Echte Aloe

Aloe vera

Staude
Wildform
lange Blühzeit
Echte Aloe (Aloe vera) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: ?????????, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Von der arabischen Halbinsel stammend und heute weltweit verbreitet
  • Beliebte Zier- und Heilpflanze für Fensterbank und Garten
  • Nicht frostfest, muss im Haus überwintern
  • Sukkulente Blätter mit hohem Wasserspeichervermögen
  • Saft der Blätter äußerlich gegen Wunden, Verbrennungen und Insektenstiche eingesetzt
  • In der Kosmetikindustrie als feuchtigkeitsspendender Zusatz verwendet
  • Alte Heilpflanze, schon im alten Ägypten bekannt
  • Bei innerlicher Anwendung vor allem bei Schwangerschaft und Stillzeit Vorsicht geboten
  • Blüten normalerweise nur von Kolibris bestäubt
  • Vermehrung mit Tochterpflanzen
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 30 - 80 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Spargelartige
Familie: Grasbaumgewächse
Gattung: Aloen
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Echte Aloe?

Echte Aloe (Aloe vera) gehört zu einer Gattung von etwa 300 rosettenbildenden immergrünen Stauden, die man mittlerweile zu den Affodillgewächsen (Asphodeloideae) zählt. Vermutlich ursprünglich auf der arabischen Halbinsel beheimatet erfreut sie sich vor allem als Heilpflanze wachsender Beliebtheit und ist auch aus der Kosmetikindustrie kaum noch wegzudenken. Viele Hobbygärtner halten sich davon Exemplare auf der Fensterbank oder im Garten, um jederzeit auf die frischen Blätter mit ihrem heilsamen Saft zurückgreifen zu können.

Bei der Echten Aloe handelt es sich um eine mit reichlich gebildeten Schösslingen schnell zu Gruppen auswachsende Sukkulente mit einer grundständigen Rosette aus lanzettlichen, fleischigen Blättern von graugrüner Farbe, die bis zu einem halben Meter lang werden können, am Rand scharfe Zähne aufweisen und oft von einem hellen Wachs überzogen sind. Sie bildet nur bei alten Exemplaren einen kurzen Stamm aus. Oberseits sind die Blätter rinnig, ihre Ränder sind gezähnt und in der Sonne meist rötlich überlaufen.

Im Sommer bilden sich in der Mittel der Rosette bis zu 80 Zentimeter hohe Blütenstände in Form von schopfigen zylindrischen, spitz zulaufenden Trauben, in denen die bis zu drei Zentimeter langen röhrenförmigen Blüten an kurzen Stielen stehen. Ganz oben stehen sie als Knospen aufrecht, darunter senken sie sich zusehends ab, bis sie in der Vollblüte nickend herabhängen. Staubblätter und Griffel ragen aus den bauchigen Röhren heraus. Die breitlanzettlichen und papierwandigen Früchte öffnen sich an der Spitze mit großen Klappen und entlassen die kantigen, häutig gerandeten schwarzen Samen.

Echte Aloe im Garten

Standort

Die Echte Aloe gedeiht am besten in einer lehmhaltigen, mäßig gedüngten Erde, die man am besten mit viel Sand oder feinem Kies versetzt. Sie braucht viel Sonne und frische Luft und übersteht selbst langanhaltende Trockenphasen unbeschadet. Trotzdem sollte man sie ab und zu gießen – nur nicht zu viel, denn Staunässe lässt sie schnell verfaulen.

Schnitt

Bei der Topfkultur sollte man die Pflanzen ab und zu teilen, wenn sie reichlich Tochterpflanzen gebildet haben. Nur so lässt sich das weitere üppige Wachstum sicherstellen.

Vermehrung

Die Vermehrung der Echten Aloe erfolgt entweder mit Sämlingen oder wesentlich schneller mithilfe von Ablegern, die sich am Grund der Mutterpflanze häufig in großer Zahl bilden.

Verwendung

Die Aloe vera ist nicht winterhart; daher sollte man sie am besten in Kübel und Containern belassen und im Winter ins Haus holen. Wasser braucht sie in dieser Zeit keines. Nach den Eisheiligen kann man sie in den Garten stellen und verstärkt wieder gießen. Sie macht sich im Garten ebenso gut wie auf Balkon und Terrasse und ist für den trockenen Steingarten wie geschaffen.

Schädlinge

Aloe vera ist recht resistent gegen Schädlinge und Krankheiten. In der Kultur machen ihr vor allem Woll-, Schild- und Schmierläuse sowie Spinnmilben zu schaffen. Viel frische Luft und Sonne härten die Pflanzen ab und machen sie weniger empfindlich gegen die Plagegeister.

Ökologie

In ihrer Heimat werden die langen röhrenförmigen Blüten von Vögeln bestäubt. Nur Kolibris haben eine so lange Zunge. Unsere einheimischen Insekten gehen bei diesen Exoten leider leer aus.

