Tulpenbaum

Liriodendron tulipifera

Gehölz
Wildform
Gute Bienenweide
Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) Alle 11 Fotos anzeigen
Quelle: NasserHalaweh, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beliebter Zierbaum aus der Familie der Magnoliengewächse, schöner Solitär
  • Typische säulenförmige Krone mit locker stehenden, dicht belaubten Ästen
  • Unverwechselbare symmetrische, im Umriss quadratische Blätter
  • Große tulpenähnliche Blüten im Frühjahr, weiß mit orangefarbenem Grund
  • Fruchtstände zapfenähnlich mit zahlreichen kleinen geflügelten Nüsschen
  • Benötigt einen tiefgründigen und humosen Boden mit viel Sonne
  • Wurzeln empfindlich, daher möglichst nicht verpflanzen und nie austrocknen lassen
  • Schneiden möglichst vermeiden, selten notwendig
  • In allen Teilen giftig, alte Heilpflanze und Malariamittel
  • Bestäubung vor allem durch Honigbienen, liefert reichlich Nektar und Tulpenbaumhonig
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 25 - 35 m
Breite: 15 - 20 m
Zuwachs: 35 - 40 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Magnolienartige
Familie: Magnoliengewächse
Gattung: Tulpenbäume
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Tulpenbaum?

Tulpenbaum oder genauer Amerikanischer Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) gehört zu einer Gattung mit nur zwei sommergrünen laubabwerfenden Bäumen, die in Wäldern Asiens und Nordamerikas heimisch sind. Diese spezielle Art findet man im Nordosten der USA, den Chinesischen Tulpenbaum (Liriodendron chinense) in China und Vietnam. Unter den klimatischen Bedingungen der Bundesstaaten Indiana, Tennessee und Mississippi erreicht das Mitglied aus der Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae) schnell eine Höhe von stattlichen 25-35 Metern, während er in Europa in der Regel deutlich kleiner bleibt. Die Bäume können über 500 Jahre alt und bis über 50 Meter hoch werden.

Typisch ist die zunächst schmal kegelförmige Krone, die mit zunehmendem Alter säulenförmig und an der Spitze breit gewölbt erscheint. Im blattfreien Winter sieht man, dass die Äste nicht besonders dicht stehen. Der Stamm kann bei sehr alten Exemplaren bis zu drei Meter Durchmesser erreichen; die Rinde ist anfangs dünn, hellgrau und glatt, später wird sie dick längsfurchig und braun bis graubraun. Die Zweige sind kahl und anfangs leicht bereift; die dunkelroten Winterknospen sind etwa einen Zentimeter lang und eiförmig, mit ovalem Querschnitt. Aus ihren Schuppen werden auffällige Nebenblätter, die erst mit der Entfaltung des Blattes abfallen.

Die Blätter des Tulpenbaumes sind lang gestielt, mit einer 5-6 Zentimeter langen und ebenso breiten, absolut unverkennbaren Blattspreite: Sie ist sattelförmig, symmetrisch zur Mittelrippe, im Umriss viereckig und weist vier rundliche Lappen mit auslaufenden Spitzen auf. Oft erscheint die Spitze des Mittellappens wie mit der Schere abgeschnitten. Die Oberseite ist glänzend dunkelgrün,die Unterseite hellgrün und matt mit feinen Härchen auf den Blattadern. Gegen Ende des Jahres bekommen sie eine kräftige orange und gelbe Herbstfärbung. Fallen sie ab, so hinterlassen sie deutliche Narben an den Ästen.

Den Namen hat der Tulpenbaum bekommen, weil seine becherförmigen Blüten an Tulpen erinnern; sie riechen süßlich und angenehm. Im Mai erscheinen sie an den Enden der Zweige auf kräftigen kurzen Stielen und bilden zunächst spitz zulaufende Knospen, die sich von zwei dreieckigen, beim Öffnen abfallenden Hochblättern geschützt zu einer weiten Glocke auffalten. Die drei Kelchblätter sind in der Knospe klein und schuppenförmig, mit deutlicher Aderung; sie fallen früh ab. Die meist sechs, in zwei Reihen stehenden etwas fleischigen Kronblätter lassen die Verwandtschaft mit Magnolien erahnen; sie sind bis zu fünf Zentimeter lang, länglich-eiförmig, ganz unten gelblichgrün, in der Mittel gelborange gefleckt und an der Spitze wieder grünlich. Selten treten reinweiße Blüten auf.

