Ratgeber

Physalis ernten


Bei Lampionkirsche und Lampionblume (Physalis alkekengi) erntet man die aus den Kelchblättern hervorgehenden orangeroten Blasen, die rechtzeitig getrocknet eine beliebte Dekoration für Trockensträuße darstellen. Auf die Beere im Inneren verzichtet man hier besser, wohingegen diese bei der Kapstachelbeere (Physalis peruviana) ein beliebtes exotisches Obst ist. 

Wann kann man Physalis ernten?

Das richtet sich immer auch nach dem Wetter und dem Standort. Physalis braucht recht viel Sonne, Wärme und Wasser, damit die Früchte in unseren Breiten auch tatsächlich ausreifen. 

Üblicherweise kannst Du die namensgebenden Ballons von Lampionkirsche und Lampionblume im Laufe des Sommers ernten, sobald sie sich kräftig orange verfärbt haben. Für Dekorationszwecke sollten sie gründlich durchgetrocknet sein.

Die Kapstachelbeere blüht bei uns von Juni bis August, die Fruchtreife erfolgt in August und September. Den richtigen Reifegrad erkennst Du daran, dass die bei dieser Art eher zurückhaltend grünlich-beige Fruchthülle langsam eintrocknet. So lange solltest Du unbedingt warten, denn einmal gepflückt werden die Andenbeeren nicht nachreifen.

Wie soll man Physalis ernten?

Besser nicht abrupfen oder sonst irgendwie Gewalt anwenden – für die Büsche ist es wesentlich schonender, wenn Du die Lampions mit einem scharfen Messer oder mit einer Schere säuberlich abtrennst. Zu Dekorationszwecken werden sie umgehend getrocknet, bei der Ernte der Physalis-Frucht lässt Du die Hülle am besten drum, denn so halten sich die Beeren am längsten.

Soll man Physalis waschen, bevor man sie isst?

Schiebst Du die trockenen Blätter des Lampions zur Seite wirst Du feststellen, dass die tomatenähnliche orange Beere im Inneren einen klebrig-öligen Überzug aufweist. Das ist ein Pflanzenschutzmittel - keine Bange, keines das mit Chemie und gespritzt oder dergleichen zu tun hat, sondern ein natürlicher Überzug, den die Beeren selber bilden: Diese dünne Schicht hält mit ihren bitteren Inhaltsstoffen und klebrigen Konsistenz ungebetene Gäste ab, die den Beeren vor der vollständigen Reife gefährlich werden könnten. Quasi die zweite Verteidigungslinie, falls es jemand geschafft hat, die schützende Fruchthülle zu durchbrechen. Sind die Samen erst einmal reif ist so ein Schutz nicht mehr nötig – da verlässt sich die Physalis sogar auf tierische Interessenten wie Vögel und Säuger, welche die Früchte am besten komplett verschlingen und weit entfernt von der Mutterpflanze die Samen wieder ausscheiden. Die überleben die Prozedur unbeschadet und keimen umso besser. 

Kann man Physalis ohne Waschen essen?

Kann man schon, aber der typische klebrige Überzug auf den Beeren ist besonders bitter. Reines Kalkül, denn das bis zur Vollreife Fressfeinde fern und verhindert ein Verschimmeln. Die dünne Ölschicht ist zwar nicht giftig, aber eben auch nicht besonders wohlschmeckend. Im Zweifelsfall wäscht Du sie also besser ab. PS: Den papierartigen Lampion solltest Du vor dem Verzehr auf jeden Fall entfernen – ist nicht so, als hätten das nicht auch schon Leute probiert… 

Wie gesund sind Physalis?

Obst ist eigentlich immer gesund – da macht auch die Kapstachelbeere keine Ausnahme. Im Vergleich zu Currywurst Pommes Schranke oder einer Tafel Schokolade ist Physalis geradezu ein Superfood:

  • Die orangene Farbe weist bereits auf die in den Früchten enthaltenen Carotinoide hin, die als Antioxidanzien und Vorstufe von Vitamin A wichtig sind.
  • Für ein Obst hat Physalis einen ungewöhnlich hohen Proteingehalt (1,90 g/100 g).
  • Ähnliches gilt für die Menge an Phosphor (40 mg/100g).
  • Hinzu kommen Vitamine, vor allem B-Vitamine und Vitamin C (11,0 mg/100 g).
  • Physalis gilt als Low carb und gut zum Abnehmen: 100 Gramm enthalten laut USDA 11,2 Gramm Kohlenhydrate und 53 Kilokalorien.
  • Für Diabetiker: Die Süße der Beeren kommt von Fruchtzucker und Saccharose; 100 Gramm Physalis entsprechen 1,1 BE.

Was denn nun: Anden oder Kap der Guten Hoffnung? Die Früchte von Physalis peruviana enthalten doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen. Diese kleinen Vitaminbomben bezeichnet man meistens als Kapstachelbeeren, obwohl sie aus Südamerika stammen: Seefahrer erkannten früh, dass sich die Früchte wochenlang aufbewahren lassen und frisch oder getrocknet gegen Skorbut helfen. Die alte Seefahrerkrankheit ist nichts anderes als ein Vitamin C-Mangel – daher der alternative Name Ascorbinsäure, Anti-Scorbut-Säure. Als Mittel gegen Mangelerscheinungen wie blutendes Zahnfleisch und schwaches Immunsystem gelangten die ersten Physalis Ende des 18. Jahrhunderts nach Südafrika, wo sie noch heute extrem populär sind. In Australien waren sie lange Zeit das einzige frische Obst, das den ersten europäischen Siedlern zur Verfügung stand.

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