Wissenswertes

Über die genaue Herkunft der Echten Aloe streiten die Botaniker, was sich auch in unterschiedlichen landesverweisenden Synonymen wie Aloe arabica, Aloe barbadensis, Aloe chinensis und Aloe indica zeigt. Das liegt vor allem daran, dass sie inzwischen weltweite Verbreitung gefunden hat und in allen tropischen und subtropischen Ländern zu finden ist. Genetische Analysen belegen eine nahe Verwandtschaft mit Aloe perryi, die im Jemen vorkommt. Kein Wunder, dass bereits die alten Ägypter um die Heilkraft der Pflanze wussten und ihr Wissen von antiken Ärzten wie Dioskurides und Plinius d. Ä. übernommen wurde.

In der Volksheilkunde verwendet man vor allem das „Aloe vera-Gel“, den schleimartigen Saft, der aus der Schnittstelle frischer Blätter austritt. Er ist reich an Polysacchariden, Glykoproteinen, Salicylsäure, Enzymen, Vitaminen und anderen Substanzen; er gilt als wundheilend und entzündungshemmend und soll das Immunsystem unterstützen. Das leicht giftige und stark abführend wirkende Aloin ist nur grünen Anteil der Blätter, der das zentrale Wasserspeichergewebe umgibt, vorhanden.

Offizinell gebräuchlich ist das in Apotheken erhältliche und zu pharmazeutischen Produkten weiterverarbeitete Aloe, der durch schonendes Eindampfen an der Sonne bis zur Trockne haltbar gemachten, glasigen braunen Saft. Er enthält als Hauptwirkstoff besagtes Aloin, das vor allem gegen Verstopfungen verwendet wird. Hauptanbauländer für die in Naturheilkunde und Kosmetik genutzte Aloe vera sind Australien, die Karibikinseln sowie China und Mexiko.

Bei längerer innerlicher Anwendung von Aloe kommt es zu Störungen des Mineral- und Wasserhaushaltes mit Leber- und Nierenentzündungen, Koliken, Durchfällen und Erbrechen. Daher sollte man unbedingt von einer dauerhaften Anwendung absehen. Gleiches gilt für Schwangerschaft und Stillzeit, denn hier können die Inhaltsstoffe der Aloe die Gebärmutter reizen und reichert sich in der Muttermilch an. Des Weiteren kann der Saft bei empfindlichen Menschen eine Kontaktdermatitis mit Rötungen und Juckreiz, Atembeschwerden oder Schwellungen in Gesicht und Rachen hervorrufen.

Fotos

Gesamte Pflanze Echte Aloe
Quelle: ?????????, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Knospe Echte Aloe
Quelle: Fir0002, GFDL 1.2, via Wikimedia Commons
Blüte Echte Aloe
Quelle: Vinayaraj, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Echte Aloe
Quelle: Photo by David J. Stang, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wofür ist Aloe vera gut?

Die Echte Aloe gilt als Wundermittel gegen Wunden, Verbrennungen und Sportverletzungen mit Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen. Auf der Haut hilft sie mit ihrer entzündungshemmenden Wirkung zudem bei entzündlichen Hauterkrankungen, Sonnenbrand und Insektenstichen. Man findet sie auch in Kosmetikprodukten wie Taschentüchern, Cremes und Lotionen, Seifen und Shampoos. Innerlich genommen verwendet man sie gegen Husten, Asthma und als natürliches Abführmittel. Erstmalig erwähnt wird die Pflanze im altägyptischen Papyrus Ebers, dem ältesten erhalten gebliebenen medizinischen Dokument. Spätere Beschreibungen finden sich bei Dioskurides und Plinius dem Älteren.

Kann Aloe vera schaden?

Da sich das vor allem im grünen Teil der sukkulenten Blätter und der offizinell verwendeten Aloe, dem getrockneten Saft vorhandene Aloin in der Muttermilch anreichert und Wehen auslösen kann ist sie in Schwangerschaft und Stillzeit zu vermeiden. Auch vor einer langfristigen Anwendung sollte man sich hüten, denn hier kann sie den Wasserhaushalt empfindlich stören; es kommt zu Erbrechen, Durchfällen und erhöhter Harnmenge, schlimmstenfalls zu einer Nierenentzündung. Ferner kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten gegen Diabetes und Herzkrankheiten wie auch mit Diuretika und Blutverdünnern kommen. Empfindliche Menschen reagieren mit entzündlichen Hautreaktionen oder Schwellungen und Rötungen in Gesicht und Rachen.

Welche Rolle spielt Aloe bei Hildegard von Bingen?

Hildegard von Bingen beschreibt in ihrem Buch Heilkraft der Natur (Liber simplicis medicinae, kurz Physica) den Saft der Aloe als warm und von großem Wert. Mit Wasser verdünnt soll er morgens und abends getrunken gegen Gelbsucht helfen, mit Hanfkraut als Umschlag auf Magen und Unterleib gelegt gegen Husten, und mit Andornsaft, Süßholz, Lorbeer und Honigwurz in Wein gekocht gegen rheumatische Beschwerden.

Ökologischer Wert

Echte Aloe nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

Stauden mit gelben Blüten