Pekannuss

Carya illinoinensis

Gehölz
Wildform
winterhart
essbar
Pekannuss (Carya illinoinensis) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Bruce Marlin, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bis zu 30 Meter hoher Nussbaum aus der Familie der Walnussgewächse
  • Stammt aus Texas und den anliegenden Staaten
  • Heute weltweit als nussliefernde Nutzpflanze angebaut
  • Im Garten schöne Solitäre mit dekorativer Herbstfärbung
  • Benötigt einen tiefgründigen und durchlässigen Boden mit viel Sonne
  • Vermehrung mit Sämlingen möglich
  • Erste Früchte nach etwa zehn Jahren
  • Bestäubung durch Wind, Verbreitung durch Tiere
  • Pekanüsse roh oder gekocht vielfältig verwendbar
  • Besonders reich an Antioxidanzien
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: feucht
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 18 - 30 m
Breite: 10 - 15 m
Zuwachs: 30 - 60 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
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j
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n
d
Sonstiges
ist essbar Nüsse
Klassifizierung
Ordnung: Buchenartige
Familie: Walnussgewächse
Gattung: Hickory
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Pekanussbaum?

Der Pekanussbaum (Carya illinoinensis) gehört zu einer Gattung mit etwa 25 sommergrünen Bäumen, die in den Wäldern Nordamerikas und Ostasiens beheimatet ist und zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) gezählt wird. Wie der Name bereits verrät stammt der Lieferant der Pekanüsse aus dem Südosten der USA, wo er bevorzugt die tiefen und fruchtbaren Böden von Flussauen besiedelt.

Es handelt sich dabei um einen rundlichen, bis zu 30 Meter hohen Baum mit gefurchter grauer Rinde und einer ausladenden Krone; die Stämme erreichen bei alten Exemplaren über zwei Meter Durchmesser. Auch die Wurzeln sind ähnlich ausladend, sie werden pfahlförmig und reichen bis zu zehn Meter in die Tiefe. Die Zweige sind anfangs rotbraun, schuppig berindet und werden erst später grau, kahl und glänzend. Die wechselständigen mittelgrünen Blätter sind lang gestielt und unpaarig gefiedert mit 11-17 gebogenen und länglich-lanzettlichen, zugespitzen Fiederblättchen, die einen gesägten Rand aufweisen; nach dem Sommer zeigen sie eine beeindruckende Herbstfärbung von gelbgrün über gelb bis orange.

Pekanussbäume sind einhäusig getrenntgeschlechtlich und bilden am gleichen Baum sowohl männliche wie auch weibliche Kätzchen. Letztere sind bis auf die Fruchtblätter mit einer großen Narbe reduziert, während die Männchen lediglich aus mit Vorblättern und einem Deckblatt umhüllten Staubblättern bestehen. Sie erscheinen einzeln, zu zweit oder zu dritt, hängen schlaff herab und werden mit bis zu 20 Zentimetern deutlich länger als die weiblichen Exemplare.

Die bis zu sechs Zentimeter langen Früchte sind länglich und dickwandig und haben eine vierklappige faserige Schale, ähnlich wie die weitläufig verwandte Walnuss, die ihre Farbe von Grün nach Braun wechselt und sich öffnet, um den harten Stein freizugeben. Pekanüsse haben eine bräunliche, dunkel marmorierte Schale, die nur etwa einen Millimeter dick ist und sich leicht öffnen lässt. Ebenso wie die Walnusskerne sind auch die Pekanusskerne von einer häutigen papierartigen Schale umgeben, zweiteilig mit zwei abgesetzten runzligen Hälften, aber weniger faltig als Walnüsse.

Pekanussbaum im Garten

Standort

Die Pflanzen benötigen wegen ihrer ausgeprägten Pfahlwurzeln einen tiefgründigen Boden. Er sollte zudem feucht, gut durchlässig, humos und nährstoffreich sein, neutral oder leicht alkalisch. Sonne oder Halbschatten werden bevorzugt, Schatten vertragen sie nicht. Im Gegensatz zu anderen Hickorynussbäumen ist der Pekanussbaum nur begrenzt frosthart und hält lediglich kurze Zeit Temperaturen unter -12 °C aus. Für die Ernte empfiehlt es sich, das Gebiet unter der Krone frei zu halten, damit man die Nüsse besser aufsammeln kann.

