Ratgeber

Pampasgras vermehren


Hast Du Pampasgras einmal im Garten angesiedelt, kannst Du die Horste teilen und verpflanzen. Es auf diese Weise vegetativ zu vermehren funktioniert am zuverlässigsten – die Gärtnereien machen auch nichts Anderes. Gerade bei den Sorten ist das die beste Lösung, denn so bleiben die sortentypischen Eigenschaften sicher erhalten, wohingegen das Resultat einer Aussaat von undefiniertem Grassamen ungewiss ist.

Kann man Pampasgras aus Samen ziehen?

Ja, kann man. Aber dass man Pampasgras in der Regel lieber durch Teilen als mit Samen vermehrt hat seine Gründe:

  • Eine Aussaat von Pampasgras ist nicht nur mühsam und langwierig, sondern gibt bei den Sorten selten das erwartete Ergebnis: Wegen der Windbestäubung weiß man nie, wo der Pollen herstammt und was beim Pampasgras aussäen herauskommt. Dementsprechend gehen bei der Nachzucht die charakteristischen Eigenheiten einer Sorte oft verloren.
  • Außerdem gibt es ein kleines Problem: Pampasgras ist meistens zweihäusig und bildet männliche und weibliche Pflanzen. Im Garten findet man zumeist nur weibliche Exemplare, da diese prächtiger blühen als die Männchen. Da ist ein geeigneter Pollenspender oft in unerreichbarer Ferne, zumal Pampasgras vom Wind und nicht von Tieren bestäubt wird. 
  • Aus Samen selbst gezogenes Pampasgras hat selten so schöne Wedel wie die „fertig“ gekauften Sorten. Das liegt unter anderem daran, dass man hier sowohl die üblichen weiblichen als auch die weniger imposanten männlichen Pflanzen bekommt.

Wie erntet man Pampasgrassamen?

Trotz dieser Vorbehalte spricht nichts dagegen, den Samen vom Pampasgras zu ernten und Dein Glück mit einer Aussaat zu versuchen. Vorausgesetzt es hat sich ein Pollenspender gefunden und Du findest tatsächlich reife Samen in den Blütenständen kannst Du diese einzeln herauszupfen; sie lassen sich als winzige kleine Knubbel ertasten. 

Alternativ dazu kannst Du den ganzen Wedel in eine Papiertüte stecken und kräftig schütteln oder etwas brutaler mit ihm Beifall klatschen ;-). Besonders zimperlich musst Du nicht sein – beim Dreschen von Getreide geht es auch nicht mit Samthandschuhen zu. Warte nur nicht zu lange, denn die Samen fallen mit der Zeit ab und sind dann perdü.

Wie pflanzt man Pampasgras mit Samen?

Statt Pampasgrassamen selber zu ernten ist es allemal besser, diese im Gartenhandel fertig zu kaufen – das Saatgut ist von hoher Qualität und liefert nur die prächtigeren weiblichen Pflanzen. Zudem ist es im Vergleich zu vorgezogenen Exemplaren gnadenlos billig. Hebe es nicht jahrelang auf, denn die normalem Rasensamen ähnlichen, hellbraunen und länglichen Karyopsen büßen mit der Zeit ihre Keimfähigkeit ein. 

  • Pampasgras im zeitigen Frühjahr im Haus vorziehen gibt den Pflanzen einen Vorsprung – im März oder besser noch im April.
  • In Töpfen lassen sich die Sämlinge am besten hantieren – immerhin musst Du sie noch mal pikieren. Und die frisch ausgesäten Pampasgrasamen werden nicht unfreiwillig zu Vogelfutter.
  • Die Erde fürs Pflanzen von Pampasgras sollte locker und gut durchlässig sein, am besten mit einem ordentlichen Anteil Sand, Perlit oder Tongranulat.
  • Die Samen sind Lichtkeimer – daher darfst Du sie nur leicht auf das Substrat andrücken und sparsam mit wenig Erde bedecken.
  • Tue nicht zu viele Samen zusammen in einen Topf, ihre verschlungenen Wurzeln erschweren sonst später das Pikieren.
  • Stelle die Töpfe in ein kleines Gewächshaus. Alternativ dazu kannst Du sie auch mit Folie oder einer Glasscheibe (unbedingt leicht schräg anbringen, damit das Kondenswasser seitlich abläuft und nicht auf die Aussaat tropft!) abdecken, nur zu nass dürfen sie nicht stehen. 
  • Ab und zu gründlich lüften, damit die Kinderstube nicht zu schimmeln beginnt.
  • Hell und warm ist ideal – etwa auf der Fensterbank, nur nicht direkt über der Heizung.
  • Achte auf gleichmäßige Feuchtigkeit und beneble die Aussaat bei Bedarf mit einer Sprühflasche. Auch hier gilt: Nicht zu nass werden lassen!
  • Bis die Samen vom Pampasgras keimen dauert in der Regel zwei bis drei Wochen.
  • Pikiere die kleinen Sämlinge vorsichtig mit einer Pinzette und einem Stöckchen, sobald sie kräftig genug sind. Einzeln in mittelgroßen Töpfen oder fünf oder sechs Pflänzchen gemeinsam in einem größeren Topf, dann kannst Du sie beim Auspflanzen noch mal vereinzeln.
  • Nach den Eisheiligen kannst Du die Sämlinge an Ort und Stelle ins Freiland ausbringen, da ist die Frostgefahr vorüber. Wertvolle Hinweise dazu findest Du in unserem Ratgeber Pampasgras pflanzen. Idealerweise sind die Jungpflanzen zu dieser Zeit mindestens eine Handbreit hoch.
  • Samen vom Pampasgras direkt im Freiland aussäen geht natürlich auch – das darf aber keinesfalls vor Mitte Mai erfolgen, denn gerade die jungen Sämlinge reagieren extrem empfindlich auf Kälte. Auch im Freien immer leicht feucht, aber nicht zu nass halten. Und darauf achten, dass die Vögel sie nicht als Leckerbissen ausersehen. Über die Aussaat gespannte durchsichtige Folie oder ein Netz sind da hilfreich.

