Lorbeerkirsche,Kirschlorbeer

Prunus laurocerasus

Gehölz
Wildform
Bienenweide
giftig
Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Laurentius, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Kleinasien stammendes beliebtes Ziergehölz
  • Bis zu drei Metern hoch
  • Häufig als Hecke in Parks und Gärten angepflanzt
  • Traubenförmige, wohlriechende Blütenstände
  • Lorbeerähnliche Blätter und rote, später schwarze Früchte
  • Gut winterhart, Blätter sterben bei starkem Frost ab
  • In allen Teilen giftig, vor allem die Samen
  • Getrocknet und gekocht in seiner Heimat eine Delikatesse
  • Vor allem für Kinder gefährlich
  • Verbreitung durch Vögel
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 3,5 m
Breite: 80 - 120 cm
Zuwachs: 15 - 40 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
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a
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n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Prunus
ist giftig Blätter, Samen
Lorbeerkirsche gefährdet möglicherweise die Artenvielfalt in Deutschland

Lorbeerkirsche eine potenziell invasive gebietsfremde Art. Es liegt die begründete Annahme vor, dass sie heimische Arten verdrängt und die Biodiversität gefährdet (siehe BfN-Skripten 352).

Pflanze im Zweifelsfall lieber einheimische Gewächse, über die sich auch die Tierwelt in deinem Garten freut.

Was ist Lorbeerkirsche?

Lorbeerkirsche oder Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist eine aus Kleinasien stammende Zierpflanze, die 2,5-3 Meter hoch wird. Man findet den Vertreter aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) selten aus Gärten und Parks verwildert an schattigen und humusreichen Standorten.

Im Alter erreichen die Stämme einen Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern. Die 8-15 Zentimeter langen ledrigen Blätter der Lorbeerkirsche sind wintergrün, dunkelgrün glänzend und lanzettlich, 10-25 Zentimeter lang und erinnern in Form und Farbe an die Blätter des auch in der Küche verwendeten Echten Lorbeers. Beim Zerdrücken riechen sie nach Mandeln, ebenso wie abgerissene Zweige.

Bei den Blüten handelt es sich um aufrechtstehende endständige Trauben, die wie bei allen Rosengewächsen radiärsymmetrisch und fünfzählig sind. Sie haben weiße Kronblätter, auffällige Staubblätter und riechen angenehm. Aus ihnen bilden sich nach der Bestäubung kirschähnliche kugelige Steinfrüchte, die erst grün, dann rot und mit zunehmender Reife schwarz werden.

Lorbeerkirsche im Garten

Standort

Die Lorbeerkirsche bevorzugt im Garten einen luftfeuchten, schattigen und humosen Standort und nimmt mit so ziemlich jedem normalen Gartenboden vorlieb.

Schnitt

Beim schnell wachsenden Kirschlorbeer ist ein regelmäßiger Schnitt vonnöten, damit er nicht überhandnimmt und allzu viel Platz im heimischen Garten beansprucht.

Vermehrung

Die Vermehrung der Lorbeerkirsche ist mit Samen möglich, aber recht langwierig. Daher greift man meistens auf junge Pflanzen aus dem Gartenfachhandel zurück. Alternativ dazu kann man Stecklinge verwenden.

Verwendung

Die Lorbeerkirsche ist eine dekorative Zierpflanze, die schnell wächst und blickdichte Hecken bildet.

Schädlinge

Kirschlorbeer gilt als recht robust, wird aber bisweilen von Pilzkrankheiten heimgesucht. Dazu gehört vor allem Mehltau und die durch Wilsonomyces carpophilus hervorgerufene Schrotschusskrankheit mit fleckenartiger Verfärbung der Blätter.

Ökologie

An den wohlriechenden Blüten des Kirschlorbeers finden sich Honigbienen und andere Insekten ein. Für den Pollen als Nahrung für ihre Jungen interessieren sich Wildbienen wie die Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularis), die Rotfransige Sandbiene (Andrena haemorrhoa) und die Sandbiene Andrena fulvata.

