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Himbeerstrauch schneiden: Tipps & Anleitung


Beim Schneiden von Himbeeren gibt es einiges zu beachten; vor allem ist ein regelmäßiger Schnitt erforderlich, damit der Himbeerstrauch nicht zu einem wilden Dickicht heranwächst und sich nur noch schwer bezähmen lässt. Bei den im Garten gepflanzten Sorten muss man zwischen Herbsthimbeeren und Sommerhimbeeren unterscheiden, mit denen Du beim Schneiden unterschiedlich verfahren musst.

Himbeere schneiden – Das solltest Du wissen!

Unsere heimische Wildart Rubus idaeus gibt einige der wichtigsten Grundregeln zum Himbeeren schneiden vor: Sie ist ein mehrjähriger sommergrüner Halbstrauch, der in der Natur auf Lichtungen, an Wald- und Wegrändern sowie Schuttplätzen ausgedehnte Dickichte bildet. Im Garten musst Du bei beim Schnitt vor allem die beiden Varianten von Zuchthimbeeren unterscheiden:

Als Schösslingssträucher bilden Himbeeren anders als die meisten Obstgehölze kein stabiles Gerüst, sondern jede Menge unter- und oberirdische Triebe:

Wichtig für das Schneiden von Himbeere: Welkende, kranke und schwächliche Ruten solltest Du grundsätzlich so schnell wie möglich entfernen, denn möglicherweise steckt eine Krankheit dahinter! Gehe lieber auf Nummer sicher und beuge der Ausbreitung von Pilzen und anderen Schädlingen rechtzeitig vor, denn die können ganze Bestände binnen kurzer Zeit vernichten!

So schneidet man Himbeeren richtig!

Beim Schneiden musst Du bei Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren wegen ihrer speziellen Blüten- und Fruchtbildung unterschiedlich vorgehen (beachte dabei auch die speziellen Anweisungen im Ratgeber Rankhilfen). Ebenso benötigen die zu dekorativen Zwecken gehaltenen Zierhimbeeren und Himbeeren am Pfahl eine Sonderbehandlung beim Schnitt. 

Himbeere schneiden – das kann immer weg!

Wie schneidet man Sommerhimbeeren?

Wie schneidet man Herbsthimbeeren?

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass bei Himbeersträuchern die größten Früchte an den mittleren Seitentrieben stehen und sie zu den Spitzen hin zusehends kleiner werden? Kleiner Trick: Bei regelmäßigem Einkürzen der Spitzen fallen die Früchte wesentlich gleichförmiger aus.

Wie schneidet man Himbeeren am Pfahl?

Wie schneidet man Zierhimbeeren?

Bei Zierhimbeeren kommt es auf die dekorativen, aber kurzlebigen Triebe an. Einen Erziehungsschnitt brauchen sie daher nicht.

Wann schneidet man Himbeere?

Remontierende Himbeeren oder Herbsthimbeeren schneidet man am besten im späten Winter oder frühen Frühjahr, bevor sie erneut austreiben. Dagegen solltest Du einmaltragende Himbeeren oder Sommerhimbeeren erst nach der Ernte schneiden; das vertragen sie wesentlich besser und es entwickeln sich weniger Krankheiten an den neuen Ruten. Entfernt werden dabei die alten abgetragenen Ruten, die ohnehin keine weiteren Blüten und Früchte bilden; Du kannst sie nahe am Boden abschneiden.

Regelmäßig schneiden ist bei der Himbeere wichtiger als der genaue Zeitpunkt!

Bei einem jährlichen sauberen Schnitt bleiben Himbeersträucher vital und gesund und bilden reichlich Blüten und Früchte.

Muss man wilde Himbeeren auch schneiden?

Bei ausgewilderten Exemplaren oder der in Mitteleuropa heimischen Himbeere Rubus idaeus ist ein Schnitt nicht so dringend erforderlich wie bei den Sorten, bei denen man eine möglichst reichhaltige Ernte einfahren möchte. Bei wilden Himbeerhecken im Wald kommt auch kein Frisör vorbei und verpasst ihnen einen Fassonschnitt. In einer „wilden“ und wenig genutzten Ecke des Gartens sind sie aus ökologischer Sicht eine große Bereicherung und sollten mit Rücksicht auf die Besucher nicht so regelmäßig geschnitten werden wie im Nutzgarten. 

