Rote Glanzmispel (Photinia x fraseri)
Quelle: Wouter Hagens, Public domain, via Wikimedia Commons

Rote Glanzmispel,Rotlaubige Glanzmispel

Photinia x fraseri

Gehölz
nicht heimisch
Hybrid
bedingt winterhart
Vogelschutznährgehölz
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beliebter Zierstrauch aus der Familie der Rosengewächse
  • Hybride mit leuchtend bronzefarbenem bis rotem Austrieb
  • Bis zu 20 Zentimeter lange, scharf gesägte Blätter immergrün, ledrig und im Alter dunkelgrün
  • Kleine weiße, nach Weißdorn riechende Blüten in dichten Rispen
  • Bedingt winterhart, braucht eine geschützte Stelle im Garten
  • Durchlässiger Boden mit mäßigem Nährstoffgehalt und sommerlicher Feuchte
  • Sonne für schöne Blattfärbung erforderlich
  • Nur wenig Pflege erforderlich, Schnitt erst nach der Blütezeit
  • Vermehrung am besten mit halbverholzten Stecklingen
  • Versteck und beliebtes Winterfutter für Vögel
Standort
Licht: Sonne bis Schatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: ja
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: buschig, aufrecht, als Strauch oder kleiner Baum
Höhe: 2 - 5 m
Breite: 2,5 - 3,5 m
Zuwachs: 25 - 30 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -12 °C (bis Klimazone 8)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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Blütenform: rispenförmig
Frucht
Fruchfarbe: rot
Fruchgröße: klein
Laub
Blattfarbe glänzend dunkelgrün, jung bronzefarben bis rot
Blattform verkehrt lanzettlichbis elliptisch
Neigung zu Krankheiten
Feuerbrand: gefährdet
Ökologie
Vögel: Vogelnährgehölz
Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Glanzmispeln
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Rote Glanzmispel?

Rote Glanzmispel (Photinia x fraseri) ist gärtnerischer Herkunft – es handelt sich dabei um eine Hybride aus Japanische Glanzmispel (Photinia glabra) und Sägeblättrige Glanzmispel (Photinia serratifolia). Beliebt sind die immergrünen Sträucher vor allem wegen ihrer prächtigen Blattfärbung; sie gehören zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und sind nahe mit Weißdorn, Zwergmispel und Feuerdorn verwandt.

Die Rote Glanzmispel ist ein aufrechter, locker breit buschiger und bis zu fünf Meter hoher Strauch oder kleiner Baum. Ihre wechselständig stehenden ledrigen Blätter sind verkehrt-lanzettlich bis elliptisch und 10-20 Zentimeter lang mit scharf gesägtem Rand; nach dem Austrieb bleiben sie lange Zeit bronzefarben bis rötlich und werden erst mit zunehmendem Alter auf der Oberseite glänzend dunkelgrün, mit einer deutlich helleren matten Unterseite. Auch die frischen Blätter von Johannistrieben sind zunächst rötlich gefärbt.

Im Juni erscheinen als Kontrast zu den roten Blättern kleine weiße Blüten in dichten, bis zu 15 Zentimeter breiten schirmartigen Rispen an den Enden der einjährigen Kurztriebe; sie erinnern im Geruch leicht an den nahe verwandten Weißdorn. Die radiärsymmetrischen Einzelblüten sind 5-10 Millimeter breit, schalenförmig, zwittrig und fünfzählig mit kurzen grünen Kelchblättern, rundlichen freistehenden Kronblättern und 20 Staubblättern. Sie entwickeln sich zu apfelähnlichen 4-6 Millimeter großen, leuchtend roten Früchten mit jeweils 2-4 Samen.

Rote Glanzmispel im Garten

Standort

Photinia x fraseri benötigt einen normal fruchtbaren und feuchten, aber gut durchlässigen und sandig- bis lehmig-humosen Boden mit voller Sonne oder zumindest mit Halbschatten; die schöne Blattfärbung kommt nur bei ausreichend Licht zu voller Pracht. Der pH-Wert der Erde sollte schwach sauer bis leicht alkalisch ausfallen, kalkhaltige Böden werden toleriert. Am besten steht die Rote Glanzmispel windgeschützt.

Die Pflanzen gelten als winterhart bis -12 °C, sollten aber in besonders frostgefährdeten Gebieten vorzugsweise an einer geschützten Stelle wie nahe an Bäumen oder einer Wand gepflanzt werden. Das gilt insbesondere für Jungpflanzen; bei starken Spätfrösten können die jungen Triebe abfrieren. Im Winter müssen Glanzmispeln trockner gehalten werden als im Sommer.

Schnitt

Der normale Schnitt erfolgt bei der Glanzmispel nach der Blütezeit; ein Erziehungsschnitt ist normalerweise nicht erforderlich, es reicht vollkommen aus, überlange Triebe einzukürzen. Dabei beschränkst Du Dich am besten auf die älteren Zweige, denn die einjährigen blühen und der neue Austrieb zeigt wieder die typische rote Erstfärbung der Blätter.

