Ratgeber

Felsenbirne als Hecke verwenden


Felsenbirnen neigen zur Mehrstämmigkeit und bilden eher Sträucher als Bäume. Das lässt sich für den Erziehungsschnitt zu einer Hecke nutzen. Sie glänzen im Frühling mit zahlreichen Blüten, im Sommer mit essbaren Früchten und im Herbst mit einer prachtvollen Laubfärbung. Bei alledem brauchen sie vergleichsweise wenig Pflege und haben zudem einen hohen ökologischen Wert.

Was sind die Vorteile von Felsenbirne als Hecke?

Diese Sorte Hecke ist mal etwas anderes als das übliche Einerlei deutscher Gärten mit pflegeintensivem Buchsbaum, umweltschädlichem Kirschlorbeer oder giftiger Eibe:

  • Felsenbirnhecken sind winterhart, frostfest und kommen auch mit dem rauen Stadtklima problemlos zurecht.
  • Mit Höhen von knapp über einem Meter bis zu zehn Metern ist bei den zahlreichen Arten und Sorten für jeden großen oder kleinen Garten und den Vorgarten das Richtige dabei.
  • Die Bodenansprüche sind gering; die Erde sollte nur durchlässig sein und trocken bis frisch gehalten werden. Sonne oder Halbschatten ist okay, nur voller Schatten und zu viel heiße Sonne auf der Wurzelscheibe verträgt die Felsenbirne nicht.
  • Als Sichtschutz und Windschutz sind die sommergrünen und laubabwerfenden Hecken mit Ausnahme des Winters ebenfalls geeignet.
  • Früchte inklusive: Felsenbirnen sind auch eine schöne Wildobsthecke.
  • An Hängen und Böschungen geben Hecken mit Felsenkirsche einen guten Bodenfestiger.
  • Bei alledem sind die Hecken pflegeleicht; sie müssen nur ab und zu mal geschnitten werden, damit sie in Form bleiben.
  • Eine Hecke aus Felsenbirnen ist, wenn sie im April und Mai reichhaltig blüht, eine ausgezeichnete Bienenweide, über die sich auch Hummeln und Schwebfliegen freuen.
  • Die Hecken sind ebenso wie bei anderen Haltungsformen ein probates Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz: hier landen und nisten die Piepmätze gern und häufig. Zudem sind die kleinen Früchte vor allem bei Tauben und Drosseln sehr beliebt.
  • Auch andere Kleintiere wie Kleinsäuger und Insekten kommen bei den Früchten auf ihre Kosten.
  • Essbar sind die Früchte auch für den Menschen – sofern die Tiere nicht schneller waren. Sie lassen sich roh essen, zu Marmelade oder Saft verarbeiten oder dienen als Rosinenersatz. Reichlich Informationen darüber findest Du in unserem speziellen Ratgeber.
  • Der Schnitt von den Hecken der Felsenbirne ist leicht kompostierbar und zerfällt schnell.

Kann man Felsenbirne als Sichtschutz verwenden?

Als Hecke gepflanzt hat die Felsenbirne viele Vorteile, aber nur einen Nachteil: Sie ist sommergrün und wirft im Herbst ihre Blätter ab. Wer also ganzjährig Wert auf Blickschutz oder Windschutz legt sollte lieber auf eine andere Heckenpflanze ausweichen. Ansonsten ist gerade die bunte Herbstfärbung ein klares Plus für die Felsenbirne, mit der Nadelhölzer oder Buchsbaum nicht mithalten können.

Welche Felsenbirne kann man als Hecke verwenden?

Als Hecke gezogen kann die Felsenbirne bis zu sechs Meter hoch werden – wenn Du sie nicht mit einem gezielten Schnitt niedrig hältst. Gegebenenfalls ist es geschickter, stattdessen gleich auf die kleiner bleibenden Sorten der verschiedenen Amelanchier-Arten zurückzugreifen. 

Oder suchst Du eine Mini-Hecke für Balkon oder Terrasse? Einige Sorten von Felsenbirnen sind auch als Kübelpflanzen und zur Dachbegrünung zu gebrauchen. Heckengeeignete Exemplare mit unterschiedlichen Höhen gibt es im Gartenhandel; eine Liste der beliebtesten Sorten von Felsenbirnen findest Du hier. Einige davon kannst Du dort sogar gleich online einkaufen und liefern lassen.

Welches ist die beste Sorte Felsenbirne für eine Hecke?

