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Europäischer Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae)
Quelle: Oleksandr Filatov/shutterstock.com

Europäischer Froschbiss

Hydrocharis morsus-ranae

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Staude winterhart lange Blühzeit
  • Heimische Schwimmblattpflanze
  • Nierenförmige, glänzend grüne Blätter
  • Kleine weiße Blüten mit gelber Mitte
  • Schnelle Ausbreitung im Teich durch Ausläufer
  • Bildet robuste Teppiche
  • Braucht warmes und nährstoffreiches, möglichst stehendes Wasser
  • Wegen der kleinen Blätter für kleine Teiche besser geeignet als Seerosen
  • Gut winterhart bis -34 °C
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: lehmig
Wasser: Wasserpflanze
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: ja, Kübelgröße mittel

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: Schwimmblattpflanze
Höhe: 5 - 10 cm
Breite: 50 - 60 cm
frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
🌼 Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: schalenförmig, einfach
🍃 Laub
Blattfarbe: glänzend grün
Blattphase: sommergrün
Blattform: rundlich, rosettig
🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
montan (500m-600m1 / 800m-1200m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer, Kaltkeimer
Pflanzen je ㎡: 4
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Froschlöffelartige
Familie: Froschbissgewächse
Gattung: Hydrocharis
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Europäischer Froschbiss?

Der Europäische Froschbiss, zumeist nur kurz Froschbiss genannt, hat seinen sonderbaren Namen von der Form seiner Blätter, die wie kleine Seerosen an der Wasseroberfläche schwimmen – mit einiger Phantasie kann man darin die Schnauze eines Frosches erkennen. Er ist sogar Namensgeber der Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae), die Aquarianer besser von der Wasserpest (Elodea canadensis) kennen.

Den Froschbiss findet man mittlerweile immer seltener wild, denn er bevorzugt nährstoffreiche stehende Gewässer mit hoher Wasserqualität. Vor allem mit etwas Sonne werden seine glänzenden, ledrigen Blätter leicht rötlich, und vor allem die gefärbten Blattstiele geben einen schönen Kontrast zum kräftigen Grün der Blattflächen. Im Gartenteich bilden die Rosetten schnell Ausläufer, mit denen sie flott von der Wasseroberfläche Besitz ergreifen. Wer sich wundert, dass die Pflanzen plötzlich an einer anderen Stelle auftauchen: Sie wurzeln nicht am Teichgrund, sondern schwimmen frei umher.

Reizvoll sind auch die schalenförmigen kleinen Blüten, die aus drei schneeweißen Kronblättern mit gelben Staubblättern und Griffeln bestehen. Sie erheben sich von Juni bis August über die Wasseroberfläche. Froschbiss ist einhäusig, wobei die etwas größeren männlichen Blüten zu dritt und die kleineren weiblichen einzeln erblühen. Aus Letzteren entwickeln sich unverkennbare kugelige Früchte, in denen sich allerdings nur selten Samen finden.

Froschbiss im Garten

Standort

Froschbiss braucht weiches Wasser mit möglichst wenig Kalk; zudem sollte der Grund schlammig sein und nur wenig Bewegung an der Oberfläche. Daher findet man ihn in der freien Natur vor allem in den Altarmen von Flüssen, den Tümpeln von Niedermooren und in Weihern und Teichen in der Nähe der Röhrichtbestände. Ein ähnlicher Standort wird ihm auch in Deinem Garten zusagen.

Vermehrung

Wer sich den Froschbiss in den Gartenteich holt darf sich nicht wundern, wenn die Pflanzen im Herbst plötzlich zu verschwinden scheinen; keine Sorge, die alten Exemplare sterben tatsächlich in der kalten Jahreszeit ab, aber rechtzeitig zuvor bilden sie Winterknospen. Diese sogenannten Turionen würdest Du am Teichgrund finden; dort überdauern sie den Winter, gut versorgt mit reichlich Stärke und durch eine feste hornartige Hülle geschützt. Sobald im Frühjahr die Temperaturen wieder steigen treiben sie aus, kommen an die Oberfläche und bilden schnell einen prächtigen neuen grünen Teppich. Diese Winterknospen und die reichlich gebildeten Stolonen bieten die beste Möglichkeit zur Vermehrung, denn Samen wirst Du nur ziemlich selten vorfinden.

Verwendung

2019 hat man den Froschbiss zur Wasserpflanze des Jahres gekürt. Im Garten hält man ihn praktisch ausschließlich im Teich, wo er dank seiner kleinen Blätter auch für kleinere Tümpel besser geeignet ist als ausladende Seerosen. Auf Balkon und Terrasse lässt er sich in großen Kübeln halten. Über die winterlichen Temperaturen brauchst Du Dir in der Regel keine Sorgen zu machen – bis zu -34 °C verträgt die dankbare Schwimmpflanze ohne Probleme. Bei Springbrunnen und Drainagesystem kann Hydrocharis mit seinem Wuchern für Verstopfungen sorgen.

Schädlinge und Krankheiten

spielen bei der äußerst widerstandsfähigen Schwimmblattpflanze keine besondere Rolle – in der Regel erholen sich die Bestände im Gartenteich sehr schnell, falls wirklich einmal Komplikationen auftreten.

Ökologie

In unseren Breiten sind die natürlichen Bestände von Froschbiss zusammen mit ihren natürlichen Lebensräumen wie Altarmen und Niedermooren arg geschrumpft. Wo ihm die Bedingungen zusagen kann er sich allerdings im Sommer geradezu explosionsartig vermehren. Ursprünglich in Europa und Asien heimisch haben sich eingeschleppte Exemplare vor allem in den USA und Kanada rasant verbreitet und gelten dort als invasive Art, die der heimischen Flora und Fauna zu schaffen macht und schnell dominant wird. Problematisch ist dabei vor allem die Tatsache, dass die schnellwüchsigen Bestände mit ihrem dichten Blattwerk das Licht von den Grünpflanzen in tieferen Wasserschichten fernhalten.

Was sind mehrjährige Stauden?
Markus Wichert

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Markus Wichert Naturgärtner
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Fotos (2)

Gesamte Pflanze Europäischer Froschbiss
Quelle: Oleksandr Filatov/shutterstock.com
Blüte Europäischer Froschbiss
Quelle: Toni Genes/shutterstock.com

Wert für Insekten und Vögel

Europäischer Froschbiss ist in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.

Teichpflanzen

Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
20.12.2023