfestiger
  • Alte Heilpflanze zur Stärkung der Immunabwehr und gegen Erkältungen
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2.5 - 4.5 m
Breite: 1.5 - 3 m
Zuwachs: 25 - 45 cm/Jahr
schnittverträglich ja
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Wurzelausläufer: Äusläufer
Frostverträglich: von -40,0 bis -35,5 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: braun
Blühzeit:
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Licht

Sonne bis Halbschatten

Frucht
Fruchtreife:
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Laub
Dornen ja
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: normal
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Ölweidengewächse
Gattung: Sanddorne
ist essbar Frucht
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Sanddorn ?

Sanddorn (Hippophaë rhamnoides) ist ein Strauch aus der Familie der Ölweidengewächse (Eleagnaceae). Der botanische Gattungsname bedeutet sinngemäß leuchtendes Pferd, der Artname dornenbewehrt und deutet auf seine ausladenden wehrhaften Zweige hin. In Europa findet man ihn auf kalkhaltigen Sand- und Kiesböden von den Pyrenäen bis zum Kaukasus an der Meeresküste, in Kiefernwäldern und an Bächen oder Straßenrändern.

Die Sträucher werden bis zu viereinhalb Meter hoch und verlieren im Winter ihre Blätter. Seine Wurzeln reichen tief hinab und sorgen für kräftige Verankerung. Dabei sorgen Ausläufer für die weitere Ausbreitung. Die Rinde ist braungrün bis silbergrau und glatt, die Blätter linealisch-lanzettlich mit abgerundeter Spitze, bis 80 Millimeter lang und bis zu acht Millimeter breit. Charakteristisch ist die dichte, weißfilzige Behaarung auf der Unterseite und eine verkahlende, graugrüne Oberseite.

Noch vor dem Laub erscheinen im Frühjahr direkt auf den Zweigen sitzend die halbzentimetergroßen bräunlichen Blüten. Sanddorn ist zweihäusig, sodass die männlichen und weiblichen Blüten auf getrennten Individuen sitzen. Die Blüten überstehen Spätfröste unbeschadet. Der weibliche Sanddorn bildet zahlreiche, 6-8 Millimeter lange, ovale Schein-Steinfrüchte. Ihr gelbes bis orangefarbenes Fruchtfleisch enthält etherische Öle und die länglich-runden braunen Samen.

Sanddorn  im Garten

Standort

Sanddorn mag es sonnig bis halbschattig und bevorzugt einen sandigen, eher trockenen Boden. Kurzfristige Überflutungen schaden ihm nicht. Man sollte beachten, dass er mit seinen unregelmäßigen Zweigen reichlich Platz beansprucht und die Dornen in der Nähe von vielbegangenen Wegen unangenehm werden können. Er ist windfest, salztolerant und bildet blickdichte Hecken.

Schnitt

Mit seinen Wurzelausläufern breitet sich der Sanddorn fleißig aus. Wegen der tiefreichenden Wurzeln sind oftmals Rhizomsperren angebracht. Totes Holz sollte man regelmäßig entfernen, abgeerntete Zweige einmal jährlich stutzen.

Vermehrung

Die Anzucht aus Samen ist langwierig, zumal der Sanddorn ein Licht- und Kaltkeimer ist. Besser fährt man mit Jungpflanzen, die man an Ort und Stelle eingräbt. Alternativ dazu gräbt man Ableger aus und pflanzt sie an der gewünschten Stelle ein. Will man Sanddornbeeren ernten, muss man mindestens ein männliches und ein weibliches Exemplar setzen.

Verwendung

Mit seinen zahlreichen Früchten ist Sanddorn auch im Winter eine Zierde. Gärtner verwenden ihn daher gerne als dekorative Heckenpflanze und als Vogelnährgehölz. Vogelnester schützt er mit seinen wehrhaften Dornen vor hungrigen Beutegreifern. An Böschungen und Hängen sorgt sein dichtes Wurzelwerk für Bodenfestigung.

Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge spielen beim robusten Sanddorn kaum eine Rolle.

Ökologie

Die aufs Notwendigste reduzierten unauffälligen Blüten des Sanddorns sind typisch für eine Windbestäubung, sodass nektarsuchende Insekten keine Rolle spielen. Umso beliebter sind seine nahrhaften Früchte vor allem bei Vögeln, die hier noch bei Schnee und Eis zuverlässig Futter finden.

Wissenswertes

Als dekorative Park- und Gartenpflanze hat sich der Sanddorn über seine natürlichen Vorkommen weit verbreitet. Mit dem hohen Vitamingehalt seiner Früchte, vor allem Vitamin C, gilt er als „Zitrone des Nordens“ und ist Bestandteil vieler Nahrungsergänzungsmittel.