Im Inneren stehen in einer dichten Spirale zahlreiche 3-5 Zentimeter lange gelbe Staubblätter mit großen zweizeilig paddelartig abgeflachten Staubbeuteln an kurzen Filamenten und ein dichter spitz zulaufender Kegel aus ebenfalls spiralförmig angeordneten gelbgrünen Fruchtblättern mit spitzen abgeflachten Griffeln und kurzen zurückgebogenen Narben.

Als Frucht wird ein lockerer brauner, 5-8 Zentimeter langer kegelförmiger Zapfen aus 60-70 an einer mittleren Spindel dachziegelartig angeordneten Flügelnüssen gebildet. Die Nüsschen sind auf einer Seite länglich-elliptisch geflügelt und tragen in ihrem unteren holzigen Anteil ein oder zwei Samen oder sind völlig taub. Die Fruchtstände bleiben lange Zeit stehen und geben bis ins nachfolgende Frühjahr nach und nach ihren geflügelten Inhalt frei.

Tulpenbaum im Garten

Standort

Im Garten braucht der Tulpenbaum einen freien Stand mit reichlich Sonne und einem tiefgründigen, feuchten und humosen lehmigen Boden. Dieser sollte mäßig nährstoffreich, gut wasserdurchlässig und vorzugsweise leicht sauer sein. Er ist ein Tiefwurzler und benötigt entsprechend viel Platz nach unten – und nach oben. Vorzugsweise pflanzt man ihn an prominenter Stelle mitten in eine Rasenfläche; einen anderen Unterwuchs duldet er ohnehin nicht. Tulpenbäume vertragen volle Sonne wie auch Halbschatten, Staunässe können sie nicht ausstehen, und auch Trockenphasen sollten sich nicht zu lange ausdehnen.

Im Alter ist der Tulpenbaum absolut winterhart, wohingegen die jüngeren Exemplare unbedingt etwas Schutz brauchen. Die Baumscheibe sollte man am besten mit reichlich angehäufeltem Laub vor den stärksten Frösten bewahren. Gegebenenfalls lässt er sich in der Anfangsphase mit umstehenden Sträuchern und Hecken schützen, die dann aber im Alter beseitigt werden müssen.

Bei ganzjährig warmem Klima kann der Tulpenbaum seine Blätter ganzjährig behalten; in unseren Breiten ist das allerdings nie der Fall.

Schnitt

Im Alter ist beim Tulpenbaum praktisch keinerlei Pflege erforderlich. Im Gegenteil, man sollte ihn vorzugsweise überhaupt nicht schneiden; er findet ganz von allein zu seiner prächtigen Form. Auch umpflanzen sollte man ihn vor allem im Alter nicht – die fragilen Wurzeln brechen sehr schnell und nehmen das grundsätzlich übel.

Vermehrung

Mit der Vermehrung aus Samen lässt man sich auf ein Generationenspiel ein – der Tulpenbaum wächst zwar rasch, aber bis daraus ein stattlicher Baum wird dauert doch ein paar Jahre. Zudem ist die Keimrate der Samen ausgesprochen gering, auch wenn sie 4-7 Jahre keimfähig bleiben. Bei jungen Exemplaren sind Absenker möglich, bei älteren Stecklinge. Sie brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit und viel Wärme. Erfahrene Gärtner können die Sorten, deren Eigenschaften sich nur mit vegetativer Vermehrung fortführen lassen, im zeitigen Frühjahr pfropfen oder im Spätsommer okulieren.

Wesentlich besser fährt man mit einem jungen Bäumchen aus der Baumschule. Hier muss man beachten, dass die fleischigen Wurzeln leicht austrocknen. Daher sollte man den Baum umgehend pflanzen und vor allem in der ersten Zeit bis zum Anwachsen immer leicht feucht halten. Sie wachsen recht flott – nach nur 15 Jahren sind sie bei guten Bedingungen bereits bis zu zwölf Meter hoch und beginnen zu blühen.

Verwendung

Mit seinem im Alter säulenförmigen Wuchs ist der Tulpenbaum vor allem für größere Gärten geeignet, wo er einen prächtigen Solitär abgibt. Am besten kommt er einzelstehend in einer weitläufigen Rasenfläche zur Geltung. Mit seinem glänzenden Laub, den großen Blüten und der herbstlichen Gelb- und Orangefärbung ist der beliebte Zierbaum zu allen Jahreszeiten dekorativ und bietet selbst im Winter eine stattliche Erscheinung. Kein Wunder, dass man ihn in Parks häufig findet. Für das Stadtklima ist er bestens geeignet, denn Autoabgase machen ihm wenig aus.