Die auffälligen roten Punkte am oberen Teil des Blattstieles sind extraflorale Nektarien, mit denen die Lorbeerkirsche Ameisen herbeilockt. Sie schützen den Strauch im Gegenzug gegen Fressfeinde.

Die Verbreitung des Kirschlorbeers erfolgt durch Vögel. Sie nehmen an den reifen Früchten keinen Schaden, da die meisten Giftstoffe in den Kernen stecken, die sie unbeschadet ausscheiden.

Wissenswertes

2013 wurde der Kirschlorbeer zur Giftpflanze des Jahres gekürt. Er enthält vor allem in den Samen große Mengen der cyanogenen Glykoside Prunasin und Amygdalin, die Blausäure freisetzen. Das aus der Pflanze durch Destillation gewonnene Lorbeerwasser enthält hochgiftigen Cyanwasserstoff (HCN). Man verwendete es früher gegen Husten, Asthma und Verdauungsbeschwerden und bei den alten Römern zur Beseitigung unliebsamer Zeitgenossen.

Den Namen hat die Lorbeerkirsche von den ledrigen Blättern, die an die des Echten Lorbeers (Laurus nobilis) erinnern und den kirschartigen kugeligen Früchten.

Neben der Wildform der Lorbeerkirsche gibt es verschiedene Zuchtsorten, die unterschiedlich frosthart sind und verschiedene Blattgrößen und Wuchshöhen aufweisen.

Fotos

Gesamte Pflanze Lorbeerkirsche
Quelle: Laurentius, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Frucht Lorbeerkirsche
Quelle: Zeynel Cebeci, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Lorbeerkirsche
Quelle: Luis Fernández García, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Lorbeerkirsche
Quelle: ZumaiaHE13, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Lorbeerkirsche

Sorte Höhe Breite
Lorbeerkirsche (Wildform) 2 - 3.5 m 80 - 120 cm
Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche 'Genolia'
Kirschlorbeer 'Novita' 2.5 - 3 m 1 - 2 m
Lorbeerkirsche 'Caucasica' 75 - 125 cm 2 - 3.5 m
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Häufige Fragen

Wie giftig ist Kirschlorbeer?

Kirschlorbeer ist in allen Teilen giftig. Vor allem die Blätter und Samen enthalten große Mengen cyanogener Glykoside, die zerkaut im Verdauungstrakt Blausäure freisetzen. Beim Kochen oder Trocknen zerfällt das giftige Prunasin und Amygdalin, sodass man die reifen Früchte zu Gelee und Marmelade verarbeiten und die Trockenfrüchte essen kann. 50 Samen gelten bei Erwachsenen, 10 bei Kindern als toxisch; sie rufen beim Zerkauen Übelkeit, Erbrechen und Krämpfe hervor und beschleunigen den Herzschlag. Bei höheren Dosen kommt es zum Tod durch Herzstillstand und Atemlähmung. Für Blätter-fressende Haustiere wie Kaninchen und Meerschweinchen ist die Lorbeerkirsche ebenso giftig, wohingegen Katzen und Hunde weniger gefährdet sind.

Was kann man mit Kirschlorbeer machen?

Bei uns gilt der Kirschlorbeer als giftig, aber im heimatlichen Bulgarien, Albanien und der Türkei gelten die frischen und getrockneten Beeren als Delikatesse. Man stellt aus den bitter-süßen Früchten Marmelade und Gelee her oder isst sie frisch. Bedenklich sind vor allem die gifthaltigen Samen, die besonders große Mengen des cyanogenen Glykosides Prunasin enthalten. Blausäure setzen sie allerdings erst frei, wenn man sie zerkaut. Beim Kochen sollte man sie grundsätzlich sicherheitshalber entfernen.

Ist Kirschlorbeer winterhart?

Kirschlorbeer ist bedingt winterhart. Bei Temperaturen unter -20 °C sterben die noch nicht verholzten Triebe und die ansonsten immergrünen Blätter ab, aber im folgenden Frühjahr treibt er erneut aus.

Ökologischer Wert

Lorbeerkirsche nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
3
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2

Themen

Pflanzen für Tiere
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