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Gemeiner Tüpfelfarn (Polypodium vulgare)
Gemeiner Tüpfelfarn: Gesamte Pflanze

Gemeiner Tüpfelfarn

Polypodium vulgare

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Farn winterhart essbar
  • Dekorativer heimischer Farn für schattige und halbschattige Stellen
  • Liebt einen feuchten humosen Boden und hohe Luftfeuchtigkeit
  • Einfach gefiederte dunkelgrüne Wedel in einer trichterartigen Rosette
  • Attraktiv durch überschaubar niedrigen Wuchs
  • Vermehrung mit unterirdischen Ausläufern
  • Wächst auch in Mauerfugen und auf felsigem Grund
  • Robust, pflegeleicht und winterhart
  • Auch für Kübel und Kästen auf Balkon und Terrasse
  • Essbare, süß schmeckende Rhizome
  • Alte Heilpflanze
🏡 Standort
Licht: Halbschatten bis Schatten
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Kübel/Balkon geeignet: ja, Kübelgröße mittel
Verträgt Wurzeldruck: ja, zur Unterpflanzung von Bäumen geeignet

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Farn
Wuchs: teppichartig, flach
Wuchs Konkurrenz: mittel
Höhe: 10 - 30 cm
Breite: 30 - 40 cm
frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: Ausläufer

Thematisch passende Pflanzen:

🍃 Laub
Blattfarbe: dunkel-grün
Blattphase: wintergrün
Blattform: einfach gefiedert,
Schneckenunempfindlich: ja

Thematisch passende Pflanzen:

🌐 Regionale Verbreitung der Art

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
subalpin (1000m-1100m1 / 1500m-2500m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
ist essbar Verwendung: Gemüse, Würze, Aroma
Pflanzen je ㎡: 8
Eignung im Hortus:
Was bedeutet Hortus?
gut geeignet für Pufferzone;
gut geeignet für Hotspot-Zone
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Tüpfelfarnartige
Familie: Tüpfelfarngewächse
Gattung: Tüpfelfarne

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Gemeiner Tüpfelfarn?

Der Gemeine Tüpfelfarn stand beim Namen der Familie der Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae) Pate; der ausdauernde wintergrüne Farn ist weltweit verbreitet und wächst bevorzugt in wintermilden Regionen mit humosen, frischen Böden ohne Kalk, insbesondere auf schattigen Felsen und Mauern, Gebüschen, Eichen- und Birkenwäldern, mitunter in Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit als Epiphyt sogar auf der Rinde von Bäumen. An ihm zusagenden Standorten bildet er oftmals große Bestände.

Im Garten sind die Farne wegen ihres niedrigen Wuchses von nur etwa 30 Zentimetern beliebt; zudem bilden die dunkelgrünen einfach gefiederten Wedel hübsche Rosetten, die wie kleine Trichter aussehen. Unterirdisch sitzt ein bis zu 40 Zentimeter langen und bis zu sieben Zentimeter dickes, dicht mit goldbraunen borstigen bis lanzettlichen Spreuschuppen besetztes Rhizom, das sich reichlich verzweigt.

Charakteristisch sind seine zweizeilig gefiederten, ganzrandigen Blätter, die in zwei Reihen auf der Oberseite des Rhizoms erscheinen; sie haben einen 5-10 Zentimeter langen strohfarbig beschuppten Stiel und werden bis zu 50 Zentimeter lang; auf der Unterseite sind etwas heller als oben. Zudem finden sich hier auch die typischen rundlichen Sporenhäufchen; beim Tüpfelfarn stehen sie in zwei Reihen beiderseits der Blattnerven der Fieder in regelmäßigen Abständen. Ein Schleier (Indusium) fehlt bei dieser Farnart.

Gemeiner Tüpfelfarn im Garten

Quelle: FotoGam/shutterstock.com

Standort

Der Gemeine Tüpfelfarn bevorzugt einen humusreichen, aber kalkarmen Lehmboden mit gleichbleibender Feuchtigkeit. Hohe Luftfeuchtigkeit nimmt er dankend zur Kenntnis; dabei steht er am liebsten im Schatten oder Halbschatten, verträgt aber auch Sonne. Trockenheit schadet ihm dank der wasserspeichernden Rhizome nicht, sodass er im Sommer auch längere Durstphasen übersteht. Im Winter verträgt der heimische Farn bis zu -28 °C ohne Probleme.

Schnitt

Normalerweise brauchst Du den Gemeinen Tüpfelfarn nicht zu schneiden; seine Blätter verrotten bei Wind und Wetter recht zügig. Wenn Dich die braunen Pflanzenteile stören kannst Du sie natürlich auch entfernen.

Vermehrung

Sich selbst breitet Polypodium vulgare mit den Ausläufern seines Rhizoms in seiner näheren Umgebung aus. Dementsprechend kannst Du ältere Bestände auch teilen und verpflanzen. Im Prinzip ist auch eine Nachzucht aus den Sporen möglich, aber das ist eine ausgesprochen langwierige Angelegenheit; normalerweise wirst Du ihn zunächst im Gartenmarkt kaufen und in den Garten pflanzen, dann lässt er sich nach ein paar Jahren auch an weitere Stellen versetzen.

