Ratgeber

Kornelkirsche: Sind die Früchte giftig oder essbar?


Sie sind ungiftig für Kinder und Haustiere wie Hunde und Katzen, und auch andere Tiere wie Pferde oder Schafe dürfen bedenkenlos an den Blättern knabbern. Die reifen Früchte sind sogar als Delikatesse beliebt und lassen sich in der Küche vielfältig verwenden oder zu Dirndlbrand verarbeiten.


Vor den Früchten kommen die Blüten: Wann blüht die Kornelkirsche?

Die goldgelben, angenehm nach Honig duftenden Blüten der Kornelkirsche erscheinen oft bereits im Februar, spätestens im März und April. Meistens sogar vor den als Frühblüher bekannten Forsythien und Hamamelis. Damit gehört sie zu den ersten Nektarpflanzen und Pollenlieferanten der erwachenden Bienen, Hummeln und weiteren Insekten. Das frühe Erscheinen macht zeitige Vorbereitungen erforderlich: Die Knospen der Kornelkirsche sind bereits im Herbst voll ausdifferenziert und warten förmlich nur darauf, dass die Tage wieder wärmer werden.

Die Blütezeit der Kornelkirsche ist je nach Wetterlage sehr unterschiedlich: Während die Sträucher bei früh einsetzender Blüte bis zu 30 Tage lang tapfer weitermachen dauert sie bei späterem Öffnen der Knospen nur etwa zwölf Tage.

Ist die Kornelkirsche bienenfreundlich?

Unbedingt – als einer der ersten im Frühjahr, oft bereits im Februar blühenden Sträucher ist sie ein wichtiger Nahrungslieferant für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Damit ist es aber noch nicht getan – im Herbst liefern die nach erfolgreicher Bestäubung gelieferten Kornelkirsche-Früchte hungrigen Vögeln jede Menge Winterfutter. Außer als Vogelnährgehölz spielt sie auch als Vogelschutzgehölz eine wichtige Rolle, denn in den breiten Kronen landen und Nisten die Piepmätze mit besonderer Vorliebe.

Die Kornelkirsche gehört zur Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae). Diese umfasst etwa 45 Arten von Stauden und Gehölzen, die vor allem in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel vorkommen. Ihr Verbreitungszentrum liegt im Osten Nordamerikas und in Ostasien. In Mitteleuropa sind davon drei Arten heimisch: die weit verbreitete Kornelkirsche (Cornus mas), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) und der nur selten in Gärten gepflanzte Schwedischer Hartriegel (Cornus suecica).

Kornelkirsche: Früchte mit Tradition von der Steinzeit bis heute

Kornelkirschen wussten bereits unsere Vorfahren zu schätzen: Die charakteristischen Kerne der Früchte fand man in Italien in Pfahlbauten, in Österreich in Tongefäßen der Hallstattzeit. Spätestens mit den alten Römern gelangten sie nach Deutschland, genau wie Edelkastanie (Castanea sativa) und Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

In der Antike waren nicht nur die Früchte der Kornelkirsche beliebt – etwa als Olivenersatz in Salz oder Essig eingelegt - sondern auch das extrem harte Holz der Kornelkirsche, das man zu Speeren, Lanzen und Bögen verarbeitete. Daher rührt vermutlich auch der Name der Gattung: cornus heißt auf lateinisch Horn und bezieht sich auf das widerstandsfähige und knochenharte „Beinholz“ der Hartriegelgewächse.

Der Verbreitungsschwerpunkt der Kornelkirsche liegt in der Kaukasusregion; quer durch Deutschland verläuft die Nordgrenze ihres natürlichen Vorkommens, etwa auf der Höhe Luxemburgs. Im Südwesten findet sie noch heute häufig als Feldhecke, vor allem in der Eifel und im Moseltal.

Im Mittelalter baute man Kornelkirsche als Heilpflanze in den Klostergärten an, wobei man die Wurzeln, Rinde, Blätter und Früchte nutzte und auch das besonders harte Holz zu schätzen wusste. Als Wildobst und Obstgehölz ist sie in den darauffolgenden Jahrhunderten weitestgehend in Vergessenheit geraten.

Weiter im Südosten sieht das anders aus: In der Türkei, auf den Balkan und am Kaukasus werden die Früchte der Kornelkirsche noch heute frisch oder getrocknet auf den Märkten angeboten. Im türkischen Yalova am Marmarameer unweit Istanbul findet alljährlich im August ein Fest statt, bei dem die Kornelkirsche im Mittelpunkt steht.