Schädlinge

Der Tulpenbaum gilt als ausgesprochen robust und wird nur selten von Krankheiten oder Schädlingen bedroht. Mitunter sorgen Rostflecken und die Verticillium-Welke für Probleme.

Ökologie

Auch in unseren heimischen Gefilden wird der Tulpenbaum vor allem von Honigbienen und Hummeln besucht. In den USA liefert ein Baum an die zwei Kilogramm Honig. Tulpenbaumhonig ist dunkelrot, dickflüssig und schmeckt rauchig-aromatisch; man muss ihn schon mögen, sodass er meistens zum Backen oder beim Barbecue in Marinaden Verwendung findet. Im Nektar des Tulpenbaumes hat man antimikrobiell wirksame Substanzen gefunden (https://doi.org/10.3389/fpls.2016.00826).

Für die Verbreitung der Flügelnüsse sorgt der Wind, der die geflügelten Samen weit fortträgt. In der amerikanischen Heimat sind sie eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Wildtiere, allen voran Vögel und Säugetiere; Informationen über die Nutzung durch bei uns heimischen Tieren sind nur spärlich zu finden, aber auch hier scheinen die „üblichen Verdächtigen“ wie Eichelhäher und Eichhörnchen ähnlich wie bei den Zapfen von Nadelbäumen interessiert zu sein.

Noch dünner sind die Informationen zu Schmetterlingen. In den USA dienen die Blätter des Tulpenbaumes 28 Nachtfaltern als Raupenfutter. Er ist die alleinige Nahrungspflanze für die Raupen der Tulpenbaum-Seidenmotte (Callosamia angulifera). Der Östliche Tigerschwalbenschwanz (Papilio glaucus) legt hier ebenfalls seine Eier ab. Die auffällige Art war der erste amerikanische Schmetterling, die von Carl von Linné erstmalig beschrieben wurde.

Wissenswertes

Der botanische Name Liriodendron kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß Lilienbaum- leírion ist die Lilie, déndron ein Baum. Den deutschen Namen haben ihm seine entfernt an Tulpen erinnernden Blüten eingebracht; auch das lateinische Art-Epitheton tulipifera bedeutet Tulpen tragend. In der Kreidezeit wuchsen Tulpenbäume auch in Europa, wie Versteinerungen zeigen.

Schnell und hoch wächst der Tulpenbaum vor allem, weil er Schatten nicht mag. Pflanzt man ihn einzeln und mit voller Sonne, so tendiert er langsamer und mit einer rundlicheren Krone zu wachsen. In dichteren Beständen wie in seinen heimatlichen Wäldern übernehmen die obersten Äste das Wachstum, wohingegen die unteren leicht abbrechen – das erklärt das langschäftige Wachstum.

Der lange Schaft und die großen Stammdurchmesser von meist ein bis zwei Metern machen den Tulpenbaum zu einem besonders wertvollen Nutzholz. Trotz des raschen Wuchses ist das hellgelbe Kernholz besonders widerstandsfähig, der weiße Splint weniger.

Das Tulpenbaumholz ist in den USA unter dem Namen American Whitewood oder Yellow Poplar als Bauholz beliebt und wird vielseitig verwendet – für Musikinstrumente ebenso wie für Särge. Daher auch der englische Name fiddletree (Geigenbaum). Für den Orgelbau ist das Holz vom Tulpenbaum wegen seines feinen Schliffbildes bestens geeignet, da es für eine präzise Abdichtung von Pfeifen und Ventilen sorgt. Beim Hausbau ist es beliebt, weil es als relativ resistent gegen Termitenbefall gilt, und bei Schnitzereien lässt es sich gut bearbeiten. Zudem lässt sich Tulpenbaumholz hervorragend beizen und imprägnieren.

Fotos

Gesamte Pflanze Tulpenbaum
Quelle: NasserHalaweh, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Tulpenbaum
Quelle: Amada44, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Tulpenbaum
Quelle: Przykuta Polski: zdj?cie z Wy?yny Krakowsko-Cz?stochowskiej wykonane w trakcie Wikiekspedycji Mini Jura 2011 wspieranej finansowo przez Stowarzyszenie Wikimedia Polska.Wszystkie zdj?cia z wyprawy mo?esz zobaczy? w kategorii Wikiekspedycja 2011 Mini Jura.English: photo from Kraków-Cz?stochowa Upland taken during Wikiexpedition Mini Jura 2011 with the financial support of Wikimedia Polska Association.The making of this document was supported by Wikimedia Polska.Deutsch | English | français | magyar | ?????????? | Nederlands | polski | +/?, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Tulpenbaum
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Rinde Tulpenbaum
Quelle: Rob Hille, Public domain, via Wikimedia Commons
Blatt Tulpenbaum
Quelle: NaturaDB
Rinde Tulpenbaum
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Tulpenbaum
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Tulpenbaum
Quelle: NaturaDB
Blatt Tulpenbaum
Quelle: NaturaDB
Rinde Tulpenbaum
Quelle: NaturaDB