Beliebt ist die Verwendung der Beeren in Getränken. Man verarbeitet sie zu Presssäften, die man pur oder mit anderen Fruchtsäften oder Likör gemischt kaufen kann. Die frischen Früchte kocht man als Marmelade oder Gelée ein, getrocknet findet man sie in vielen Früchtetees. Für Pflegeprodukte greift man auf das aromatische Öl der Früchte oder Samen zurück, das viele Carotinoide und mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält.

Als Heilpflanze ist Sanddorn seit dem Mittelalter bekannt. Noch heute verwendet ihn die Naturheilkunde wegen seiner Vitamine, Glykoside und Flavonoide gegen Erkältungskrankheiten, zur Verbesserung der Immunabwehr und gegen Entzündungen.

Im Gartenfachhandel bekommt man viele verschiedene Züchtungen mit unterschiedlichem Wuchs und Ertrag.

Sorten Sanddorn

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon Fruchtreife
Sanddorn (Wildform) 2.5 - 4.5 m 1.5 - 3 m Aug - Sep
Sanddorn 'Dorana' 1.5 - 3 m
Sanddorn 'Friesdorfer Orange' 2 - 3 m 2 - 2.5 m Ja
Sanddorn 'Frugana' (weiblich) 3 - 5 m 1.5 - 2.5 m Aug
Sanddorn 'Hergo' (weiblich) 2 - 3 m 1.5 - 2.5 m
Zwerg-Sanddorn 'Hikul' / 'Silverstar' (männlich) 1 - 1.5 m 1 - 1.5 m
Sanddorn 'Leikora' (weiblich) 3 - 4 m 2 - 3 m
Sanddorn 'Orange Energy' (weiblich) 2 - 3 m 1.5 - 2.5 m Sep
Sanddorn 'Pollmix' (männlich) 2.5 - 4.5 m
Sanddorn 'Sirola'® (weiblich) 3 - 4 m 1.5 - 2.5 m Jul - Aug

Häufige Fragen

Wie erkenne ich Sanddorn?

Sanddorn ist leicht an seinem sparrigen Wuchs, dornenbewehrten Zweigen, orangefarbenen Früchten und filzig behaarten länglichen Blättern zu erkennen.

Für was ist Sanddorn gut?

Sanddornfrüchte sind eine Vitaminbombe, die viel Vitamin C, Vitamin B und Vitamin E enthalten. Darüber hinaus findet man darin mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für die Gesundheit sind. In der Naturheilkunde nutzt man ihn daher zur Stärkung der Immunabwehr und gegen Erkältungskrankheiten.

Wie tief wurzelt Sanddorn?

Als Tiefwurzler schickt der Sanddorn seine Wurzeln in die Tiefe und sorgt mit Wurzelausläufern für die Vermehrung in der Breite. Daher gilt er auch als guter Bodenfestiger. Wird er breiter als einem lieb ist, muss man ihm gegebenenfalls mit einer tiefsitzenden Rhizomsperre den Weg versperren.

Wie schnell wächst ein Sanddorn?

Die weiblichen Exemplare wachsen etwas schneller als die Männchen, dafür werden diese geringfügig größer. Man rechnet bei den Weibchen mit 20-40 Zentimetern jährlichem Zuwachs und einer Höhe von drei Metern, bei den Männer mit 20-30 Zentimetern und einer Endhöhe von vier Metern.

Warum hat mein Sanddorn keine Früchte?

Sanddorn ist zweihäusig, das heißt es gibt männliche und weibliche Exemplare. Möglicherweise handelt es sich um ein Männchen. Eine weibliche Pflanze kann keine Früchte ansetzen, wenn kein Partner in der Nähe ist – die Bestäubung übernimmt der Wind. Will man Sanddorn ernten, muss man mindestens ein Männchen und ein Weibchen im Garten haben. Ein männlicher Part reicht dann auch für mehrere Damen aus.

Wie erkenne ich männliche und weibliche Sanddorn?

Am sichersten, wenn sich bereits Früchte gebildet haben – das ist in jedem Fall ein weibliches Exemplar. Ansonsten kann man sie zur Blütezeit unterscheiden. Die nahe an den Zweigen stehenden Blüten enthalten entweder Staubfäden bei den Männchen oder Fruchtknoten und Narben bei den Weibchen.

Ökologischer Wert

Sanddorn ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterling, Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten: 7

Vögel und Säugetiere

Vogelschutznährgehölz
Anzahl fressende Vogelarten: 16
Nistplatz: wird häufig als Nistplatz verwendet
Landplatz: wird häufig aufgesucht
Dornen bieten Vögeln Schutz

Fotos

Blüte Sanddorn
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Sanddorn
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Sanddorn
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Sanddorn
Quelle: NaturaDB
Rinde Sanddorn
Quelle: NaturaDB
 Sanddorn
Quelle: NaturaDB
Blatt Sanddorn
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Sanddorn
Quelle: NaturaDB

Obstgehölze und Beerensträucher