Für eine schöne Blühhecke kommen vor allem die kleineren Sorten in Frage:

Desen ungeachtet lassen sich aber auch die größeren Vertreter als Hecke schneiden, wie 

  • Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia), die Wildform der beliebten ‚Greatberry‘-Sorten und der Saskatoon-Beere, ist als Hecke und Bodenfestiger sehr beliebt, oder die
  • Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) mit der namensgebenden intensiven Herbstfärbung, die von einem strahlenden Gold bis zu einem kräftigen kupferartigen Rot reicht.
  • Kahle Felsenbirne (Amelanchier laevis) wird bis zu fünf Meter hoch und zählt damit zu den Riesen unter den Felsenbirnen. Wo besonders hohe sommergrüne Sichtschutzhecken gefragt sind kann man auch sie einsetzen und in Form schneiden.

Was muss man bei Felsenbirne als Hecke pflanzen beachten?

Die wichtigsten Tipps zum Pflanzen von Felsenbirne haben wir für Dich in einem eigenen Ratgeber zusammengefasst. 

  • Bei einer Hecke musst Du vor allem darauf achten, dass Du die einzelnen Exemplare nicht zu dicht aufeinander setzt; sie gehen mit der Zeit ohnehin noch in die Breite und stehen dann schnell viel zu eng. Das wäre Verschwendung. Lasse also mindestens einen halben, besser noch einen ganzen Meter Abstand, wenn Du große Sorten von Felsenbirnen pflanzt und einen guten halben Meter bei Verwendung einer der kleineren.
  • Wichtig ist wie immer ein durchlässiges Substrat; ansonsten kommt die Felsenbirnen mit den meisten Böden im Garten gut klar. Die Erde sollte im Sommer stets leicht feucht gehalten werden, allerdings ohne Staunässe; die Pflanzen vertragen aber problemlos eine längere Trockenphase.
  • Auch als Hecke mag die Felsenbirne keine pralle Sonne im Wurzelbereich, ebenso wenig wie Kälte oder Nässe. Schön warm ist dagegen vollkommen in Ordnung. Gegebenenfalls kannst Du Stauden oder andere Gewächse davor pflanzen, damit die Wurzelscheibe nicht zu heiß wird.
  • Beim Pflanzen von Felsenbirne als Hecke musst Du beachten, dass das Wurzelwerk eher flach ausfällt, dafür aber in die Breite geht. Sieh zu, dass der Flachwurzler dabei keine Mauern behelligt oder Nachbars Garten über Gebühr nahekommt.
  • Nach dem Pflanzen der Hecke kommt die Pflege. Felsenbirnen brauchen ab und zu einen Schnitt, damit sie in Form bleiben und nicht zum normalen Strauch auswachsen.

Wie muss man Felsenbirne als Hecke schneiden?

Die wichtigsten grundsätzlichen Tipps zum Schneiden der Felsenbirne findest Du in unserem Ratgeber. Bei der Haltung als Hecke musst Du zusätzlich folgende Punkte beachten:

  • Geschnitten werden Hecken wie bei Felsenbirne üblich nach der Blüte. So gibt es genug Bienenfutter und die Sträucher haben noch genug Zeit, reichlich neue Knospen fürs nächste Jahr zu bilden.
  • Felsenbirnen wachsen weniger mit Bodentrieben als mit reichlicher Verzweigung weiter oben. Dadurch bilden sich im oberen Bereich der Hecken Besen, die den unteren Teil schattieren und das Innere kahl werden lassen.
  • Diese Besen musst Du alle drei bis vier Jahre auslichten, damit wieder mehr Licht und Luft in den inneren Bereich der Hecken gelangen und es reichlich Neutriebe gibt.
  • Bei den anderen Trieben werden die Spitzen verschlankt
  • Ein Einkürzen ist nur dann notwendig, wenn Du die Hecke in Form bringen und halten möchtest.
  • Lenke die frischen Neutriebe im Inneren um, sodass sie vorzugsweise nach außen wachsen.
  • Alle Triebe, die sich berühren oder parallel verlaufen kannst Du entfernen, sie stören nur die Form der Hecke und verdichten das Innere unnötig.
  • Trotz des Wachstums in den oberen Etagen musst Du Dich auch um die Bodentriebe kümmern. Lichte diese alle zwei bis vier Jahre aus, indem Du die ältesten und am dicksten gewordenen Triebe abschneidest. Behalte nur kräftige und schneide die schwächlichen heraus.
  • Gehe beim Schneiden der Hecken nicht zu radikal vor. Bedenke, dass die Blütentriebe der Felsenbirne nach 2-4 Jahren am schönsten blühen und bis zu 15 Jahre vital bleiben.

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