Ratgeber

Hibiskus: Essbar oder Giftig? Wir klären auf!


Die Blätter und Blüten von Hibiskus gelten als ungiftig; nur in der Schwangerschaft sollte man mit Hibiskusblütentee sicherheitshalber vermeiden, und bei einigen Medikamenten sind Wechselwirkungen bekannt, die die Wirksamkeit der Arzneimittel beeinflussen. Die meisten Untersuchungen dazu wurden an der Afrikanischen Malve oder Roselle (Hibiscus sabdariffa) durchgeführt, die in Asien und Afrika ein beliebter Lieferant für Hibiskustee ist. Die bei uns verbreiteten Hibiskus-Arten wie der Zimmerhibiskus Hibiscus rosa-chinensis und der Staudeneibisch Hibiscus syriacus sind zu wenig untersucht, um endgültige Aussagen zu treffen, aber wegen der vermutlich ganz ähnlichen Inhaltsstoffe dürfte ein wenig Vorsicht angebracht sein.

Sind Hibiskusblüten giftig?

Nein, nicht wirklich. Ein paar Blüten von Zimmerhibiskus oder Garteneibisch kannst Du sicherlich bedenkenlos essen; die hübschen bunten Hibiskusblüten sind eine schöne Dekoration für kalte Platten und Büffets. Auf den Informationsseiten beim Giftnotruf (Informationszentrale gegen Vergiftungen am Zentrum für Kinderheilkunde der Universitätsklinik Bonn) wird Hibiskus jedenfalls als unbedenklich geführt.

Außerhalb Europas sind Hibiskusblüten sehr beliebt. In Japan bereitet man daraus mit Salz und Reisessig einen Salat zu, und die Blätter werden in Korea zu einem beliebten Kräutertee verarbeitet.

Als Blütentee am weitesten verbreitet ist der tiefrote Hibiskustee oder Malventee aus der Afrikanischen Malve (Hibiscus sabdariffa), der auch bei uns im Handel erhältlich ist. Hauptbestandteil ist der getrocknete fleischige Blütenkelch, der einen angenehmen aromatischen Geschmack mit leichter Säure aufweist; man macht daraus auch Limonade, Likör und Marmelade. In viele afrikanischen Ländern ist Hibiskusblütentee sehr beliebt; in Kamerum gilt folleré, in Mali dableni als Nationalgetränk, in Ägypten und dem Sudan nennt man ihn karkadeh. Auf Trinidad und Tobago gewinnt man aus den mit Zimt, Nelken und Zucker gekochten Blüten einen Sirup für Erfrischungsgetränke.

Ist Gartenhibiskus essbar?

Prinzipiell ja – er gilt gemeinhin als ebenso unbedenklich wie die als ungiftig bezeichneten Blüten. Allerdings haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass Extrakte von Chinesischer Roseneibisch (Hibisucs rosa-sinensis) und Afrikanischer Malve oder Roselle (Hibiscus sabdariffa) den Muskeltonus verändern und menstruationsfördernd wirken. Auch wenn die meisten Studien an Tieren durchgeführt wurden sollte man in der Schwangerschaft sicherheitshalber auf den Genuss von Garteneibisch und anderen Hibiskusarten verzichten, da dies möglicherweise zu einem Abort führen könnte.

Zumindest bei Hibiscus sabdariffa gibt es Hinweise, dass seine Inhaltsstoffe die Pharmakokinetik von Medikamenten verändern – vermutlich über die Modulation des Abbaus in der Leber mittels Cytochrom P450. Dazu gehören die Schmerzmittel Paracetamol und Diclofenac, der Blutdrucksenker Amlodipin, der Lipidsenker Simvastatin sowie das gegen Malaria eingesetzte Chloroquin.

Ist Hibiskus giftig für Tiere?

Hibiskus gilt als nicht giftig für Haustiere und Weidevieh. Hunde und Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen dürfen also bedenkenlos mal daran knabbern, ebenso wie Pferde, Kühe und Schafe oder Ziegen nicht tot umfallen, wenn sie mal ein paar Blätter fressen. Für Bienen und Wildbienen ist er sogar eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan, denn in seinen zahlreichen Blüten gibt es reichlich Pollen zu holen.

NaturaDB - Ratgeber und Hinweise

Weitere Ratgeber und Hinweise zur Pflanze

Quelle: YanaKotina/shutterstock.com
Quelle: Anastacie/shutterstock.com