Schnitt

Falls man Pekanüsse am Baum hat, kann man diese ernten, sobald die Samenschalen aufbrechen. Sie lassen sich ähnlich wie Walnüsse durch kräftiges Rütteln lösen und bleiben auch herabgefallen eine ganze Weile essbar. Vor dem Einlagern muss man die Nüsse gründlich trocknen, damit sie nicht verschimmeln. Bei Raumtemperatur reichen zwei Wochen bei guter Belüftung aus. Man lässt sie am besten in der Schale, damit sie nicht so schnell ranzig werden. Ein Schneiden der Äste ist in der Regel nur zum Entfernen abgestorbener Teile erforderlich.

Vermehrung

Unbehandelte Pekanüsse keimen schnell und zuverlässig. Da sie sehr flott tiefreichende Wurzeln bilden sollte man sie zeitig und danach nicht mehr umsetzen, da sie das nur schlecht vertragen. Erste Früchte tragen die Sämlinge nach 5-10 Jahren; dann sind sie unter optimalen Bedingungen um die fünf Meter hoch. Eine Vermehrung mit Stecklingen ist bei den im Handel erhältlichen Exemplaren nur begrenzt möglich, da diese meistens auf eine wüchsige Unterlage gepfropft sind und bei Bewurzelung andere Wuchseigenschaften zeigen. Beliebte Unterlagen gehören zu den Sorten „Elliot“ und „Curtis“. Eine Pfropfung macht das Reis auch wesentlich unempfindlicher gegen verschiedene Krankheiten.

Verwendung

Mit seiner imponierenden Größe und der hübschen Herbstfärbung ist der Pekanussbaum ein dekorativer Solitär, der sich gut in Rasenflächen oder Gehölzen macht. Im gewerblichen Anbau werden damit ganze Wälder gepflanzt.

Schädlinge

Pekanussbäume sind recht anfällig für Infektionen mit Bakterien und Pilzen, etwa Mehltau und Rostpilze. Blattläuse und Spinnmilben sind Dauergäste. Wurzelkropf sind durch Rhizobien hervorgerufene krebsartige Wucherungen an den Wurzeln. Die gute Nachricht: Die meisten Schädlinge, vor allem Käfer, treten in großen Kulturen auf und spielen in unseren Breiten eine wesentlich geringere Rolle als in den Subtropen.

Im heimischen Garten führen hingegen unzuträgliche Wachstumsbedingungen zu Chlorose, Zinkmangel oder Frostschäden mit Rissen im Holz.

Ökologie

Will man Pekanüsse ernten, benötigt man dafür zwei Bäume im Garten, denn sie sind selbststeril. Die Bestäubung übernimmt der Wind. Beim Ernten muss man sich unter Umständen beeilen, denn auch Eichhörnchen, Eichelhäher und andere Tiere interessieren sich für die nahrhaften Nüsse; in der Heimat auch Waschbären. Sie alle dienen auch der Verbreitung, indem sie die eine oder andere Nuss fallen lassen oder verstecken und nicht wiederfinden.

Wissenswertes

Der Name pecan stammt aus dem Indianerdialekt der Algonquin und bezeichnet Peka-, Hickory- und Walnüsse. Damit bezeichnen die Ureinwohner eine Nuss, die schwer zu knacken ist. Die botanische Erstbeschreibung stammt vom spanischen Forscher Álvar Núñez Cabeza de Vaca, und die Spanier haben die ersten Bäume nach Europa, Afrika und Asien importiert.

Pekanussbäume werden nachweislich über 1.000 Jahre alt. Deutlich jünger sind die Exemplare, die mittlerweile überall in den Tropen als Nutzpflanzen angebaut werden; der kommerzielle Anbau begann erst 1880, obwohl die Nüsse seit jeher sehr beliebt sind. Mit die besten Pekanüsse kommen von Hawaii, aber auch Australien, China und Brasilien produzieren große Mengen. Gut die Hälfte der weltweiten Jahresproduktion stammt aus dem Süden der USA und Mexiko. Das hat mit dazu beigetragen, dass Texas den Pekanussbaum seit 1919 als Staatsbaum führt; die Nüsse werden in der texanischen Küche vielfältig verwendet.

