Felsenbirne richtig schneiden
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Ratgeber

Felsenbirne richtig schneiden


Das Schöne an der Felsenbirne: Mit dem richtigen Schnitt kannst Du so ziemlich alles damit machen. Sie lässt sich als Hecke ziehen, als Strauch oder als Baum mit kleiner Krone, oder sie gibt mit ihrem Blütenreichtum und der schönen Herbstfärbung einen ansehnlichen Solitär. Als Blühstrauch ist sie etwa der beliebten Zierkirsche zumindest ebenbürtig, bleibt aber wesentlich niedriger und ist daher auch für kleine Gärten geeignet. Einige Sorten von Amelanchier kannst Du auch im Kübel auf Balkon und Terrasse stellen und mit passendem Schneiden in der richtigen Größe halten. Andere werden bis zu zehn Meter hoch und sind damit eindeutig besser fürs Freiland geeignet.

Was muss man bei Felsenbirne schneiden beachten?

Wenn Du der Felsenbirne mit Schere und Säge auf den Leib rücken willst musst Du genau wissen, wie der Strauch drauf ist – als guter Frisör solltest Du den Kunden kennen. Da gibt es bei Amelanchier-Arten einige grundsätzliche Punkte zu beachten:

Wann schneidet man Felsenbirne?

Grundsätzlich wird die Felsenbirne nach der Blütezeit geschnitten. Schneidest Du vorher musst Du auf viele Blüten verzichten, und schneidest Du sie zu spät im Jahr, so sind die meisten gerade erst für Folgejahr angesetzten Blütenknospen perdü. Mit zeitigem Schnitt produziert die gute Bienenweide reichlich Knospen und damit Blüten, die Bienen, Hummeln und Schwebfliegen zugutekommen.

Nach der Blüte schneiden heißt aber auch auf einige Früchte verzichten. Übertreibe es also nicht mit dem Schnitt und verteile die notwendigen Maßnahmen gegebenenfalls auf mehrere Jahre. So bekommen die Tiere in Deinem Garten trotzdem noch etwas Leckeres zum Fressen, insbesondere Vögel, die sich mit Vorliebe über das Winterfutter hermachen: Immerhin ist die Felsenbirne ein gutes Vogelnährgehölz.

Was braucht man zum Felsenbirne schneiden?

Ambossschere zum Astschnitt
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Ambossschere zum Astschnitt

Die Felsenbirne ist ein stämmiger Strauch, der nicht besonders hoch wird, aber recht dicke Stämme und Äste ausbildet. Daher benötigst Du zum Schneiden

Am besten investierst Du in hochwertiges Werkzeug – schließlich wirst Du Gartenschere und Astschere auch bei anderen Pflanzen im Garten einsetzen und nicht nur speziell für die Felsenbirne kaufen. Im Idealfall lassen sich die Instrumente zerlegen und dadurch leichter reinigen. Zudem kannst Du sie so einfacher nachschleifen lassen und abgenutzte Verschleißteile ersetzen.

Sauberkeit ist wichtig: Gartenschere, Astschere und Säge sollten nach dem Gebrauch gründlich gesäubert und mit etwas Öl vor dem Rosten geschützt werden. Auch ab und zu zwischendurch zu desinfizieren kann nicht schaden, vor allem wenn man erkrankte Äste beseitigt und nicht weiß, ob nicht ein Pilz oder eine andere Erkrankung dahintersteckt. Die würde ohne Desinfektion schnell weitergetragen und andere Pflanzen schädigen.

Wie schneidet man Felsenbirne?

Baumschnitt mit Handsäge
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Baumschnitt mit Handsäge

Wie bei den meisten Sträuchern lassen sich beim Schneiden der Felsenbirne mehrere Schnittformen unterscheiden:

Wie macht man bei der Felsenbirne einen Erziehungsschnitt?

Mit dem Erziehungsschnitt bringst Du die Felsenbirne erst einmal in die gewünschte Form. 

  • Bei einem Strauch heißt das ein stabiles Gerüst heranziehen, das 5-7, bei hohen Felsenbirnen maximal 10 unterschiedlich alte Bodentriebe umfasst.

  • Fördere die starken Triebe und beseitige alle überzähligen und schwächlichen.

