Felsenbirne: Der ideale Standort
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Ratgeber

Felsenbirne: Der ideale Standort


Felsenbirnen sind äußerst genügsam und nehmen im Garten mit vielen Standorten vorlieb. Einige Punkte solltest Du trotzdem beachten, damit sie sich auch ganz bestimmt wohlfühlt und es Dir mit reichlich Blüten, Früchten und bunter Herbstfärbung dankt.

An welchen natürlichen Standorten wächst die Felsenbirne?

Will man wissen, welcher Standort für eine Pflanze am besten geeignet ist sollte man sich der Einfachheit halber ihre natürlichen Habitate anschauen. Aus ihnen lässt sich für den Garten viel lernen, auch bei der Felsenbirne.

Nehmen wir als Beispiel die bei uns heimische Gemeine Felsenbirne (Amelanchier ovalis) – ihre nordamerikanischen und asiatischen Verwandten teilen die meisten ihrer speziellen Vorlieben. Sie wächst auf waldfreien felsigen Hängen und in lichten Gebüschen, oft am Rand von Flusstälern, in Eichen-Mischwäldern und in den Alpen in Legföhrenbeständen. 

Für diese Felshänge sind Pflanzengemeinschaften wie das Felsenbirnen-Gebüsch (Zwergmispel-Felsenbirnen-Gesellschaft, Cotonoeastro-Amelnachieretum) charakteristisch; die Gewöhnliche Felsenbirne wächst hier zusammen mit Gewöhnlicher Zwergmispel (Cotoneaster integerrimus) und Filz-Steinmispel (Cotoneaster tomentosus), Bibernell-Rose, Mehlbeere und Elsbeere.

Allen Standorten gemein ist, dass sie im Sommer trocken und warm sind und das gut durchlässige Substrat über reichlich Steine, aber nur wenig Humus und Nährstoffe verfügt. Meistens handelt es sich um basenreiche, silikat- oder kalkhaltige Böden, wobei diese Felsenbirnen-Art ausnahmsweise auch mit sauren Untergründen zurechtkommt. Mit ihrem flachen bis herzförmigen, aber tiefreichenden Wurzelsystem dringt die Felsenbirne tief in die Felsspalten ein und findet immer noch irgendwo Wasser und Nährstoffe.

Welcher Boden für Felsenbirne?

Die wichtigsten Kriterien für den Boden, wenn Du eine Felsenbirne pflanzen möchtest:

  • Vor allem durchlässig muss die Erde für die Felsenbirne sein. Bei einer dichten Gartenerde solltest Du mit etwas Sand oder feinem Kies nachhelfen, um den Boden aufzulockern. Stehende Nässe ist absolut tödlich, das Wasser muss unbedingt gut ablaufen können, und auch sonst mögen Felsenbirnen verdichtete Böden nicht besonders.
  • Auf einem leicht sauren bis leicht kalkhaltigen Boden wachsen die meisten Arten und Sorten von Amelanchier am besten. 
  • Die Erde sollte einen normalen Nährstoffgehalt aufweisen und darf keinesfalls überdüngt werden – das nehmen die Pflanzen übel und vergeilen, ohne stabiles Holz und Blüten oder Früchte zu bilden. Guter Indikator: Wenn an einer Stelle Brennnesseln wuchern ist da oft schon zu viel Nitrat im Boden. Umgekehrt kannst Du eine besonders nährstoffarme Erde mit etwas untergearbeitetem Kompost für das Pflanzen einer Felsenbirne aufpeppen.
  • Im Sommer sollte der Boden immer leicht frisch sein; allerdings kommen die Sträucher auch mit einem trocken-heißen Sommertag klar, ohne gleich beleidigt die Blätter abzuwerfen.
  • Besonders anpassungsfähig ist die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii): Sie verträgt sowohl einen sauren wie auch einen alkalischen und kalkhaltigen Boden, volle Sonne genau wie leichten Schatten und Feuchtigkeit ebenso wie längere Trockenheit.
  • Ähnlich kalktolerant wie die Kupfer-Felsenbirne ist die Japanische Felsenbirne (Amelanchier asiatica).

Verträgt Felsenbirne Schatten?

Ja, aber nicht zu viel davon. Richtig dunklen Schatten mag keine der vielen Felsenbirnen-Sorten und -Arten. Dort wachsen sie nur kümmerlich und bilden vor allem kaum Blüten und Früchte. Sie ist nun mal ein Sonnenanbeter und kein Höhlenbewohner. Selbst im Halbschatten gibt es deutlich weniger Blütenansatz als im hellen Licht.

Achtung: Schatten kann sich die Felsenbirne auch selber machen – da sie vor allem im oberen Bereich wächst und nicht wie die meisten anderen Büsche am Grund bildet sie leicht reichlich Verzweigungen. So entstehen Besen mit dicht aufeinander sitzenden Trieben, die dem Inneren des Strauches oder der Krone bei einem Hochstamm oder Solitär das Licht wegnehmen. Dementsprechend braucht die Felsenbirne einen regelmäßigen Schnitt, wie in unserem Ratgeber detailliert beschrieben.

Wie viel Sonne verträgt Felsenbirne?

Der ideale Standort für eine Felsenbirne liegt in der Sonne oder im Halbschatten. Die oberirdischen Anteile vertragen die sommerliche Hitze problemlos, wenn sie abends nur genügend Wasser bekommen.

Untenrum mag es die Felsenbirne hingegen nicht zu heiß: Bei aller Liebe zum Sonnenschein reagiert der Wurzelbereich empfindlich, wenn er in der prallen Sonne überhitzt - das mögen die Pflanzen gar nicht. Daher ist es an besonders exponierten Stellen im Garten vorteilhaft, die Wurzelscheibe zu schützen – gegebenenfalls mit Laub und Mulch oder mit einer Unterpflanzung, damit der Wurzelballen nicht gekocht wird. 