Wann blüht Pampasgras zum ersten Mal?

Aus Samen gezogenes Pampasgras blüht erst im zweiten oder dritten Jahr, obwohl es relativ zügig wächst. 

Wie macht man Ableger von Pampasgras?

Das Pampasgras zu teilen ist die einfachste Form der Vermehrung. Auf diese Weise ist nicht nur sichergestellt, dass die Pflanzen genau die Eigenschaften der gekauften Sorte behalten:

  • Die Teilung wirkt wie ein richtiger Jungbrunnen: Sie verhindert ein Verkahlen der Horste von innen heraus und stellt für die nächsten Jahre ungehemmtes Wachstum und reichhaltigen Blütenschmuck sicher. 
  • Bei Pampasgras im Topf oder im Kübel ist das Teilen ab und zu erforderlich, da die Horste sonst mit der Zeit zu groß für das Pflanzgefäß werden und dann kaum noch wachsen.

Pampasgras ist schön, aber widerborstig: Richtiges Werkzeug erleichtert - wie immer im Garten - die Arbeit ungemein. 

  • Unbedingt feste Gartenhandschuhe anziehen: Die Blätter haben scharfe und schneidende Ränder. Sie hinterlassen fiese Schnitte in der Haut, die Du besser nicht unterschätzen solltest - Latexhandschuhe gehen ruckzuck kaputt.
  • Stabiles Werkzeug ist vonnöten, denn die Wurzelstöcke sind erstaunlich widerstandsfähig. Arbeite mit einem ordentlichen Spaten; mit Sohnemanns Schippchen aus dem Sandkasten wirst Du nicht weit kommen. Wenn das Wurzelwerk allzu dicht geworden ist kannst Du ihm notfalls auch mit einer Axt zu Leibe rücken.

Wie geht das mit Pampasgras teilen?

Das Wichtigste beim Pampasgras teilen sind das richtige Timing und die richtige Größe zum Verpflanzen:

  • Das späte Frühjahr ist die beste Zeit zum Teilen von Pampasgras. Da sind die Pflanzen bereits im vollen Wachstum begriffen und treiben nicht nur die Blätter, sondern auch die Wurzeln am leichtesten aus. Bis zum Herbst haben sie dann genügend Zeit, sich in ihrer neuen Umgebung zu etablieren und gut über den Winter zu kommen. Später im Jahr könnte das den nur bedingt winterharten Pflanzen zum Verhängnis werden.
  • Grabe den kompletten Horst sorgfältig aus oder steche mit dem Spaten Stücke davon ab. Tabula rasa mit alles raus und neu einpflanzen gibt später die kräftigsten Exemplare und beugt dem Verkahlen am sichersten vor.
  • Pampasgras abstechen ist eine weitere Möglichkeit: Hierzu werden nur die weit außen gelegenen Teile mit dem Spaten abgetrennt und verpflanzt, etwa wenn das Pampasgras als Kübelpflanze den Topf zu sprengen droht oder als Sichtschutz im Freiland doch etwas zu groß gerät. Das Zentrum vom Horst bleibt dabei unbehelligt.
  • Achte darauf, dass möglichst viel von dem gesunden Wurzelballen erhalten bleibt und das Grün in der Mitte nicht unnötig verletzt wird. 
  • Die Stücke zum Verpflanzen sollten im Idealfall 10-20 Zentimeter breit sein.
  • Viel zu viel Pampasgras für den kleinen Garten? Du kannst die Ableger auch an Freunde oder Nachbarn verschenken, die sich über einen Sichtschutz oder prächtigen Solitär freuen.
  • Nähere Informationen zum richtigen Einpflanzen von Pampasgras nach dem Teilen findest Du in unserem Ratgeber.

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