Sorten Tulpenbaum

Sorte Höhe Breite
Tulpenbaum (Wildform) 25 - 35 m 15 - 20 m
Säulen-Tulpenbaum 15 - 18 m 4 - 6 m

Häufige Fragen

Wie groß wird ein Tulpenbaum?

Das vermutlich älteste kultivierte Exemplar des in den USA wegen seines schönen Holzes beliebten Tulpenbaumes steht mitten in New York. „Queens Giant“ ist über 400 Jahre alt und über 40 Meter hoch. Nicht ganz so alt, aber ähnlich hoch ist ein Exemplar in der Innenstadt von Marburg; es wurde bereits bei der Anlage des Alten Botanischen Gartens der Philipps-Universität 1811-1814 gepflanzt.

In den wilden unberührten Wäldern der Apalachen, wo der Tulpenbaum die dominante Baumart darstellt, werden die Stämme bis zu 30 Meter hoch, bevor sie verzweigen. Das größte beschriebene Exemplar hatte eine Höhe von knapp 60 Metern. Die Jahresringe beweisen, dass die Bäume bis über 500 Jahre alt werden können; dann haben sie auch deutlich dickere Stämme als die üblichen ein bis zwei Meter Durchmesser.

Wie schnell wächst der Tulpenbaum?

Der Tulpenbaum gehört zu den am schnellsten wachsenden Bäumen. Das im Nordosten der USA beheimatete Magnoliengewächs erreicht bereits nach fünfzehn Jahren eine Höhe von zwölf Metern. Am flottesten erfolgt das Wachstum im oberen Teil der typisch säulenförmigen Krone; dagegen verschwinden die unteren Äste schnell, sodass sich besonders langschäftige Exemplare mit einer längsrissigen graubraunen Borke bilden. In den Apalachen hat man über 500 Jahre und über 60 Meter hohe Tulpenbäume gefunden; mit ihrem raschen Wuchs und dem langen astfreien Stamm gehört das American Whitewood zu den beliebtesten Bauhölzern Nordamerikas.

Wie sieht ein Tulpenbaum aus?

Der Tulpenbaum ist absolut unverkennbar. Schon im Winter fällt er im blattlosen Zustand durch seine lockere säulenförmige Krone auf. Im Frühjahr erscheinen die einmaligen Blätter: Sie sind sattelförmig, mit einem viereckigen Umriss und symmetrisch zur Mittelrippe. Die Blattspreite ist gelappt, mit meist fünf spitz zulaufenden Abschnitten; der Mittellappen sieht oft aus, als wäre er gerade mit der Schere abgeschnitten.

Nicht minder typisch sind die becherförmigen Blüten, die ihre Verwandtschaft mit den Magnoliengewächsen schwerlich leugnen können. Sie haben mit ihrer Form dem Tulpenbaum seinen deutschen Namen eingebracht. Die großen leicht fleischigen Kronblätter sind gelblichgrün mit einem orangefarbenen Grund; in ihrer Mittel stehen spiralförmig angeordnet zahlreiche lange und flache Staubbeutel an kurzen Stielen und in einem dichten grüngelben Konus nicht minder zahlreiche Fruchtblätter. Aus ihnen entwickelt sich im Herbst ein Zapfen aus zahlreichen geflügelten Nüsschen, die nach und nach abfallen und vom Wind verbreitet werden.

Wie giftig ist ein Tulpenbaum?

Der Tulpenbaum ist in allen Teilen giftig: Das Holz enthält Digitalis-ähnliche Verbindungen, die Rinde das Alkaloid Glaucin und das Lignan Liriodendrin, die Blätter Saponine und cyanogene Glykoside. In seiner Heimat werden sie als Heilmittel verwendet, vor allem die Rinde, die als Ersatz für das Malariamittel Chinin dient. Offenbar nicht ohne Grund – eine amerikanische Studie konnte zeigen, dass sechs der in Rinde und Blättern enthaltenen Aporphin-Alkaloide gegen die zur Gattung Plasmodium gehörenden Erreger der Malaria wirksam sind (https://doi.org/10.1016/j.jep.2010.08.059).