Bekannt und beliebt sind die Fruchte der Kornelkirsche als Dirndln im Österreich. Das Pielachtal im niederösterreichischen Mostviertel präsentiert sich als Dirndltal. Die großen Vorkommen und ein geschicktes Marketing machen die Früchte zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor und locken alljährlich zahlreiche Touristen an.

Wie sehen Kornelkirschen aus?

Die Früchte der Kornelkirsche erinnern an die von Sauerkirschen; sie sind allerdings nicht kugelig, sondern bei der Wildart oval, etwa zwei Zentimeter lang und 1,5 Zentimeter breit – ganz ähnlich wie eine Olive. Wie „richtige“ Kirschen erscheinen sie typischerweise zu zweit – daher auch die scherzhafte Bezeichnung Hahnenhoden im Volksmund. Im Inneren befindet sich ein spindelförmiger Kern mit zwei Samen, das umgebende Fruchtfleisch ist anfangs rot und wird mit zunehmender Reife dunkler bis fast schwarz. Bei der Wildform wiegt eine Frucht rund zwei Gramm, davon entfällt etwa ein Fünftel auf den Steinkern.

Bei den zahlreichen Sorten der Kornelkirsche sind die Früchte teilweise deutlich größer und nicht oval geformt:

  • Kornelkirsche ‚Macrocarpa‘, bildet birnförmige Früchte, hat allerdings nur einen geringen Ertrag,
  • Kornelkirsche ‚Sphaerocarpa Cretziou‘ weist eine kugelige Frucht auf.

Auch die Farbe ist nicht immer rot:

  • Kornelkirsche ‚Alba‘ hat weiße,
  • Kornelkirsche ‚Flava‘ gelbe,
  • Kornelkirsche ‚Violacea‘ violettrote Früchte.

Die meisten Sorten von Kornelkirsche wurden auf große süße Früchte und hohen Ertrag selektiert. Bei einigen erreichen sie ein Gewicht von bis zu fünf Gramm und enthalten deutlich mehr Zucker als die Wildform.

Einen Sonderfall stellt die zweite Art in unseren Gärten dar, die Japanische Kornelkirsche (Cornus officinalis). Von unserer heimischen Cornus mas lässt sie sich leicht durch ihre nicht zu zweit, sondern zu mehreren erscheinenden Früchte unterscheiden. Die einzelnen Fruchtstiele sind sehr dünn und oft rötlich überlaufen, und die Kirschen selbst reifen wesentlich später. Oft bleiben sie bis spät in den Herbst an den Sträuchern und fallen eher selten ab. Das wissen Vögel zu schätzen, die sich mit besonderer Begeisterung über das leckere Vogelnährgehölz und Winterfutter hermachen. Als Gärtner solltest Du ihnen die Früchte auch überlassen – sie sind wesentlich herber als die der heimischen Kornelkirsche und lassen sich eigentlich nur verarbeitet genießen; giftig sind aber auch sie nicht.

Sind Kornelkirschen Kirschen?

Sauerkirschen standen wohl bei der Namensgebung der Kornelkirsche Pate; beide schmecken auch ähnlich, erscheinen zu zweit (außer bei der Japanischen Kornelkirsche, hier sind es stets mehrere in einem Fruchtstand) und weisen in ihrem Inneren einen Steinkern auf, sie sind aber nicht näher miteinander verwandt. Sauerkirsche und Süßkirsche gehören zu den Rosengewächsen (Rosaceae), die Kornelkirsche zu den Hartriegelgewächsen (Cornaceae). 

Unterschiede erkennt man bereits an den Blüten - bei den Rosengewächsen sind sie fünfzählig, bei den Hartriegelgewächsen vierzählig, wesentlich kleiner und erscheinen noch vor denen der Obstbäume. Zudem sind die Früchte der Kornelkirsche im botanischen Sinne keine Steinfrüchte wie die der Kirschen, sondern Scheinfrüchte: Bei ihnen wächst der Blütenboden nach der Bestäubung fleischig heran und umschließt die Nussfrucht im Inneren.

Davon abgesehen sind beide essbar – die Früchte der Kornelkirsche, die Kornellen oder österreichisch Dirndln sind allerdings noch etwas herber als die ohnehin schon namensgebend säuerlichen Sauerkirschen. Giftig sind sie weder für den Menschen noch für Hunde oder andere Haustiere, und für Vögel gerade in der kalten Jahreszeit ein gefundenes Fressen.

Wann ist die Kornelkirsche reif?

Die Früchte der Kornelkirsche reifen im Juli und August nach und nach; selbst nachdem die ersten davon reif sind stehen immer noch grüne unreife Früchte am Strauch. Im kommerziellen Anbau und bei Wildsammlungen an natürlichen Standorten erstreckt sich deshalb die Erntezeit über rund sechs Wochen.

