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Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus)
Quelle: JIANG TIANMU/shutterstock.com

Krauses Laichkraut

Potamogeton crispus

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Staude winterhart lange Blühzeit
  • Mehrjährige krautige Wasserpflanze
  • Im Boden verankert, mit unterirdischen Ausläufern
  • Untergetauchte längliche, gewellte Blätter
  • Ährenförmige Blüten ragen über die Wasseroberfläche hinaus
  • Vermehrung vor allem vegetativ
  • Bildet zudem Samen und Überwinterungsknospen
  • Für Gartenteiche und langsam fließende Gewässer
  • Pflegeleicht, robust und anspruchslos
  • Wichtige Nahrungsgrundlage für Fische, aquatische Kleintiere und Stockenten
  • Kann sich explosionsartig vermehren, gilt in Amerika teilweise als invasiver Neophyt
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Wasser: Wasserpflanze
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: Unterwasserpflanze
Höhe: 30 - 350 cm
frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
🌼 Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
m
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j
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s
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n
d
Blütenform: ährenförmig
🍃 Laub
Blattfarbe: grün
Blattphase: wintergrün
Blattform: länglich, gewellt
🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
montan (500m-600m1 / 800m-1200m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Froschlöffelartige
Familie: Laichkrautgewächse
Gattung: Laichkräuter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Krauses Laichkraut?

Das Krause Laichkraut ist der Namensgeber der Familie der Laichkrautgewächse (Potamogetonaceae); die mehrjährigen krautigen Pflanzen leben untergetaucht und wurzeln mit Rhizomen und ihren Ausläufern fest verankert im Grund von Gewässern. Man findet es in weiten Teilen des Tieflandes von Europa und Asien sporadisch wild wachsend in stehenden und wenig fließenden Gewässern, Gräben und Tümpeln, wo es schnell große Unterwasserbestände bildet.

Im Wasser treiben die bis zu zwei Meter langen vierkantigen, abgeflachten Stängel mit ihren wechselständig stehenden, sitzenden und linealischen, abgerundeten und am Rand gewellten und gezähnten Blättern, die sie deutlich von anderen Laichkraut-Arten unterscheiden. Anfangs sind sie hellgrün, im Laufe des Sommers werden sie oftmals dunkler und faserig, bis sie eine bräunliche Färbung annehmen. Die Überwinterungsknospen (Turionen) bilden sich im Herbst an den Spitzen der Stängel und in den Blattachseln, oft 5-7 Exemplare nebeneinander. Sie sinken im Spätsommer beim Absterben der Pflanzen zu Boden und überwintern am Grund.

Im Sommer bis in den Herbst hinein erscheinen die Blütenstände über der Wasseroberfläche; die kurzen lockeren Ähren bestehen aus wenigen unauffällig gelblich-grünen vierzähligen Blüten. Aus ihnen bilden sich rotbraune, am Grund zusammengewachsene eiförmige Steinfrüchte mit langen Schnäbeln, die schwimmfähig sind.

Eine einzelne Pflanze kann pro Jahr fast tausend Samen bilden, eine Stängelspitze bis zu 900 Turionen!

Krauses Laichkraut im Garten

Standort

Im Gartenteich bevorzugt das Krause Laichkraut einen eher nährstoffarmen und feinschlammigen Boden; ansonsten ist es wenig anspruchsvoll und kommt auch noch mit eutrophierten Gewässern zurecht. Am liebsten ist es ihm, wenn das nach Möglichkeit kalkhaltige Wasser nicht zu stark in Bewegung ist; es wächst in einer Tiefe von 0,3-4 Metern. Dabei steht es gerne im Halbschatten oder in der Sonne.

Schnitt

Schneiden musst Du das Krause Laichkraut nur, wenn es in Deinem Teich überhand zu nehmen droht. Ansonsten ist es unproblematisch, da abgestorbene Anteile im Wasser ohnehin schnell vergehen.

Vermehrung

Willst Du es vermehren, so geht das mit Abschnitten des Rhizoms und den Turionen am zuverlässigsten. Selbst verbreitet sich das Krause Laichkraut vor allem vegetativ, indem Teile der Stängel abbrechen oder sich die Ausläufer verselbständigen. Selbst kleine Bruchstücke können erneut Wurzeln schlagen und den Bestand schnell vergrößern. Zudem bilden sich im Herbst Überwinterungsknospen (Turionen), die am Grund überwintern und im folgenden Frühjahr erneut austreiben – mitunter in fließenden Gewässern weit entfernt vom Ausgangspunkt. Ähnliches gilt für die schwimmfähigen Sammelfrüchte.

Verwendung

Im Gartenteich gilt das Krause Laichkraut als pflegeleicht und dankbar; Du brauchst Dich eigentlich nicht mehr darum zu kümmern, wenn Du es erst einmal angesiedelt hast. Am besten gedeiht es in einer Tiefe von etwa einem halben Meter, der Teich dürfte aber ruhig auch vier Meter Tiefe haben.

Ökologie

  • Potamogeton crispus ist ein wichtiger Nahrungslieferant für viele Kleintiere, für Fische und auch für Vögel – die Samen gelten als eines der Lieblingsgerichte der Stockente (Anas platyrhynchos), die Blätter werden von Schnecken, Karpfen und Schleien
  • Zudem bieten die Bestände reichlich Versteckmöglichkeiten – wichtig insbesondere für Jungfische. Viele Fische legen daher ihre Eier gerne hier ab.
  • Das Krause Laichkraut kommt im Gegensatz zu vielen anderen Wasserpflanzen auch mit belasteten Gewässern zurecht; geringe Wasserqualität verschafft ihm sogar einen Konkurrenzvorteil.
  • Dadurch dass bereits kleine Bruchstücke zuverlässig irgendwo wieder anwachsen und reichlich Turionen und Samen gebildet werden kann sich Potamogeton crispus in ihm zusagenden Gewässern explosionsartig ausbreiten. Dabei wird es schnell dominant und verdrängt andere Wasserpflanzen.
  • Zudem beginnt es auch schnell wieder zu wachsen, sobald die Eisfläche geschmolzen ist – schneller als andere Gewächse.
  • Das gilt vor allem für Nord- und Südamerika und Neuseeland, wo es sich als invasiver Neophyt unbeliebt macht. Eingeschleppt wurde es vermutlich durch die Fischzuchten.
  • Dabei kommt ihm auch seine Toleranz gegenüber einer Vielzahl von Klimazonen, Bodenbedingungen und Wasserqualitäten zugute.
  • Es verträgt sogar etwas Salz, sodass es auch in Flussmündungen am Meer gedeiht.
  • Im Gegensatz zu anderen leicht invasiv wachsenden Potamogeton-Arten kommt man dem Kraut auch nicht so leicht mit Ausbaggern und Abernten bei, da es sich nicht nur aus Schnipseln regeneriert sondern zudem auch noch sowohl Samen als auch Turionen bildet.

Wissenswertes

  • Bei uns vollkommen ungebräuchlich ist das Krause Laichkraut im Fernen Osten eine beliebte Heilpflanze; man nutzt Abkochungen des Krautes äußerlich bei Prellungen und Entzündungen, Muskel- und Gelenkschmerzen.
  • Laichkraut enthält reichlich Kalk; daher wird es in asiatischen Ländern regional als Gründünger
Was sind mehrjährige Stauden?
Markus Wichert

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Markus Wichert Naturgärtner
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Wert für Insekten und Vögel

Krauses Laichkraut ist in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.

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korotin photographer/shutterstock.com
Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
18.04.2024