Steppensalbei,Hain-Salbei

Salvia nemorosa

Staude
Wildform
Bienenweide
lange Blühzeit

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Salbeiart
  • Wenig aromatische Blätter
  • Dekorative violette Blüten
  • Nach der Blüte erhalten bleibende violette Hochblätter
  • Für eher trockene und sonnige Stellen
  • Winterhart, robust und pflegeleicht
  • Regelmäßiger Schnitt empfehlenswert
  • Vermehrung durch Teilung, Stecklinge und Samen
  • Gute Bienenweide
  • Als Heilpflanze und in der Küche nicht gebräuchlich, aber essbar
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: sehr stark
Höhe: 30 - 70 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: violett
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Lippenblütler
Gattung: Salbei
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Steppensalbei?

Steppensalbei oder Hainsalbei (Salvia nemorosa) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Man findet das in Mitteleuropa und Westasien heimische Kraut selten und unbeständig auf den Ruderalstellen von Trocken- und Halbtrockenrasen, Wegen, Dämmen, an den Säumen von Gebüschen und auf Schuttplätzen.

Es handelt sich dabei um eine 30-70 Zentimeter hohe ausdauernde Pflanze mit einer tiefreichenden holzigen Pfahlwurzel. Die aufragenden und dicht verzweigten steifen Stängel sind vierkantig, unten flaumig und drüsig behaart, nach oben hin zusehends nur noch graufilzig. Die Blätter stehen im Gegensatz zum ähnlichen Wiesensalbei eher selten in einer grundständigen Rosette, die dann vor allem zur Blütezeit bereits fehlt. Sie sind vor allem am Stängel zu finden; sie stehen gegenständig, haben eine graugrüne Farbe und sind eiförmig bis breit-lanzettlich mit fein gesägtem Rand. Im Gegensatz zu anderen Salbeiarten sind sie geruchlos und enthalten keine nennenswerten Mengen an etherischen Ölen.

Am Ende der Stängel stehen die 2-12 blütigen Scheinquirle mit fünfzähligen zygomorphen Lippenblüten. Die Kelchblätter bilden eine dreiteilige Oberlippe und zweiteilige Unterlippe mit scharfen krautigen Zähnen. Die Krone besteht aus Ober- und Unterlippe, ist 10-15 Millimeter lang und blauviolett, die Hochblätter sind violett gefärbt. Sie bleiben auch nach der Blüte stehen und zieren die Pflanzen noch lange Zeit. Bei den Früchten handelt es sich um eiförmige Kapseln, die Samen sind dunkelbraune und sehr kleine Nüsschen.

Steppensalbei im Garten

Standort

Der Steppensalbei gedeiht am besten auf einem sommerwarmen, mäßig trockenen, lockeren und sandigen oder steinigen Lehm- oder Lössboden, vorzugsweise mit Kalkanteil, und in voller Sonne. Er verträgt auch längere Trockenphasen, wächst aber mit steter leichter Feuchtigkeit wesentlich besser.

Schnitt

Die verblühten Zweige sollte man trotz der dekorativen violetten Farbe abschneiden, um so das weitere Blühen zu fördern. Man kürzt die Pflanzen um rund ein Drittel ein. Im Frühjahr kann man die vertrockneten Teile komplett entfernen, die den Winter nicht überlebt haben.

Vermehrung

Die Vermehrung des Steppensalbei erfolgt am einfachsten durch Stecklinge, Teilung oder mithilfe von Samen. Die Pflanze selbst treibt zudem knospige Ableger im oberen Teil der Pfahlwurzel, mit denen sie auch überwintert.

Verwendung

Der dekorative Steppensalbei eignet sich für Rabatten, Blumen- und Staudenbeete in voller Sonne. Er ist eine ausgezeichnete Insektenweide und wird vor allem von Bienen gerne angenommen. Daher kann man ihn auch gut in Töpfen oder Kästen auf Balkon und Terrasse bringen – die Insekten werden es danken.

Schädlinge

Mit die schlimmsten Feinde des Steppensalbeis sind vor allem bei jungen Pflanzen die Schnecken, die sich mit großer Begeisterung über das Grün hermachen und die Saat ratzeputz wegfressen. Pilzerkrankungen sind hier wesentlich seltener als bei anderen Salbeiarten.

Ökologie

Für die Bestäubung des Steppensalbeis sind vor allem Honigbienen, Wildbienen und Hummeln zuständig, zudem Schwebfliegen und selten Schmetterlinge. Wie bei allen anderen Salbeiarten können die Honigbienen bei größeren Beständen sortenreinen Salbeihonig sammeln. Pollen sammeln hier die beiden Wildbienen Andrena coitana und Lasioglossum nitidulum.

Die Verbreitung der Samen erfolgt durch den Wind und mithilfe von Ameisen.

Wissenswertes

Der Steppensalbei ist sehr formenreich und bildet leicht Hybriden, die eine genaue Zuordnung erschweren. Oft ist deren Blütenfarbe noch wesentlich variabler als bei der reinen Wildform, und man findet sie in violett, blauviolett über rosafarben bis zu reinem Weiß. Viele davon sind auch im Gartenfachhandel unter diversen Bezeichnungen erhältlich.

In der traditionellen Volksmedizin der Türkei verwendet man regional die frischen Blätter des Steppensalbeis als Auflage zum Stoppen von Blutungen. Sie enthalten zahlreiche aromatische Di- und Triterpenoide wie Nemoron und Nemorosin, Glykoside, β-Sitosterin und Flavonoide. Wegen der fehlenden etherischen Öle zieht man in der Naturheilkunde andere Salbeiarten vor.

Sorten Steppensalbei

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Steppensalbei (Wildform) violett
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Steppensalbei 'Adrian' weiß
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Steppensalbei 'Adrians Schneehügel' -
Steppensalbei 'Amethyst' -
Steppensalbei 'Blauhügel' blau
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Steppensalbei 'Blaukönigin' -
Steppensalbei 'Caradonna' -
Steppensalbei 'Eos' -
Steppensalbei 'Giovanni' -
Steppensalbei 'Mainacht' blau
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Steppensalbei 'Negrito' -
Steppensalbei 'Ostfriesland' -
Steppensalbei 'Pusztaflamme' -
Steppensalbei 'Rosenkönigin' -
Steppensalbei 'Rosenwein' -
Steppensalbei 'Rügen' -
Steppensalbei 'Schneehügel' -
Steppensalbei 'Schwellenburg' -
Steppensalbei 'Sensation White' -
Steppensalbei 'Viola Klose' -
Steppensalbei 'Wesuwe' -
Steppensalbei 'Compact White' weiß
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Steppensalbei 'Ostfriesland Kompakt' -
Steppensalbei 'Tänzerin' -
Steppensalbei 'Serenade' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wann Steppensalbei pflanzen?

Junge Pflanzen aus dem Gartenfachhandel kann man praktisch ganzjährig pflanzen, sofern nicht bereits Nachtfröste drohen. Aussäen sollte man ihn im zeitigen Frühjahr, vorzugsweise an Ort und Stelle.

Ist Steppensalbei essbar?

Steppensalbei ist ungiftig und die Blätter sind essbar. Sie sind allerdings nicht so aromatisch wie beim Wiesen- oder Echten Salbei. Für Salbeiblätter in Ausbackteig oder einen Wildkräutersalat eigenen sie sich dessen ungeachtet – zumal nicht jeder den kräftigen Salbeigeschmack mag.

Ökologischer Wert

Steppensalbei in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2

Themen

Quelle: Photo by Cédric VT on Unsplash
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