Für die Ernte solltest Du warten, bis sie im August und September vollkommen ausgereift sind, am besten schon fast überreif. Bis dahin haben sie sich bei der Wildart von Cornus mas dunkel schwarzrot verfärbt, bei einigen Sorten bleiben sie aber auch rot oder bekommen eine weiße oder gelbe Farbe.

In der Vollreife sind die essbaren Früchte der Kornelkirsche deutlich weicher und süßer als im unreifen Zustand; trotzdem bleiben sie nach wie vor immer noch säuerlich-herb. Sie lassen sich nun viel leichter pflücken, aber die Steinkerne lösen sich nach wie vor nur sehr schwer vom Fruchtfleisch. Als Kriterium für den Reifezustand ist ein leichtes Ablösen des Kerns also denkbar ungeeignet.

Bei der Japanischen Kornelkirsche (Cornus officinalis) reifen die prinzipiell essbaren Früchte noch später und bleiben auch im vollreifen Zustand am Strauch; sie sind allerdings auch sehr sauer und für eine Ernte kaum zu gebrauchen. Sie lassen sich bestenfalls zu Marmelade oder Kompott verarbeiten. Im Zweifelsfall überlasse sie lieber den Vögeln im Garten.

Kornelkirschen Sorten und Auslesen

Von kommerzieller Bedeutung sind Kornelkirsche vor allem in der Ukraine und rund um den Kaukasus, etwa in Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Ebenso beliebt sind sie im Iran, in der Türkei, den Balkanstaaten und nicht zuletzt in Tschechien, der Slowakei und Österreich. Dort wird weniger eine gezielte Zucht betrieben als eine eingehende Auslese, bei der man die Sträucher mit besonders großen Früchten, reichhaltigem Fruchtansatz und abweichender Fruchtfarbe oder -form gezielt vegetativ vermehrt.

Gerade von den großfrüchtigen Kornelkirschen sind mittlerweile viele Sorten im Handel erhältlich. Insektenfreundlich und ein gutes Vogelnährgehölz und Vogelschutzgehölz geben alle ab, und darüber hinaus überzeugen sie mit ihrer Blütenpracht und prächtigen Herbstfärbung. Eine Übersicht über die wichtigsten Kornelkirschen-Sorten findet Du hier.

Wie erntet man Kornelkirschen?

Im kommerziellen Anbau und bei Wildsammlungen an natürlichen Standorten legt man drei oder vier Mal während der Erntezeit im August und Sepetember Decken oder Vlies unter die Sträucher und schüttelt sie kräftig durch. Gesammelt werden nur die herabgefallenen Früchte. Bei Hochstämmen der Kornelkirsche ist das besonders einfach, da man hier wesentlich einfacher unter die Krone kommt; ein Rüttler als Erntegerät erleichtert die Sache zusätzlich.

Im eigenen Garten oder beim Sammeln in der freien Natur erntet man die Kornelkirschen am besten von Hand. Sie reifen noch einige Tage nach, sind aber nicht lagerfähig. In Anbetracht der langen Erntezeit und geringen Erntemengen kann man die essbaren Früchte auch sammeln und einfrieren und erst zu Marmelade, Kompott, Gelee oder Saft verarbeiten, sobald die Ernte abgeschlossen ist.

Frost schadet den Früchten der Kornelkirsche übrigens keineswegs – dadurch werden sie sogar noch etwas süßer. Die Vögel wissen das und fressen sie nach einer eisigen Nacht gleich noch viel lieber. Auch das Einfrieren ist so gesehen nicht unbedingt von Nachteil.

Wie viele Früchte liefert eine Kornelkirsche bei der Ernte?

Das hängt wesentlich von der Sorte, der Größe des Strauches, seinem Alter und nicht zuletzt vom Wetter ab: Regen, Schnee oder ein Kälteeinbruch beeinträchtigen die Bestäubung, da unter widrigen Bedingungen Bienen und Hummeln lieber zu Hause bleiben. Zudem führen Spätfröste zu einem verminderten Fruchtansatz, auch wenn die Kornelkirsche ansonsten vollkommen winterfest ist. Dessen ungeachtet liefert die Kornelkirsche relativ gleichbleibende Erträge, sobald sie erst einmal gut etabliert ist.

An den Wildstandorten wie in der Ukraine, am Kaukasus, in Italien und der Türkei rechnet man mit etwa 5-20 Kilogramm essbaren Früchten pro Strauch. Dort wächst die Kornelkirsche vor allem im Unterwuchs und an den Rändern von Wäldern.