Die stachligen Himbeersträucher sind mit ihren Blüten, Früchten und Blättern eine wichtige Nahrungspflanze und bieten vielen Tieren Unterschlupf: An der wilden Himbeere finden sich Honigbienen, ein Dutzend Wildbienen, 74 Schmetterlinge, 39 Vögel und 20 Säugetiere ein.

Falls die Himbeere zu groß geworden ist kannst Du sie jederzeit auf den Stock setzen, sprich radikal über dem Boden abschneiden; Hotel Himbeere treibt nach kurzer Zeit munter erneut aus und steht seinen Gästen bald wieder zur Verfügung.

Was passiert, wenn man Himbeeren nicht schneidet?

Das mit dem überhaupt nicht schneiden solltest Du lieber lassen, zumindest dann, wenn Du reichlich Beeren ernten möchtest. Himbeeren sind Schösslingssträucher, heißt ihr Wachstumsschwerpunkt liegt in Bodennähe, von wo aus sie reichlich Ausläufer unter und neue Ruten über der Erde bilden. Die einzelnen Triebe sind nur kurzlebig und vergreisen schnell – ihre Lebensdauer liegt oft bei nur zwei oder drei Jahren.

Kümmerst Du Dich nicht um einen regelmäßigen Schnitt, so bildet sich ein undurchdringliches Dickicht aus lebenden und bereits abgestorbenen Ruten; ein Auslichten wird in diesem Zustand zur Sisyphusarbeit. In diesem Zustand solltest Du den Himbeerstrauch lieber früh im Jahr auf den Stock setzen und ratzekahl nahe am Boden abschneiden. Im Laufe des Sommers bilden sich dann reichlich neue Ruten, die Du dann nach Bedarf auslichten und zu einem neuen Strauch erziehen kannst.

Ähnliches gilt für die unteririschen Ausläufer: Sollte sich die Himbeere zu breit machen, so solltest Du auch sie konsequent und regelmäßig entfernen. Am besten geht das mit Ausreißen, denn dadurch bleiben nur wenige Reste im Boden, die wie beim Schneiden erneut austreiben könnten. Wenigstens einmal im Jahr solltest Du das in Angriff nehmen, um ein zu starkes Wuchern zu verhindern.

Wie weit soll man Himbeere zurückschneiden?

Bei den alten und abgetragenen, sprich mehr als zwei oder drei Jahre alten Ruten kannst Du rigoros alles bis zum Boden abschneiden. Bei einmaltragenden Himbeeren (Sommerhimbeeren) macht man das nach der Ernte, bei remontierenden Himbeeren (Herbsthimbeeren) im späten Winter oder zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb.

Womit schneidet man Himbeere?

Als geeignetes Werkzeug zum Schneiden von Himbeeren benötigst Du:

Wohin mit dem Schnittgut?

Das Schnittgut vom Himbeere schneiden solltest Du gründlich schreddern, bevor Du es auf den Komposthaufen wirfst: Ansonsten wirst Du Dich wundern, wie schnell die Reste Wurzeln schlagen und der Haufen von reichlich Himbeerranken überwuchert wird. Auch nach dem Schneiden die Ruten an Ort und Stelle liegen lassen ist keine besonders gute Idee, denn auch hier wachsen sie in Windeseile neu an und machen erneut Arbeit.

Ansonsten verrotten Himbeerruten schnell und liefern unter der fleißigen Mithilfe von Insekten, Pilzen und Würmern wertvollen Kompost, den Du im Garten vielfältig anstelle von Kunstdünger einsetzen kannst. 

Reste von kranken Himbeersträuchern solltest Du grundsätzlich im Restmüll entsorgen und niemals kompostieren – von da aus können sich Krankheiten durch Pilze und Viren schnell erneut ausbreiten!

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