Ratgeber

Hibiskus: Nur bedingt winterhart - So überwinterst du richtig


Malvengewächse (Malvaceae) sind in den Tropen und Subtropen wesentlich weiter verbreitet als bei uns; hier wachsen nur vergleichsweise wenige Vertreter wie die Wilde Malve (Malva sylvestris) und Linden (Tilia spec.), wohingegen Kakaobaum und Baumwolle es lieber deutlich wärmer haben. Die Gattung Hibiscus ist in Mitteleuropa teils winterhart, die meisten jedoch frostempfindlich und lieben im Sommer einen warmen und sonnigen Standort.

Ist jeder Hibiskus winterhart?

Nein, die meisten Arten und Sorten mögen keine Kälte. Allerdings spielen im Garten und Zimmer zwei Arten die Hauptrolle, von denen es zudem jede Menge Sorten gibt; diese beiden haben klare Vorlieben, die sich bereits anhand der Namen erahnen lassen:

Kann Hibiskus erfrieren?

Oh ja – vor allem der Zimmereibisch, den man gerne im Topf auf der Fensterbank hält quittiert den Dienst, wenn Du ihn im Herbst unvorsichtigerweise im Freien stehenlässt und er vom ersten Frost eiskalt erwischt wird. Dagegen hält der Garteneibisch oder Straucheibisch einiges mehr an Kälte aus – er gilt als winterhart bis -17 °C. In unseren Breiten kommt ihm zugute, dass er erst relativ spät austreibt, sodass die jungen und besonders empfindlichen Triebspitzen eher selten mit Spätfrösten zu tun haben. In sehr kalten Wintern können allerdings auch die älteren und voll ausgereiften Triebe Schaden nehmen. Besonders sensibel reagieren Jungpflanzen, die gerade erst gepflanzt wurden und Hibiskus im Topf oder Kübel, bei dem die Wurzeln dem Frost ungeschützt ausgesetzt sind.

Ist ein Hibiskus-Stämmchen winterhart?

Hibiskus-Hochstämmchen macht man fast ausschließlich aus Sorten vom Garteneibisch oder Straucheibisch (Hibiscus syriacus). Sie sind ungeachtet der besonderen Wuchsform ebenso winterhart wie die Wildart und halten im Freiland bis zu -17 °C aus. Allerdings nur ausgepflanzt – im Topf oder Kübel gehaltene Hibiskus-Stämmchen solltest Du sicherheitshalber lieber etwas wärmer und geschützter über den Winter bringen, da der Wurzelballen der Kälte hilflos ausgesetzt ist und vor allem bei zu viel Feuchtigkeit empfindlich reagiert. Solche Vorsichtsmaßnahmen sind in den besonders warmen Gebieten Deutschlands wie den klassischen Weinbauregionen an Mosel oder Kaiserstuhl meistens nicht erforderlich.

Wie soll man Hibiskus überwintern?

Kommt auf den Hibiskus an – sowohl Zimmerhibiskus als auch Gartenhibiskus brauchen im Winter deutlich weniger Wasser als im Sommer und ausreichend Licht, damit sie nicht alle Blätter verlieren. Düngen ist im Winterstand absolut unnötig. Für etwas Luftfeuchtigkeit sind sie dankbar, aber dann musst Du auf ausreichende Belüftung achten, damit nichts schimmelt und sich keine Krankheiten oder Schädlinge breit machen.

Kann man Hibiskus draußen überwintern?

Bei Zimmerhibiskus ist das eine schlechte Idee, denn der verträgt Minustemperaturen überhaupt nicht. Dagegen kann Gartenhibiskus im Winter ruhig draußen bleiben, wenn er im Garten in die Erde gepflanzt ist. Nur Jungpflanzen benötigen einen Winterschutz in Form von Stroh oder Mulch, und Strauchhibiskus als Kübelpflanze oder im Topf holst Du über Winter besser ins Gewächshaus, in den Wintergarten oder ins Haus, wo er frostfrei, aber nicht zu warm steht.

Wie lange darf Hibiskus draußen bleiben?

Frostempfindlichen Hibiskus wie den Zimmerhibiskus oder einen Gartenhibiskus im Topf oder Kübel musst Du rechtzeitig vor den ersten Frösten in den Winterstand bringen – also spätestens im Oktober oder November. Die ideale Überwinterungstemperatur liegt bei 8?15 °C.

Wie kalt darf ein Hibiskus stehen?

Zimmerhibiskus solltest Du bei wenigstens 8 °C überwintern, Gartenhibiskus am besten bei 8?15 °C, wenn er als Kübelpflanze gehalten wird; im Freiland verträgt er bis zu -17 °C entsprechend Klimazone 7. Nur zu dunkel und zu trocken sollte der Winterstand nicht sein, sparsames Gießen und möglichst viel Licht ohne pralle Sonne bekommen den Pflanzen wesentlich besser.

Wann kann ich den Hibiskus nach draußen stellen?

Um ganz auf Nummer sicher zu gehen erst nach den letzten Spätfrösten im Frühjahr, sprich nach den Eisheiligen. Zimmerhibiskus kommt mit Minusgraden nicht klar; Gartenhibiskus im Topf und Kübel kann gegebenenfalls auch schon Anfang März wieder langsam ins Freiland, wenn der Winter mild ausfällt und keine Fröste mehr drohen. Der im Garten ausgepflanzte Straucheibisch kann auch draußen bleiben und verträgt bis zu -17 °C.

Achtung beim nach draußen stellen: Hibiskus mag keine krassen Wechsel von Licht und Luftfeuchtigkeit! Daher solltest Du ihn nach dem vergleichsweise dunklen Winterstand niemals sofort in die pralle Sonne stellen, sondern erst wieder langsam eingewöhnen.
NaturaDB - Ratgeber und Hinweise

Weitere Ratgeber und Hinweise zur Pflanze

Quelle: YanaKotina/shutterstock.com
Quelle: Anastacie/shutterstock.com