  • Wichtig ist, dass die Gerüsttriebe locker und gleichmäßig verteilt bleiben. Daher musst Du alles wegschneiden, was parallel wächst oder sich überkreuzt. Zudem sollte die bevorzugte Wachstumsrichtung nach außen zeigen und nicht nach innen, sonst wird die Krone zu dicht.

  • Verschlanke regelmäßig die Spitzen, wie beim Felsenbirne schneiden üblich erst nach der Blüte. 

  • Ein Einkürzen ist bei den Gerüsttrieben nur erforderlich, wenn sie zu groß werden. Ansonsten lasse sie ruhig in die Länge wachsen.

Wie macht man bei der Felsenbirne den Erhaltungsschnitt?

Die Felsenkirsche sollte eine kompakte Krone bekommen und behalten- ob als Strauch, Solitär, Hochstamm oder Hecke. Dafür gehst Du am besten wie folgt vor:

  • Der Erhaltungsschnitt darf ebenfalls erst nach der Blütezeit stattfinden.

  • Halte das durch den Erziehungsschnitt geformte stabile Gerüst bei, indem Du einige der Bodentriebe regelmäßig durch neue ersetzt: Schneide etwa ein Fünftel der alten weg und ersetze sie durch ebenso viele Neutriebe. Im Endeffekt sollten wie gehabt immer 5-7, maximal zehn davon übrigbleiben.

  • Überzählige Neutriebe sind zu entfernen, und zwar nahe am Boden.

  • Wo es starke Verzweigungen gibt ist es besser, diese zu beseitigen und auf frische Jungtriebe darunter umzuleiten.

  • Die neuen Triebspitzen nur verschlanken, aber nicht einkürzen. Es sei denn, einzelne Triebe werden deutlich zu lang oder wachsen nach innen.

  • Extrem lange Einzeltriebe schneidest Du besser ab und lenkst ihr Wachstum auf die Seitentriebe darunter um. Dabei solltest Du auch die etwa gleich starken Äste bis etwa 30 Zentimeter unter dem Schnitt mit entfernen, sonst bekommst Du einen dichten Besen.

Wie wird bei der Felsenbirne ein Verjüngungsschnitt gemacht?

Hast Du ein paar Jahre lang nicht für einen regelmäßigen Austausch alter Bodentriebe durch neue gesorgt wird ein Verjüngungsschnitt erforderlich: Da die Felsenbirne ihren Wachstumsschwerpunkt nicht direkt über dem Boden, sondern weit oben hat verzweigt sie sich dort reichlich und bildet dicht stehende Äste. Diese Besen stören nicht nur optisch, sie verschatten auch das Innere der Krone und behindern das Wachstum neuer Blätter und Blüten. Dadurch werden die Sträucher von innen heraus kahl. Dann ist es höchste Zeit, dem entgegenzuwirken und für neuen Schwung zu sorgen:

  • Der besseren Übersicht halber solltest Du zum Verjüngen schneiden, bevor sich das Laub voll entfaltet – ausnahmsweise mal nicht erst nach der Blüte. Da siehst Du viel besser, wie es um die Verzweigungen und Verästelungen steht, ohne dass Dir das Blattwerk die Sicht versperrt.

  • Jetzt darfst Du ausnahmsweise mit der Säge tabula rasa machen: Schneide rund dreiviertel der ältesten und dicksten Triebe direkt über dem Boden ab. So werden die Wurzeln zur Bildung von Neutrieben angeregt.

  • Danach schau Dir den Rest an: Wo in der Krone immer noch dicht stehende Verzweigungen stehen kannst Du diese kräftig auslichten und verschlanken. Wie üblich sollte die Wuchsrichtung der verbliebenen Triebe nach außen weisen und nicht ins Innere des Strauches.

  • Bei dieser Gelegenheit werden alle schiefen, parallelen und überkreuzenden Äste entfernt.

  • Im Folgejahr sollten sich bereits reichlich Neutriebe gebildet haben. Danach kannst Du wieder zum regelmäßigen Erhaltungsschnitt übergehen und die Felsenbirne schneiden wie ebendort beschrieben.

Kann man Felsenbirne als Solitär ziehen?

