Zwiebel,Zwiebellauch, Gartenzwiebel

Allium cepa

Zwiebel
Kulturpflanze
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Zwiebel (Allium cepa) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Zwiebelgewächs aus der Familie der Amaryllisgewächse
  • Beliebtes Küchenkraut, seit der Antike bekannt
  • Meist zweijährig zur Zwiebelernte angebaut
  • Pflegeleicht und robust
  • Namensgebendes Speicherorgan mit röhrenförmigen Blättern
  • Endständige Blütenstände rund und weiß
  • Vermehrung durch Aussaat
  • Verschiedene Zuchtsorten mit unterschiedlichen Farben, Größen und Geschmack
  • Vielfältige Verwendung in der Küche
  • Alte Heilpflanze beispielsweise bei Erkältungskrankheiten
Wuchs
Pflanzenart: Zwiebel
Höhe: 20 - 120 cm
Wurzelsystem: Zwiebel
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
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n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: normal bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Spargelartige
Familie: Amaryllisgewächse
Gattung: Lauch

Was ist Zwiebel?

Zwiebel (Allium cepa), genauer Küchenzwiebel, Gartenzwiebel oder Speisezwiebel, bezeichnet eine der meistverwendeten Gemüsesorten. Bei der Pflanze handelt es sich um ein Mitglied aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae), das mit seinem charakteristischen Speicherorgan namensgebend für ähnliche Strukturen vieler anderer Arten wurde. Das ausdauernde Kraut kultiviert man im Anbau meist nur ein- bis maximal zweijährig.

Die Laubblätter sind deutlich zweigeteilt: der untere Anteil entspringt den einzelnen Schichten der Zwiebel und ist dementsprechend rund und zwiebelschalenartig aufgebaut. Weiter oben gehen diese grünen Teile in eine blattförmige runde bis ovale Röhre über, die sich verjüngt und in einer Spitze endet. Die Farbe ist frischgrün, oft mit einem Stich ins Bläuliche und oberflächlich bereift.

Im zweiten Jahr entwickelt sich der Blütenstand, der bis zu 120 Zentimetern Höhe erreicht. Er ist ähnlich wie die Laubblätter rund und innen hohl und endet in einer kugeligen Scheindolde mit teils mehr als 100 kleinen weißen Einzelblüten. Die einzelnen Blüten sind zwei bis vier Zentimeter lang und haben oft grün gezeichnete Nerven.

Die alten äußeren Schalen des in der Botanik als Schalenzwiebel bezeichneten Speicherorgans vertrocknen und hüllen als bräunliche Zwiebelschalen den saftigen Anteil. Bei den meisten Zuchtsorten erfolgt nur noch eine schwache Knospenbildung neuer Zwiebelchen am Grund der wurzeltragenden Zwiebelscheibe.

Zwiebel im Garten

Standort

Zwiebeln nehmen mit jeder normalen Gartenerde vorlieb, die nährstoffreich, humos und durchlässig ist. Sie sollte möglichst viel Sonne bekommen, stehende Nässe ist unbedingt zu vermeiden.

Schnitt

Schneiden ist nicht nötig; reif zur Ernte sind die Küchenzwiebeln, wenn die röhrenförmigen Blätter abknicken oder bereits zu etwa einem Drittel braun und abgestorben erscheinen.

Vermehrung

Die Vermehrung der Zwiebel erfolgt mit Samen oder noch einfacher mit Steckzwiebeln. Sommersteckzwiebeln pflanzt man von März bis April an Ort und Stelle ein, Wintersteckzwiebeln im September und Oktober.

Verwendung

Die Küchenzwiebel ist ein Muss für jeden Gemüsegarten. Sie lassen sich aber auch auf Balkon und Terrasse in Kübeln, Kästen oder Töpfen pflanzen.