Auch der Erhaltungsschnitt muss zurückhaltend erfolgen und beschränkt sich auf das Verschlanken der Spitzen und das Umlenken überlanger Triebe im Inneren des Strauches. Sollte die Rote Glanzmispel verkahlen musst Du sie im späten Frühjahr unmittelbar vor dem Austrieb zurechtstutzen; der Verjüngungsschnitt verteilt sich auf drei Jahre und besteht darin, die Triebspitzen zu verschlanken und die Triebe bis fünf Zentimeter Stärke auf die kürzeren Seitentriebe umzulenken.

Vermehrung

Eine absolut zuverlässige Vermehrung ist bei Roter Glanzmispel nur vegetativ möglich, da es sich um eine Hybride handelt. Wenn Du Dich trotzdem an den Samen versuchen möchtest, solltest Du sie im Herbst unmittelbar nach der Samenreife im Freien ausbringen; sie sind Kaltkeimer und benötigen niedrige Temperaturen, um überhaupt keimen zu können. Säe sie zunächst in Töpfen, im Sommer kannst Du sie pikieren und an der vorgesehenen Stelle einpflanzen.

Im Juli und August geschnittene halbverholzte Stecklinge wurzeln am zuverlässigsten mit etwas Bodenheizung. Bis sie ausreichend Wurzeln gebildet haben dauert meistens mindestens zwei Monate.

Verwendung

Die Rote Glanzmispel ist mit ihrem auffälligen Blattwerk vor allem als hübscher Solitär oder als Zierghölz in Gruppen von Strauchrabatten gut geeignet, in denen die Färbung besonders gut ins Auge fällt. Darüber hinaus lässt sie sich auch als Schnitthecke ziehen oder als Kübelpflanze auf dem Balkon oder auf der Terrasse halten. Hier bleibt sie dank ihrer immergrünen Blätter auch im Winter attraktiv, die auch in der kalten Jahreszeit blickdicht bleiben und Sichtschutz bieten.

Schädlinge und Krankheiten

Photinia x fraseri ist anfällig für Mehltau und Pilzerkrankungen, die auf den Blättern unschöne Flecken hinterlassen. Gegen Hallimasch sind die Sträucher recht resistent.

Die Rote Glanzmispel wird bisweilen von Feuerbrand befallen; betroffene Pflanzen müssen unbedingt sofort gerodet und über den Restmüll entsorgt werden, denn diese heimtückische Erkrankung kann auch viele weitere Pflanzen im Garten erheblich schädigen wie Vogelbeere und Mehlbeere, Zwergmispel oder Zierquitte und Weißdorn. Der Erreger ist das aus Amerika eingeschleppte Bakterium Erwinia amlyovora; der von ihm an den befallenen Pflanzen gebildete Schleim ist hochinfektiös und führt zu dem namensgebenden verbrannten Aussehen mit schwarzen vertrockneten Blättern, Trieben und Blütenständen. Nähere Informationen zum Feuerbrand findest Du auf den Seiten des Julius Kühn-Institutes.

Ökologie

Der scharfe, an Weißdorn erinnernde Duft lässt darauf schließen, dass die Rote Glanzmispel es vor allem auf Bienen und Fliegen als Bestäuber abgesehen hat.

Die in großer Zahl gebildeten kleinen Früchte der Roten Glanzmispel bleiben lange an den Sträuchern stehen und dienen Vögeln als willkommene Winternahrung, insbesondere Drosseln, Amseln und Staren. Mit ihrem Kot werden auch die Samen verbreitet. Die Piepmätze nutzen die dichten Sträucher auch gerne als Versteck oder bauen ihre Nester darin.

Inwieweit diese spezielle Hybride Schmetterlingen als Raupenfutter dient ist unseres Wissens nicht dokumentiert; andere Glanzmispel-Arten dienen in ihrer Heimat den Raupen der auch bei uns ansässigen Nachtfaltern Schwarze C-Erdeule (Xestia c-nigrum), Federfühler-Herbstspanner (Colotois pennaria) und Gebüsch-Grünspanner (Hemithea aestivaria) als Futterquelle.

Wissenswertes

Der botanische Gattungsname Photinia bedeutet Ähnliches wie das deutsche Glanzmispel: photeinos heißt auf Griechisch leuchtend. Über 60 Arten der meist immergrünen, seltener laubabwerfenden Sträucher und Bäume wachsen von Indien und Thailand bis nach China und Japan.

Photinia-Arten sind als Zierpflanzen sehr beliebt und werden vor allem wegen ihrer im Austrieb roten Blätter angepflanzt, vor deren Hintergrund die weißen Blüten und roten Früchte besonders gut zur Geltung kommen. Dementsprechend gibt es neben Photinia x fraseri noch viele weitere Sorten und Hybriden dieser dekorativen Ziersträucher.