Verwendung

Mit seiner Vorliebe für schattige und halbschattige Standorte und Toleranz gegenüber wechselnden Feuchtigkeitsbedingungen empfiehlt sich der Gemeine Tüpfelfarn für den Unterwuchs von Hecken und Sträuchern, den Rand von Gehölz, Mauern und felsige Abschnitte. Dank seiner übersichtlichen Größe kannst Du ihn auch in Kübeln und Töpfen auf dem Balkon oder auf der Terrasse halten; er ist mit seiner Schattentoleranz sogar für Nordbalkone geeignet. Im Winter solltest Du dann nur darauf achten, dass er nicht zu nass steht; wenn sein Wurzelwerk in einem Eisklumpen gefriert mag noch nicht mal der robuste Tüpfelfarn das besonders.

Schädlinge

Schädlinge oder Krankheiten sind beim ausgesprochen robusten und pflegeleichten Gemeinen Tüpfelfarn die Ausnahme; bestenfalls bereiten ihm bei ungünstigen Standorten und zu viel Dünger Pilzerkrankungen Probleme.

Ökologie

  • Nektar oder Pollen gibt es bei den archaischen Farngewächsen für Insekten nicht zu holen; dessen ungeachtet sind sie ein wichtiger Teil des Ökosystems und bieten vielen Kleintieren
  • Die reichlich vorhandenen Spreuschuppen der Rhizome dienen als Wassersammler und schützen zudem vor Hitze und Sonne.
  • Wer sich so lange halten will wie die Farnpflanzen und sich so erfolgreich in weiten Teilen der Welt durchgesetzt hat wie der Gemeine Tüpfelfarn muss einiges aushalten: Dieser Farn verträgt nicht nur sowohl Trockenheit als auch Nässe, sondern Schatten ebenso wie Sonne, niedrige Temperaturen und hohen Salzgehalt im Boden – ein echter Überlebenskünstler.

Wissenswertes

  • Als Heilpflanze ist der in Europa weit verbreitete Gemeine Tüpfelfarn seit der Antike bekannt; bereits bei den antiken Ärzten wie Dioskurides und Galen wurde er ausführlich behandelt, ebenso in den Kräuterbüchern des ausgehenden Mittelalters.
  • Man verwendete die Rhizome als Mittel gegen Würmer, bei Bronchitis, Gicht und Lebererkrankungen und als Diuretikum.
  • Nicht nur bei uns: Auch die indigenen Völker Nordamerikas nutzten ihn bei Halsschmerzen und Husten. Die Wirkung beruht auf der Verflüssigung des zähen Schleims durch die darin enthaltenen Saponine.
  • Die dicken, mit Spreuschuppen besetzten Rhizome schmecken leicht brennend und vor allem süß – daher auch die alte Bezeichnung Engelsüß.
  • In Notzeiten wurden sie häufig gegessen, bei den Lappen und Samen Skandinaviens sind sie noch heute als Süßigkeit beliebt.
  • Für den süßen Geschmack sind weniger Zucker verantwortlich als das auch vom Lakritz bekannte Glycirrhizin (tatsächlich schmeckt der Farn leicht lakritzeartig) und das Steroidsaponin Osladin, das rund 500-mal süßer ist als Rohrzucker.
  • Zudem finden sich hier andere Phytosterine wie Ecidosteron, Bitterstoffe, Quercetin und Rutin sowie ein ätherisches Ö
  • In slawischen Ländern nutzte man die Rhizome früher auch zum Aromatisieren von Tabak.
  • In seltenen Fällen wurde von einem leichten Hautausschlag beim Hantieren mit den Rhizomen berichtet, der allerdings harmlos sein soll.
  • Für Tiere sind die Tüpfelfarne nicht giftig; also nicht schlimm, wenn Hunde oder Katzen mal daran knabbern, auch nicht auf dem Balkon.
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Fotos (7)

Gesamte Pflanze Gemeiner Tüpfelfarn
Gemeiner Tüpfelfarn: Gesamte Pflanze
 Gemeiner Tüpfelfarn
Quelle: Dietzel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gemeiner Tüpfelfarn
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gemeiner Tüpfelfarn
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gemeiner Tüpfelfarn
Gemeiner Tüpfelfarn: Blatt
Blatt Gemeiner Tüpfelfarn
Gemeiner Tüpfelfarn: Blatt
Blatt Gemeiner Tüpfelfarn
Quelle: FotoGam/shutterstock.com

Häufige Fragen

Wo kann man Gemeiner Tüpfelfarn kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Gemeiner Tüpfelfarn kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Wert für Insekten und Vögel

Gemeiner Tüpfelfarn ist in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.

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Wintergrüne Farne

Themen

Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkongärtner
Stand:
11.01.2024