Schädlinge

Viele Schädlinge möchten mit den flüchtigen und beißenden Inhaltsstoffen der Zwiebel nichts zu tun haben. Eine Ausnahme macht die Zwiebelfliege (Delia antiqua), deren Maden sich über die nahrhaften Speicherorgane hermachen. Bei feuchter Witterung gilt Falscher Mehltau als am weitesten verbreitete Krankheit der Zwiebel.

Ökologie

Als Fremdbestäuber ist die Zwiebel auf die Hilfe von Insekten angewiesen. Dazu zählen auch Wespen und Käfer. Neben Honigbienen sind fünf Wildbienen an den Blüten der Küchenzwiebel interessiert, darunter drei Arten von Sandbienen (Andrena spec.), die winzige Schmalbiene Lasioglossum punctatissimum und die Lauch-Maskenbiene (Hylaeus punctulatissimus).

Wissenswertes

Der deutsche Name der Zwiebel geht auf die Verkleinerungsform des lateinischen Wortes für Zwiebel cepa: cepolla zurück. Gleichen Ursprungs ist die regionale Bezeichnung Bollen. Vermutlich waren es römische Legionäre, die die Zwiebel nach Germanien brachten, denn im römischen Reich galten sie als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Ähnlich wichtig waren sie im alten Ägypten, wo die Zwiebel bereits vor 5000 Jahren beim Bau der Pyramiden als Lohn und Nahrung diente.

Aus der europäischen Küche sind Zwiebeln nicht wegzudenken. Sie sind roh, gekocht, gebraten oder gedünstet unverzichtbarer Bestandteil von Salaten, Fleisch- und Fischgerichten, Eintöpfen, Zwiebelkuchen oder Zwiebelsuppe. Spießbraten und andere Fleischgerichte machen sie bei längerem Marinieren zart und aromatisch.

Unterschiedliche Mengen an Anthocyanen sorgen bei diversen Zuchtsorten für unterschiedliche Färbungen des Speicherorgans. Am weitesten verbreitet ist die klassische gelbe Küchenzwiebel. Ebenso gibt es ungefärbte weiße Zwiebeln oder rote Zwiebeln, bei denen die Außenseite der Zwiebelschichten intensiv rot erscheint. Perlzwiebeln sind klein und weiß und haben keine schützenden alten Blätter. Gemüsezwiebeln sind im Prinzip groß geratene gelbe Zwiebeln, allerdings mit sehr mildem Aroma.

Fotos

Blüte Zwiebel
Quelle: Hüseyin Cahid Do?an, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Zwiebel
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Zwiebel
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied von Zwiebeln und Schalotten?

Schalotten (Allium ascalonium) sind eine eigenständige Art, die länglicher ist als die eher rundliche Küchenzwiebel (Allium cepa). Zudem bildet sie zahlreiche Tochterzwiebeln und hat eine zart rotviolette Farbe, die nicht ganz so kräftig ausfällt wie bei Roten Zwiebeln. Weitere nahe Verwandte der Küchenzwiebel sind Lauch (Allium porrum), Knoblauch (Allium sativum), Schnittlauch (Allium schoenoprasum) und Bärlauch (Allium ursinum).

Für was hilft alles die Zwiebel?

Zwiebeln sind nicht nur Gemüse, sie werden auch in der Naturheilkunde benutzt. Das wohl bekannteste Beispiel ist ein altbewährtes Hausmittel, das man gegen Erkältungskrankheiten einsetzt: kleingeschnittene Zwiebeln mit Honig oder Zucker über Nacht aufgesetzt ergeben einen probaten Hustensirup, der besser hilft als die meisten modernen Erkältungsmedikamente. Bei Insektenstichen wirkt ein Stück aufgelegte Zwiebel oder etwas Zwiebelmus gegen die Schwellungen und Entzündungen. Darüber hinaus ist das schwefelhaltige Isoalliin der Zwiebel ähnlich wie das Alliin des Knoblauchs antibakteriell, antioxidativ, gerinnungshemmend und senkt Bluthochdruck, Blutzucker und hohe Blutfettwerte. In der Homöopathie verwendet man Allium cepa Globuli bei Schnupfen mit laufender Nase, tränenden Augen und Reizhusten. Die medizinischen Anwendungen haben der Zwiebel zur Auszeichnung Heilpflanze des Jahres 2015 verholfen.