Bei einer exponierten Säulen-Felsenkirsche ist das mit zu viel Sonne an den Wurzeln eher ein Problem als bei einem Felsenkirschen-Hochstamm: Bei Letzterem sitzt die veredelte Sorte auf einer Eberesche als Unterlage, die mit wärmeren Füßen besser klarkommt.

Ist Felsenbirne winterhart?

Ja, allerdings: Die meisten Arten sind frostverträglich bis -28 °C (Klimazone 5). Die besonders resistente Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) kommt sogar mit bis -34 °C (Klimazone 4) klar. Frosthärte ist demzufolge bei einer Hecke oder Kübelpflanze nicht das Problem, sie wachsen auch in den kältesten Regionen Deutschlands zuverlässig.

Spätfröste sind zur Blütezeit der Felsenbirne im April und Mai normalerweise nicht mehr zu erwarten – nicht zuletzt dank der Klimaerwärmung. Gibt es trotzdem mal einen besonders kalten Frost zur Blütezeit, so kann dieser die Blüten empfindlich treffen. Dann fällt ein großer Teil der Blüte aus und im Sommer gibt es nur einen geringen Fruchtertrag. Die äußerst widerstandsfähigen Sträucher selber bleiben davon aber vollkommen unbeeindruckt.

Eigentlich ist die Frosthärte von Amelanchier wenig verwunderlich:

  • Unsere einzige einheimische Felsenbirne, die Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) hat sich im Laufe der Evolution bestens an unsere Winter angepasst.
  • Das Gros der anderen Arten wie Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) und Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia) stammt aus Teilen Nordamerikas, die mit ähnlichen klimatischen Verhältnissen aufwarten. 
  • Auch die beiden aus Asien kommenden Vertreter Japanische Felsenbirne (Amelanchier asiatica) und Chinesische Felsenbirne (Amelanchier sinica) vertragen unsere Winter unbeschadet und sind vollkommen frosthart. Sie kommen aus einer vergleichbaren Klimazone in China, Korea und Japan.

Verträgt Felsenbirne im Kübel Frost?

Sogar als Kübelpflanze ist die Felsenbirne winterhart – nur sollte der Wurzelballen im Winter nicht klitschenass werden, denn wenn er dann zu einem Eisblock erstarrt mag auch die ziemlich robuste Felsenbirne das nicht besonders. Scharfe und austrocknende Winde an eisigen Wintertagen können ihr hingegen nichts anhaben – wo keine Blätter sind kann auch keine Feuchtigkeit verloren gehen.

Ist Felsenbirne rauchfest?

Felsenbirnen kommen auch mit den Abgasen und der Luftverschmutzung im innerstädtischen Klima zurecht. Daher findet man sie auch häufig in öffentlichen Parks und Grünanlagen oder in Vorgärten, wo ihnen selbst vielbefahrene Straßen in der unmittelbaren Umgebung nicht schaden. Als besonders rauchharte Pflanzen kann man die Felsenbirne auch zur Dachbegrünung oder als Kübelpflanze auf Balkon und Terrasse mitten in der Stadt einsetzen.

Unbeeindruckt von den Schadstoffen blühen sie im Frühjahr reichlich und bezaubern am Ende des Sommers mit einer leuchtenden Herbstfärbung. Nur auf den Verzehr der ansonsten durchaus essbaren Früchte sollte man bei diesen exponierten urbanen Standorten sicherheitshalber verzichten.

Wo im Garten kann man Felsenbirne pflanzen?

Felsenbirne im Garten
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Felsenbirne im Garten

Im Garten hat die Felsenbirne den Vorteil, dass sie sich an vielen Standorten einsetzen lässt. In jeder Variante liefert sie als gute Bienenweide im Frühjahr mit ihrer reichhaltigen Blütenpracht Pollen und Nektar, im Sommer als Vogelnährgehölz Früchte, die auch für den Menschen essbar sind. Zudem bieten viele Sorten und Arten von Amelanchier im Herbst ein buntes Farbenspiel der Blätter.

  • In Gehölzgruppen lässt sie sich gut integrieren, denn von sich aus wächst die Felsenbirne als mehrstämmiger Strauch. Im Gartenhandel sind Sorten mit unterschiedlichen Wuchshöhen erhältlich, sodass sich für jeden Busch ein geeigneter Nachbar findet.
  • Auch als einzelstehender Strauch gibt die Felsenbirne ein schönes Bild. Mit Blüten, Früchten und Herbstfärbung hat sie zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten.
  • Eine Hecke wird aus der Felsenbirne mit dem passenden Schneiden, das sie zum Sichtschutz und Windschutz macht – abgesehen vom blattlosen Winter. Als Heckenpflanze ist sie für die Tierwelt wesentlich abwechslungsreicher als die „üblichen Verdächtigen“ und zudem pflegeleicht. Näheres zur Felsenbirne als Hecke findest Du in unserem Ratgeber.
  • Als Hochstamm ist Felsenbirne mindestens ebenso auffällig. Eine geradstämmige Unterlage wie die Vogelbeere sorgt dafür, dass sich die reichblühende Krone erst in der Höhe verzweigt.
  • An einer Pergola sieht man Felsenbirnen eher selten; dabei lassen sie sich hier leicht am Gerüst hochziehen und sind mit ihrer anspruchslosen Art weniger pflegeintensiv als viele andere Pflanzen.

Bei jedem Standort und jeder dieser Verwendungsmöglichkeiten ist der richtige Schnitt entscheidend. Was Du dabei alles beachten musst kannst Du in unserem Ratgeber Felsenbirne schneiden nachlesen.

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