Im kommerziellen Anbau konzentriert man sich auf die besonders ertragreichen und großfrüchtigen Sorten und Auslesen; hier liegt der Ertrag einer Kornelkirsche bei 20-40 Kilogramm, bei besonders großen und alten Exemplaren teils sogar bei 80-100 Kilo und mehr. Beispiel ‚Jantarnyj‘ liefert durchschnittlich 30 kg, ‚Wladymirksij‘ 60 kg pro Strauch.

Die geernteten Früchte der Kornelkirsche werden anschließend weiterverarbeitet oder getrocknet verkauft.

Auch wenn sie da sehr pflegeleicht ist: Ein regelmäßiger Schnitt der Kornelkirsche macht eine Verjüngung unnötig und sorgt mit lichten Kronen für eine bessere Ernte. Was Du dabei alles beachten solltest kannst Du nachlesen in unserem

Ratgeber Kornelkirsche schneiden

Wie lange kann man die Früchte der Kornelkirsche lagern?

Die Lagerdauer ist begrenzt – wenn man sie noch nicht vollkommen ausgereift, sondern kurz davor erntet, sodass sie noch etwas fest sind, halten sie etwa zehn Tage. Praktischerweise reifen sie in dieser Zeit noch nach und werden dabei deutlich weicher, süßer und aromatischer. Im Kühlschrank bleiben sie noch etwas länger frisch, und eingefroren kannst Du sie auch so lange sammeln, bis genug Material für Marmelade oder sonstige Zwecke zusammengekommen ist.

Wie schmecken die Früchte von Kornelkirsche?

Die essbaren Früchte der Kornelkirsche sehen nicht nur ähnlich aus wie die nicht näher verwandten Sauerkirschen, sie schmecken auch ähnlich. Mit ihrem herb-säuerlichen Aroma erinnern sie an Preiselbeeren, weswegen man sie in der Küche auch ähnlich wie diese zu Wildgerichten serviert. Leicht überreif schmecken sie am besten.

Kann man Dirndl roh essen?

Dirndl ist die österreichische Bezeichnung für die Kornelkirsche – übrigens Femininum: die Dirndl ist die Frucht, das Dirndl ein Maderl. Das Wildobst ist essbar und schmeckt säuerlich-herb, sodass man die Dirndln am besten vollreif genießt. Weniger säuerlich ist es nach dem Verarbeiten, etwa zu Dirndlsaft, Dirndlmarmelade oder Dirndllikör. Der festsitzende Steinkern lässt sich dann auch wesentlich einfacher entfernen.

Alternativ zum roh essen kann man die Dirndln auch trocknen; in dieser Form findet man sie auf den Märkten in der Türkei, im Iran, Armenien, Georgien und Aserbaidschan auch außerhalb der Erntesaison, in der man sie vorzugsweise frisch verkauft.

Wie trocknet man die Früchte von Kornelkirsche?

Trocknen ist neben Einfrieren die einfachste Methode, um die aromatischen Früchte der Kornelkirsche haltbar zu machen. Am Kaukasus oder in der Türkei legt man sie dazu in die Sonne, bis sie gut durchgetrocknet sind; wem das zu lange dauert, der kann auch einen Dörrautomaten verwenden. Die optimale Temperatur zum Kornelkirschen trocknen liegt bei 45-80 °C. So bleibt auch das reichlich enthaltene Vitamin C erhalten.

Verwendung in der Küche: Was kann man mit Kornelkirsche alles machen?

Die Früchte von Kornelkirsche – in Österreich auch als Dirndln bezeichnet – kann man roh oder gekocht essen. Bei der Ernte im eigenen Garten musst Du aufpassen, dass Dir die Vögel etwas davon übriglassen, denn die Kornelkirsche ist nicht nur ein ausgezeichnetes Vogelschutzgehölz, sondern mit ihren roten Kirschen auch ein gutes Vogelnährgehölz.

Die Erntezeit zieht sich recht lange hin – wenn die ersten Früchte reif sind stehen immer noch grüne am Strauch. Willst Du sie ernten, so musst Du sie nach und nach pflücken, sobald sie reif sind; nur dann schmecken sie süß und aromatisch.