Andere Substanzen haben sich im Labor als antioxidativ und chemopräventiv bei Zellen aus Hautkrebs erwiesen (https://doi.org/10.3390/molecules19044234) und werden als Mittel gegen Leberzirrhose diskutiert (https://doi.org/10.1248/bpb.b14-00583).

Wie lange braucht ein Tulpenbaum, bis er blüht?

Junge Tulpenbäume wachsen zügig – schon nach etwa fünfzehn Jahren sind sie oft bereits um die zwölf Meter hoch und treiben die ersten Blüten. Danach geht es lange weiter – die Bäume können über 500 Jahre alt und über 50 Meter hoch werden. Bei uns in Europa sind solche Exemplare aber selten; hier erreichen sie selten mehr als 30 Meter Höhe und mehr als einen Meter Stammdurchmesser.

Wie kann ich einen Tulpenbaum vermehren?

Mit Samen ist eine Vermehrung durchaus möglich, aber extrem langwierig. Die Keimfähigkeit der Flügelnüsschen bleibt zwar über 4-7 Jahre erhalten, aber die Keimrate ist sehr gering. Mit Stecklingen fährt man deutlich schneller; bei jungen Bäumchen, bei denen noch bodennahe Äste vorhanden sind, kann man Absenker machen. Ansonsten greift man am besten auf die jungen Exemplare aus Baumschule und Gartenhandel zurück. Bis die zum ersten Mal blühen dauert es in unseren Breiten um die 15 Jahre. Dann sind die Bäume schon 10-12 Meter hoch.

Kann man einen Tulpenbaum umpflanzen?

Kann man, sollte man aber lieber lassen, wenn er erst einmal angewachsen ist. Schon junge Bäumchen bilden eine Pfahlwurzel, die sehr leicht bricht und jeden Eingriff übelnimmt. Alte Bäume verpflanzen ist daher praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Bei jüngeren Exemplaren muss man den Ballen möglichst großzügig bemessen; man darf ihn keines falls austrocknen lassen, denn das mögen die Pflanzen ebenfalls überhaupt nicht.

Ist der Tulpenbaum ein Tiefwurzler?

Ja, allerdings. Bei einem Baum, der bis über vierzig Meter hoch wird ist eine feste Verankerung auch dringend erforderlich. Der Tulpenbaum hat eine tiefreiche pfahlförmige oder herzförmige Wurzel. Sie ist recht fragil und empfindlich, weswegen man die Bäume nach dem Pflanzen möglichst nicht mehr versetzen sollte. Insbesondere beim Pflanzen muss man höllisch darauf achten, dass die Wurzeln nicht austrocknen, denn das nehmen sie übel. Nach dem Einsetzen im Pflanzloch muss man die möglichst lockere und humusreiche Erde eine Weile leicht feucht halten, ohne Staunässe. Gerade in den ersten Jahren sollte man die Baumscheibe im Herbst mit Laub bedecken, da die jungen Exemplare mit ihrem sensiblen Wurzelwerk noch empfindlich auf Frost reagieren.

Welche Sorten von Tulpenbaum gibt es?

Kleinere Tulpenbäume sind auch für kleinere Gärten geeignet. Viele davon werden nur 10-20 Meter hoch. Beliebte Sorten sind

  • Ardis‘ mit vergleichsweise zwergenhaftem Wuchs und kleinen Blättern,
  • Arnold‘ mit einer schmal säulenförmigen Krone und bereits in jungen Jahren erscheinenden Blüten,
  • Aureomarginatum‘, auch unter den Bezeichnungen ‚Flashlight‘ oder ‚Majestic Beauty‘ im Handel erhältlich, mit breit gelbrandigen Blättern,
  • Fastigiatum‘ mit schmal kegelförmiger Krone und aufrechten Ästen,
  • Integrifolium‘ mit ungelappten Blättern,
  • Little Volunteer‘, ähnlich kleinbleibend wie ‚Ardis‘, aber mit kräftigerem Wuchs und tiefer gelappten Blättern,
  • Mediopictum‘ mit einem gelben Flecken in der Mitte des Blattes,
  • Leucanthum‘ mit weißen Blüten,
  • Roothan‘ mit stumpf gelappten Blättern.

Ökologischer Wert

Tulpenbaum ist nicht heimisch

Insekten

Nektarwert:
3
Pollenwert:
1

Bienenweiden mit Nektar- und Pollenwerten

Themen