Bundesweiter Pflanzwettbewerb 2022 - Endlich Pflanzzeit

Fotos (3)

Gesamte Pflanze Rote Glanzmispel
Quelle: Wouter Hagens, Public domain, via Wikimedia Commons
Blüte Rote Glanzmispel
Quelle: Père Igor, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Rote Glanzmispel
Quelle: Père Igor, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sortentabelle

Photinia x fraseri
Quelle:Wouter Hagens, Public domain, via Wikimedia Commons
Photinia x fraseri 'Carré Rouge'
Quelle:rainyclub/ shutterstock.com
Photinia x fraseri 'Devil's Dream'
Quelle:CrazyOrr12/ shutterstock.com
Photinia x fraseri 'Little Fenna'
Quelle:Venturelli Luca/ shutterstock.com
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
Rote Glanzmispelin der Jugend bronzefarbene bis rote Blätter

buschig, aufrecht, als Strauch oder kleiner Baum
2 - 5 m
2,5 - 3,5 m


Kübel geeignet

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Glanzmispel 'Carré Rouge'Roter Blattaustrieb, kompakter Wuchs

aufrecht, kompakt
1,5 - 1,8 m
1,2 - 1,5 m


Kübel geeignet

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Glanzmispel 'Chico'kleinwüchsiger Zierstrauch, bronzefarbener Blattaustrieb

kleinwüchsig, aufrecht, buschig, dicht
20 - 50 cm
20 - 50 cm


Kübel geeignet

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ab 23,80 €
Rotlaubige Glanzmispel 'Devil's Dream' ®Roter Blattschmuck bis in den Sommer

aufrecht, kompakt, dichtbuschig
1,5 - 2,5 m
1 - 2 m


Kübel geeignet

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ab 25,10 €
Glanzmispel 'Dicker Toni'kräftige und kurze Triebe, kompakter Wuchs

straff, kompakt
1 - 2,5 m
1 - 2 m


Kübel geeignet

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Glanzmispel 'Little Fenna'Rosa Blattaustrieb, dichter Wuchs, geringe Höhe

70 - 90 cm
40 - 80 cm


Kübel geeignet

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Glanzmispel 'Little Red Robin'geringere Wuchshöhe als Sorte 'Red Robin'

locker aufrecht
1 - 1,5 m
1 - 1,5 m


Kübel geeignet

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ab 24,10 €
Glanzmispel 'Pink Crispy' ®weiß-grün-pink panaschierte Blätter, pinker Blattaustrieb

buschig, aufrecht, dicht
1,5 - 2 m
80 - 100 cm


Kübel geeignet

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Weißgrüne Glanzmispel 'Pink Marble'

aufrecht, buschig
3 - 4 m
1 - 2,5 m

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ab 24,60 €
Rote Glanzmispel 'Red Robin'

aufrecht, breitbuschig
1,5 - 3 m
1,2 - 2 m


Kübel geeignet

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ab 10,80 €
Glanzmispel 'Robusta Compact'komptakt und kleinbleibend, Hochstamm

kompakt
1 - 1,8 m
60 - 120 cm


Kübel geeignet

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ab 46,80 €

Häufige Fragen

Ist Rote Glanzmispel giftig?

Darüber gibt es kaum zuverlässige Informationen. Im Zweifelsfalle sollte man lieber damit aufpassen, denn bei einigen Photinia-Arten finden sich cyanogene Glykoside in Blättern und Früchten, die im sauren Milieu des Magens Blausäure freisetzen. Besonders hoch ist der Gehalt der Giftstoffe in jungen Blättern; Wiederkäuer sollte man von den Sträuchern fernhalten, da sie mit ihrem Pansen besonders anfällig für die Bildung von Blausäure sind. Andererseits werden die Früchte einiger Glanzmispel-Arten in Asien roh oder gekocht gegessen.

Wie hoch wird die Rote Glanzmispel?

Die Rote Glanzmispel Photinia x fraseri wird 2-5 Meter hoch und 2,5-3,5 Meter breit; sie wächst als kleiner Baum oder als mehrstämmiger Strauch.

Wann schneidet man die Rote Glanzmispel?

Grundsätzlich solltest Du die Rote Glanzmispel Photinia x fraseri erst nach der Blüte im Sommer schneiden. Die Blüten erscheinen immer an den vorjährigen Kurztrieben und die Blätter der älteren Zweige werden zusehends dunkelgrün, nachdem sie ihre jugendliche Bronzetöne abgelegt haben. Daher schneidest Du am besten das ältere Holz, denn dann gibt es im nächsten Jahr umso mehr Blüten und neue rote Blätter. Kappe vor allem die überlangen Triebe, damit das Gerüst schön buschig bleibt und es viele neue Seitentriebe gibt.

Wert für Insekten und Vögel

Rote Glanzmispel ist nicht heimisch, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Vögel

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja

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