  • Ganze Früchte sind eine außergewöhnliche Zutat für einen Rumtopf.
  • Aus dem Saft von Kornelkirsche kann man Sirup, Likör oder einen Obstwein gewinnen.
  • Die reifen Früchte lassen sich zu Kompott verarbeiten, das besonders gut zu Wildgerichten passt und sich ähnlich wie Preiselbeeren verwenden lässt.
  • Kornelkirsche-Marmelade und Kornelkirsche-Gelee wird schön fest, da die Früchte reichlich Pektin enthalten. Sie lassen sich gut mit weniger säurehaltigem Obst mischen wie Holunder, Zwetschge, Birne oder Apfel. Die Kornelkirschen geben der Vielfruchtmarmelade oder dem Gelee eine schöne rosa Farbe.
  • Getrockneten Kornelkirschen kann man für Müsli und Desserts verwenden oder einen Früchtetee daraus kochen – auch mit anderen Trockenfrüchten zusammen. Im Vergleich zu den üblichen Rosinen enthalten sie reichlich Vitamin C.
  • Kandierte Früchte von der Kornelkirsche findet man bei uns eher selten – auch sie sind eine Delikatesse, die sich für Süßspeisen bestens eignet.
  • Darüber hinaus gibt es zahlreiche regionale Spezialitäten, auf die wir gleich ebenfalls eingehen, wie Dirndlbrand aus Österreich oder Olivenersatz aus Kleinasien.

Tipp für Kornelkirsche-Marmelade: Die festsitzenden Kerne loszuwerden ist ein Kreuz. Manche empfehlen dazu einen Oliven-Entsteiner, aber es geht noch einfacher: Koche oder dämpfe die Früchte mit wenig Wasser, bis sie aufplatzen. Danach lassen sich die Kerne mit einer Passiermühle vom Fruchtfleisch trennen. Für Kornelkirschen-Saft und Kornelkirschen-Gelee lässt Du dieses durch ein Tuch laufen oder benutzt am besten gleich einen Entsafter. Mit etwas Zucker schmecken die herben Früchte wesentlich besser.

Kornelkirsche-Früchte verarbeiten: Regionale Spezialitäten

Zu regionalen Spezialitäten verarbeitet spielen die essbaren Früchte der Kornelkirsche in anderen Ländern eine wesentlich größere Rolle als im deutschsprachigen Raum.

  • In Österreich ist man besonders einfallsreich: Hier bekommt man im Pielachtal, das mittlerweile als Dirndltal firmiert, neben dem altbekannten Dirndlbrand neuartige lokale Produkte wie Dirndlhonig, Dirndlsenf, Dirndleis und Dirndlschokoloade und -pralinen.
  • Trocknen ist eine weit verbreitete Methode, um die Früchte der Kornelkirsche haltbar zu machen. So lassen sie sich jahrelang ohne Qualitätsverlust aufbewahren.
  • Frische und getrocknete Kornelkirschen verwendet man in Südosteuropa und Kleinasien für Suppen, Reisgerichte (Pilaw) und Fleischgerichte mit Wild, Geflügel oder Lamm ebenso wie für Kompott, Desserts und Gebäck.
  • In der Türkei und im Iran genießt man die Kornelkirsche-Früchte roh mit etwas Salz bestreut als Snack.
  • In Kleinasien bereitet man daraus einen Olivenersatz, indem man die reifen oder halbreifen Früchte milchsauer vergärt oder in Salzlake oder Weinessig konserviert.
  • In Armenien werden Kornelkirschen zu Fruchtwein vergoren oder zu einer speziellen Form von Oghi, dem lokalen Beerenschnaps destilliert.
  • Ähnliches gilt für den russischen Likör Dernovka.
  • In der Türkei liefert Kornelkirschen-Saft das Aroma für Sherbet - Kornelkirschen-Saft, -Most und -Limonade. 
  • Vor allem am Schwarzen Meer und im Nordwesten Anatolien wird dieser Kornelkirsche-Saft zu dickflüssigem Sirup namens Pekmez eingekocht.
  • Zum Aromatisieren von Spirituosen, Saft und Limonade nutzt man Kornelkirsche in der Türkei und im Iran; in Italien für Grappa.
  • In der Ukraine bezeichnet Levkar das ohne Zucker eingekochte Fruchtfleisch der Kornelkirsche-Früchte; in ähnlicher Form wird es auch in der Türkei zubereitet.
  • In Georgien und Armenien gibt es eine ganze Reihe von traditionellen Zubereitungen mit der Kornelkirsche, etwa 
    • Shindis shemandi (Getreidebrei mit Kornelkirsche, Zwiebeln, Knoblauch und Butter)
    • Thkemali (Fruchsauce mit Kornelkirsche und reichlich Gewürzen)
    • Svindis dsemi (eine Kornelkirschen-Marmelade ohne Kochen)
    • Tkhlapi (ein Fruchtleder ähnlich wie Quittenbrot: eingekochtes Fruchtfleisch wird dünn ausgestrichen, in der Sonne getrocknet und aufgerollt)

Was ist Dirndlbrand?