Man isst die Nüsse roh oder in der Küche, vor allem bei Süßigkeiten und Backwaren wie den berühmten Louisana-Pralinen aus New Orleans und dem traditionellen pecan pie aus den Südstaaten der USA. Sie haben ein charakteristisches butteriges Aroma. Neben den Nüssen verwendet man auch daraus gewonnenes Pekanussöl und Pekanussbutter. Besonders kalorienarm sind die Pekanüsse nicht – 100 Gramm davon enthalten etwa 690 kcal. Sie sind reicht an Kohlenhydraten (14 %), Fetten (72 %), Eiweiß (9 %) sowie Vitamin A, B, C, D, E und K und Mineralstoffen. Der Gehalt an Antioxidanzien ist höher als bei anderen Nusssorten, wiederum Vitamin E, aber auch verschiedenen antioxidativ wirksamen Polyphenolen.

Das extrem harte und widerstandsfähige Holz des Pekanussbaumes wird zu Furnieren und Parkett verarbeitet, für die hölzernen Teile von Waffen verwendet, und die Späne sind beliebt zum Räuchern oder beim traditionellen Barbecue.

Fotos

Gesamte Pflanze Pekannuss
Quelle: Bruce Marlin, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Pekannuss
Quelle: Brad Haire, University of Georgia, USA, CC BY 3.0 US, via Wikimedia Commons
Blatt Pekannuss
Quelle: Howard F. Schwartz, Colorado State University, USA, CC BY 3.0 US, via Wikimedia Commons
Rinde Pekannuss
Quelle: MONGO, Public domain, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Sind Pekanüsse gesund?

Wenn man damit nicht gerade abnehmen möchte schon – 100 Gramm Pekanüsse haben immerhin um die 690 kcal und sind eine schmackhafte, aber nicht eben kalorienarme Kost. Sie bestehen zu gut drei Viertel aus Fetten und Ölen, in denen sich die fettlöslichen Vitamin A, D, E und K besonders gut lösen. Insbesondere Vitamin E wie auch diverse Polyphenole wirken antioxidativ; in keiner anderen Nusssorte finden sich vergleichbare Mengen an Antioxidanzien. Weitere Bestandteile sind Vitamin B und Vitamin C wie auch Mineralien und Spurenelemente.

Sind Pekanüsse gesünder als Walnüsse?

Pekanüsse haben noch deutlich mehr Antioxidanzien als Walnüsse. Hierzu zählen insbesondere Vitamin E wie auch verschiedene Polyphenole, die Sauerstoffradikale abfangen und Zellen vor oxidativen Schäden schützen. Zudem enthalten sie die Vitamine A, B, C, D, E und K, Mineralien und Spurenelemente. Gesund wird schnell relativ, wenn man zu viel davon futtert: Die leckeren, buttrig schmeckenden Nüsse haben immerhin 690 kcal pro 100 g.

Sind Pekanüsse Paranüsse?

Beides sind unterschiedliche Nusssorten. Der Paranussbaum (Bertholletia excelsa) gehört zu den Topffruchtgewächsen (Lecythidaceae) und stammt aus Brasilien; der Samen ist charakteristisch dreikantig und von einer dicken Schale umgeben. Dagegen zählt der Pekanussbaum (Carya illinoinensis) zu den Walnussgewächsen (Juglandaceae) und kommt aus Texas und den umliegenden Staaten. Hier sind die Nüsse von einer eher dünnen zweiteiligen Schale umgeben und erinnern eher an Walnüsse, sind aber nicht so stark gefurcht und schmäler.

Ökologischer Wert

Pekannuss ist nicht heimisch. Wir haben leider keine genauen Daten zum Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. Häufig haben aber heimische Pflanzen einen höheren ökologischen Nutzen.

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Themen

Quelle: Foto von Laura MacNeil auf Unsplash