Ja, das geht. Willst Du aus der Felsenbirne einen Solitär machen, so heißt das sich auf einen einzigen der Stämmchen konzentrieren. Als Alternative kannst Du gleich einen Hochstamm kaufen – der ist besonders gerade und ebenmäßig. Aber auch ohne Unterlage gibt die Felsenbirne einen dekorativen kleinen Baum ab:

Wie muss man Felsenbirne als Hochstamm schneiden?

Felsenbirne als Hochstamm
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Felsenbirne als Hochstamm

Von sich aus wächst die Felsenbirne eher als Strauch denn als Baum. Trotzdem bekommt man im Gartenhandel auch Hochstämme von Amelanchier. Des Rätsels Lösung: Diese Bäumchen sind veredelt. In der Regel verwendet man als Unterlage die gut wüchsige Vogelbeere oder Eberesche (Sorbus aucuparia), die besonders robust und pflegeleicht ist. Sie kommt mit noch mehr Standorten klar als die ohnehin schon wenig anspruchsvolle Felsenbirne. Das Edelreis bildet mit der Zeit eine lockere Krone, mit der so ein Hochstamm meist nur übersichtliche fünf Meter hoch gerät. 

Wie geht man damit um, sodass der hübsche Solitär mit seiner bunten Herbstfärbung und der überbordenden Blütenfülle ansehnlich bleibt?

Wie schneidet man eine Felsenbirne-Hecke?

Als Hecke ist die Felsenbirne so beliebt, dass wir dem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet haben. Dort kannst Du nachlesen, wie Du daraus eine Vogelschutzhecke oder eine freiwachsende Blütenhecke gestaltest und was es dabei alles zu beachten gibt.

Ratgeber Felsenbirne als Hecke

Kann man Felsenbirne am Spalier ziehen?

Das ist kein Problem – die Wildobsthecken lassen sich auch an einer Stütze hochziehen, etwa an einem Spalier oder etwas umfangreicher sogar an einer Pergola. So kommst Du besonders leicht an die kleinen Früchte, ohne in einer Krone herumwursten zu müssen.

Wie muss man die Felsenbirne an einer Pergola schneiden?

Es muss nicht immer Wildrosen oder Blauregen sein: Auch die Felsenbirne ist für die Bepflanzung einer Pergola geeignet. Dabei sticht der sommergrüne Strauch im Frühjahr mit zahlreichen weißen und duftenden Blüten ins Auge, im Herbst mit seiner bunten Laubfarbe. Über Erstere freuen sich Insekten, über die daraus hervorgehenden Früchte die Vögel im Garten.

Kann man Felsenbirne auch als Kübelpflanze oder im Topf ziehen?

Für die Kübelbepflanzung kommen vor allem die kleineren Sorten in Frage. Im Pflanzgefäß werden die blütenreichen Wildobststräucher transportabel und lassen sich leicht auf Balkon und Terrasse bringen.

Besonders klein fällt die Zwergfelsenbirne (Amelanchier ovalis var. pumila) aus: Sie wird nur wenig größer als ein Meter und ist damit auf für das Pflanzen im Topf geeignet, zumal sie auch mit vorübergehender Trockenheit besonders gut zurechtkommt.

Was macht man mit dem Schnittgut nach dem Felsenbirne schneiden?

Äste und Laub im Garten  - gutes Winterquartier für Insekten und andere Tiere
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Äste und Laub im Garten - gutes Winterquartier für Insekten und andere Tiere

Für den Restmüll sind die Blätter und die Äste viel zu schade. Erstere zerfallen auf dem Komposthaufen recht schnell, Zweige solltest Du vorher schreddern. Der eigene Kompost ist allemal nachhaltiger als Gartenerde und Dünger aus der Plastiktüte. 

Zudem kannst Du mit dem Abfall vom Felsenbirne schneiden noch für etwas kreative Unordnung im Garten sorgen: Er ist ein gutes Material für einen Ast- und Reisighaufen oder geschreddert für einen Mulchhaufen. Beide bieten zahlreichen Kleintieren, Insekten, Reptilien und Kleinsäugern Lebensraum und Schutz. Im durch den Abbau gebildeten Mulch fühlen sich zudem Bakterien, Pilze, Würmer und Larven wohl, die die Artenvielfalt im Garten fördern und zur Bodengesundheit beitragen.

Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkongärtner
Stand:
30.11.-0001
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