Vermutlich haben schon die Pfahlbauer und Menschen der Hallstattzeit Kornelkirsche vergoren und zu Fruchtwein verarbeitet – darauf deuten archäologische Funde aus Italien und Österreich hin. So gesehen hat das Kornelkirschenwasser, besser bekannt als Dirndlbrand oder Dirndlschnaps in der Alpenregion eine lange Tradition.

Anbaugebiete finden sich heute vor allem in Niederösterreich (wie dem berühmten Dirndltal, eigentlich Pielachtal), im Burgenland und in der Schweiz. Noch heute gibt es Kornelkirschen, die bereits zur Zeit Maria Theresias (1717-1780) beerntet wurden – diese Sträucher sind demzufolge schon fast 300 Jahre alt. Das Destillieren von Dirndlbrand ist spätestens seit ihrer Regierungszeit schriftlich überliefert.

Ebenso wie am Kaukasus, in der Ukraine, Iran und Italien werden die Früchte der Kornelkirsche hier an Naturstandorten gepflückt, aber auch eigens kommerziell angebaut. 100 kg Maische liefern knapp fünf Liter Dirndlschnaps. Der Edelbrand schmeckt nicht nur, er wirkt auch verdauungsfördernd; sein Geruch soll sensiblen Nasen zufolge an weiße Trüffel erinnern.

Etwas ähnliches findet sich auch bei unseren Nachbarn weiter im Osten: In Armenien und Aserbaidschan aromatisiert man mit den Kornelkirschen Wodka, in Albanien den traditionellen Raki.

Kornelkirsche: Essbar sind auch die Samen und die Blätter

Die Kornelkirsche hat nicht nur ungiftige essbare Früchte, auch andere Teile des pflegeleichten Wildobstes lassen sich essen: 

  • Blütenstände von der Kornelkirsche werden in Baden am Fastensonntag traditionell als Küchlestruß in Ausbackteig frittiert.
  • Geröstete Samen dienen als Kaffeeersatz oder zum Strecken von Bohnenkaffee; dabei geben sie dem Kaffee ein angenehm vanilleartiges Aroma.
  • In den Kornelkirschsamen ist ein fettes Öl enthalten, das bei der Herstellung von Seife für zusätzliche Hautpflege sorgt.
  • Kornelkirschenblätter ergeben einen schmackhaften Haustee. Ein Rezept von Anfang des 19. Jahrhunderts empfiehlt eine Mischung aus getrockneten Blättern von Kornelkirsche, Sauerkirsche und Walderdbeeren. Im Kaukasus werden noch heute die jungen Blätter zu Tee aufgebrüht.

Kirschkernkissen mit Kornelkirschsteinen

Die spindelförmigen Steine aus den Früchten der Kornelkirsche kann man wie die üblichen Kirschkerne gut gewaschen und gesäubert in ein Kirschkernkissen füllen. Aufgewärmt und in den Nacken oder andere schmerzende Stellen gelegt wirkt es mit seiner angenehmen und anhaltenden Wärme ebenso gut wie eine feuchtwarme Kompresse und vertreibt die Schmerzen. 

Tipp: Ab und zu solltest Du das Kornelkirschkernkissen in der Mikrowelle erhitzen, auch wenn es nicht in Gebrauch ist: Ansonsten lockt es nämlich wie jedes andere Kirschkernkissen mit der Zeit krabbelnde Untermieter an.

Wie gesund ist Kornelkirsche und was ist in den Früchten drin?

Obst ist immer gesund – da machen auch die Früchte der Kornelkirsche keine Ausnahme. Hast Du einen Strauch im Garten, so bietet der im Herbst nicht nur den Vögeln, sondern der ganzen Familie leckere Naschfrüchte, die vollreif gepflückt am besten schmecken. Ebenso lassen sie sich roh, getrocknet oder gekocht weiterverwenden, etwa als Saft, Sirup oder Marmelade.