Warum brennen die Augen beim Zwiebel schneiden?

Für den charakteristischen scharfen Geruch der Zwiebel ist die Alanin-ähnliche schwefelhaltige Aminosäure Isoalliin verantwortlich. Es dient als Fraßschutz – bei Verletzungen des Gewebes wird das Enzym Alliinase freigesetzt, das Isoalliin zu leicht flüchtigem, tränenreizenden Propanthial-S-oxid umwandelt. Dieses zerfällt weiter in reizende Substanzen wie Schwefelsäure und Ammoniak und den bereits in winzigen Mengen charakteristisch nach faulen Eiern riechenden Schwefelwasserstoff. Die meisten Säugetiere nehmen Reißaus, im Gegensatz zum Menschen, der den scharf-würzigen Geschmack zu würdigen weiß. Das Tränen der Augen lässt sich verhindern, indem man ein scharfes Messer benutzt, welches das Gewebe glatt schneidet und nicht zerquetscht.

Ist Zwiebel antibakteriell?

Zwiebeln haben ähnlich wie der verwandte Knoblauch eine antibakterielle Wirkung. Am deutlichsten wird das bei einem alten Hausmittel gegen Husten: Lässt man zerkleinerte Zwiebel mit Honig oder Zucker über Nacht stehen, bildet sich ein Hustensaft, der streng schmeckt, aber ausgezeichnet hilft.

Was passiert, wenn man zu viel Zwiebel isst?

Die Speicherorgane der Zwiebel verwenden keine Stärke als Nahrungsvorrat, sondern Fruktane. Stärke besteht aus Glucose-Bausteinen, Fruktane sind aus Fruktose-Molekülen zusammengesetzt. Während die weiter verbreitete Stärke bereits im Mund durch Amlyasen angegriffen wird, gelangen Fructane unverdaut bis in den Dickdarm und werden erst dort von den hier ansässigen Darmbakterien zerlegt. Diese produzieren reichlich Gas, das zusammen mit den schwefelhaltigen Verbindungen der Zwiebel zu typisch riechenden Blähungen führt.

Ist zu viel Zwiebeln ungesund?

Küchenzwiebeln und ihre nächsten Verwandten wie Schalotte, Knoblauch und Schnittlauch sind die einzigen Zwiebelgewächse, die für den Menschen nicht toxisch sind. Nur vor einem allzu reichlichen Genuss sollte man sich hüten, denn die darin enthaltenen Kohlenhydrate kann der Mensch selbst nicht abbauen. Das übernehmen Darmbakterien, die dabei reichlich Gase bilden und für Blähungen sorgen.

Empfindliche Menschen reagieren nicht nur auf übermäßigen Zwiebelkonsum mit Bauchschmerzen und Blähungen. Bereits der scharfe Saft kann zu allergischen Hautreaktionen führen, und in einigen seltenen Fällen kommt es zu Kreuzreaktionen mit Gräserpollen, wie sie bei Heuschnupfen ein Problem darstellen.

Sind Zwiebeln für Haustiere gefährlich?

Während der Mensch in der Küche gerne und reichlich von den würzigen Zwiebeln Gebrauch macht, sieht das bei Haustieren ganz anders aus: Hunde, Katzen, Pferde, Kühe oder Geflügel können die Pflanzen weder selbst noch mit Hilfe ihrer Darmflora verdauen – während der Mensch bestenfalls an Blähungen leidet, sind Zwiebeln für diese giftig.

Ökologischer Wert

Zwiebel ist in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
5

Wildbienenpflanzen

Themen

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Pflanzen für Tiere