Die Früchte der Kornelkirsche enthalten

  • Zucker – vor allem Fruktose und Glukose. Der Anteil liegt bei 8-9, bisweilen auch über 10 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Trotzdem sind die Früchte der Kornelkirsche kalorienarm: 100 Gramm davon schlagen gerade mal mit 60 kcal zu Buche.
  • Ballaststoffe wie Pektin (0,7 g/100 g) sind nicht nur gut für die Verdauung, sie sorgen auch beim Marmelade kochen für ausreichende Festigkeit
  • Gerbstoffe wie Tannine sind für eine ganze Reihe medizinischer Wirkungen verantwortlich – nicht von ungefähr ist die Kornelkirsche nicht nur ein schmackhaftes Wildobst, sondern auch eine uralte Heilpflanze.
  • Fruchtsäuren wie Apfelsäure (1,0-2,8 g/100 g) sorgen für den säuerlichen Geschmack der Früchte.
  • Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Magnesium und Spurenelemente sind für einen gesunden Stoffwechsel unerlässlich.
  • Farbstoffe wie Flavonoide und vor allem Anthocyane wirken als Antioxidanzien.
  • Duft- und Aromastoffe sind für den typischen Geruch und Geschmack der Früchte von Kornelkirsche verantwortlich.

Ist Kornelkirsche eine Heilpflanze?

Ja, und offenbar eine ziemlich alte. Über die Verwendung bei den Pfahlbauern und in der Hallstattzeit können wir nur spekulieren, aber mit einiger Sicherheit hat man bereits damals die Früchte, Blüten, Blätter und Rinde der Kornelkirsche auch zu medizinischen Zwecken genutzt.

Bei den alten Griechen und Römern war die Kornelkirsche als Heilpflanze fest etabliert und spielte auch in der Mythologie eine bedeutende Rolle. Plinius der Ältere beschreibt in seiner Historia naturalis zwei Formen von Hartriegel: den männlichen Hartriegel cornus mas mit extrem hartem Holz und gelben Blüten und den weiblichen Hartriegel cornus femina mit weichem Holz und roten Blüten. Cornus mas ist heute Gelber Hartriegel oder Kornelkirsche, weiblicher Hartriegel läuft unter Roter Hartriegel Cornus sanguinea.

  • Bereits der griechische Arzt Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.) empfiehlt in seiner Materia medica die Früchte der Kornelkirsche gegen Durchfall. Die Gerbstoffe wirken adstringierend und helfen gegen Verdauungsbeschwerden und Entzündungen.
  • Die Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts berufen sich fast ausnahmslos auf die Lehren des Dioskurides. Aus dieser Zeit stammen die Bezeichnungen Ruhrbeere und Ruhrkirsche für die Kornelkirsche – Ruhr nannte man alle Formen einer bakteriellen Dysenterie, also Durchfallerkrankung.
  • Hildegard von Bingen nennt in ihrer Physica die Kornelkirsche erlitzbaum. Roh oder gekocht soll man seine Früchte bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, zur Entgiftung und für eine bessere Verdauung verwenden. Ein aus den Blättern und Rinde zubereitetes Bad hilft laut der kräuterkundigen Äbtissin gegen Rheuma und ein mit den Blättern gekochter Tee bei Husten.
  • Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, erwähnt in seinem 1793 erschienenen Apotheker-Lexikon den eingedickten und mit Zucker gekochten Saft aus den Früchten der Kornelkirsche als Mittel gegen Durchfall. In Form von Globuli und Tinkturen hat sich Cornus mas nicht durchgesetzt und spielt in der modernen Homöopathie keine Rolle.
  • In der modernen Phytotherapie und Naturheilkunde nutzt man die Früchte der Kornelkirsche nach wie vor gegen Durchfall und Verstopfung; ein Absud der Rinde und Blätter gilt als Heilmittel gegen Gicht und Rheuma.

Kornelkirsche als Heilpflanze in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

In Fernost misst man der Japanischen Kornelkirsche medizinisch ähnliche Bedeutung zu wie unserer einheimischen Kornelkirsche in Europa. Die Sträucher werden seit alters her als Medizinalpflanzen angebaut – als Wildobst sind sie wegen ihres extrem herben Geschmacks weniger beliebt - und spielen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wie auch in der Volksheilkunde von Korea und Japan eine große Rolle. Daher auch der lateinische Name Cornus officinalis, also offizineller (in der Apotheke gebräuchlicher) Hartriegel.

Dazu werden die Kirschen im Herbst bei Vollreife gepflückt, gebacken oder gekocht, damit sich die Kerne leicht entfernen lassen und anschließend in der Sonne getrocknet. Zum Einsatz kommen sie vor allem bei Erkrankungen von Leber und Nieren, aber auch gegen Tinnitus. In Korea gibt es ein altes Hausmittel, in dem Kornelkirschen, Goji-Beeren und einheimische Rubus-Arten gegen Impotenz und erektile Dysfunktion helfen sollen.

Kann man die Kornelkirsche verwechseln?

Spätestens wenn sie ihre roten und olivenförmigen „Hahnenhoden“ im Zweierpack trägt ist die Kornelkirsche (Cornus mas) unverwechselbar. Im nicht blühenden Zustand sieht das anders aus – da gleicht der Gelbe Hartriegel aufs Haar seinem nächsten Verwandten: Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) hat ähnliche Blätter mit charakteristisch bogig aufsteigenden Adern, aber seine Blüten erscheinen in dichten Schirmrispen, ebenso wie die in der Reife schwarzblauen kugeligen Früchte.

Die zahlreichen im Handel erhältlichen Sorten von Kornelkirsche gleichen sich im vegetativen Zustand ebenfalls; sie lassen sich nur mit Blüten und Früchten einigermaßen zuverlässig auseinanderhalten und zeichnen sich bestenfalls durch unterschiedliche Wuchsform und Wuchshöhe aus. Ein weiterer Doppelgänger im Garten ist die Japanische Kornelkirsche (Cornus officinalis) – die erkennt man spätestens dann, wenn man in eine ihrer Früchte beißt: Die sind auch in voller Reife herb und sauer und längst nicht so aromatisch wie die des heimischen Hartriegelgewächses.

Sind die Samen von Kornelkirsche giftig?

Nein, im Gegensatz zu den Kernen der „richtigen“ Kirschen, die geringe Mengen Blausäure-bildende cyanogene Glykoside enthalten. Man kann sie also vollkommen bedenkenlos verzehren. Übrigens finden sich in jedem Kern zwei Samen – anders als bei Sauerkirsche und Süßkirsche, die zu den Rosengewächsen (Rosaceae) zählen. Dagegen gehört die Kornelkirsche zu den Hartriegelgewächsen (Cornaceae) und ist mit unseren Obstbäumen nicht näher verwandt. Die Kerne sind auch keine Steinkerne wie bei den Kirschen, sondern im botanischen Sinne Nussfrüchte – nur dass der fleischig herangewachsene Blütenboden diese als Fruchtfleisch umhüllt.

Die gerösteten Samen der Kornelkirschen hat man in Notzeiten auch als Kaffeeersatz verwendet und mit ihnen Bohnenkaffee aromatisiert; sie enthalten Vanillin, das dem Gebräu ein leicht vanilleartiges Aroma verleiht.

Eine andere ganz und gar ungiftige Verwendung hat das aus den Samen gewonnene Öl: Das wird bisweilen bei der Herstellung von Seife eingesetzt.

Die besten Sorten von Kornelkirsche

Das Ziel züchterischer Bemühungen ist die Kornelkirsche erst seit den 1970er Jahren; bis dahin (und heute immer noch) begnügte man sich vor allem mit der reinen Selektion von besonders ertragreichen und großfrüchtigen Sträuchern. Daneben hat man auch gezielt Pflanzen mit panaschierten Blättern, zwerghaftem Wuchs und besonders prächtiger Herbstfärbung ausgewählt. 

Als gute Bienenweide und hervorragendes Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz sind alle geeignet, egal ob Du eine Sorte Kornelkirsche als Hecke zum Blickschutz oder als Obststrauch zum Wildobst ernten pflanzen möchtest. Eine Übersicht über die wichtigsten Vertreter und ihre Eigenschaften findest Du übersichtlich in unserer Sortentabelle.

Verzaubert und verfüttert: Ist Kornelkirsche giftig für Hunde?

Definitiv nicht – ebenso wenig wie für Katzen, Pferde, Kühe, Meerschweinchen und andere Nutz- und Haustiere. Ungiftig sind sowohl die Blätter als auch die Früchte und alle anderen Pflanzenteile, die von Hund und Katz ruhig mal angeknabbert werden dürfen. 

Dass die Früchte der Kornelkirsche für Tiere nicht nur ungiftig, sondern auch schmackhaft sind wussten bereits die alten Griechen: Homer berichtet, dass Odysseus bei seinen Irrfahren auf der Insel der Götting Kirke landete. Die verwandelte seine Kundschafter in Schweine, sperrte sie in einen Koben und fütterte sie mit Kornelkirschen. Ihr König entging diesem Schicksal, weil ihn das von Hermes überreichte Kraut moly gegen den Zauber immun machte. Derart geschützt konnte Odysseus Kirke mit vorgehaltenem Schwert davon überzeugen, seinen Gefährten ihre menschliche Gestalt zurückzugeben. Diese wiederum mussten ihn nach einem Jahr mühsam überreden, die Heimreise fortzusetzen, denn die anmutige Gastgeberin hatte ihn im wahrsten Sinne des Wortes bezirzt..

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